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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2020

Der Rosenmörder

Eisige Dornen (Ein Nathalie-Svensson-Krimi 4)
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Auch wenn das Cover und teilweise auch der Titel leider eher das Klischee des typischen, schwedischen Krimis bedienen, handelt es sich bei ,,Eisige Dornen" um einen spannenden und unterhaltsamen Krimi.
Da ...

Auch wenn das Cover und teilweise auch der Titel leider eher das Klischee des typischen, schwedischen Krimis bedienen, handelt es sich bei ,,Eisige Dornen" um einen spannenden und unterhaltsamen Krimi.
Da es sich um den 4. Band der Reihe um die Psychiaterin Nathalie Svensson handelt, ist es zwar nicht zwingend notwendig, aber deutlich von Vorteil, wenn man die Vorgängerbände kennt. Nur so erschließt sich manche Andeutung oder scheinbare Nebenhandlung.
In Ystad wird der Fußballstar Hendrik Borg tot aufgefunden. Allem Anschein nach handelt es sich um Selbstmord, es sieht aus, als wäre Hendrik Borg friedlich entschlafen, mitsamt einer blauen Rose auf der Brust. Doch sehr bald stellt sich heraus, dass es sich um Mord handelt.
Und schon kurz darauf kommt es zu ganz ähnlichen Todesfällen, die Leichen einer depressiven Tänzerin, eines sehr attraktiven Piloten und einer krebskranken alten Frau werden ähnlich inszeniert aufgefunden.
Psychiaterin Nathalie Svensson soll mit ihren Kollegen von der Spezialeinheit für besonders schwere Fälle die Suche nach dem Serienmörder aufnehmen. Zunächst scheint die Toten nichts miteinander zu verbinden. Außer der blau gefärbten Rose gibt es keinerlei Hinweise. Doch der Abstand zwischen den Taten verkürzt sich von mal zu mal, sodass es zu einem Wettlauf mit der Zeit kommt. Mit ins Team wird auch Kriminalhauptkommissar Johan Axberg gerufen, obwohl dieser sich eigentlich in Elternzeit befindet. Doch Axberg und Nathalie Svensson verbindet mehr als nur die beruflichen Parallelen...
Das Motiv des Rosenmörders kristallisiert sich allmählich heraus, die eigentlichen Zusammenhänge werden aber erst zum Schluss offensichtlich, sodass man trotz aller Vorahnungen mitfiebern kann. Der Wechsel der Schauplätze und der Perspektiven gestaltet die Lektüre abwechslungsreich und spannend. Allerdings muss man es auch mögen, dass das Privatleben der Ermittler einen relativ breiten Raum einnimmt. Für Kenner der Reihe ist dies eher ein Plus, da sich die Figuren und ihre Lebensgestaltung jedes Mal ein bisschen weiterentwickeln.

Veröffentlicht am 03.02.2020

Gut konstruiert und spannend

Der Todgeweihte
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Auch der 3. Band der Reihe um die Ermittler Johan Rokka und Janna Weissmann ist wendungsreich und spannend geschrieben.
In der schwedischen Kleinstadt Hudiksvall geht es normalerweise eher beschaulich ...



Auch der 3. Band der Reihe um die Ermittler Johan Rokka und Janna Weissmann ist wendungsreich und spannend geschrieben.
In der schwedischen Kleinstadt Hudiksvall geht es normalerweise eher beschaulich zu. Doch nun wurde der 25-jährige Sebastian Svärd nach dem Kinobesuch auf offener Straße erschossen. Seine Freundin Lenita wird schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert, nimmt sich aber kurz vor der polizeilichen Befragung das Leben.
Kurz darauf verschwindet die Wissenschaftlerin Louise Höijer, die für Biotech Iris, ein Unternehmen, das auf Biometrie spezialisiert ist, nach Shanghai fliegen sollte, um dort ein bahnbrechendes neues Produkt vorzustellen.
Johan Rokka ist in diesem Fall persönlich betroffen, da Louise Höijer die Frau seines Cousins Frank ist. Deren fünfjährige Tochter Silje, zu der Johan Rokka einen sehr guten Draht hat, erzählt ihm von Streitereien zwischen ihren Eltern und dass Louise schon von Scheidung gesprochen habe. Ist womöglich Rokkas Cousin Frank für das Verschwinden seiner eigenen Frau verantwortlich? Oder hängt dies mit ihrer Arbeit für Biotech Iris zusammen?
Bald stellt sich heraus, dass der Fall des erschossenen Sebastian und seiner Freundin auch mit Biotech Iris in Zusammenhang steht.
Zudem kommt nach langen Jahren der Abwesenheit Rokkas Bruder Daniel nach Hudiksvall zurück. Er ist offenbar schwer krank und hat nichts mehr zu verlieren. Allerdings spielt er nicht mit offenen Karten, auch seinem Bruder gegenüber nicht.
Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was die Lektüre abwechslungsreich macht. Der Fall ist komplex, aber schlüssig konstruiert, bietet überraschende Wendungen und viel Spannung.
Klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 31.01.2020

Für Segelbegeisterte

Stürmische Nacht
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Die unabhängige und segelbegeisterte Cass Lynch besucht über Weihnachten Detective Inspector Gavin Macrae und seine Familie in einem abgelegenen Fjord. Ganz allmählich bahnt sich eine Beziehung zwischen ...

Die unabhängige und segelbegeisterte Cass Lynch besucht über Weihnachten Detective Inspector Gavin Macrae und seine Familie in einem abgelegenen Fjord. Ganz allmählich bahnt sich eine Beziehung zwischen den beiden an, die sich wohl im Vorgängerband entwickelt hat. Doch bei einem Spaziergang, der romantisch werden sollte, entdecken die beiden eine Leiche, die dort offenbar schon seit Monaten liegt. Wieder zu Hause, stellt Cass eigene Nachforschungen an und stößt dabei auf den verschwundenen Fuhrunternehmer Ivor Hughson. Dieser hatte zwar seiner Frau einen Abschiedsbrief hinterlassen und Gerüchten zufolge auch eine neue, junge Freundin. Zudem hatte er seinen Geschäftspartner hintergangen und ihm einen Haufen Schulden hinterlassen. Aber nach und nach verdichten sich die Hinweise, dass Ivor Hughson sich vielleicht nicht freiwillig aus dem Staub gemacht hat, sondern dass es sich bei dem gefundenen Skelett um seine sterblichen Überreste handeln könnte. Doch Cass’ Nachforschungen bringen sie ihn Gefahr. In ihrem Boot wird der Gashahn aufgedreht, was sie aber zum Glück rechtzeitig bemerkt. In einer stürmischen Nacht wird ihr Boot von den Halteleinen losgeschnitten und sie treibt hinaus aufs Meer.

Der Fall an sich ist interessant und verwickelt. Allerdings gibt es für meinen Geschmack zu viele Zufälle. Auch geht sowohl Cass selbst als auch ihre Umgebung recht locker mit den Anschlägen auf sie um, was etwas befremdlich wirkt.
Auch wenn es sich bei der Hauptfigur um eine Seglerin handelt, sind mit als Laie die Segelsprache und die sehr detaillierten Beschreibungen der Navigation und der Manöver zu viel. Sehr malerisch und anschaulich dagegen finde ich die Beschreibungen der Landschaft und des Meeres, die wirklich Lust auf eine Reise in die Shetlands wecken.

Für mich ist ,,Stürmische Nacht“ eine Lektüre mit einem sehr interessanten Schauplatz, viel Atmosphäre, aber einer nicht ganz stimmigen Krimihandlung.

Veröffentlicht am 27.01.2020

Ruhig, dennoch spannend und gut konstruiert

Wisting und der fensterlose Raum
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Als der norwegischer Spitzenpolitiker Bernhard Clausen plötzlich an einem Herzinfarkt stirbt, bekommt William Wisting einen heiklen Auftrag. Im Wochenendhaus Clausens wurden Umzugskisten mit achtzig Millionen ...

Als der norwegischer Spitzenpolitiker Bernhard Clausen plötzlich an einem Herzinfarkt stirbt, bekommt William Wisting einen heiklen Auftrag. Im Wochenendhaus Clausens wurden Umzugskisten mit achtzig Millionen Kronen in verschiedenen Währungen gefunden.
Die Kisten waren in einem fensterlosen Raum des Hauses untergebracht und offensichtlich seit Jahren unberührt. Kurz nachdem Wisting das Geld zur Untersuchung abtransportiert hat, brennt das Wochenendhaus von Bernhard Clausen ab, offenbar durch Brandstiftung. Wollte der Täter womöglich das Geld oder etwaige Spuren daran vernichten?
Bei seinen Ermittlungen stößt William Wisting auf einen über zwanzig Jahre alten Raubüberfall, der nie vollständig aufgeklärt werden konnte. Könnte das Geld die Beute dieses Raubüberfalls sein? Doch wie sollte der Politiker Bernhard Clausen darin verwickelt sein? Und warum hat er das Geld nie angetastet?
Zur Unterstützung holt William Wisting sich seine Tochter Line ins Team, die als freie Journalistin für ihn auf ihre ganz eigene Art ermittelt. Außerdem kommt wie im ersten Band auch Adrian Stiller dazu, der sich gerade mit dem ungeklärten Verschwinden des möglichen Täters befasst. Über seine etwas geheimnisvolle Vorgeschichte, die im ersten Band andeutungsweise eine Rolle spielt, erfährt man allerdings nichts.
William Wisting kann durch seine ruhige und beharrliche Vorgehensweise überzeugen. Er wirkt eher nachdenklich und introvertiert, dennoch aber immer sympathisch auf den Leser.
Line und ihre Tochter Amalie bringen etwas frischen Wind in sein ansonsten ruhiges Leben, sowohl privat als auch beruflich. Allerdings bringt Line sich durch die Ermittlungen auch selbst in Gefahr, sodass die Handlung zum Ende hin deutlich an Spannung und Dynamik gewinnt.
,,Wisting und der fensterlose Raum“ ist ein eher ruhiger, aber interessanter, spannender und gut konstruierter Kriminalroman.

Veröffentlicht am 16.01.2020

Na ja!

Knallharte Tauben gegen das Böse (Band 1)
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Das rote Hardcover und der schwarze Schnitt sind ein wahrer Hingucker. Die knallige, gelbe Schrift des Titels auf schwarzem Hintergrund fallen ins Auge, was für jüngere Leser sicherlich ein Auswahlkriterium ...

Das rote Hardcover und der schwarze Schnitt sind ein wahrer Hingucker. Die knallige, gelbe Schrift des Titels auf schwarzem Hintergrund fallen ins Auge, was für jüngere Leser sicherlich ein Auswahlkriterium ist.
In drei Teilgeschichten kämpfen Felsi und sein Tauben-Gang gegen das Böse. So lösen sie z.B. ,,Das große Krümelmysterium", wo sie nach den verschwundenen Brotkrümeln suchen, oder jagen den ,,Fledermausfänger". Die Seiten sind comicartig gestaltet, mit viel schwarz-weißen Zeichnungen, Sprechblasen und relativ wenig Text. Das spricht sicherlich auch Lesemuffel an. Allerdings fanden sowohl mein Sohn als auch ich die Seiten teilweise zu unübersichtlich und überladen, die Geschichten selbst eher merkwürdig bis sogar etwas dümmlich und wenig tiefgründig. Vielleicht ist es eher was für deutlich jüngere Kinder.
Mich hat das Buch auf den ersten Blick noch angesprochen, auf den zweiten Blick konnte ich leider nicht mehr viel damit anfangen. Cool, krass und knallhart? Na ja!

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