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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2026

Eine Geschichte mit viel Tiefe, die locker erzählt wird.

Frankie – Unter Menschen
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In dem Buch geht es um Kater Frankie. Er hat alles, was er braucht: einen Riesen-Fernseher, ein Riesen-Bett und Futter mit viel Soße. Nur Gold, sein Menschenfreund, fehlt ihm. Der sitzt seit Monaten in ...

In dem Buch geht es um Kater Frankie. Er hat alles, was er braucht: einen Riesen-Fernseher, ein Riesen-Bett und Futter mit viel Soße. Nur Gold, sein Menschenfreund, fehlt ihm. Der sitzt seit Monaten in der Klapse. Eines Tages gerät Frankie in ein Müllauto, das mit ihm davonfährt. Weit weg von seinem Zuhause und von allem, was er kennt, sucht er verzweifelt einen Weg zurück. Dabei trifft er Shattab. Das Mädchen ist allein, schmutzig und abgehauen aus der "Kanakensammelstelle", wie sie es nennt. Und so beginnt ein großes Abenteuer und die Reise durch ein Land, in dem beide Fremde sind. Sie begegnen den unterschiedlichsten Gestalten, Menschen wie Tieren. Es ist eine Geschichte darüber, was es bedeutet, sein Zuhause zu verlieren.

Das erste Buch habe ich noch nicht gelesen, was ich aber gar nicht für problematisch halte. Am Beginn der Geschichte gibt es eine kurze Erinnerung an das Ende des ersten Buches. Trotzdem habe ich Lust, dieses noch zu lesen.
Der Schreibstil war super. Es fühlt sich tatsächlich so an, als ob die Geschichte aus der Sicht einer Katze geschrieben wurde. Diese lockere und unbeschwerte Art von Frankie trifft dabei auf einige ernste Themen. So begleiten wir ihn auf seiner Reise zurück nach Hause, obwohl er eigentlich gar nicht so richtig weiß, wo das ist. Auf seinem Weg trifft er unterschiedliche Menschen und einige Tiere. Die meiste Zeit begleitet er ein Mädchen, das obdachlos ist und aus dem Ausland kommt. Mit ihr erlebt er, was Ausgrenzung bedeutet und wie grausam Menschen sein können – sowohl gegenüber einander als auch gegenüber Tieren. Dadurch ist das so leicht wirkende Buch an einigen Stellen wirklich ernst und ergreifend. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen.
Wer Katzen oder ernste Themen, so gut es geht, leicht verpackt sucht, ist hier an der richtigen Stelle.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Ein gelungenes Buch, das zum Nachdenken anregt.

Hazel sagt Nein
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In dem Buch geht es um die Hoffnung auf ein ruhigeres Leben. Die Blums ziehen vom pulsierenden Brooklyn ins beschauliche Riverburg, wo Vater Gus nach herausfordernden Jahren endlich eine Professur ergattert ...

In dem Buch geht es um die Hoffnung auf ein ruhigeres Leben. Die Blums ziehen vom pulsierenden Brooklyn ins beschauliche Riverburg, wo Vater Gus nach herausfordernden Jahren endlich eine Professur ergattert hat. Doch der idyllische Schein trügt. An ihrem ersten Schultag wird die achtzehnjährige Hazel ins Büro des Direktors zitiert. Er verkündet ihr Unglaubliches: Jedes Jahr sucht er sich eine andere Schülerin aus der Abschlussklasse aus, mit der er eine sexuelle Beziehung eingeht. Nun ist Hazel die Auserwählte. Sie sagt instinktiv Nein und setzt damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die das Leben ihrer Familie, aber auch die gesamte Stadtgesellschaft auf den Kopf stellen.

Dieses Buch hat einen tollen Schreibstil, mit dem ich von Seite 1 an super klargekommen bin. Er ist bildlich, aber gefühlsmäßig eher zurückhaltend. Alleine durch das, was erzählt wird, kommen beim Lesen Gefühle hervor. Aber es sind eher die eigenen, die einem beim Nachdenken kommen. Das fand ich wirklich besonders. Und das, was das Buch wahrscheinlich auch tun soll, schafft es: Es macht unfassbar nachdenklich. Gleichzeitig bekommt man eine tolle Charakterentwicklung mit. Nicht nur von Hazel, sondern auch von ihrer ganzen Familie. Obwohl mich am Anfang tatsächlich gestört hat, dass es nicht nur um Hazel geht. Man wollte wissen, wie es weitergeht, und hat zunächst andere Charaktere kennengelernt. Im Laufe der Geschichte wird das auch besser, da diese mehr Bedeutung bekommen. Die Geschichte teilt sich in zwei atmosphärisch unterschiedliche Teile ein. Einer ist eher düsterer, während der andere heller ist. Den Wechsel merkt man quasi sofort. Ich fand beide spannend. Auch wenn sich manche Dinge und Gedanken ab und an wiederholen, fand ich das Buch insgesamt sehr gelungen. Neben der Vorkommnisse mit dem Schulleiter wird auch das Thema Antisemitismus behandelt.
Wer ein Buch sucht, das sich mit dem Thema bzw. den Themen beschäftigt, ist hier auf jeden Fall richtig.

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Veröffentlicht am 23.10.2025

Eine wirklich tolle, abwechslungsreiche und überraschende Geschichte.

Water Moon
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In dem Buch geht es um ein besonderes Geschäft, das sich hinter einer unauffälligen Tür eines Ramen-Restaurants in den Gassen von Tokio befindet. Es ist ein Ort, an dem unverwirklichte Träume gegen Seelenfrieden ...

In dem Buch geht es um ein besonderes Geschäft, das sich hinter einer unauffälligen Tür eines Ramen-Restaurants in den Gassen von Tokio befindet. Es ist ein Ort, an dem unverwirklichte Träume gegen Seelenfrieden und exquisiten grünen Tee eingetauscht werden können. Hana soll den Laden von ihrem Vater Toshio übernehmen, doch genau an diesem Tag ist dieser plötzlich verschwunden und der Tresor geplündert. Dann betritt ein junger Wissenschaftler das Teehaus und bietet Hana seine Hilfe an, mit ihr nach Toshio zu suchen. Sie begeben sich gemeinsam auf eine abenteuerliche Reise und je näher sie der Wahrheit kommen, desto klarer wird Hana, dass es an der Zeit ist, ihr eigenes Geheimnis zu lüften.

Das Buch ist wirklich anders, sodass ich gar nicht richtig beschreiben kann, wie besonders diese Geschichte ist. Man braucht demnach auf jeden Fall ein bisschen Zeit, um in das Buch hineinzufinden. Danach kann man es aber kaum noch aus der Hand legen. Der Schreibstil war einfach fantastisch. Die "andere" Welt ist so detailreich beschrieben, aber auch nicht zu umfangreich. Man hat dadurch immer ein tolles Bild im Kopf, das die Abenteuer von Hana und ihrem Begleiter perfekt vorstellbar macht. Die Schauplätze sind sehr unterschiedlich, wodurch neben der Handlung auch das wirklich Abwechslung bietet. Beides fand ich unglaublich kreativ und dadurch nicht vorhersehbar. Auch die Charaktere waren super. Sie waren ebenso vielfältig und hatten viel Tiefe. Auch wenn manche nur kurz Teil der Geschichte waren, haben sie dazu beigetragen. Und auch die Stimmung im Buch hat mich in den Bann gezogen. Es war ganz anders und gleichzeitig ganz toll und vor allem überraschend mit vielen Wendungen!
Alles in allem eine wirklich tolle, abwechslungsreiche und überraschende Geschichte, auf die man durchaus einen Blick werfen kann. Sie hat mir sehr gefallen.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Für mich leider eine Geschichte, die sich zu lange gezogen hat, aber eine schöne Atmosphäre hat.

Dieser Sommer wird anders
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In dem Buch geht es um sonnendurchflutete Buchten, rostfarbene Klippen, wogendes Dünengras. Normalerweise löst der Anblick von Prince Edward Island Glücksgefühle in Lucy aus. Doch nun soll sie ihre beste ...

In dem Buch geht es um sonnendurchflutete Buchten, rostfarbene Klippen, wogendes Dünengras. Normalerweise löst der Anblick von Prince Edward Island Glücksgefühle in Lucy aus. Doch nun soll sie ihre beste Freundin auf der Insel besuchen, deren Hochzeit in neun Tagen stattfinden soll. Ihre Mission steht fest: Sie soll Bridget durch die Krise helfen und sie anschließend zurück nach Toronto bringen. Dabei darf sie Bridgets Bruder Felix jedoch nicht zu nahe kommen. Doch ihre Willenskraft schwindet, als sie wieder in seine gletscherblauen Augen blickt. Sie erinnert sich an sonnige Tage am Strand und leidenschaftliche Nächte. Zwischen ihnen besteht eine magische Anziehungskraft, und doch hat sie ihrer Freundin versprochen, sich nicht in ihn zu verlieben. Lucys Entschluss steht fest: Dieser Sommer wird anders. Sie und Felix werden der Versuchung widerstehen.

Das Buch lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Gefallen haben mir die vielen Anspielungen auf die Bücher von Lucy Maud Montgomery über „Anne auf Green Gables”. Es wurden viele Orte besucht, die man aus der Serie bzw. den Büchern kennt. Das fand ich als Fan wirklich toll. Insgesamt hat mich die Beschreibung von Prince Edward Island in die Ferne träumen lassen. Auch die Protagonisten fand ich insgesamt toll und sehr authentisch, genauso wie deren Gefühle. Ihre Handlungen und Gedanken waren nachvollziehbar. Gleichzeitig wurde auch das Leben der Protagonisten toll beschrieben. Die Dynamik zwischen Lucy, die in Toronto lebt, und Felix, der auf Prince Edward Island lebt, und das Problem der Entfernung fand ich ebenfalls super beschrieben. Leider hat sich das Buch für mich aber zu sehr gezogen. Es passiert nicht besonders viel, weshalb es mich nicht überzeugen konnte. Ich habe vergleichsweise lange gebraucht, um es zu lesen, weil es nicht spannend genug war. Da sind die anderen Bücher der Autorin definitiv besser!

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Die Kunst in diesem Buch hat mich in seinen Bann gezogen und nachhaltig beeindruckt.

OKEN
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Das Buch basiert auf einer halb-autobiografischen Essaysammlung mit dem Titel Shan feng hai yu ("Wind aus dem Gebirge, Regen vom Ozean") des taiwanesischen Dichters YANG Mu. Es geht um Oken, der Ereignisse ...

Das Buch basiert auf einer halb-autobiografischen Essaysammlung mit dem Titel Shan feng hai yu ("Wind aus dem Gebirge, Regen vom Ozean") des taiwanesischen Dichters YANG Mu. Es geht um Oken, der Ereignisse wie den Zweiten Weltkrieg, Veränderungen in der taiwanischen Sprachpolitik sowie ein großes Erdbeben in Hualien erlebt. Zudem ist sein Leben geprägt von der Verhängung des Kriegsrechts in den Jahren bis 1950. Der Essay verwebt diese Kindheitserinnerungen des Dichters bis zum Erwachsenenalter. So trifft Oken auf einen Bildhauer von Tempelstatuen und erkennt die Schönheit der Arbeit und somit, dass das Schaffen von Kunst sein Weg im Leben sein wird. Im Erwachsenenalter blickt er auf seine Erfahrungen zurück, die er in Hualien gemacht hat, und wie ihm seine Arbeit als Schriftsteller beeinflusst haben.
Das Buch hat mich in ein Genre geführt, was ich sonst nicht wirklich lese. Der Comic kommt insgesamt mit sehr wenig Text aus, der mit beeindruckenden Bildern an Bedeutung erlangt. Sie untermalen die Stimmung und lassen die wenigen Worte noch greifbarer machen. Dies gilt auch für die Gefühlswelt des Protagonisten Oken, dessen Kindheit wir miterleben. Es ist die Ernsthaftigkeit der Geschichte und gleichzeitig diese kindliche Hoffnung, die das Buch ausmachen. Es zieht einen sofort in seinen Bann und man ist gespannt, wie es weiter geht. Die geschichtliche Einordnung der Geschichte fand ich sehr hilfreich und unterstützend, um den Bildern noch mehr Gewicht zu geben und um die Gefühle von Oken nachvollziehen zu können. Insgesamt wird die Kindheit sehr eindrucksvoll dargestellt. Später kommt es zu einem Zeitsprung und man erfährt auch etwas aus dem Erwachsenenalter. So hängt man als Leser nicht in der Luft, wie es weiterging.
Ich kann diesen Comic wirklich sehr empfehlen. Ich habe einiges über die Geschichte Taiwans gelernt und gleichzeitig hat mich die Kunst in diesem Buch in seinen Bann gezogen und nachhaltig beeindruckt. Wen die Themen interessieren, sollte auf jeden Fall einen Blick hineinwerfen.

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