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Veröffentlicht am 02.02.2020

Wer ist der Hase?

Hinterm Hasen lauert er.
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Inhalt:

Das Leben des sechzehnjährigen Finn gerät aus den Fugen: Da geschieht eine Entführung, und gleich noch eine, ein geheimnisvoller neuer Nachbar gibt Rätsel auf, und eine neue Mitschülerin hat offenbar ...

Inhalt:

Das Leben des sechzehnjährigen Finn gerät aus den Fugen: Da geschieht eine Entführung, und gleich noch eine, ein geheimnisvoller neuer Nachbar gibt Rätsel auf, und eine neue Mitschülerin hat offenbar viel zu verbergen. Finns Familie ist in dem ganzen Durcheinander auch nicht grade hilfreich aber mit Unterstützung seiner Freunde versucht er, die ganze Welt zu retten. Nein, eigentlich nur die Kleinstadt, in der sie leben, aber immerhin ...



Meine Meinung:

Ein gelungenes Debüt für den erst sechzehnjährigen Autoren Colin Hadler. Sein Buch ist überraschend anders. Zugegeben, es ist sehr überzeichnet. Trotzdem hat es mir viel Spaß gemacht und ich habe mich köstlich amüsiert.



Der Protagonist Finn ist der Erzähler und er skizziert seine Familie und die Menschen um ihn herrlich skurril, ironisch, sarkastisch, witzig. Irgendwie hat jeder von ihnen einen an er Klatsche. Eben der ganz normale Wahnsinn. Die Story selber ist actionreich und nicht ganz ernst zu nehmen, aber dennoch mit einer Botschaft, die sich erst zum Ende erschließt und die sehr berührt.



Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Das Titelbild erklärt sich im Laufe der Geschichte. Es gab aber auch viele schöne philosophische Gedanken, zum Beispiel Claires Ansage Seite 125 fand ich einfach nur WOW!



Großes Kompliment und meinen Respekt. Da der Autor ja noch sehr jung ist, glaube ich, dass Colin Hadler noch eine große Zukunft vor sich hat und wir noch viel von ihm lesen werden.

Veröffentlicht am 02.02.2020

Träume

Notizen eines Gewinners
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Inhalt:

Als Paulo McComen den Jackpot knackt, ist das der Anfang vom Ende seines beschaulichen Dachdeckerlebens. Der gigantische Gewinn bringt ihm die Erfüllung seiner größten Wünsche und stürzt ihn ...

Inhalt:

Als Paulo McComen den Jackpot knackt, ist das der Anfang vom Ende seines beschaulichen Dachdeckerlebens. Der gigantische Gewinn bringt ihm die Erfüllung seiner größten Wünsche und stürzt ihn gleichzeitig in seine tiefste Lebenskrise. Eine Reihe mysteriöser Träume gibt ihm zudem scheinbar unlösbare Rätsel auf und treibt ihn in eine innere Zerreißprobe. Schließlich steht Paulo vor der letzten möglichen Wahl ...

Eine abenteuerliche Geschichte vom trügerischen Glück der finanziellen Unabhängigkeit, von unbezahlbaren Werten, Euphorie und Größenwahn, der Sehnsucht nach Liebe und verlorenen Freundschaften, die zum Nachdenken anstiftet. Was hat echten Wert im Leben? Wie funktionieren Beziehungen? Und wonach sehnt sich am Ende das menschliche Herz wirklich?

Meine Meinung:

Auf das Buch habe ich mich sehr gefreut. Ich war gespannt darauf, was macht so ein großer Gewinn mit einem Menschen. Wer spielt nicht schon mal mit dem Gedanken: Wenn ich im Lotto gewinnen würde? Wer malt sich nicht ein Leben danach aus?

Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Ich weiß nicht woran es liegt, aber emotional hat mich die Geschichte nicht erreicht.

Für den Protagonisten Paulo kann ich mich leider nicht erwärmen. Seine Reaktionen kann ich nicht nachvollziehen. Gleich zu Anfang seine Reaktion auf den Gewinn, er fällt in Ohnmacht. Mein erster Gedanke… hey, was für ein Weichei. Dann hängt er seinen Gewinn an die große Glocke, ruft alle seine Freunde und Bekannte an und erzählt ihnen davon.

Im Laufe der Geschichte, entwickelt Paulo sich zu einem arroganten Arsch, vergisst sogar seine Mutter. Er weiß nichts mit sich und seinem Reichtum anzufangen und verfällt in Depression, verliert den Bezug zur Realität, ist einsam und ertränkt seinen Frust im Alkohol. Er hat mysteriöse Träume in denen er sich mit einem Mönch unterhält. Diese Stellen sind für mich noch die Besten.

Ich glaube nicht, dass ein großer Lottogewinn Menschen so negativ verändert. Viele verwirklichen sich ihre Träume ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren. Da kann ich dem Autor leider nicht zustimmen. Worin ich ihm aber zu 100% zustimme, ist, dass Lebenszufriedenheit nicht mit Geld und Reichtum festzumachen sind, sondern jeder ist seines individuellen Glückes Schmied. Liebe und Dankbarkeit sind Quellen des Glücks und nicht die Gier nach immer mehr.

Fazit: Mich hat das Buch trotz allem zum Nachdenken gebracht. Und damit hat der Autor schon sehr viel erreicht und genau deshalb ist es auch ein gelungenes Debüt.



Veröffentlicht am 02.02.2020

Heinrich und die Frauen

Das Heinrich-Problem
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Inhalt:

Rache üben am Mann – was kann schöner sein?

Perfekter Humor für Frauen, die das Leben kennen

Berti Fischer, Frau in den nicht mehr ganz besten Jahren, traut ihren Ohren kaum, als Ehemann Heinrich ...

Inhalt:

Rache üben am Mann – was kann schöner sein?

Perfekter Humor für Frauen, die das Leben kennen

Berti Fischer, Frau in den nicht mehr ganz besten Jahren, traut ihren Ohren kaum, als Ehemann Heinrich ihr mitteilt, er habe nicht die Absicht, mit ihr alt zu werden. Bald findet Berti heraus, dass sie nicht die einzige in Heinrichs Umfeld ist, der er übel mitspielt.

Berti sinnt auf Rache. Soll sie sich dafür mit den anderen Frauen um Heinrich verbünden? Was, wenn nicht alle dabei mit offenen Karten spielen und plötzlich lange Verheimlichtes an die Oberfläche drängt? Zwischen Zürich und Ascona am Lago Maggiore schmieden die Frauen ihren Plan. Jetzt hat Heinrich wirklich ein Problem…

Lakonisch, subtil - ein Lesegenuss der feinen Art.



Meine Meinung:

Bertie Fischer coacht Menschen in Lebens- und Beziehungsfragen. Sie ist also kein naives Dummchen, sondern eine gestandene kluge Frau. Und dennoch hat sie in ihrer eigenen Ehe ein dickes Brett vor dem Kopf. Ihr Göttergatte, Anwalt einer gut laufenden Kanzlei, betrügt sich nach Strich und Faden. Ich konnte Bertie nicht verstehen, erst als sie im Laufe der Geschichte endlich Wut auf Heinrich entwickelte, wurde sie mir sympathisch und bekam damit am Ende auch menschliche Züge.

Berties bester Freundin Lara hintergeht sie und Bertie hegte da anscheinend nie Verdacht. Puh … da haben aber sämtliche weiblichen Instinkte versagt.

Humor… hm. Um ehrlich zu sein, amüsiert habe ich mich nur an der einen Stelle, nämlich über Berties kleine Rache: Sie bügelt Bügelfalten in Heinrichs teure Markenjeans.

Tja, Heinrich, der Herr aller Kaminfeuer, hat einfach zu viele Feuerchen am Brennen. Und auf Dauer kann das nicht gutgehen. Gut so. Nicht nur als Ehemann und Geliebter ist er ein Dreckskerl, auch als Vater erweist er sich als Vollpfosten. Sorry, aber über diesen Typen habe ich mich nur geärgert.

Fazit: Leichte, gut zu lesende Lektüre für Zwischendurch.

Veröffentlicht am 02.02.2020

Begabung für Schmerz

Niemals ohne sie
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Inhalt:

»Wir sind wie niemand sonst, wir haben uns selbst erschaffen, die Einzigen unserer Art.« – An den Cardinals ist nichts gewöhnlich: Die einundzwanzig Kinder der Familie fürchten sich vor nichts ...

Inhalt:

»Wir sind wie niemand sonst, wir haben uns selbst erschaffen, die Einzigen unserer Art.« – An den Cardinals ist nichts gewöhnlich: Die einundzwanzig Kinder der Familie fürchten sich vor nichts und niemandem, sie besitzen den Mut und die Wildheit von Heldinnen und Helden. Um dem einfachen Leben zu entfliehen, setzt die Großfamilie alle Hoffnung in eine stillgelegte Mine, in der der Vater Zink entdeckt hat. Als sie um den Gewinn geprellt werden, schmieden die Kinder einen explosiven Plan, der zur Zerreißprobe für die Cardinals wird …
In »Niemals ohne sie« schafft die kanadische Autorin Jocelyne Saucier das eindrucksvolle Porträt einer außergewöhnlichen Familie in einer Welt, die den Glauben an ein freies, selbstbestimmtes Leben feiert und in der die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht.



Meine Meinung:

Die Geschichte spielt in den Fünfziger und Sechziger Jahren. Mitte des vorigen Jahrhunderts gab es tatsächlich noch viele Großfamilien, aber eine Familie mit einundzwanzig Kindern dürften auch für diese Zeit ziemlich außergewöhnlich gewesen sein. Die kanadische Familie Cardinal lebt in ärmlichen Verhältnissen im kleinen Dorf Norco. Als der Vater in einer stillgelegten Mine ein großes Zinkvorkommen entdeckt, scheint sich für die Familie alles zum Guten zu wenden. Doch die Minengesellschaft übervorteilt ihn und die Familie steht mit leeren Händen da. Daraufhin jagen die Kinder die Mine in die Luft, um sie für andere unbrauchbar zu machen.

Es ist eine wilde, ungebändigte Schar von Kindern. Sie müssen um alles kämpfen, es gibt Prügeleien um den Abwasch, um Kleidung, um den Platz auf dem Familiensofa oder um einen Schlafplatz, denn wer keinen Platz ergattert, muss auf dem Boden schlafen. Trotzdem gehört die Schlacht um das Sofa später zu den schönsten Erinnerungen. In dieser Familie muss man stark und durchsetzungsfähig sein. Die Kinder sind auf sich allein gestellt, die Mutter ist den ganzen Tag mit Töpfen beschäftigt und der Vater nie anwesend. Doch der Familienzusammenhalt ist enorm.

Bald wird klar, dass diese Familie ein Geheimnis hat. Es heißt irgendwo: „Wir haben eine ausgesprochene Begabung für Schmerz.“ Und dieser Schmerz ist spürbar, hat mit dem Verschwinden von Angelè zu tun.

Dreißig Jahre später trifft die Familie wieder zusammen, sie waren mittlerweile in alle vier Himmelsrichtungen verstreut. Nur eine fehlt beim Treffen: Angelè. Matz, der Jüngste der Kinderschar, ist begierig darauf, von den älteren Geschwistern Anekdoten aus der Zeit in Norco zu hören, er war erst sieben, als sie das Dorf verließen. Aber alle sind vorsichtig, verraten nicht zu viel. Nur langsam kommt der Leser dem Geheimnis auf der Spur.

Die kanadische Autorin Jocelyne Saucier hat einen ungemein atmosphärischen Roman vorgelegt. Die Stimmung empfand ich als sehr bedrückend. Die Armut war spürbar, die Wildheit der Kinder kam glaubwürdig rüber. Mit den vielen Namen hatte ich ein bisschen Probleme.

Fazit: Keine leichte Lektüre, aber lohnenswert.

Veröffentlicht am 02.02.2020

Kontrollverlust

Alexandra
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Inhalt:

Zwölf Jahre ist es her, dass die junge Künstlerin Alexandra und Marc geheiratet haben. Seitdem ist sie eine liebende Ehefrau und Mutter zweier Töchter. Bis sie eines Tages spurlos verschwindet. ...

Inhalt:

Zwölf Jahre ist es her, dass die junge Künstlerin Alexandra und Marc geheiratet haben. Seitdem ist sie eine liebende Ehefrau und Mutter zweier Töchter. Bis sie eines Tages spurlos verschwindet. Die Polizei findet nur ihre blutige Kleidung am Flussufer, und plötzlich wird aus der Vermisstensuche eine Mordermittlung. Doch Alexandra lebt. Weit weg von ihren Lieben wird sie gegen ihren Willen festgehalten. Verzweifelt muss sie auf Videos mitansehen, wie sich ihre Familie quält. Marc ist außer sich. Auf eigene Faust begibt er sich auf die Suche nach seiner Frau. Und die Geheimnisse, die er ans Licht bringt, machen eines deutlich: Niemand kennt Alexandra wirklich, nicht einmal er.



Meine Meinung:



Dieser Thriller hat mich sehr zwiegespalten. Zum einen wurde eine interessante Thematik aufgearbeitet, was mich faszinierte, zum anderen war er mir aber zu wenig Thriller und somit nicht wirklich fesselnd.



Die Künstlerin Alexandra heiratet ihren Mrs Perfect. Dr. Marc Southwood ist der gute, verlässliche Typ, während Alexandra eher flatterhaft und impulsiv ist und immer bemüht ist, andere zu schockieren. Sie inszeniert sich, will gefallen. Vor allem gefällt es ihr, wie Marc sie sieht, seine Faszination und sein Mitgefühl. Da Alexandra erlebt hat, wie die Ehe ihre Eltern, vor die Hunde ging, wie sie alles Schöne und die Liebe zwischen ihnen zerstört haben, schwört sich Alexandra bei ihrer Heirat, Marc alles Glück dieser Welt zu schenken. Und es scheint ihr zu gelingen. Alexandra, die rebellische Künstlerin, gibt sogar für Marc ihre Ambitionen auf und ergreift den Lehrberuf. Insgeheim hadert sie. Sie hätte die nächste Marina Abramovic sein können. Marcs Liebe hat sie der Welt der Kunst beraubt. Aber sie lächelt Sorgen und Probleme einfach weg.



Wie sehr sie sich in ihrer Ehe eingeengt fühlt, zeigt die Tatsache, dass sie Freude verspürt, wenn sie für einige Tage wegfährt und sie sich wieder als Herrin über ihren eigenen Raum empfindet. Doch es ist gefährlich die Kontrolle zu verlieren.



Insgesamt habe ich geahnt, wohin die Geschichte hinausläuft. Eine Frau und Künstlerin, mit so einem starken Hang nach Selbstdarstellung und Provokation, gibt ihre Träume auf und spielt die nette, liebende Ehefrau. Das kann nicht wirklich gut gehen. Keine Frau, sollte ihrem Mann zuliebe auf ihre Träume verzichten.



Sprachlich hat mich dieses Debüt überzeugt. Allerdings war mir der Handlungsverlauf zu gleichförmig dahinplätschernd. Da hat mir eindeutig die Spannung gefehlt. Ich habe immer wieder auf den nächsten Cliffhanger gewartet, aber da kam nichts.



Die Frage, die mich zum Schluss beschäftigt ist, wie weit darf Kunst gehen? Klar, Kunst muss bzw. darf schockieren und provozieren. Sie sollte zum Nachdenken anregen. Doch wo sind die Grenzen? Ich bin der Meinung: Kunstfreiheit hört da auf, wo Rechte anderer schwerer wiegen.

Fazit: Ein lesenswertes Debüt, bei dem man jedoch viel Geduld aufbringen muss und das viele Fragen aufwirft.