Profilbild von bookworm72

bookworm72

Lesejury Star
offline

bookworm72 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit bookworm72 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2021

Sehr gut geschrieben, aber ganz schön verstörend...

Cry Baby - Scharfe Schnitte
0

Die junge Reporterin Camille Preaker, die in Chicago für eine Zeitung arbeitet, kehrt nach 8 Jahren in ihre Heimatstadt Wind Gap zurück, um auf Anweisung ihres Chefs über brisante Fälle zu berichten, die ...

Die junge Reporterin Camille Preaker, die in Chicago für eine Zeitung arbeitet, kehrt nach 8 Jahren in ihre Heimatstadt Wind Gap zurück, um auf Anweisung ihres Chefs über brisante Fälle zu berichten, die sich dort ereignet haben. Es handelt sich um den Mord an einem kleinen Mädchen und das Verschwinden einer weiteren 10-Jährigen. Der Auftrag gestaltet sich als schwierig, denn Camille kommt kaum an Informationen. Statt dessen wird sie von ihrer eigenen düsteren Vergangenheit eingeholt. Der Aufenthalt in dem kleinen Ort entwickelt sich für sie nach und nach zu ihrem persönlichen Alptraum. Und dann stößt Camille bei ihren Recherchen auf Grauenvolles...

Es ist ein Buch, das mich kaum losgelassen hat. Es war alles andere als angenehme, entspannte Lektüre. Vielmehr hatte ich beim Lesen immer wieder ein beklemmendes Gefühl, konnte mich aber der Sogwirkung nicht entziehen, die von diesem Roman ausgeht. Gillian Flynn erzählt eine wahrhaft erschütternde Geschichte und macht ihre Sache teuflisch gut. Ich war von den ersten Seiten an gefesselt, hatte eine böse Vorahnung und mich regelrecht gegruselt, trotzdem war ich so fasziniert, dass ans Aufhören nicht zu denken war. Die Autorin schafft es meisterhaft, in die seelischen Abgründe ihrer Protagonisten einzutauchen und sie für den Leser sichtbar zu machen. Sie geht dabei schonungslos vor und macht vor keinem Tabu halt. Nichts ist ihr zu peinlich, zu schockierend, zu anstößig, zu hässlich oder zu grausam. Sie zeigt die Menschen so wie wir manchmal hinter unserer schönen Fassade wirklich sind und das kann einem schon Angst machen...

Fazit: Ein fesselnder Psychothriller, der unter die Haut geht – keine Entspannungslektüre, aber definitiv lesenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2021

Spannend und unglaublich rasant

Todesmärchen
0

Eine Serie bizarrer und äußerst grausamer Morde ereignet sich innerhalb kurzer Zeit in verschiedenen Städten Europas. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder und die junge BKA-Kommissarin Sabine ...

Eine Serie bizarrer und äußerst grausamer Morde ereignet sich innerhalb kurzer Zeit in verschiedenen Städten Europas. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder und die junge BKA-Kommissarin Sabine Nemez sind dem Mörder hinterher, doch der ist nicht nur gerissen, sondern auch extrem intelligent und ein Meister der Täuschung. Die Jagd auf ihn verlangt den beiden Ermittlern alles ab und bringt vor allem Sneiijder an seine persönlichen Grenzen....

Nachdem ich den zuletzt erschienenen Band der Serie leider zuerst gelesen und sehr gut gefunden habe, wollte ich auch die Vorgeschichte kennenlernen. "Todesmärchen" hat mich nicht enttäuscht. Das Buch bescherte mir mit seiner interessanten Handlung und dem extrem rasanten Tempo spannende Lesestunden.
Zwar war ich bis dato eher ein Fan von Peter Hogart, dem Ermittler aus Grubers anderer Krimireihe, aber ich gestehe, nach diesem Buch entickelte ich eine Art Sympathie für Maarten S. Sneijder, was mich selber etwas wundert. Er ist ein sehr interessanter und komplizierter Charakter, den der Autor so lebendig und glaubhaft darzustellen vermag, dass ich ihn bei der Lektüre wahrlich vor Augen hatte. Sabine Nemez bildet mit ihrer Liebenswürdigkeit einen deutlichen Kontrast zu der Figur des menschenfeindlichen, scheinbar alle verachtenden Egozentriker, trotzdem funktioniert die Zusammenarbeit dieses besonderen Duos sehr gut und es macht Spaß zu verfolgen, wie die beiden so unterschiedlichen Menschen als Team zusamenwachsen.

Ich muss sagen, die geschilderten Morde sind schon harter Tobak und nichts für Zartbesaitete. Grausamer und bizarrer geht es meines Erachtens kaum. Zwischendurch war es mir etwas zu viel. Auch wenn ich recht abgehärtet bin. Woher nimmt der Autor bloß solche abartigen Ideen? Ich bewundere aber sein Talent, sich in die kranken Seelen seiner psychopathischen Protagonisten hineinzuversetzen und diese Abgründe so überzeugend zu schildern, dass man bei Lesen immer wieder eine Gänsehaut bekommt. Wer eine düstere Atmosphäre mag, der wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Fazit: Spannender Pageturner für Leser mit starken Nerven - Andreas Gruber in Höchstform!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2021

Informativer Ratgeber für Frauen, denen ein gesunder Lifestyle wichtig ist

Re-Power
0

Dank neuer Entdeckungen der Wissenschaft bzw. Wiederentdeckung von jahrtausendealten, bewährten Heilmethoden wie etwa Ayurveda wird uns Menschen immer bewusster, dass wir mit unserem Lebensstil und unserer ...

Dank neuer Entdeckungen der Wissenschaft bzw. Wiederentdeckung von jahrtausendealten, bewährten Heilmethoden wie etwa Ayurveda wird uns Menschen immer bewusster, dass wir mit unserem Lebensstil und unserer Ernährung einen enormen Einfluss auf unser Wohlbefinden haben und zur Erhaltung bzw. Wiedererlangung unserer Gesundheit beitragen können. Das Interesse daran ist groß und so sind Zeitschriften, Fernsehsendungen und Online-Beiträge voll mit Tipps, wie man sich diesbezüglich selbst optimieren kann und was alles hilfreich ist, um möglichst lange fit, jung und schön zu bleiben. Es erscheinen auch stets neue Publikationen zu diesem Thema und ich gestehe, mir persönlich wird es manchmal zu viel des Guten. Doch auf „Re-Power“ habe ich mich wirklich gefreut. „Midlife-Care“, die erste Publikation von Dr. med. Susanne Esche-Belke und Dr. med. Suzann Kirschner-Brouns, hat mich begeistert und ich habe von dem fundierten Wissen und den Erfahrungen der beiden Autorinnen profitiert. Bei „Re-Power“ hoffte ich auf ähnlich hilfreiche Tipps und Informationen, vermittelt auf die gleiche lebendige und unterhaltsame Art. Ich erwartete einen kompakten Ratgeber, der mir einen Weg durch den Dschungel von unzähligen Theorien weisen würde. Im Großen und Ganzen wurde ich nicht enttäuscht. In ihrem neuen Buch präsentieren die Autorinnen eine breite Palette an sinnvollen Maßnahmen, die wir selbst ergreifen können, um unseren wichtigsten Organen Gutes zu tun. Sie stellen ein 28-Tage-Programm vor, das sowohl den Körper als auch die Psyche positiv beeinflussen und unsere Lebensqualität erheblich steigern lassen kann. All das wird in dem lockeren, unterhaltsamen Schreibstil vermittelt, der mir bereits bei „Midlife-Care“ so gut gefallen hat. Allerdings störte mich diesmal der für meinen Geschmack doch recht häufige Gebrauch von englischsprachigen Bezeichnungen. Ich fand die nicht zwingend notwendig, da sich die meisten problemlos durch passende deutsche Ausdrücke ersetzen lassen, was die Texte aus meiner Sicht verständlicher machen würde.

Da ich das Buch recht schnell gelesen habe, hat mich die Flut an Informationen etwas überfordert, doch ich könnte mir vorstellen, dass sich das Problem relativiert, wenn man sich die Kapitel entsprechend einteilt oder wie die Autorinnen vorschlagen eben das herauspickt, was für einen gerade besonders relevant und auch machbar ist. Ich persönlich weiß jetzt schon, dass ich aus dem vorgeschlagenen Programm durchaus manche Elemente übernehmen, aber kaum alles umsetzen werde.

Gut fand ich, dass sich die Tipps zwar in erster Linie an Frauen in der Lebensmitte richten, aber nicht nur: Viele Erkenntnisse und Vorschläge sind universell und so können auch jüngere Frauen oder sogar männliche Familienmitglieger den einen oder anderen Tipp für sich nutzen

Am besten gefiel mir das letzte Kapitel betitelt „Soul-Care“. Bereits das Lesen hat mich entspannt und mir viel von dem oft verspürten Druck weggenommen, jetzt sofort möglichst viel an meiner Lebensweise ändern zu müssen. Die Theorie der beiden Autorinnen, dass auch langsame Veränderungen und selbst winzige Optimierungen mit der Zeit tolle Ergebnisse bringen, leuchtet mir vollkommen ein und macht mir Mut.

Mein Fazit: Das von Dr. med. Susanne Esche-Belke und Dr. med. Suzann Kirschner-Brouns herausgearbeitete Programm lässt sich aus meiner Sicht nur bedingt umsetzen. Trotzdem liefern die beiden Autorinnen mit „Re-Power“ erneut eine wichtige und informative Publikation, von der vor allem weibliche Leser durchaus profitieren können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Thema
  • Umsetzung
Veröffentlicht am 14.04.2021

Spannender Psychothriller für Leser mit starken Nerven

Offline - Du wolltest nicht erreichbar sein. Jetzt sitzt du in der Falle.
0

Fünf Tage Digital-Detox in einem abgelegenen Hotel in den Bergen werden für eine buntgemischte Gruppe Menschen, die einander gar nicht oder kaum kennen, zum wahren Alptraum. Denn einer von ihnen scheint ...

Fünf Tage Digital-Detox in einem abgelegenen Hotel in den Bergen werden für eine buntgemischte Gruppe Menschen, die einander gar nicht oder kaum kennen, zum wahren Alptraum. Denn einer von ihnen scheint ein zu allem fähiger Psychopath zu sein. Ein Notruf ist wegen der fehlenden Funkverbindung nicht möglich. Und der heftige Schneesturm verhindert, dass sie das Hotel verlassen können...

Die Idee für die Handlung fand ich schon mal gut und vielversprechend. Ich musste an „Shining“ und „Die Mausefalle“ denken... Ich liebe in den Büchern diese Art unheimlicher Spannung, die entsteht, wenn Menschen durch irgendwelche Widrigkeiten gezwungen werden, gemeinsam auf einem engen Raum auszuharren, wo eine Gefahr präsent ist, der sie nicht entkommen können... Arno Strobel gelingt es recht gut, diese bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen. Mein „Kopfkino“ hatte bei der Lektüre gut zu tun, ich genoss die Spannung und fieberte mit. Zwar fand ich das Buch nicht ganz so originell und fesselnd wie diese, die in Zusammenarbeit mit Ursula Poznanski entstanden sind (ich meine „Anonym“ und „Invisible“, die ich regelrecht verschlungen habe), trotzdem war es für mich eine kurzweilige Unterhaltung.

Fazit: Ein solider Psychothriller, den ich allerdings den zartbesaiteten unter uns nicht unbedingt empfehlen würde. Die etwas abgehärteten Fans des Genres dagegen erwartet ein recht schauriges Lesevergnügen, bei dem sie durchaus auf ihre Kosten kommen könnten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.03.2021

Ein Junggesellinnenabend wird zu einem Alptraum

Im dunklen, dunklen Wald
0

Die junge Nora erwacht schwer verletzt in einem Krankenhaus und weiß nicht, was ihr zugestoßen ist. Doch nach und nach kommen bruchstückhaft Erinnerungen zurück. Sie verbrachte das Wochenende zusammen ...

Die junge Nora erwacht schwer verletzt in einem Krankenhaus und weiß nicht, was ihr zugestoßen ist. Doch nach und nach kommen bruchstückhaft Erinnerungen zurück. Sie verbrachte das Wochenende zusammen mit fünf anderen Personen in einem abgelegenen Haus im Wald. Der Anlass für das Treffen war der Junggesellinnenabschied von Clare, Noras Jugendfreundin. Die beiden Frauen haben sich davor jahrelang nicht gesehen. Doch statt einer fröhlichen Feier kam es offenbar zu einer Tragödie. Nora spürt, dass etwas Entsetzliches passiert ist und versucht verzweifelt, die Ereignisse zu rekonstruieren...

Es war mein zweiter Roman von Ruth Ware. Nach dem Psychothriller „Hinter diesen Türen“, der mich restlos begeistert hat, waren meine Erwartungen recht hoch und ich wurde glücklicherweise nicht enttäuscht: Auch dieses Buch bringt mit, was aus meiner Sicht dieses Genre ausmacht: einen originellen, interessanten Plot, facettenreiche Charaktere, spannende Handlung, überraschende Wendungen und ein fulminantes Ende. Und jede Menge davon, was ich besonders schätze: die unheilvolle Atmosphäre, die ahnen lässt, dass jeden Augenblick etwas Grauenvolles passieren wird... Diese vermag die Autorin perfekt zu erzeugen. Ruth Ware versteht es, die Phantasie des Lesers anzuregen und sie tut es auf eine geschickte, subtile Art. Sie braucht keine drastischen Beschreibungen oder schockierenden Details, um eine unheimliche Stimmung zu erschaffen. Ich liebe den sanften Grusel und bekam mit diesem Roman genau die richtige Dosis

Ausgesprochen gelungen fand ich das Cover, es passt sehr gut zum Inhalt und vermittelt bestens die bedrohliche Atmosphäre des Buches.

Fazit: Bis auf die Tatsache, dass mir die Handlung irgendwann etwas zu langatmig vorkam, fand ich „Im dunklen, dunklen Wald“ sehr gelungen und würde es allen empfehlen, die gerne raffinierte und atmosphärische Psychothriller lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere