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Veröffentlicht am 08.04.2026

Fantasievolle Hommage an Klassiker der Kinderliteratur

Flora Brimble und der verlorene Frühling
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Das Cover und die Innenillustrationen passen sehr gut zum zauberhaften und magischen Inhalt dieses Buches.
Flora Brimble lebt in dem kleinen englischen Dörfchen Rye, in dem der Winter nicht weichen will. ...

Das Cover und die Innenillustrationen passen sehr gut zum zauberhaften und magischen Inhalt dieses Buches.
Flora Brimble lebt in dem kleinen englischen Dörfchen Rye, in dem der Winter nicht weichen will. Zu ihrem Geburtstag bekommt sie eine magische Tinte geschenkt. Die Figuren, die Flora durch ihre Geschichten zum Leben erweckt, könnten den Frühling nach Rye zurückbringen. Dafür muss sie sich jedoch auf eine abenteuerliche Quest begeben. Mit einem sprechenden Eichhörnchen und einem klugen Kobold an ihrer Seite bietet sie den kommenden Abenteuern die Stirn. Die merkwürdigste oder fantastischste Weggefährtin entpuppt sich jedoch als ein Mädchen, welches viel mit Flora gemein hat. Während Flora der Herbst ist, verkörpert Harriet die Leichtigkeit des Frühlings.

Marcus Raffels Roman liest sich wie ein moderner Klassiker und durch das Spiel zwischen Floras Realität und der Geschichte ihrer Romanfiguren zeitweise wie eine Hommage an Michael Endes „Die unendliche Geschichte“. Denn wie dort, existieren auch in „Flora Brimble und der verlorene Frühling“ Passagen, in denen Realität und Fiktion miteinander verschmelzen und die Romanfiguren gewahr werden, dass sie nur ersonnen sind.
Das Buch ist voller Fantasie und darüber hinaus auch sehr philosophisch. Ich finde zwar nicht, dass junge Leserinnen damit überfordert sind, für den begrenzten Umfang der Geschichte will das Buch dennoch manchmal zu viel. Ideen und Figuren bieten Stoff für eine tiefere Ausarbeitung oder einen Zweiteiler statt eines in einem Band abgeschlossenen Romans.

Das Buch ist eine bunte, abenteuerliche, manchmal leicht düstere Geschichte über Freundschaft, Familie, Fantasie und Mut. Neben dunklen Passagen kommen aber auch Humor und Sprachwitz darin vor. Die Sprache ist sehr schön und die Geschichte damit ein Lesegenuss nicht nur für jüngeres, sondern ebenso für älteres oder erwachsenes Lesepublikum.
Eine Hommage an Klassiker der Kinderliteratur, der sich für versierte junge Leser
innen oder zum gemeinsamen Lesen anbietet.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2026

Voll tiefsinniger Symbolik

Heartbreak Hotel
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Vier Jugendliche treffen sich im „Heartbreak Hotel“, einer Art Zwischenwelt.
Ein Mädchen hat die Liebe ihres Lebens verloren, ein Junge wurde bloßgestellt von seinem Crush. Ein weiteres Mädchen wurde von ...

Vier Jugendliche treffen sich im „Heartbreak Hotel“, einer Art Zwischenwelt.
Ein Mädchen hat die Liebe ihres Lebens verloren, ein Junge wurde bloßgestellt von seinem Crush. Ein weiteres Mädchen wurde von ihrem Freund und ihrer besten Freundin betrogen, während ein zweiter Junge sich die Schuld am Tod seiner Freundin gibt.
Die Leserinnen erfahren nacheinander die Geschichten der vier Protagonistinnen, die sie ins Heartbreak Hotel geführt haben. Die Schicksale der vier überschneiden sich miteinander, was am Ende sehr interessant aufgelöst wird.

Manche Geschichte hat mich mehr, manche weniger berührt. Insgesamt haben mich jedoch die Bildsprache und die passende Farbgestaltung beeindruckt, vor allem aber die vielen gelungen in die Geschichte eingearbeiteten Anspielungen auf Popkultur, seien es Filme oder auch Musikstücke.
Eine relativ große Rolle spielt hier „Alice im Wunderland“. Nicht nur werden den Teenagern die vier Karten Herz, Karo, Kreuz und Pik zugeordnet, auch das weiße Kaninchen und die Raupe spielen im Heartbreak Hotel eine Rolle.
Die in der Geschichte erwähnten Filme sind wahrscheinlich eher erwachsenen Leser*innen ein Begriff. „Heartbreak Hotel“ bietet einen Stoff, der weit über ein jugendliches Lesealter hinaus ansprechend ist, auch wenn die Akteure allesamt Teenager sind.

„Heartbreak Hotel“ klingt lange nach. Die Geschichten von Maya, Martin, Fiona und Finn, vor allem aber auch das Ende.
Die Geschichte ist tief und vielschichtig, nicht zuletzt wegen der verwendeten Symbolik.
Eine Graphic Novel, einerseits zart, anderseits sehr kraftvoll, die mit einem Inhalt aufwartet, der weit über ein jugendliches Lesealter fesseln und beeindrucken kann.

  • Einzelne Kategorien
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  • Handlung
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Veröffentlicht am 23.02.2026

Äußerst spannend und leider nicht allzu fern von der Realität

Happy Head
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Seb wird ein Platz in einem Mental-Health-Programm angeboten. In diesem sollen unglückliche Jugendliche in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden.
Er ist ein Jugendlicher mit wenig Selbstvertrauen. Geprägt ...

Seb wird ein Platz in einem Mental-Health-Programm angeboten. In diesem sollen unglückliche Jugendliche in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden.
Er ist ein Jugendlicher mit wenig Selbstvertrauen. Geprägt von dem Gefühl, seine Eltern nicht stolz zu machen, nie genug zu sein, es keinem recht machen zu können.
Im Programm wirkt er wie ein Peoplepleaser. Dies lässt ihn zeitweise unsympathisch wirken, aber es ist sehr authentisch in Bezug auf seine Unsicherheit. Er ist ein junger Mensch mit Zweifeln und Ängsten, wirkt nahbar und bietet Identifikationspotential.
Auch das andere Personal des Buches ist interessant und facettenreich ausgearbeitet.

Insgesamt nehmen einhundert Jugendliche am ersten Camp von Happy Head teil. Vorrangig lernt man diejenigen der Jugendlichen besser kennen, die in einer Gruppe mit Seb eingeteilt sind.
Darunter der rebellische Finneas, zu dem Seb sich im Laufe der Geschichte immer mehr hingezogen fühlt. Außerdem Eleanor, die mehr über das Programm zu wissen scheint als die anderen teilnehmenden Jugendlichen.

Mich hat die Geschichte sehr gefesselt und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Der Schreibstil ist flüssig und modern, durch den Blickwinkel des Ich-Erzählers ist man mitten im Geschehen. Die Handlung ist durchgehend spannend und stellenweise brutal.
Ich habe lange Zeit nicht geahnt, in welche Richtung sich das Geschehen entwickelt und war überrascht über die Hintergründe einiger Figuren, die im Laufe der Zeit offengelegt werden.

Josh Silver schreibt spannend, zeitgemäß und jugendlich. Zudem hat er autobiografische Züge in seinen Roman einfließen lassen.
Nach seiner Schauspielausbildung und Auftritten im West End und am Broadway, entschloss er sich zu einem Berufswechsel und arbeitet nun als Krankenpfleger für psychische Gesundheit.
Wie sein Protagonist Seb ist Josh homosexuell und gibt der queeren Community mit seinem Roman Happy Head Sichtbarkeit.
Doch nicht nur diese Aspekte machen seinen Roman so nahbar und authentisch. Die Schilderungen sind leider gar nicht so realitätsfern und auch, dass ein ursprünglich positiver Gedanke eine negative Entwicklung nimmt, ist alles andere als undenkbar.

Happy Head endet mit einem Cliffhanger und ungelösten Fragen, welche hohe Erwartungen an den zweiten und abschließenden Band Dead Happy schüren.
Zum Glück soll dieser bereits im Herbst erscheinen.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Das erste Mal

24 Sekunden ab jetzt
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Neon und Aria stehen kurz vor ihrem ersten Mal, genau 24 Sekunden davor. Neon steht im Bad und sein Herz klopft bis zum Hals.
Leser*innen erleben rückblickend die letzten 24 Sekunden, 24 Minuten, 24 Stunden, ...

Neon und Aria stehen kurz vor ihrem ersten Mal, genau 24 Sekunden davor. Neon steht im Bad und sein Herz klopft bis zum Hals.
Leser*innen erleben rückblickend die letzten 24 Sekunden, 24 Minuten, 24 Stunden, 24 Wochen und 24 Monate vor diesem Moment.

Jason Reynolds erzählt authentisch von der Liebesgeschichte zwischen zwei Schwarzen Jugendlichen.
In den Rückblicken erlebt man nicht nur in umgekehrter Chronologie ihre Gefühle zueinander, man lernt auch ihre Freunde und ihre Familie kennen.
Wenn der Zufall in Form eines entlaufenen Hundes nicht zu Hilfe gekommen wäre, wäre aus Neon und Aria wahrscheinlich nie ein Paar geworden. Denn trotz, dass sie auf die gleiche Highschool gehen, leben ihre Familien und sie unterschiedliche Leben und sie haben gänzlich andere Pläne für die Zukunft.

Jugendliche und junge Erwachsene werden sich hier ehrlich und authentisch repräsentiert und dargestellt sehen. Auch die Bindungen zu Freunden und Familie, die Gespräche, die im Vorfeld zu Neons und Arias wichtigem Moment geführt werden, wirken dem echten Leben entnommen.

Für mich hatte dieses Buch von Jason Reynolds leichte Längen im Gegensatz zu anderen Romanen, die ich von ihm gelesen habe.
Die länger zurückliegenden Passagen haben mich mehr angesprochen, da die Handlung hier weniger abzusehen war und ich in Erfahrung bringen wollte, wie die Geschichte ihren Anfang genommen hat.

Jason Reynolds ist eine sehr authentische Stimme für die Schwarzen Jugendlichen seiner Zeit.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Ein wichtiges Buch über das miteinander Reden und aufeinander Zugehen

Obacht!
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Vor der Stadt liegt ein riesiges, unbekanntes Tier, das den Weg versperrt.
Alle Einwohnerinnen sind aufgeregt und denken sich Lösungen aus, wie man mit dem Tier umgehen beziehungsweise es umgehen kann. ...

Vor der Stadt liegt ein riesiges, unbekanntes Tier, das den Weg versperrt.
Alle Einwohnerinnen sind aufgeregt und denken sich Lösungen aus, wie man mit dem Tier umgehen beziehungsweise es umgehen kann. Nur eine Bewohnerin, das kleine Mienchen, hat eine ganz andere Idee. Nur leider hört ihr keiner zu.
Stattdessen wird eine Decke über das Tier geworfen. Nun kann man es nicht mehr sehen, aber es versperrt immer noch den Weg.
Selbst eine Brücke oder eine Umgehungsstraße bringen bestenfalls kurzfristige Lösungen.
Am Ende nimmt Mienchen ihren ganzen Mut zusammen und setzt ihre Idee in die Tat um …

Kerstin Hau und Stella Dreis haben mit „Obacht!“ eine Geschichte erschaffen, die sich mit relativ wenig Text, sowie in Details und Farben reduzierten Illustrationen wichtigen Themen widmet, die uns bereits im Kindesalter betreffen.
Dabei ist die Handlung trotz ihres überschaubaren Rahmens spannend und lädt zum Mitfiebern ein. Die Namen und das Minenspiel der Figuren verleihen dem Geschehen aber auch Witz.

Das Buch eignet sich sowohl für Eltern als auch für Einrichtungen, um gemeinsam mit Kindern auf Fragen einzugehen und Lösungen zu finden.
– Wie kann ich mit Unbekanntem umgehen.
– Gemeinsame Lösungen können nur gefunden werden, indem man aufeinander zugeht und miteinander redet.
– Meinungen und Ideen aller sollten angehört werden.
– Ein Problem wirkt manchmal augenscheinlich größer und komplexer als es letzten Endes ist.
Selbst Vorurteile können anhand der Geschichte angesprochen – und entkräftet – werden, denn hätten die meisten Bewohner
innen der Stadt nicht vorschnell geurteilt, hätten sie sich viel Arbeit und Ärger sparen können.

„Obacht!“ ist ein spannendes, witziges, lehrreiches und wichtiges Buch bereits für kleinste Leser*innen, aber auch für die großen!

Für das Buch steht kostenloses pädagogisches Begleitmaterial zur Verfügung. Am Ende des Buches findet sich ein QR-Code zum Download.

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