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Veröffentlicht am 11.12.2021

Die Reise zum Sinn des Lebens

Der Junge, der auf einem Esel ritt
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"Der Junge, der auf einem Esel ritt" stellt wichtige Lebensfragen nicht nur an Tom den Hauptprotagonisten, sondern auch an den Leser. Was ist der Sinn meiner Existenz? Welche Ziele sollte man im Leben ...


"Der Junge, der auf einem Esel ritt" stellt wichtige Lebensfragen nicht nur an Tom den Hauptprotagonisten, sondern auch an den Leser. Was ist der Sinn meiner Existenz? Welche Ziele sollte man im Leben haben? Was wurde aus den Träumen der Kindheit? Braucht man immer einen Plan für das Leben oder hat das Leben einen eigenen Plan, dem man auch folgen kann?

Der Tod des Vaters stürzt Tom in eine Lebenskrise. So führt ihn das Schicksal nach Nepanthé, einem Ort frei von Sorgen. Dort trifft er auf Menschen, die ihn weiterhelfen u.a. einem weisen Traumdeuter. Es zeigt sich, dass Toms Träume ihn den Weg weisen, einen Lebenssinn zu finden. Tom durchläuft eine lehrreiche Reise, in der ihm drei Aufgaben zu lösen gestellt werden.

Das Buch hat leider meine Erwartungen nicht erfüllt. Ich hatte mir mehr versprochen. Es wimmelt von Weisheiten, die ich auf jedem Kalenderblatt finde. Es hat mich nicht gepackt. Mir fehlte es an Tiefe. Zudem konnte ich zum Hauptprotagonisten keine Verbindung aufbauen, er blieb mir bis zum Ende fern.

Das Buch selber ist hochwertig und mit schönen Illustrationen versehen.

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Veröffentlicht am 11.12.2021

Das fehlende Kapitel

Unter einem anderen Himmel
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„Unter einem anderen Himmel“ ist der erste gemeinsamer Roman, des Autorinnen-Duos Tania Krätschmar und Danela Pietrek, die hier unter dem Pseudonym Josefine Blom schreiben.

Das Buch fängt gleich sehr ...


„Unter einem anderen Himmel“ ist der erste gemeinsamer Roman, des Autorinnen-Duos Tania Krätschmar und Danela Pietrek, die hier unter dem Pseudonym Josefine Blom schreiben.

Das Buch fängt gleich sehr traurig an. Stellas Mann verstirbt an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Er hatte ihr die Krankheit vor ihr geheim gehalten, so dass es für sie wie aus heiterem Himmel kam. Bei der Testamentseröffnung gibt es dann eine Überraschung, Roland hatte heimlich für die Familie ein Haus an der Ostsee gekauft, um Frau und Tochter versorgt zu wissen. Als Stella und Nele hinfahren, um das Haus in Augenschein zu nehmen, erleben sie jedoch eine weitere Überraschung: Das Haus ist wunderschön, aber …. bewohnt, von einer älteren Dame namens Theresa. Sie hat ein lebenslanges Wohnrecht in dem Haus. Der Gedanke mit einer fremden Frau das Haus zu teilen ist ihr unerträglich. Aber sie ist in einer Zwangslage. Die finanziellen Mittel sind aufgebraucht, sie ist mittellos und der nächste Übersetzungsauftrag lässt auf sich warten. Es wird geldmäßig ziemlich eng.

Stella wartet dringend auf das Manuskript des Bestsellerautors John Harding. Doch der steckt ebenfalls nach einem Schicksalsschlag in einer Schaffenskrise und kann das Manuskript nicht beenden. Das letzte Kapitel bereitet ihn enorme Schwierigkeiten. Er reist nach Prag, um am Ort des Geschehens Nachforschungen zu betreiben. Stella bringt in Erfahrung wo er wohnt. Sie nimmt nun kurzentschlossen ihr Schicksal selber in die Hand und reist ebenfalls nach Prag um mit den Autor Kontakt aufzunehmen.
Die beiden Autorinnen haben einen spannenden Roman geschaffen, der uns zu tollen Schauplätzen führt. Prag wurde so wunderbar beschrieben, die einzelnen Bauwerke und Plätze, dass man als Leser Lust bekommt, dorthin zu fahren. Aber ganz besonders hatte es mit die Felsenstadt Adersbach angetan. Hierzu habe ich mir noch zusätzliche Informationen aus dem Netz geholt. Einzigartig dieser kleine Ort im Habichtgebirge.

Der Roman wurde zwar von zwei Autorinnen geschrieben, das merkt man ihn jedoch nicht an. Er wirkt wie aus einem Guss und ist leicht lesbar. Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Meine Lieblingsfigur war Theresa mit ihren Kochkünsten. Ich mochte die alte Dame sehr. Nele, als pubertierte Tochter kommt ebenfalls sehr authentisch rüber. Und wer möchte nicht so eine Freundin wie Olga. Die beiden Hauptprotagonisten sind sympathisch. Aber so ganz sprang der Funke bei mir nicht über. Besonders zu Stella, hätte ich mir mehr Nähe gewünscht. Aber das ist nur meine Einschätzung. Vielleicht nahm ich Stella auch ein bisschen übel, dass sie sich so schnell nach dem Tod ihres Mannes, wieder in einem neuen Mann verlieben konnte. Das erschien mir nicht okay. Insgesamt war der Roman jedoch unterhaltsam und informativ. Man erfuhr ganz nebenbei auch viel über die jüngere Geschichte.

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Veröffentlicht am 04.12.2021

Absturz

Mord am Watzmann
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„Mord am Watzmann“ bildet den Auftakt zu einer neuen Berchtesgaden-Krimireihe rund um den sportlichen Ermittler Simon Perlinger.

Im Debüt-Roman von Felix Leibrock endet für das des Ehepaar Wineke aus ...



„Mord am Watzmann“ bildet den Auftakt zu einer neuen Berchtesgaden-Krimireihe rund um den sportlichen Ermittler Simon Perlinger.

Im Debüt-Roman von Felix Leibrock endet für das des Ehepaar Wineke aus Lübeck die Bergtour am Watzmann tödlich. Ausgerechnet an ihrem Silberhochzeitstag. Die beiden waren nicht zum ersten Mal auf diesem Berg unterwegs und hatten sich gut auf die Tour vorbereitet. War es wirklich ein Unglücksfall? Wurden sie gestoßen? Im Laufe der Ermittlungen tun sich tiefe Abgründe im Leben des Unternehmers Stefan Wineke auf, und auch das Leben seiner Frau Heike bietet Ansatzpunkte. Die beiden hatten sich auseinandergelebt, hielten jedoch an ihrer Ehe fest. Sie waren durch ein Geheimnis aneinandergebunden.

Der neue Regionalkrimi von Felix Leibrock kommt in einer sehr schönen Aufmachung daher. Der grüne Schnitt macht das Buch zu was Besonderem und sieht sehr wertig aus. Positiv ist auch das Personenregister am Anfang des Buches finde ich super. Wo oft frage ich mich beim Lesen, wer war das doch gleich? Hier kann ich schnell mal nachschauen. Der Prolog ist geheimnisvoll und macht neugierig. Der Autor schreibt flüssig, jedoch distanziert, neutral beobachteten. Er zeichnet seine Protagonisten allerdings sehr genau. Was mir persönlich sehr gefällt. Dennoch konnte ich mit keiner Figur richtig warm werden. Auch der Polizeibergführer Simon Perlinger, mit seiner tragischen Vergangenheit, konnte mich nicht wirklich für sich einnehmen, ich konnte keine Nähe zu ihm aufbauen. Der Lokalkolorit ist total gut beschrieben. Ich hatte die Berchtesgadener Bergwelt förmlich vor Augen und glaubte fast die Tour mitzulaufen.

Fazit: Ein unterhaltsamer Alpenkrimi, mit einem wunderschönen Lokalkolorit.

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Veröffentlicht am 04.12.2021

Traditionelle britische Backrezepte – vegan und gesund interpretiert

Dear Doris
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Die Autorin und Modedesignerin Sophia Lewis hat den Lock down genutzt, um die klassischen Backrezepte ihrer geliebten Großmutter Doris herzuholen und zu überarbeiten. Sie interpretierte diese neu und ...


Die Autorin und Modedesignerin Sophia Lewis hat den Lock down genutzt, um die klassischen Backrezepte ihrer geliebten Großmutter Doris herzuholen und zu überarbeiten. Sie interpretierte diese neu und machte sie damit vegan tauglich. Sophia Lewis verwendet dafür ausschließlich gesunde Lebensmittel und Zutaten, es wird mit alternativen Mehlen und Zuckern gearbeitet. Die neu entwickelten leckeren Backrezepte können es mit den alten Rezepten von Oma Doris geschmacklich durchaus aufnehmen. Und genau das war ihre Intention.

Mir gefällt das Konzept des Buches. Nebenbei lernen wir Oma Doris kennen und auch ein bisschen lieben. Das Buch ist eine Hommage an die Großmutter. Sie scheint eine wunderbare Frau gewesen zu sein.

Die Autorin plädiert für eine gesunde Lebensweise, denn Ernährung hat einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit. Ja, auch ich bin davon überzeugt, gesunde Ernährung kann Krankheitsverläufe positiv beeinflussen bzw. sogar heilen.

Das Buch selber hat eine wunderschöne Haptik. Die Fotos sind sehr ansprechend. Neben Rezeptabbildungen finden sich auch Familienfotos in dem Buch. Überhaupt erzählt die Autorin viele Anekdoten und Geschichten aus ihrer Familie und vermittelt so dem Leser ihre Sichtweise auf das Leben. Mit gefällt, dass die Autorin betont, dass man trotzdem auf bestimmte Dinge nicht verzichten muss. Wichtig ist, dass man eine vernünftige Balance findet. Sie plädiert auch dafür, im Einklang mit der Natur zu leben. Die Natur ist eine unschätzbare Kraftoase. Man sollte Ehrfurcht vor den kleinen Dingen entwickeln und in der Einfachheit die Schönheit entdecken.

Aber zurück zu den Rezepten: Meine Favoriten sind der Haselnuss-Schokoladen-Kuchen, der Käsekuchen und der Bonfire-Apfelkuchen. Und ja, der Hermann ist wieder da! In ‚Dear Doris‘ ist es der Sauerteig ‚Sir Charles‘ oder kurz auch ‚Charlie‘. Sir Charles-Brot sieht total lecker aus. Als Brot-Fan sind bei mir fast alle Rezepte mit dem ‚Charlie‘ gut angekommen. Besonders lecker sehen die Roggen-Kümmel-Brötchen aus. Das Foto dazu ist so toll, ich kann sie förmlich riechen. Wow, und erst der Flammkuchen.

Fazit: Ein wunderbares persönliches Backbuch für alle die es gesünder mögen. Was mir weniger gut gefällt ist, dass es kein reines Backbuch ist, hier werden zu viele Familiengeschichten gebracht, die für manche Leser sicherlich nicht unbedingt den Stellenwert wie für die Autorin haben.

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Veröffentlicht am 28.11.2021

Der Reichtum des Lebens und neue Pfade

Berauscht vom Leben
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Die Autorinnen Jardine Libaire und Amanda Eyre Ward entwickelten im Laufe ihres Lebens ein Alkoholproblem. Es hatte sich schleichend eingestellt, wie bei so vielen Menschen auch. Doch beide haben sich ...


Die Autorinnen Jardine Libaire und Amanda Eyre Ward entwickelten im Laufe ihres Lebens ein Alkoholproblem. Es hatte sich schleichend eingestellt, wie bei so vielen Menschen auch. Doch beide haben sich ihrer Sucht gestellt. Und überraschenderweise haben sie als trockene Alkoholikerinnen festgestellt, dass das Leben so viel mehr zu bieten hat als durchzechte Nächte und dem Kater am Morgen danach. Das Leben selbst kann uns berauschen, wenn wir achtsam und mit Klarheit jeden einzelnen Tag erleben.

In ihrem Buch „Berauscht vom Leben– Die Freiheit nicht zu trinken“ erzählen sie Episoden und Anekdoten aus ihrem eigenen Leben. Sie stellen die These auf, dass ein Leben mit weniger Alkohol ein Leben voller "mehr" bedeutet. Mehr im Hier und Jetzt, mehr Rock 'n' Roll, mehr an Klarheit. Es soll Menschen motivieren, ihr Leben als Abenteuer zu betrachten und offen sein für Neues, den Reichtum des Lebens zu kosten. Und das gilt für uns alle, auch für Menschen für die Alkohol keine Rolle spielt.

Das Buch liest sich flüssig, und unterhaltsam. Die Intention der Autorinnen ist es, Denkanstöße in Gang zu setzen. Warum nicht mal was völlig Unkonventionelles zu machen, was Ungewöhnliches, einfach mal vertraute Pfade verlassen? Bei mir ist es ihnen definitiv gelungen. In meinem Kopf entwickelten sich völlig neue Ideen beim Lesen.
Dennoch: Ich hatte zum Glück mit Alkohol nie viel am Hut, doch ich hege Zweifel, dass das Buch für Betroffene wirklich eine Hilfe ist. Wer Hilfe sucht, wird sie in diesem Buch nicht finden. Es ist also kein Buch für Menschen die noch mit sich kämpfen, dem Dämon Alkohol zu entsagen, es ist eher ein Buch für Menschen, die die Lücke füllen wollen, die ihnen durch die Alkoholabstinenz entstanden sind. Es soll ihnen die Vielfalt des Lebens schmackhaft machen.

Fazit: Ein ermutigendes Buch, voller positiver Impulse.

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