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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.10.2019

Stimmt nachdenklich

Wer im Himmel auf dich wartet
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Inhalt:

Annie und ihre Jugendliebe Paulo wollen ihre Hochzeitsreise mit einem romantischen Ballonflug krönen. Doch der Ballon stürzt ab...
Annie erwacht im Himmel wieder und sucht nach Paulo, von dem ...

Inhalt:

Annie und ihre Jugendliebe Paulo wollen ihre Hochzeitsreise mit einem romantischen Ballonflug krönen. Doch der Ballon stürzt ab...
Annie erwacht im Himmel wieder und sucht nach Paulo, von dem sie nicht weiß, ob er überlebt hat. Nacheinander trifft sie dort auf Menschen, die ihr seltsam bekannt und sogar vertraut vorkommen. Doch erst durch ihre Geschichten erfährt Annie, was für eine wichtige Rolle jeder einzelne von ihnen in ihrem Leben gespielt hat - und wie wenig ihr das bewusst war. Am spannenden Ende - mit einer überraschenden Wendung - realisiert sie deren Wert und auch, wie sehr jedes einzelne menschliche Leben zählt.

Meine Meinung:

Das Hörbuch wird hervorragend von Steffen Groth gesprochen. Seine warme Stimme macht es dem Hörer leicht der Geschichte zu folgen und sich in Annie, der Hauptprotagonistin, einzufühlen. Mir tat die junge Frau von Herzen leid, endlich wähnt sie sich am Ziel ihrer Träume, Paulo wird ihr Ehemann, sie glaubt an eine glückliche gemeinsame Zukunft, doch diese endet jäh, ehe sie richtig begonnen hat.

Im Himmel begegnen ihr Personen, die ihr nicht unbedingt im Leben nahestanden, die aber ihren Weg auf die eine oder andere Art berührt haben, und die ohne, dass sie es wusste, wichtig für Leben waren.
Das Ende hat mich überrascht.

Fazit: Ein emotional berührendes und tiefsinniges Hörbuch, dass den Hörer in den Bann schlägt und zum Nachdenken anregt.

Veröffentlicht am 03.10.2019

Hatte mehr erwartet ;-(

Drei
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In dem Roman von Dror Mishani geht es um drei Frauen aus den unterschiedlichsten Verhältnissen und Hintergründen.

Ronen hat sich von Orna wegen Ruth scheiden lassen und lebt jetzt in Nepal. Dass er seinen ...


In dem Roman von Dror Mishani geht es um drei Frauen aus den unterschiedlichsten Verhältnissen und Hintergründen.

Ronen hat sich von Orna wegen Ruth scheiden lassen und lebt jetzt in Nepal. Dass er seinen Sohn Eran, der unter der Trennung leidet, nicht mal zum Geburtstag anruft oder ihm ein Geschenk zukommen lässt, ist mehr als schäbig. Die einsame Orna lernt auf einem Datin-Portal Gil kennen. Aber insgeheim denkt sie noch viel an Ronen. Bald stellt sie fest, irgendetwas stimmt nicht mit Gil. Orna bemerkt Dinge an ihm, die ihr nicht gefallen. Später stellt sich heraus, er hat sie belogen. Er ist verheiratet.

Emilia, eine Pflegerin aus Lettland, die nur schlecht die hebräische Sprache beherrscht, hat ihren Job verloren. Auch sie ist einsam und auf sich gestellt. Gil, der Rechtsanwalt, bietet ihr Hilfe an.

Und Ella eine, einsame Hausfrau und Mutter dreier Kinder, möchte ihren Masterabschluss nachholen. Sie verbringt ihre Vormittage im Café zum Arbeiten Hier lernt sie Gil, den Rechtsanwalt kennen.

Der Schreibstil ist leicht lesbar, trotzdem muss der Leser ein bisschen Geduld aufbringen, es ist nicht von Anfang an klar, wohin die Story hinausläuft. Ich habe mit den Frauen gelitten, konnte ihre Dilemmas nachempfinden. Gil war mir als Mensch total unsympathisch. Ich fragte mich, was diese Frauen in ihm sahen. Mich konnte der Roman nicht durchgehend fesseln. Es fehlte an Spannung.

Den Hype um das Buch kann ich nicht nachvollziehen. Ich muss zugeben, ich hatte mehr erwartet.

Veröffentlicht am 22.09.2019

Enttäuschend

Die einzige Zeugin
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Im Prolog räumt die Krankenschwester Ulla Andersson Mitte der 90iger Jahre ihren Spind in der aufgegebenen psychiatrischen Einrichtung Beckomberga aus. Von einem Geräusch aufgeschreckt sieht sie ein Gesicht ...

Im Prolog räumt die Krankenschwester Ulla Andersson Mitte der 90iger Jahre ihren Spind in der aufgegebenen psychiatrischen Einrichtung Beckomberga aus. Von einem Geräusch aufgeschreckt sieht sie ein Gesicht vor dem Fenster und dann einen Mann in Patientenkleidung, der wegläuft. Diese Szene fand ich gruselig.

Jahre später wird aus dem Anstaltsgelände ein Wohnviertel. Svante Levander zieht hier mit seiner neuen Freundin Jannike ein. Seine Ex Eva ist immer noch hinter ihm her. Und als Svante umgebracht wird gerät diese in Verdacht. Einzig eine Bettlerin könnte Eva entlasten, aber diese ist wie von Erdboden verschluckt.

Kurze eingeschobene Kapitel in denen ein Mann wirre Reden führt, geben zusätzlich Rätsel auf.

Trotzdem konnte mich dieser Krimi nicht fesseln. Es fehlte an Spannung. Streckenweise war „Die einzige Zeugin“ sehr ermüdend. Für die Hauptprotagonistin Eva konnte ich mich leider nicht erwärmen.Unverständlich blieb mir auch ihr Verhältnis zu ihrem Sohn.

Einzig positiv zu bewerten ist: Ich habe viel erfahren über die Welt der Bettler, insbesondere der Sinti und Roma, über ihre Geschichte und Lebensumstände.

Auch die autonome Szene im Berlin durfte ich ein bisschen kennenlernen.

Die furchtbaren Zustände in der Psychatrie Mitte d. vorigen Jh. machten mich sehr betroffen. Von Lobotomie hatte ich bis dato noch nie was gehört.

Fazit: Wer Spannung erwartet, wird leider enttäuscht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 14.07.2019

Ein echter Ani

All die unbewohnten Zimmer
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Inhalt:
Eine Frau wird ermordet, ein Streifenpolizist erschlagen. In einem Netz von falschen Geständnissen und zwischen Zeugen, die nichts gesehen haben wollen, suchen »die Vier« nach der Wahrheit: Der ...

Inhalt:
Eine Frau wird ermordet, ein Streifenpolizist erschlagen. In einem Netz von falschen Geständnissen und zwischen Zeugen, die nichts gesehen haben wollen, suchen »die Vier« nach der Wahrheit: Der ehemalige Mönch Polonius Fischer, der pensionierte Kommissar Jakob Franck, Polizeibeamtin Fariza Nasri und Tabor Süden, der Experte für Vermisstenfälle, übernehmen die Fahndung. Trotz vereinter Kräfte stoßen sie an ihre Grenzen. Aber die Zeit drängt – es kommt zu Nachfolgeverbrechen, und die Todesfälle erregen große mediale Aufmerksamkeit. Sie entfachen hitzige Diskussionen über Ost- und Westdeutschland, Migrationspolitik und »das System« …
In seinem neuen Kriminalroman All die unbewohnten Zimmer seziert Friedrich Ani die gegenwärtigen politischen Verhältnisse und den Zustand unserer Gesellschaft – und führt seine Leserinnen und Leser dabei an den Rand des Abgrunds.
Vier einzigartige Ermittlungsmethoden und ein komplizierter Fall: Die Ermittelnden aus Friedrich Anis Bestsellern fahnden erstmals gemeinsam!

Meine Meinung:
Ani lässt diesmal gleich vier seiner Ermittler um den Fall des erschlagenen Streifenpolizisten Patrick Werneck agieren. Alte Bekannte und doch ist jeder ein Original mit Ecken und Kanten. Im ersten Teil startet die syrisch stämmige Kripobeamtin Fariza Nasri, im zweiten Teil mischt der pensionierte Kriminalkommissar Jakob Franck mit, im dritten Polonius Fischer, ein ehemaliger Mönch und jetziger Chef des K111, im vierten Teil treffen wir auf den inzwischen am Leben verzweifelten Tabor Süden. Im fünften und letzten Teil treffen alle aufeinander.

Der Schreibstil ist wie immer einfach nur schön, Ani findet Worte, Situationen zu beschreiben, die Gänsehaut verursachen. Manche Sätze hallen nach und wollen zu Ende gedacht werden. Friedrich Ani Stärke ist es, seinen Charakteren Tiefe zu geben, sie werden für den Leser lebendig. Der Wechsel zwischen den einzelnen Sichtweisen gibt diesem Roman noch einen besonderen Kick.

Auch in diesem Roman schneidet Ani gesellschaftskritische Themen an, da geht es um rechte Gruppierungen und Fremdenhass, Asylpolitik und Ossi-Wessi-Denke, unfähige Polizei und um Randfiguren unserer Gesellschaft.

Fazit: Ein echter Ani, was sonst.

Veröffentlicht am 14.07.2019

Containern

Harz
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Inhalt:
Liv ist seit dem sechsten Lebensjahr tot, ertrunken in der Brandung. Das zumindest lässt ihr Vater Jens die Behörden glauben. Jens ist ein krankhafter Sammler, getrieben von der Angst, seine einzige ...

Inhalt:
Liv ist seit dem sechsten Lebensjahr tot, ertrunken in der Brandung. Das zumindest lässt ihr Vater Jens die Behörden glauben. Jens ist ein krankhafter Sammler, getrieben von der Angst, seine einzige Tochter zu verlieren. Und so lebt Liv in der Einsamkeit eines Containers hinter dem Hof, versteckt zwischen selbst gezimmerten Särgen und in Harz konservierten Tieren - ein sorgsam von der Außenwelt abgeschirmtes Leben, ein Leben in der Falle. Meisterhaft erzählt Ane Riel von einer scheinbar verkehrten Welt, in der aus Liebe Obsession wird und aus dem Wunsch nach Sicherheit tödliche Gefahr.

Meine Meinung:
Ein verstörendes Buch! Was für eine destruktive, gestörte Familie! Es fällt mir schwer, dieses Buch zu beschreiben. Es hat mich während des Lesens beschäftigt, aber dennoch ratlos zurückgelassen. Und möchte ich es noch einmal lesen? Definitiv, nein.

Ane Riel beschreibt in ihrem Thriller „Harz“ sehr detailgetreu Situationen und Geschehnisse, die mir den Atem stocken ließen. Ihre Sprache ist schnörkellos und klar. Da gibt es keine Beschönigungen. Abgründe tun sich auf. Ein Vater der nicht loslassen kann, der alles gebrauchen kann, der in Dingen, die andere wegwerfen, den Wert erkennt. Der sich und sein Umfeld zumüllt, der, um seine Familie zu schützen, die eigene Mutter an Weihnachten umbringt. Oh nein, wie krank ist das denn? Dennoch hat mich die Geschichte, so schräg sie ist, gefesselt bis zum Schluss.

Das Buch hat mir nicht gefallen und dennoch erhält es von mir die höchste Punktzahl. Warum? Es hat mich gedanklich mehr beschäftigt als sonst ein Buch in letzter Zeit.