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Veröffentlicht am 13.10.2022

Gretas Weinberg

Gretas Geheimnis
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‚Gretas Geheimnis‘ ist der zweite Band der Winzerin-Triologie. Nachdem ich den ersten Band gelesen hatte, stand es für mich fest, du musst unbedingt wissen, wie es mit Greta weitergeht. Und es hat sich ...



‚Gretas Geheimnis‘ ist der zweite Band der Winzerin-Triologie. Nachdem ich den ersten Band gelesen hatte, stand es für mich fest, du musst unbedingt wissen, wie es mit Greta weitergeht. Und es hat sich gelohnt, ich fand ‚Gretas Geheimnis‘ noch fesselnder und emotionaler als den ersten Band. Dennoch glaube ich, dass man diesen Band auch gut lesen kann, ohne vorher den ersten Band gelesen zu haben.
Greta wuchs bei der Winzerfamilie Hellert als Waisenkind auf. Leider vermittelte man ihr nie das Gefühl dazuzugehören. Das ihr Vater der Winzer Fritz Freudberg ist, erfuhr sie erst als dieser verstarb und sie in seinem Testament als Erbin einsetzte. Allerdings mit der Auflage, Greta müsse sich innerhalb von drei Monaten mit seinem Kellermeister Bruno Bachstern vermählen.

Man könnte meinen, Greta habe - mit nur 20 Jahren - das große Los gezogen, mit der Erbschaft ihres Vaters, dem größten Weingut der Pfalz. Aber kann so eine Ehe gut gehen? Werden Greta und Bruno miteinander glücklich? Greta liebt Robert Hellert, aber der ist weit weg in Amerika. Kann sie ihn vergessen? Mir tat nicht nur Greta Leid, auch Bruno hatte es wohl verdient, geliebt zu werden. Als der kleine Leo zu Welt kommt scheint das Glück perfekt. Doch die Eheleute leben auf Distanz nebeneinander her. Das soll die nachgeholte Hochzeitsreise nach Italien ändern. Doch Greta erleidet auf dieser Reise eine Fehlgeburt und der Riss zwischen den Eheleuten wird noch tiefer.

Mir gefällt der unaufgeregte Schreibstil der Autorin. Man legt das Buch nur ungern aus der Hand. Es war viel los in Gretas Weinberg und in ihrem Leben. Ich mochte die Protagonisten, die alle sehr lebensnah und authentisch gezeichnet sind. Die Entwicklung der jungen Greta zu einer gestandenen Chefin und Winzerin, die dennoch ihr Herz am rechten Fleck behält, ist realistisch beschrieben. Ich mochte auch den stillen und schweigsamen Bruno. Als Nebenfigur mochte ich besonders Adala, Gretas Großmutter und Matse, den jüngsten der Hellert Kinder.

In dem Buch erhält der Leser Einblick über die Herstellung der Weine, über einzelnen Rebsorten, die Standorte, wo der Wein am besten gedeiht und letztlich auch über die Kelterei. Die Emotionen werden in ‚Gretas Geheimnis‘ ziemlich heftig angesprochen. Aber ich habe es geliebt und freue mich schon auf den dritten Band.

Fazit: Ein Buch das alle Emotionen anspricht.

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Veröffentlicht am 10.10.2022

Die scheinbar perfekte Welt der Influencer

Vielleicht hatten all die Therapeuten ja recht
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Selten habe mich so durch ein Buch gequält. Ich hatte was ganz anderes erwartet. Der Titel versprach großartige Szenen zum Weglachen. Leider bietet Jennys Leben wenig Anlass für Humor. Trotzdem hat mich ...

Selten habe mich so durch ein Buch gequält. Ich hatte was ganz anderes erwartet. Der Titel versprach großartige Szenen zum Weglachen. Leider bietet Jennys Leben wenig Anlass für Humor. Trotzdem hat mich der letzte Abschnitt dann doch noch gepackt.

Jennys Leben steht Kopf. Sie ist über 30, arbeitet bei einem feministischen Online-Magazin und hat sich gerade eben von ihren Freund Art getrennt. Dieser ist jetzt mit einer von ihr verehrten Influencerin zusammen, Suzy Brambles. Jennys Problem ist: sie ist süchtig, süchtig nach Social-Media-Aufmerksamkeit. Sie ist ständig am Handy, kommentiert und hofft auf möglichst viele Likes. Das nimmt bei ihr sehr, sehr ungesunde Züge an. Selbst ihr Job gerät dadurch in Gefahr. Schließlich großes, großes Drama: Diese Suzy Brambles entfernt sie auf Insta aus ihrer Follow-Liste. Und zu allem Überfluss zieht dann auch noch ihre überdrehte Mutter bei ihr ein.

Meine Meinung:
Mir fiel es sehr, sehr schwer zu Jenny einen Zugang zu finden. Sie ist dermaßen Ich-bezogen, nur sie hat Probleme, alles dreht sich um ihre kleine Welt, dass sie für die Probleme ihrer besten Freundin Kelly kein Ohr hat. Wer möchte eine Frau wie Jenny zur Freundin? Ich nicht. Carmen ihre Mutter, ist ebenfalls eine Nummer für sich. Ich glaube, sie war sicherlich keine perfekte Mutter. Jenny leidet anscheinend unter ihrer Mutter, die sie als zu laut empfindet, im Sinne von ‚schrill‘. Ihre Launenhaftigkeit überschattete ihre Kindheit. Mit 18 zog sie von zu Hause aus, um dem Chaos zu entfliehen. Ihre Mutter, die gescheiterte Schauspielerin, ist jetzt Hellseherin.

Jenny hat für mich echt eine Meise. Genau wie Carmen, ihre Mutter. Obwohl ich denke, die ist trotz ihrer Spinnerei ein gefestigter Typ. Sie nutzt die Dummheit der Menschen aus, damit lässt sich gut verdienen. Ich musste Schmunzeln, als ich las, dass ein Kunde sich Trauerhilfe um seine verstorbene Schildkröte bei Carmen holte.

Emma Jane Unsworth Intention war es vermutlich nicht, die Leser zu amüsieren. Vielmehr hält sie uns den Spiegel vor. Es gibt viele junge Frauen, die mit ihren Insta-Idolen umgehen, als wären sie ihre Freunde. Jennys schrille Mutter hat es sehr gut erkannt. Sie durchschaut Suzy Brambles Instagram Botschaften sofort. Alles nur Fake und Werbung. ‚Suzy Brambles ist ein einziges großes Konstrukt.‘ Leider passt dieser Spruch auf sehr viele erfolgreiche Insta-Profile. Da ist nichts echt. Gefährlich wird es, wenn sich 12-jährige bereits eine Brust-OP wünschen.

Wie bereits erwähnt, bin ich erst zum Schluss mit dem Buch warm geworden. Deshalb von mir nur 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.10.2022

Auf und davon

we fell in love in october
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‚We fell in love in October‘ ist das Romandebüt von Inka Lindberg. Es ist ein etwas anderer Young-Adult-Roman.

Die 19-jährige Lisa ist genervt von ihrer Arbeit in der Bank, der Direktor macht sie ständig ...


‚We fell in love in October‘ ist das Romandebüt von Inka Lindberg. Es ist ein etwas anderer Young-Adult-Roman.

Die 19-jährige Lisa ist genervt von ihrer Arbeit in der Bank, der Direktor macht sie ständig von der Seite an, sein Verhalten ist zum Teil sehr übergriffig. Ihr reicht es. Sie bricht ihre Ausbildung ab und steigt, da sie von ihren Eltern und ihrem Freund Max keine Unterstützung erhält, in einer Nacht- und Nebelaktion in einen Bus nach Köln. Dort kommt sie in einer WG als Couchsurferin unter.

Für mich ist der Schlüsselsatz: ‘Manchmal fragt man sich, wer diese ganzen beschissenen Entscheidungen für einen trifft, bis man feststellt, dass man das selbst war.‘

Lisa macht es sich verdammt leicht. Schuld sind immer die anderen. Sie hatte nur ein mäßiges Abi hingelegt und überhaupt keinen Plan, was sie mit ihrem Leben anstellen wollte. Also akzeptierte sie aus Bequemlichkeit den Vorschlag ihrer Mutter. Eine Banklehre ist was, worauf man bauen kann. Allerdings empfand ich ihre Mutter wie aus der Zeit gefallen. In den siebziger Jahren waren Mütter so bestimmend, aber in unsere heutige Zeit passt dieses Mütterbild nicht mehr.

Lisa kommt durchaus authentisch rüber. Genauso eine junge Dame kenne ich auch. Planlos. Das Lisa in Köln gleich eine WG gefunden hat, und noch dazu so großzügige Menschen, erscheint mir eher unrealistisch. Und wer braucht schon einen Freund wie Max?

Die queeren Themen sind recht gut umgesetzt. Und der Schreibstil ist leicht lesbar. Allerdings wurde ich vor allem mit der Hauptprotagonistin absolut nicht warm. Schade.

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Veröffentlicht am 02.10.2022

Die Überlebenden

Der Sturm
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Die ehemalige Journalistin Jane Harper legt mit ‚Der Sturm‘ einen internationalen Bestseller vor. „Jane Harper ist für Australien das, was Tana French für Irland ist: eine Schriftstellerin, deren psychologisch ...


Die ehemalige Journalistin Jane Harper legt mit ‚Der Sturm‘ einen internationalen Bestseller vor. „Jane Harper ist für Australien das, was Tana French für Irland ist: eine Schriftstellerin, deren psychologisch reiche Handlungen mit einem tiefen Verständnis für den Schauplatz einhergehen,“ so urteilt The Washington Post.

Inhalt:
Vor zwölf Jahren veränderte ein Sturm das Leben einiger Familien der australischen Insel Tasmanien auf schmerzlich, dramatischer Weise. Kieran trägt seit diesem Tag an einer Schuld. Sein Bruder Finn, und dessen Freund Toby sind seinetwegen ums Leben gekommen. Und Olivias 14-jährige Schwester Gabby ist seit diesem fürchterlichen Sturm spurlos verschwunden. Nun kehrt Kieran mit seiner kleinen Familie in seinen Heimatort zurück, um seiner Mutter beim Umzug zu unterstützen. Sein Vater ist an Demenz erkrankt. Und wieder wird ein Mädchen tot am Strand aufgefunden. Alte Wunden werden aufgerissen.

Meine Meinung:

Der Schreibstil der Autorin ist feinfühlig und zugleich intensiv. Jane Harper erreichte mich und löste Emotionen aus. Sie lässt Bilder entstehen. Die Landschaft von Tasmanien wird greifbar, das Meer, der Strand, die Höhlen und vor allem das Denkmal der drei Überlebenden. Die Autorin beschreibt Situationen und die Befindlichkeit der Personen punktgenau, wie zum Beispiel mit diesem Satz: ‚Eine Schwerfälligkeit, die nach Kummer aussah, die Sorte Kummer, die einen bleibend zeichnet wie Ringe einen Baumstamm.‘

Kieran ist ein sympathischer junger Familienvater. In Flashbacks erlebt er Szenen seiner wilden Jugendzeit. Wir lernen seine ehemaligen Freunde kennen und den neu hinzugezogenen Schriftsteller, der sich bei seinem Freund Ash nicht gerade großer Beliebtheit erfreut. Kierans Mutter ist seit dem Tod von Finn verschlossen. Sie funktioniert nach außen hin. Doch Kieran kommt nicht mehr an sie heran.

Die Stimmung ist weitgehend düster, fast beklemmend. Der einzige Lichtblick ist Kierans und Mias kleine Audrey. Das Baby zaubert selbst dem dementen Brian ein Lächeln ins Gesicht.

Mich hat dieser Thriller von Anfang bis zum Ende gefesselt. Ich suchte nach einer Verbindung der beiden Fälle. Wo gibt es eine Nahtstelle? Die Auflösung hat mich überrascht. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Fazit: Super-Krimi. Absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 27.09.2022

Der Traum vom Spitzentanz

So federleicht wie meine Träume
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Der Jugendroman „So federleicht wie meine Träume“ von Mariko Turk erzählt von der 17-jährigen Alina. Der Prolog fängt bereits tragisch an. Alina ist leidenschaftliche Balletttänzerin. Ein Trümmerbruch ...

Der Jugendroman „So federleicht wie meine Träume“ von Mariko Turk erzählt von der 17-jährigen Alina. Der Prolog fängt bereits tragisch an. Alina ist leidenschaftliche Balletttänzerin. Ein Trümmerbruch ihres Beines macht ihren Traum von einer Karriere im Ballett zunichte. Acht Monate später fühlt sie sich an ihrer Schule als Außenseiterin. Bisher hatte sie wegen ihres intensiven Sports hauptsächlich Homeschooling gehabt. An den Schulalltag und muss sie sich erst gewöhnen. Ihrer Freundin Margot zuliebe nimmt sie am Schulmusical teil und bekommt tatsächlich eine begehrte Rolle. Ihr Gegenspiel auf der Bühne ist Jude, der es versteht Alina auch privat aus ihrem Schneckenhaus hervorzuholen.

Mir gefällt es, dass die Geschichte aus Alinas Perspektive erzählt wird. Der Schreibstil von Mariko Turk ist ‚federleicht‘ und gut lesbar. Die Gefühle und Launen der Hauptprotagonistin konnte ich nur zum Teil nachvollziehen. Mir ging sie oft auf die Nerven. Sie machte es ihrer Familie und besonders ihrer Schwester nicht leicht mit ihr auszukommen. Ihre Freunde Margot, Ethan und Jude muntern sie immer wieder auf und sind insgesamt sehr nett. Dass sie so lange die Kontaktversuche von Colleen, ihrer alten Freundin aus dem Ballett, nicht reagierte nahm ich ihr übel.

Überrascht hat mich das Thema Rassismus im Ballett und ich fand es gut, dass es angesprochen wurde. Aber insgesamt bin ich mit dem Buch leider nicht warm geworden.

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