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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2019

wundervoll traurig

Der Gesang der Flusskrebse
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Dieses Buch ist eine homogene Einheit, wie ich sie lange schon nicht mehr hatte. Beginnend bei einem aussagekräftigen, perfekt auf die Handlung und den Ort des Geschehens abgestimmt, in einer Klarheit ...

Dieses Buch ist eine homogene Einheit, wie ich sie lange schon nicht mehr hatte. Beginnend bei einem aussagekräftigen, perfekt auf die Handlung und den Ort des Geschehens abgestimmt, in einer Klarheit und Präsenz, die nicht nur zum Setting passt sondern auch das Innenleben seiner Hauptdarstellerin fast schon selbstredend erklärt und beschreibt.

Dazu ein Titel, der auch in der deutschen Übersetzung liebevoll aus dem Englischen übernommen wurde. Er setzt Bilder frei und auch Töne, die bereits im Leser schwingen, bevor er die erste Seite aufschlägt und hineingezogen wird ins Marschland North Carlinas. Die Autorin gibt dem Sumpf eine Farbe, einen Geschmack, einen Geruch. Sie zieht uns hinein ins modrige Dunkel, ins ewig Feuchte und auch hinein in die Einsamkeit eines kleinen Mädchens, welches verlassen von Mutter und Geschwistern, ungeliebt vom saufenden Vater, aus der Gesellschaft verschwindet und eins wird mit der Natur, den Salzwiesen und Sandbänken.

Eigentlich ist es die Geschichte über dieses Mädchen, über ihr Erwachsenwerden, die Entwicklung einer verlorenen Seele, die sich immer mehr zurückzieht und als schließlich zwei junge Männer in ihr kleines Universum eindringen, scheinbar die Orientierung verliert und mit dem Wunsch, auszubrechen und die fremde Welt der anderen Menschen zu entdecken fast zerbricht.

Der Tote, der am Anfang des Buches schon erwähnt wird, und der irgendwann eine wichtige Rolle spielen wird, ist das Spannungselement, welches von außen kommt. Aber er ist nicht das Zentrum der Geschichte und das Buch lebt nicht vom Suspense sondern von den melancholischen Tönen und den einfühlsamen Beschreibungen der Natur.

Wundervoll traurig.

Veröffentlicht am 11.07.2019

Intensives Leseerlebnis

Die Kinder des Borgo Vecchio
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Endlich einmal ein Klappentext, der erahnen lässt, was sich zwischen den zwei Buchdeckeln wirklich befindet.

"Irgendwo im Süden, im Herzen der Stadt, wo die Menschen arm sind und das Gesetz der Straße ...

Endlich einmal ein Klappentext, der erahnen lässt, was sich zwischen den zwei Buchdeckeln wirklich befindet.

"Irgendwo im Süden, im Herzen der Stadt, wo die Menschen arm sind und das Gesetz der Straße gilt: Hier wachsen Mimmo, Cristofaro und Celeste auf. Sie haben Träume und Hoffnungen, obwohl ihnen der kindliche Blick längst abhanden gekommen ist."

Zuallererst sind es die Kinder und ihr trauriges Leben, welches den Leser erschüttert. Da wird ein Pferd zum besten Freund, weil der Vater herzlos und dem Sohn kein Vorbild ist. Da sieht ein ganzer Stadtteil weg, dass ein Vater sein Kind fast täglich prügelt und wenn der Junge vor Schmerzen schreit, schließen die Menschen ihre Fenster und ihre Herzen. Und ein Mädchen erlebt den Alltag ihrer Mutter, die anschaffen gehen muss, um ihrer Tochter etwas bieten zu können.

Kein Wunder, dass die Kinder davon träumen, ihre Eltern wären tot oder man könnte sie doch mit Hilfe des Ganoven Totó und seiner Pistole aus dem Weg schaffen. Aber auch der hat sein Scherfflein zu tragen und wirklich glücklich ist in dieser Geschichte niemand.

„Eines der schönsten und grausamsten Bücher des Jahres.“ Corriere della Sera
„Voller Farben, Geschmack und schmerzlicher Gefühle.“ Internazionale

Ja, ein Buch, welches auf grausam-ehrliche Weise von traurigen Alltag der Menschen erzählt. Erst dachte ich, hoppla, was für ein dünnes Büchlein. Im ebook sind es gerade mal 92 Seiten. Aber es ist so prall voller Poesie und Drama, dass einem fast Angst und Bange wird und ich gar keine 500 Seiten brauchte, um berührt zu werden vom Schicksal der Darsteller.

Der Erzählstil ist sehr intensiv und manchmal etwas kompliziert. Man muss aufmerksam und langsam lesen und genießen.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Ceviche von A-Z

Ceviche. Das Kochbuch
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Ich habe das Buch geschenkt bekommen. Im Laden wäre es mir nicht ins Auge gefallen, denn das Cover finde ich etwas blass und weniger ansprechend und ich fand es von Anfang an seltsam, dass es ein Kochbuch ...

Ich habe das Buch geschenkt bekommen. Im Laden wäre es mir nicht ins Auge gefallen, denn das Cover finde ich etwas blass und weniger ansprechend und ich fand es von Anfang an seltsam, dass es ein Kochbuch nur über Ceviche geben soll. Allerdings hat mir gefallen, dass die peruanische Küche und das Kochverhalten der Peruaner eine Rolle spielen und das Ganze dadurch einen sehr ungewöhnlichen, exotischen Hauch bekommt. Die Gerichte an sich sich allerdings relativ ähnlich und auch wenn einige fremdländische Zutaten besorgt werden müssen und etwas Neues suggerieren, so fand ich die Grundidee doch immer ähnlich und das ist für ein ganzes Kochbuch etwas einseitig.

Mir hätte es besser gefallen, wenn das Spektrum der peruanischen Küche weiter gefächert gewesen wäre. Ich war versucht manche Dinge abzuwandeln und statt rohem Fisch mit Fleisch zu machen. In einer Jahreszeit, da es sehr heiß ist, bin ich bei rohem Fisch auch immer etwas skeptisch. Denn auch wenn der Garprozess durch die Säure in Gang gesetzt wird, so werden Keime dadurch natürlich nicht wie mit Hitze abgetötet.

Handwerklich ist das Buch gut gemacht. Schöne Bilder, stabile Gestaltung von Papier und Einband.

Fazit: Ein sehr spezielles Kochbuch, welches man nicht unbedingt haben muss.

Veröffentlicht am 07.07.2019

unterhaltsam

Find mich da, wo Liebe ist
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„Find mich da, wo Liebe ist“ ist bei weitem nicht so kitschig, wie der Titel und auch das Cover vermuten lassen. Mir hatte schon die Leseprobe gut gefallen und das Buch liest sich dann auch wunderbar weg. ...

„Find mich da, wo Liebe ist“ ist bei weitem nicht so kitschig, wie der Titel und auch das Cover vermuten lassen. Mir hatte schon die Leseprobe gut gefallen und das Buch liest sich dann auch wunderbar weg. Es ist erfreulicherweise eher eine Geschichte vom Überwinden seiner Ängste und Unsicherheiten, von Freundschaft und dem Erfüllen eines Lebenstraumes und erst in zweiter Linie kommt auch die Liebe zur Sprache. Und dann ist es erst mal eine, die von Anfang an unerfüllbar und falsch anmutet und von der der Leser schnell weiß, dass Grace sich aus ihr befreien muss, um ihr wahres Glück zu finden.
Ein Buch für Stunden am Strand oder unter an einem schattigen Plätzchen, wo man vom Leben und von der Sehnsucht lesen und sich daran freuen kann, dass die Protagonisten aus ihren Fehlern lernen und zu sich selber finden. Keine schwere Lektüre aber durchaus mit einer Botschaft, die ankommt.

Veröffentlicht am 07.07.2019

tollerr Erstling

Something in the Water – Im Sog des Verbrechens
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Erin und Mark finden auf ihrer Hochzeitsreise eine Tasche mit wertvollem Inhalt. Sie beschließen, diesen zu behalten und lösen damit einen Strudel von Geschehnissen aus. Das Ende scheint der Tod von Mark ...

Erin und Mark finden auf ihrer Hochzeitsreise eine Tasche mit wertvollem Inhalt. Sie beschließen, diesen zu behalten und lösen damit einen Strudel von Geschehnissen aus. Das Ende scheint der Tod von Mark zu sein, denn mit diesem beginnt die Geschichte um dann nach und nach zu erzählen, was geschehen ist.

Sehr gefallen hat mir der Erzählstil. Ich bin kein Fan der ersten Person aber hier ist die Ich-Perspektive einfach toll. Der sarkastische Unterton, in dem Erin von ihrem Dilemma und der Vergangenheit berichtet, hat mich sofort in die Handlung reingezogen. Der Plot ist teilweise überraschend und selbst in den vorhersehbaren Szenen spannend und unterhaltsam. Ein Thriller, der den Hauptdarstellern Raum zur Entfaltung gibt und den Leser auf eine Achterbahnfahrt mitnimmt, in der zwei eigentlich ganz normale Menschen an den Rand ihrer Existenz gebracht werden.

Sehr guter Erstling dieser jungen Autorin. Bitte mehr davon.