Profilbild von bookloving

bookloving

Lesejury Star
offline

bookloving ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit bookloving über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2018

Interessanter Provence-Krimi mit viel Lokalkolorit!

Ein Gentleman in Arles – Mörderische Machenschaften
0

INHALT
Peter Smith hat ein bewegtes Leben als Unternehmensberater, Lehrer für Kunstgeschichte und britischer Geheimdienstler hinter sich und beschließt nun, in mittleren Jahren, dem verregneten England ...

INHALT
Peter Smith hat ein bewegtes Leben als Unternehmensberater, Lehrer für Kunstgeschichte und britischer Geheimdienstler hinter sich und beschließt nun, in mittleren Jahren, dem verregneten England den Rücken zu kehren und sich zusammen mit seinem Windhund Arthur im schönen Arles zur Ruhe zu setzen. Schluss mit Trubel und Nebelwetter, sein knurriges Temperament sehnt sich nach Sonne, köstlichem französischem Essen und Ruhe. Doch genau die ist ihm nicht vergönnt: Kaum hat Smith das berühmte römische Amphitheater nach einem Stierkampf verlassen, wird ihm plötzlich ein Schlag auf den Hinterkopf versetzt. Als er wieder zu sich kommt, findet er sich unter einer auffallend gut gekleideten Leiche wieder. Ohne es zu wollen, stolpert er mitten hinein in einen mysteriösen Mordfall, ein Netz aus Intrigen und eine provenzalische Verschwörung ...
(Quelle: Klappentext Pendo-Verlag)
MEINE MEINUNG
Mit „Ein Gentleman in Arles – Mörderische Machenschaften“ hat der britische Autor Anthony Coles einen gelungener Auftakt zu seiner bislang dreiteiligen Provence-Krimi-Reihe rund um den britischen Ruheständler Peter Smith vorgelegt, der es sich im pittoresken provençalischen Arles gut gehen lässt und ganz unbeabsichtigt in einen mysteriösen Mordfall verwickelt wird.
Sehr schön stimmt bereits das hübsche Cover mit einem typischen Touristen-Postkartenmotiv vom berühmten Amphitheater in Arles auf den Handlungsort in der Provence ein und weckt Vorfreude auf einen unterhaltsamen „Provence-Krimi“ mit viel Lokalkolorit.
Lebendig und sehr anschaulich beschreibt Coles neben der provenzalischen Landschaft auch die Atmosphäre von Arles. Man merkt an vielen Details, dass der wie seine Romanfigur in Arles lebende Autor die Schauplätze hervorragend kennt. Gekonnt fängt er das herrliche Flair der malerischen südfranzösischen Gegend ein und lässt seine Liebe zu Land und Küche mit einfließen. Beim Lesen des Krimis sieht man geradezu die Landschaft im flirrenden Licht der Provence vor sich und meint, die kulinarischen Köstlichkeiten riechen und beinahe schmecken zu können.
Nach einem fesselnden Einstieg entwickelt sich der mysteriöse Kriminalfall recht gemächlich. Mit sehr ausführlichen Beschreibungen lässt uns der Autor zunächst einmal in den faszinierend beschaulichen Alltag seiner Hauptfigur Peter Smith eintauchen und wir lernen ihn als zurückgezogen lebenden, sehr kultivierten und weltmännischen Pensionär und auch sein näheres Umfeld in Arles kennen. Erst als Smith von der faszinierenden Witwe des Mordopfers beauftragt wird, Licht in die Hintergründe des reichlich schnell von der Polizei ad acta gelegten Mordfalls zu bringen und die verantwortlichen Drahtzieher aufzudecken, nimmt die Geschichte allmählich an Fahrt auf. Seine Nachforschungen fördern einen verzwickten Fall zutage, der auf Subventionsbetrug mit EU-Fördergelder, politische Verschwörung und eine Verflechtung mit gefürchteten Gangsterbanden aus Marseille hindeutet. Schon bald gerät Smith ins Visier von Personen, die großes Interesse an den Ergebnissen seiner Ermittlungen zu haben scheinen und sich an seine Fersen heften. Der Krimi lebt neben den atmosphärisch dichten Beschreibungen des südfranzösischen Flairs vor allem von seiner hochinteressanten, sympathischen Hauptfigur Peter Smith, die der Autor sehr lebendig und vielschichtig ausgearbeitet hat - und von seinem äußerst liebenswerten Windhund Arthur, der fast bei allen Befragungen mit dabei sein darf.
Während man anfangs vom ehemaligen Unternehmensberater und Kunsthistoriker Smith den Eindruck eines formvollendeten jedoch etwas eigenbrötlerischen englischen Gentleman bekommt, der in Arles seinen Ruhestand in vollen Zügen bei Sonne, Wein und französischem Essen genießt, lernen wird bald auch eine völlig andere, überraschende Seite von ihm kennen. Auch im Alter hat er seine Fähigkeiten als knallharter Geheimdienstler offenbar nicht verloren und erweist sich zudem noch als gewiefter IT-Spezialist. Auch seine ruhige, abgeklärte Ermittlungsarbeit und pragmatische Sicht der Dinge passt zu seinem liebenswerten Charakter, und sind sehr authentisch. Die übrigen Nebenfiguren sind abhängig von ihrer Rolle ebenfalls glaubwürdig und lebendig beschrieben.
Trotz des insgesamt recht gemächlichen Tempos versteht es der Autor die Handlung abwechslungsreich, unterhaltsam und spannend zu gestalten, so dass zu keiner Zeit Langeweile aufkommt. Auch bei den vielen Treffen mit köstlichen französischen Menus bleibt die Aufklärung des Falls stets im Vordergrund. Zum Ende hin gibt es einige unerwartete Wendungen, der Spannungsbogen zieht merklich an und gipfelt in einer mitreißenden, actionreichen Szene. Die Auflösung des Falls ist insgesamt in sich schlüssig und nachvollziehbar, auch wenn nicht alle Details erklärt werden.
Schön, dass der Mordfall in sich abgeschlossen ist, man sich aber auf eine Fortsetzung mit einem neuen Fall für Peter Smith, einigen liebgewonnenen Charakteren und manch einer interessanten Nebenfigur freuen darf.
FAZIT
Insgesamt ein recht unaufgeregter, aber sehr unterhaltsamer Provence-Krimi - mit einer gehörigen Portion Lokalkolorit und dem typischen Flair der französischen Provence. Ein kurzweiliges Leseerlebnis zum Wohlfühlen!

Veröffentlicht am 07.05.2018

Lieselotte feiert Geburtstag!

Ein Geburtstagsfest für Lieselotte (Mini-Broschur)
1

INHALT
Die Kuh Lieselotte hat heute Geburtstag und schon ganz aufgeregt! Doch was ist nur los? Auf dem Bauernhof ist es seltsam still, niemand ist mit Vorbereitungen für die Geburtstagsparty beschäftigt ...

INHALT
Die Kuh Lieselotte hat heute Geburtstag und schon ganz aufgeregt! Doch was ist nur los? Auf dem Bauernhof ist es seltsam still, niemand ist mit Vorbereitungen für die Geburtstagsparty beschäftigt – es scheint ein ganz normaler Tag zu sein. Lieselotte wundert sich sehr, denn die Bäuerin hat ihr keinen Geburtstagskuchen gebacken, und auch der Garten ist kein bisschen geschmückt. Sie wird ganz traurig, denn scheinbar haben alle ihren Geburtstag vergessen. Enttäuscht beschließt Liselotte, ganz alleine zu feiern. Sie holt sich ein paar Kerzen und etwas Zwieback aus der Küche, setzt ihren alten Partyhut auf und macht sich auf den Weg zu ihrem Lieblingsplatz am Bach...
MEINE MEINUNG
Zum 10. Geburtstag der beliebten Bilderbuchkuh Lieselotte hat sich Kinderbuchautor und Illustrator Alexander Steffensmeier wieder eine wunderschöne, humorvolle Geschichte für die Allerkleinsten ausgedacht, die ganz aus dem Leben gegriffen ist und Jung und Alt viel Freude bereitet. Diesmal hat Lieselotte Geburtstag und freut sich schon ganz doll auf die Party mit all ihren Freunden, doch niemand gratuliert ihr oder hat Zeit für sie. Der Autor hat sich mal wieder fröhlich buntes Abenteuer für Lieselotte ausgedacht mit vielen ideenreichen, lustigen Episoden mit jeder Menge verrückter Hühnern und natürlich am Ende mit einer rauschenden Überraschungsparty für unsere Lieblingskuh mit allen ihren Freunden.
Die vielen farbenfrohen, detailreichen und liebevollen Illustrationen machen das Buch zu einem einmaligen Erlebnis, denn bei jedem Betrachten gibt es etwas Neues zu entdecken. Es eignet sich daher auch hervorragend als Suchbilderbuch.
Die Textpassagen sind kurz und kindgerecht geschrieben, und sehr schön auf den Seiten verteilt, so dass das Hauptaugenmerk auf den ansprechenden Illustrationen liegt.
Die Hauptfigur ist auch in dieser Geschichte Lieselotte, die wegen ihrer drolligen, tollpatschigen und liebenswerten Art schnell zum Sympathieträger der kleinen Leser wird. Doch auch die vielen, kleinen originellen Details und Anspielungen, die sich in den Bildern verstecken wie beispielsweise die ständig zu Blödsinn aufgelegten Hühner, sorgen für beste Unterhaltung.
Sehr gelungen ist auch das praktische Mini-Format, das perfekt in kleine Hände passt und problemlos überall hin mitgenommen werden kann.
FAZIT
Ein witziges, wunderschön illustriertes Vorlese- und Bilderbuch im praktischen Mini-Format für unterwegs rund um die liebenswerte Kuh Lieselotte und ihre Freunde, mit vielen Abenteuern und natürlich einem überraschenden Happy End.
Ein sehr empfehlenswertes Bilderbuch für Klein- und Kindergartenkinder ab 4 Jahren!

Veröffentlicht am 06.05.2018

Sehr unterhaltsame Fortsetzung der "Bullenbrüder"

Bullenbrüder: Tote haben kalte Füße
0

Die Autoren Edgar Rai und Hans Rath haben nach ihrem gelungenen Krimi-Debüt „Bullenbrüder - Tote haben keine Freunde" nun ihren zweiten spannenden Fall mit dem Titel „Tote haben kalte Füße“ vorgelegt. ...

Die Autoren Edgar Rai und Hans Rath haben nach ihrem gelungenen Krimi-Debüt „Bullenbrüder - Tote haben keine Freunde" nun ihren zweiten spannenden Fall mit dem Titel „Tote haben kalte Füße“ vorgelegt.
Erneut ist ihnen ein toller, kurzweiliger Krimi mit jeder Menge Situationskomik gelungen, der vor allem von den herrlich gegensätzlichen Charakteren der Bullenbrüder und ihren ewigen Sticheleien getragen wird.
Eine besondere Würze erhält das Ganze noch durch die eingebauten Episoden aus Holgers und Charlies Privatleben. Ihre lebenslustige, ziemlich abgedrehte Mutter Anita taucht ganz unvermittelt mit ihrem 20 Jahre jüngeren, kolumbianischen Verlobten Rodrigo auf und sorgt für reichlich Chaos bei den Brinks zu Hause. Sie erwartet nämlich von ihren Söhnen, dass diese ihre 5. Hochzeit zu einem unvergesslichen Tag machen und eine Hochzeitsparty im Garten ausrichten. Ständig neue Sonderwünsche lassen die Planungen zu einem finanziellen und organisatorischen Albtraum werden und sorgen beim Lesen für etliche etwas arg zugespitzte, aber dennoch sehr amüsante und unterhaltsame Szenen.
Mit den beiden sympathischen Protagonisten Holger und Charlie haben die Autoren zwei sehr facettenreiche, originelle Figuren geschaffen, die mit ihrer unterschiedlichen Persönlichkeit für viel Witz und Unterhaltung sorgen und zum besonderen Charme dieses Krimis beitragen. Während der ernste, verantwortungsbewusste Holger eher als überkorrekter Spießer und kleinbürgerlicher Familienmensch daher kommt, dem aber auf den zweiten Blick auch eine gewisse Schlitzohrigkeit nicht abgesprochen werden kann, erleben wir seinen Bruder Charlie als unbekümmerten, lebenslustigen und leicht chaotischen Menschen, der auf schöne Frauen, schnelle Autos steht, und es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Zudem manövriert er sich mit seinen unorthodoxen, unüberlegten Aktionen auch leicht mal in recht heikle Situationen. Sind die beiden in ihren Ermittlungsmethoden auch das genaue Gegenteil, ergänzen sie sich jedoch bei ihrem neuen spannenden Fall unbeabsichtigt zu einem perfekten Dream Team, so dass schließlich jeder auf seine Art zur Aufklärung beiträgt.
Sehr lebendig und interessant sind auch viele der skurrilen Nebenfiguren ausgearbeitet wie beispielsweise die beiden Promi-Schwestern Pam und „Luder-Lou“, Holgers dominante Quoten-Chefin Frau Dr. Niermeyer, die sich in diesem Fall äußerst parteiisch verhält und ziemlich weit aus dem Fenster lehnt, und natürlich Anita mit ihrem heißblütigen Rodrigo.
Auch wenn die eigentliche Krimihandlung etwas Tiefgang vermissen lässt, konnte mich dieser abwechslungsreiche Krimi mit seiner lockeren, witzigen Schreibweise und seinen spritzigen, pointenreichen Dialogen bestens unterhalten.
FAZIT
Eine überzeugende, sehr unterhaltsame Fortsetzung der "Bullenbrüder" – mit den grandiosen Protagonisten Holger und Charlie, tollen skurrilen Charakteren und jede Menge Situationskomik und Wortwitz.

Veröffentlicht am 06.05.2018

Ein intensives, anspruchsvolles Leseerlebnis

Nach dem Winter
0

INHALT
Claudio ist Lektor in einem Verlag und lebt seit vielen Jahren in New York, nachdem ihn der tragische Verlust seiner ersten großen Liebe aus seiner Heimatstadt Havanna vertrieben hat. Cecilia studiert ...

INHALT
Claudio ist Lektor in einem Verlag und lebt seit vielen Jahren in New York, nachdem ihn der tragische Verlust seiner ersten großen Liebe aus seiner Heimatstadt Havanna vertrieben hat. Cecilia studiert in Paris. Seit ihrer Kindheit in Mexiko hat sie ein besonderes Faible für Friedhöfe und liebt es, zwischen den Gräbern des Père-Lachaise spazieren zu gehen. Als Claudio und Cecilia sich über gemeinsame Freunde in Paris kennenlernen, verlieben sie sich ineinander, obwohl sie beide in andere Beziehungen verwickelt sind. Über die Distanz hinweg tauschen sie E-Mails, Gedanken, selbst zusammengestellte Musikcompilations aus. Doch als Cecilia nach New York fliegt, um Claudio zu besuchen, entwickelt sich ihre Beziehung ganz anders als erwartet ...
(Quelle: Klappentext Blessing Verlag)
MEINE MEINUNG
Mit „Nach dem Winter“ hat die mexikanische Autorin Guadalupe Nettel einen hervorragenden, sehr bewegenden Roman verfasst, der sich oft wundervoll poetisch und sehr differenziert mit den existenziellen Themen Liebe, Leid, Schmerz, Krankheit, Verlust und Tod eines geliebten Menschen auseinandersetzt.
Die sich sehr ruhig und behutsam entwickelnde Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der Protagonisten Claudio und Cecilia jeweils aus der Ich-Perspektive erzählt. Sie ist zum einen in Paris und zum anderen in New York angesiedelt. Fasziniert folgt man ihren Schilderungen von verschiedenen Episoden aus ihrem gegenwärtigen Leben, ihrem Alltag und Begebenheiten aus ihrer Vergangenheit.
Schon bald tauchen wir in ihre so ganz eigene Welt voller seltsamer Gewohnheiten und Eigenarten ein und lernen ihre recht merkwürdigen Persönlichkeiten kennen. Schrittweise kommen immer mehr Details zu ihren Ängsten, Neurosen, Obsessionen und ihrer problembehaftete Vergangenheit an die Oberfläche. Zudem erhalten wir sehr aufschlussreiche Einblicke in ihre komplizierten Beziehungen.
Allmählich lässt die Autorin die beiden unterschiedlichen Handlungsstränge zusammenlaufen und verwebt diese geschickt für kurze Zeit, indem das Schicksal die so grundverschiedenen Charaktere Claudio und Cecilia zufällig zusammenführt. Sehr fesselnd ist es, ihre kurze Liebesaffäre aus ihren sehr konträren Wahrnehmungen mitzuerleben, bis das abrupte Ende ihrer Beziehung sie wieder auseinanderdriften lässt.
Die Autorin macht es dem Leser mit ihren außergewöhnlichen, facettenreichen Protagonisten Claudio und Cecilia nicht gerade leicht. Beide sind mit ihren merkwürdigen, bisweilen sehr befremdlichen Eigenheiten keine großen Sympathieträger, mit denen man sich identifizieren oder in deren Innenleben man sich gut hineinversetzen könnte. Insbesondere der Protagonist Claudio, ein in New York lebender Exil-Kubaner, wirkt mit seiner Arroganz, seinem übertriebenen Ordnungssinn und machohaften Frauenbild extrem unsympathisch. Er will sich nicht festlegen, geht Gefühlen aus dem Weg und hat eine sexuelle Affäre mit einer unterwürfigen, deutlich älteren und sehr wohlhabenden Frau, seiner „cougar“.
Die junge schüchterne Exil-Mexikanerin Cecilia hingegen studiert in Paris Literatur und fühlt sich zunehmend entwurzelt in der Fremde. Sie hat wenige Freunde, verliert immer mehr ihre Lebenslust und empfindet eine morbide Leidenschaft für Beerdigungen und Friedhöfen. In ihrem schwerst kranken Nachbarn Tom findet sie eine Art Seelenverwandten, der diese Faszination für den Tod mit ihr teilt. Ihre enge platonische Beziehung ist allerdings nur von kurzer Dauer.
Gekonnt entwirft die Autorin ein facettenreiches Bild von zwei getriebenen Charakteren, die auf der Suche nach Nähe und Zuneigung sind, sich nach wahrer Liebe sehnen und doch unfähig sind, zu lieben und sich anderen zu öffnen. Im letzten Teil bekommt der Roman schließlich eine sehr düstere, beklemmende Note, die sehr symbolkräftig verwoben mit der winterlichen Stimmung ist. Am absoluten Tiefpunkt angelangt stehen nun Verlust, Schmerz, Abschiednehmen, Tod und unendliche Trauer im Fokus der Betrachtungen. Dennoch gelingt es der Autorin hervorragend ihren Roman mit einem hoffnungsvollen und zuversichtlichen Ausblick auf einen Neuanfang für beide Protagonisten ausklingen zu lassen. Sie haben letztlich aus ihrer Depression und tiefen Krise herausgefunden und gelernt, ihr versöhnlichen und ihre Unzulänglichkeiten zu akzeptieren und die kleinen Dinge des Lebens wertzuschätzen.
Der Autorin ist mit „Nach dem Winter“ ein virtuos komponierter, anspruchsvoller Roman gelungen, der den Leser mit vielen poetischen und melancholischen Momenten zu berühren versteht. Mit seinen philosophischen Betrachtungen regt er zudem zum Nachdenken über das Leben an.
Nettel versteht es, mit viel Feingespür außergewöhnliche Stimmungen und Zwischentöne in ihrer Geschichte einzufangen und zu verdichten. Ihr prägnanter, einfühlsamer und faszinierend nuancierten Erzählstil, der bisweilen auch ironisch humorvoll ist, macht diesen beeindruckenden Roman zu einem besonderen Leseerlebnis.
FAZIT
Ein ungewöhnlicher, beklemmender und tiefgründiger Roman und ein intensives, anspruchsvolles Leseerlebnis!

Veröffentlicht am 06.05.2018

Ein Muss für alle Lieselotte-Fans

Lieselotte sucht (Mini-Broschur)
0

INHALT
Als Postkuh hilft Lieselotte dem Postboten gerne beim Austragen der Post im Dorf. Doch heute haben die beiden besonders viel zu tun und müssen sehr viele Pakete an die Dorfbewohner verteilen. Auch ...

INHALT
Als Postkuh hilft Lieselotte dem Postboten gerne beim Austragen der Post im Dorf. Doch heute haben die beiden besonders viel zu tun und müssen sehr viele Pakete an die Dorfbewohner verteilen. Auch die Bäuerin erwartet schon sehnsüchtig ihr Paket, denn sie hat neue Einmachgläser für ihre selbstgemachte Erdbeermarmelade bestellt. Als sie aber endlich am Bauernhof angekommen sind, ist ausgerechnet dieses Paket verschwunden. So ein Pech! Auf der Suche nach dem verloren gegangenen Paket gehen der Postbote und die verzweifelte Lieselotte noch einmal die ganze Strecke zurück. Doch niemand hat das Paket gesehen – es bleibt verschwunden. Zum Glück hat Lieselotte eine rettende Idee, wie sie der Bäuerin doch noch zu ihren Gläsern verhelfen kann!
MEINE MEINUNG
Mit „Lieselotte sucht” hat Alexander Steffensmeier wieder ein wundervolles Abenteuer mit der beliebten Kuh Lieselotte geschrieben und illustriert.
Erneut zeigen sich bei dieser amüsanten Geschichte sein treffsicherer Humor und seine äußerst originellen, sehr fantasievollen Ideen. Vor allem die Vermenschlichung der Tiere mit ihrer Gestik, Mimik und ihrem Verhalten wird von ihm äußerst gelungen in unzähligen, liebevoll gestalteten Details umgesetzt und bereiten beim Betrachten viel Spaß.
Die lebhaften, in warmen Farbtönen gehaltenen Illustrationen zeigen eine heile dörfliche Welt mit vielen witzigen Tierszenen, bei denen es immer richtig viel zu entdecken gibt. Besonders gelungen sind vor allem die witzigen Hühner und ihre sehr einfallsreichen Aktionen, die man oft erst auf den zweiten Blick erkennt. So wird jede Seite zu einem turbulenten, humorvollen Suchspaß für Groß und Klein!
Die kürzeren Textpassagen sind in einer einfachen, kindgerechten und sehr einfühlsamen Sprache verfasst. Sie sind auch für jüngere Kinder leicht verständlich, greifen die Gedanken- und Gefühlswelt der Tiercharaktere auf und unterstreichen die wundervollen Illustrationen.
Hervorragend eignet für Klein- und Kindergartenkinder ab 4 Jahren!
FAZIT
Ein wunderschön illustriertes Vorlese- und Suchbuch im praktischen Mini-Format für unterwegs mit einem weiteren, lustigen Abenteuer für Lieselotte und ihre Freunde, vielen Überraschungen und natürlich einem tollen Happy End. Ein absolutes Muss für alle Lieselotte-Fans!