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Veröffentlicht am 12.04.2026

Es fehlen einfach die Fotos

Fühl dich wohl in deinem Zuhause
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Fühl dich wohl in deinem Zuhause wartet seit 6 (!) Jahren auf mich. Ich hatte es über NetGalley bezogen und schnell gemerkt, dass ich schlicht eine falsche Vorstellung davon hatte, wie dieser Ratgeber ...

Fühl dich wohl in deinem Zuhause wartet seit 6 (!) Jahren auf mich. Ich hatte es über NetGalley bezogen und schnell gemerkt, dass ich schlicht eine falsche Vorstellung davon hatte, wie dieser Ratgeber aufgebaut sein würde. Deshalb gab ich dem Verlag die Rückmeldung, dass ich dieses Buch nicht rezensieren würde – auch, weil ich es einfach nicht zu Ende lesen wollte, wo mir doch der Anfang nicht gefiel.

Trotzdem blieb es immer in meinem Hinterkopf, und nun habe ich diesen Einrichtungsratgeber endlich beendet. Besser spät als nie, wie es so schön heißt … Ich wollte jetzt endlich wissen, ob das Buch wirklich so schlecht ist, wie ich den Anfang in Erinnerung hatte, oder ob ich es einfach im falschen Moment erwischt habe. Und der Verlag bekommt endlich seine Rezension.

Frida Ramstedt erklärt in Fühl dich wohl in deinem Zuhause ausführlich die Grundlagen verschiedener Konzepte: Farben, Formen, Licht und Größenverhältnisse sind nur einige Beispiele. Dazu gibt es stellenweise sehr hilfreiche Abbildungen in Form von Skizzen und einfachen Illustrationen und zusätzlich an passenden Punkten persönliche Tipps oder Begriffserklärungen. Was mir aber damals beim ersten An-Lesen und auch heute beim weiteren Lesen wieder als negativ auffiel, sind die fehlenden Fotos.

Klar, es geht um Grundlagenkenntnisse. Ja, viele Dinge kommen allein mit der Beschreibung aus und brauchen nicht unbedingt eine Bebilderung. Ja, die Autorin sagt in der Einleitung, dass sie Fühl dich wohl in deinem Zuhause geschrieben hat, weil sie selbst beim Recherchieren immer nur Bücher mit Fotos gefunden hat, aber ohne den Text, den sie hiermit nun bietet. Ich verstehe den Gedanken, dass sie einen ganz eigenen Ansatz verfolgt.

Dennoch erwarte ich beim Thema Einrichtung Beispielfotos, die auf verschiedene Weise das umsetzen, was mir als Regel erklärt wird. Das müssen keine Hochglanz-Magazinfotos von Luxuswohnungen sein – einfache Beispiele aus Möbelhäusern oder aus der Berufslaufbahn der Autorin hätten es auch getan. Einfach gar keine Fotos abzubilden – kein einziges! – ist meiner Meinung nach eine schlechte Entscheidung gewesen.

Denn es ist zwar nett, die Anordnung von Farben im Farbkreis mit einer Schwarz-Weiß-Skizze darzustellen, aber warum nicht einfach die entsprechenden Farben nehmen (besonders im eBook, bei dem die Druckkosten keine Rolle spielen), wenn doch sogar die Tipps und Überschriften farbig abgesetzt sind? Wenn es darum geht, Farbakzente oder besondere Texturen in verschiedenen Räumen zu wiederholen um ein stimmiges Gesamtbild zu erzielen, warum nicht einfach Fotos von Beispielwohnungen zeigen? Oder wenn es um positive vs. negative Effekte von Beleuchtung geht, ist es doch gerade für Anfänger*innen einfacher zu verstehen, wenn diese Effekte visuell dargestellt werden.

Ich weiß, wie sich warmweißes von kaltweißem Licht unterscheidet, aber die Zahlen und Werte, die hier aufgelistet werden, helfen wenig. Das sind Informationen, die beim Einkaufen und Aussuchen spezifischer Objekte hilfreich sind. Nicht beim Vorstellen und Planen, beim Konzipieren des von der Autorin vorgeschlagenen Moodboards. Dafür brauche ich Bilder – in Farbe.

Glücklicherweise darf ich von mir behaupten, bereits vorab ein gewisses Grundverständnis der Elemente zu besitzen, die in Fühl dich wohl in deinem Zuhause dargestellt werden. Kunstunterricht und ein gut trainiertes Bauchgefühl sorgen dafür, dass mir viele der hier beschriebenen Methoden und Prinzipien schon bekannt waren. Die Details kannte ich vielleicht im Zusammenhang mit Einrichtung noch nicht so gut, aber es war einfach nicht viel Neues dabei, sodass ich an keinem Punkt das Gefühl hatte, wirklich etwas dazuzulernen. Ich habe mehr exklusives Expertenwissen und eben bildlich dargestellte Beispiele erwartet, die als Inspiration dienen können und das veranschaulichen, was die Autorin so ausführlich zu erklären versucht.

Beispielsweise hätte ich Vorher-Nachher-Fotos interessant gefunden: A zeigt, wie es nicht funktioniert und B zeigt, wie es mit den im Text beschriebenen Tipps verbessert wurde. Das hätte für mich auch einen viel größeren Anreiz geboten, in meiner eigenen Wohnung nach Verbesserungsmöglichkeiten zu schauen. So ist es einfach viel Text über die Grundlagen des Kunstunterrichts, dem der Praxisbezug irgendwie fehlt.

Für absolute Laien, die sich noch nie genauer Gedanken darüber gemacht haben, warum bestimmte Einrichtung und Dekoration funktioniert und was dafür sorgt, dass anderes nicht so harmonisch wirkt, kann Fühl dich wohl in deinem Zuhause trotz all meiner Kritik ein hervorragendes Grundlagenwerk sein. Wo ich keine Erklärung brauchte, warum Tapeten mit großen Mustern Räume kleiner wirken lassen, warum man Gegenstände in kleinen Grüppchen arrangiert anstatt sie einzeln aufzustellen, oder dass das Austauschen von Griffen an Küchenschränken eine einfache, mieterfreundliche Möglichkeit zur Verschönerung der Küche sein kann, können andere vielleicht viel lernen.

Anders herum fand ich die Erklärungen über Sichtlinien zwischen mehreren Räumen spannend oder die genaueren Erläuterungen, welche Art von Blume welche Vase benötigt. Diese Dinge habe ich zwar schon ab und zu bemerkt, aber bisher fehlten mir die richtigen Vokabeln dazu.

Wo Frida Ramstedt richtig ins Detail geht, ist die Dekoration. Mich persönlich interessiert es wenig, auf wie viele verschiedene Arten man Deko-Kissen auf dem Sofa oder dem Bett anordnen kann – und wie diese Varianten genannt werden – oder welche Sortiermöglichkeiten es für Bücher im Bücherregal gibt: alphabetisch, nach Größe, nach Farbe, … Diese Details haben nach meinem Empfinden sehr viel Raum eingenommen.

Und doch kann ich das nicht wirklich kritisieren, denn, wie die Autorin wohl sehr richtig sagt, ist das der letzte Schliff, der dem gesamten Raum das gewisse Etwas gibt. Es gibt viele Möglichkeiten, diesen Effekt zu erzielen, und sie nennt viele davon. Welche Option die richtige für jede Person individuell ist, muss ebenso individuell entschieden werden – und dafür muss man die Optionen erst einmal kennen.

Dass sie derart kleinteilig und ausführlich Details beschreibt, finde ich also gar nicht unbedingt schlecht. Ich hätte mir nur, ich kann es nicht oft genug sagen, Fotos gewünscht, die die beschriebenen Effekte belegen und veranschaulichen.

Wenn ich zur Bewertung dieses Buches also ausschließlich von meinem eigenen Standpunkt ausgehe, dann bietet Fühl dich wohl in deinem Zuhause einige Tipps, die durchaus zum Nachdenken anregen und hilfreiche Begriffstabellen und -definitionen, obwohl ich mir noch tieferes Fachwissen erhofft hatte und über den Mangel an fotografischen Belegen für die vielen beschriebenen Grundlagen und Strategien enttäuscht bin.

Wenn ich es aber so betrachte, dass dieser Ratgeber schlicht für Menschen geschrieben wurde, die keinen Kunstunterricht hatten, denen mein (Laien-) Vorwissen fehlt und für die Fühl dich wohl in deinem Zuhause der erste Kontakt mit dem Thema Einrichtung und Innenraumdesign ist, dann ist es ein gutes Buch, das trotzdem mehr (oder überhaupt) Farbabbildungen und Fotos vertragen könnte.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Hanni und Nanni meets Steampunk

Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen
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Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen ist das erste richtige Kinderbuch, das ich seit längerer Zeit gelesen – oder in diesem Fall gehört – habe. Es war das Cover, das mich zuerst ansprach und an ...

Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen ist das erste richtige Kinderbuch, das ich seit längerer Zeit gelesen – oder in diesem Fall gehört – habe. Es war das Cover, das mich zuerst ansprach und an Steampunk erinnerte, bevor ich die jungen Abenteurerinnen entdeckte. Danach war es schließlich das Konzept, das mich zum Lesen bzw. Hören animierte: Mädchen stehen im Fokus und erleben all die Abenteuer, die sonst oft Jungen vorbehalten werden.

Oft erinnerte Midwatch mich an die Romane um Fünf Freunde oder, und das ganz besonders, an Hanni und Nanni: zwei Schwestern, die mit ihren neuen Freundinnen im Landschulheim eine Regel nach der nächsten brechen und ihren Lehrerinnen Streiche spielen. Derselbe Schalk steckt in Midwatch, besonders in Szenen mit der Schulleiterin. Sie könnte geradezu mit den beiden Mädchen verwandt sein. Auch die drei neuen Schülerinnen, die im Zentrum dieser Geschichte stehen, haben es faustdick hinter den Ohren und machen Hanni und Nanni alle Ehre.

Ich finde es richtig gut, wie dieses Buch nicht nur die eigenen Hauptfiguren dazu ermutigt, „nützliche Dinge“ auszuprobieren und zu lernen, sondern dass diese Botschaft auch an die junge Zielgruppe weitergegeben wird. Verschiedene Knoten, Schlösserknacken, die Orientierung in der Stadt, lautes Schreien und schnelles oder unbemerktes Laufen – oder auch einfach nur Mut – sind Fähigkeiten, die oft Jungs zugeschrieben und Mädchen nicht zugetraut werden, noch immer. Es sind Dinge, für die Mädchen oft gerügt werden: Sei leise, halt die Finger still, geh nicht allein los, sei lieber vorsichtig, …

Dass diese Fähigkeiten nun als etwas Erstrebenswertes für Mädchen dargestellt und in der Geschichte effektiv als Beispiele eingesetzt werden, um einen geheimnisvollen Fall zu lösen, finde ich wirklich sehr gut umgesetzt. Es wird trotz der eingeschobenen Auszüge aus dem Lehrbuch, die zur besseren Erkennbarkeit auch von einer anderen Sprecherin gelesen werden, nicht zu abstrakt. Dadurch ist immer direkt erkennbar, welchen Nutzen eine Fähigkeit haben könnte. Das kann so etwas Spezielles sein wie in Morsecode Geheimbotschaften zu versenden, aber auch ganz allgemein das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und der Zusammenhalt mit Freundinnen.

Der mysteriöse Fall, den die Mädchen von Midwatch lösen müssen, ist sehr interessant und originell. Er beginnt mit dem Verschwinden einer Frau und endet mit einer rasanten Verfolgungsjagd, während gleichzeitig der Waisenhaus-Inspektor abgewehrt werden muss. Immer wieder wird es derart actionreich und spannend, dass mir zwischendurch kurz der Gedanke kam, ob das denn wirklich noch altersgemäß ist – und dann dachte ich an Die drei ??? und habe mich selbst beim Wiederholen einer gelernten Meinung erwischt, die gar nicht meine eigene ist, indem ich den lesenden Mädchen für einen Moment weniger zugetraut habe als den Jungs. Diese Geschichte ist ein großes Abenteuer mit einer wirklich tollen Botschaft an die junge Leserschaft, aus dem aber offensichtlich auch wir Erwachsenen noch etwas mitnehmen können.

Natürlich gehöre ich nicht mehr zur Hauptzielgruppe dieses Kinderbuchs. Trotzdem hatte ich große Freude beim Hören und habe die drei Mädchen gern auf ihrem Abenteuer begleitet. Die Erzählweise war sehr angenehm zu verfolgen, der Stil flüssig und Details, die später beim Lösen des Falls helfen würden, clever eingestreut. Auch die Sprecherinnen haben mit Aussprache, Betonung und der stimmlichen Charakterisierung der einzelnen Personen einen guten Job gemacht.

Für meinen Geschmack war das Hörbuch nicht schnell genug gesprochen – ich habe den größten Teil in 1,3- bis 1,5-facher Geschwindigkeit gehört -, aber das lässt sich ja inzwischen überall recht gut einstellen und für Kinder ist das langsamere Tempo wahrscheinlich besser.

Ich werde Midwatch definitiv weiterempfehlen. Noch ist meine Nichte zu klein, aber ich würde mich freuen, wenn sie mit der Message von Midwatch aufwachsen würde. Denn eines hat Midwatch (jedenfalls meiner Erinnerung nach) Hanni und Nanni voraus: Die beiden Schwestern wurden immer wieder für ihre Abenteuerlust getadelt. Die Mädchen am Midwatch-Institut dagegen gewinnen Auszeichnungen für ihre Abenteuer und werden gelobt, wenn sie auch im Geheimen agieren.

Ich bin schon sehr gespannt, ob es Fortsetzungen geben wird und welches Abenteuer die Mädchen von Midwatch als nächstes erwartet.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Tolle Fortsetzung

Kein Kuchen für Vampire
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Schon Drei Magier und eine Margarita hatte mich vom Annette Maries Schreibstil und der Welt von Guild Codex überzeugt. Auch Ein Cookie für den Dämon gefiel mir richtig gut – vielleicht sogar noch besser. ...

Schon Drei Magier und eine Margarita hatte mich vom Annette Maries Schreibstil und der Welt von Guild Codex überzeugt. Auch Ein Cookie für den Dämon gefiel mir richtig gut – vielleicht sogar noch besser. Da war es gar keine Frage, OB ich die Fortsetzung Kein Kuchen für Vampire lesen würde, sondern wie schnell ich dieses Buch in die Finger bekommen würde! Als dann eine Mail vom Verlag kam und mir ein Rezensionsexemplar anbot, habe ich nicht Nein gesagt …

Weil Kein Kuchen für Vampire der zweite Band der Reihe Guild Codex: Demonized ist, kann diese Rezension, ebenso wie der Klappentext, kleine Spoiler für den ersten Band Ein Cookie für den Dämon enthalten. Meine Rezension zum ersten Band findest du hier.

Es war toll, mit Kein Kuchen für Vampire wieder in der Welt der Crow & Hammer Gilde unterwegs zu sein! Robin und Zylas sind auch in diesem zweiten Band des Guild Codex: Demonized Spin Offs unterhaltsame Partner, zwischen denen die Funken nur so fliegen (ich glaube aber, dass sie das noch nicht wissen).

Robin gewöhnt sich langsam an ihr neues Dasein als sogenannte Kontraktorin – eine Person, die einen Vertrag mit einem Dämon hat und diesen – so jedenfalls die Theorie – quasi steuern kann. In der Praxis hilft ihr Zylas, „ihr“ absolut unkontrollierter Dämon, wenn er Lust darauf hat und nervt sie, wenn ihm langweilig ist. Zu Robins Nachteil (und unserer Unterhaltung) ist ihm ständig langweilig … Immerhin ist er vertraglich daran gebunden, auf sie aufzupassen, sodass die in Dämonenmagie unterfahrene Robin ohne jegliches Kampftraining tollpatschig, manchmal etwas zu naiv und voller Tatendrang von einem Abenteuer ins nächste stolpern kann, ohne sich wirklich Sorgen um ihre Sicherheit machen zu müssen. Naja. Meistens jedenfalls, wie sie in Kein Kuchen für Vampire am eigenen Leib erfahren darf.

An einigen Stellen der Handlung habe ich echt gebangt, ob die beiden heil wieder aus der Sache herauskommen. Ich habe richtig verkrampft dagesessen und auf der Suche nach dem Happy End einer Szene sogar ein paar Zeilen übersprungen, bevor ich den Abschnitt noch einmal normal lesen konnte – es war einfach so spannend und beunruhigend! Ich hatte richtig Angst um die Beziehung zwischen Robin und Zylas, obwohl ich doch weiß, dass es weitere Bände gibt und die Geschichte um dieses Paar eindeutig weiter geht …

Leider lagen die Probleme und Stressfaktoren oft nicht an der Situation selbst, sondern an der Tatsache, dass Robin klare Anweisungen ihres weitaus erfahreneren Partners ignoriert oder einfach blind in etwas hineinrennt, was vermeidbar gewesen wäre. Ab und zu fand ich das frustrierend, aber diese Eigenheit passt auch sehr gut zu Robin, die ihre Nase bisher eher in Zauberbücher und nicht in Handbücher für den Kampfeinsatz gesteckt hatte.

Der Titel hat mich durchweg etwas irritiert: Kein Kuchen für Vampire. Aus den anderen Büchern der Reihe, die ich bisher gelesen habe, wusste ich, dass Vampire in dieser Welt weder glitzern noch irgendwie zu den Guten gehören. Klar, dass die keinen Kuchen bekommen! Ich wartete dennoch lange Zeit vergeblich, dass ein Vampir sich als Verbündeter entpuppen würde, um die Nennung im Titel zu begründen und die Gruppe unserer „Held*innen“ wachsen zu lassen.

Trotzdem haben Robin, Zylas und Amalia tatsächlich Unterstützung bekommen: in Zora, einem Mitglied der Crow & Hammer Gilde. Die taffe Kriegerin mit dem gigantischen Breitschwert ist eine der ersten, die Robin in der Gilde wirklich willkommen heißt und sie etwas unter ihre Fittiche nimmt. Auch Tori, die man in der Reihe Guild Codex: Spellbound näher kennenlernt, scheint aufzutauen.

Mir gefällt sehr, wie Annette Marie so völlig unterschiedliche Frauen als Hauptperson schreiben kann und bei beiden ihren super lesbaren Schreibstil und diesen ganz besonderen unterschwelligen Humor beibehält, der mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat. Ein großes Lob ist dabei wahrscheinlich auch der Übersetzerin Jeannette Bauroth zu widmen. Irgendwann werde ich die Bücher mal auf Englisch lesen, um einen direkten Vergleich der Stile anzustellen. Bis dahin genieße ich einfach die Geschichte, die ich geradewegs inhaliere – ein ganzes Buch an einem halben Tag ist nicht ohne. 🙂

Sie gesellt sich damit zu meinen Lieblingsautorinnen, und das nach nur 4 Büchern, die ich von ihr gelesen habe. Patricia Briggs (Mercy Thompson), Jennifer Estep (Elemental Assassin, Mythos Academy) und zum Teil auch Bianca Iosivoni (Firsts-Reihe) stehen in diesem Kontext ganz weit oben auf meiner Liste, aber Annette Marie schließt mit großen Schritten auf!

Ich bin extrem neugierig, wie es mit Robin und Zylas weitergeht und wer hinter all dem Chaos steckt, in das die beiden verstrickt sind. Glücklicherweise muss ich beim Warten auf die Fortsetzung von Guild Codex: Demonized die Welt von Guild Codex nicht komplett verlassen, denn es gibt noch ein paar Bände von Guild Codex: Spellbound um Tori und ihre drei Magier, die gelesen werden wollen!

Es hat mir richtig Spaß gemacht, mich in Kein Kuchen für Vampire zu stürzen! Immer wieder lese ich einen neuen Band, der in dieser Urban Fantasy Welt spielt, und löse mich damit aus einer Leseflaute. Hier war es nicht anders: Jetzt habe ich gerade wieder Lust aufs Lesen. (Hoffentlich hält es diesmal etwas länger an!)

Schon allein dafür liebe ich diese Reihe sehr.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Nett, aber unspektakulär

Darkthorn Archives 1: Bite the Bride
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Nachdem mich Bite the Bride in der Buchhandlung mit einem toll gestalteten Farbschnitt anlockte und die Sprecherin Yeşim Meisheit mich kürzlich in Annette Maries Dunkle Künste und ein Daiquiri von sich ...

Nachdem mich Bite the Bride in der Buchhandlung mit einem toll gestalteten Farbschnitt anlockte und die Sprecherin Yeşim Meisheit mich kürzlich in Annette Maries Dunkle Künste und ein Daiquiri von sich überzeugen konnte, wurde ich neugierig auf dieses Hörbuch. Ich wusste, dass eine Zweckehe zwischen einem Vampir und einem Menschen im Zentrum der Geschichte steht und dass das trope haters to lovers vorkommt – sign me up!

Was mich überraschte – auch, weil ich mir die Kleidung auf dem Cover nicht genauer angeschaut hatte, das gefällt mir nämlich nicht halb so gut wie der tolle Farbschnitt – war das Setting in den 1920er Jahren. Das war eine angenehme Abwechslung!

Das ganze Setting und schließlich auch die Beziehung zwischen Katherine und Ethan erinnerten mich stark an Deborah Harkness‘ Reihe um Diana und Matthew, die als Serie mit dem Titel A Discovery of Witches verfilmt wurde. Sogar eine Nebenfigur mit dem Namen Diana gibt es, deshalb halte ich das nicht für Zufall. Es gibt auch eine Piper, aber das ist der einzige Hinweis auf die Serie Charmed, die mir auffiel.

Inhaltlich unterscheidet sich die Handlung aber stark, sodass ich Bite the Bride als ganz eigenes Werk sehe. Ähnlichkeiten gibt es durch das Setting im akademischen Umfeld, durch die Partnerschaften zwischen verschiedenen Spezies (Vampir, Mensch; Mensch, Werwolf) und die Verstrickungen der Vampire in der Historie der Menschheit, besonders im Zusammenhang mit Frankreich.

Weil die Geschichte im frühen 20. Jahrhundert spielt, unterscheidet sie sich stark von den Fantasyromanen, die ich normalerweise lese. Und dann auch wieder überhaupt nicht. Was ich damit meine:

Die Themen sind dieselben, aber die Art der Erzählung und der gesamte Umgangston sind anders. Es geht hier wie in so vielen anderen Romanen darum, dass ein „einfacher, schwacher, unbedeutsamer Mensch“ (meist die Frau) durch bestimmte Umstände an Relevanz gewinnt und sich durchzusetzen lernt, wodurch sich der übernatürliche arrogante love interest (meist der Mann) in seiner Faszination für sie bestätigt sieht. Aber im Gegensatz zu modernen Romanen wird das nicht durch chatten, anbaggern oder auch nur flirten ausgedrückt, sondern – und in den Momenten fühlte es sich schon fast wie Jane Austens Stolz und Vorurteil an – durch kühle Distanz und verzweifelte Versuche, die Kontrolle über die eigenen Gefühle zu behalten.

Ab und zu vergaß ich die Zeit, in der die Geschichte spielt und ertappte mich mehr als einmal bei dem Gedanken, warum Katherine so viele Kleider und Röcke trägt oder warum sie bestimmte Verhaltensweisen der Männer durchgehen lässt – um dann durch Worte wie Grammofon oder Soiree wieder eingefangen zu werden. Es war ein anderes Lesen/Hören, als ich gewohnt bin, aber noch nah genug an den Geschichten, die ich normalerweise verfolge. Wie gesagt, eine nette Abwechslung, wenn auch etwas außerhalb meiner comfort zone.

Die Handlung von Bite the Bride selbst war gar nicht schlecht, hätte für meinen Geschmack aber einen ordentlichen Zahn zulegen können. Katherine und Ethans Beziehung wurde mir stellenweise zu eintönig, was reichlich Tempo aus der Erzählung nahm: Nach langem Herauszögern springen sie für meinen Geschmack zu häufig zusammen ins Bett, ohne, dass es der Handlung irgendwie einen Mehrwert geboten hätte. Hier gewann ich den Eindruck, dass nachträglich „mehr spice“ eingefügt wurde um den aktuellen Booktok-Trends zu folgen, ohne, dass es wirklich zur Story gepasst hätte. Ansonsten war das Geheimnis um gestohlene Buchseiten und mysteriöse magische Flüche spannend geschrieben. Ein paar Details habe ich vorausgeahnt, sodass mich das Ende nicht sehr überraschte, aber es waren auch einige unerwartete Wendungen dabei.

Wie vermutet konnte mich Yeşim Meisheit auch diesmal wieder überzeugen. Sie liest unaufgeregt in angenehmer Stimmlage und trifft die Emotionen der Figuren sehr gut. Auch Vincent Fallow, der die Kapitel aus Ethans Perspektive liest, wurde gut gewählt. Ich musste mich, wie immer bei neuen Hörbuchsprecherinnen, erst kurz an seine tiefe Stimme gewöhnen. Er wurde aber sehr schnell zur Verkörperung von Ethans innerer Stimme für mich, passte also super zur Geschichte.

Fazit
Insgesamt ist Bite the Bride für mich kein besonderes oder großartiges Buch. Es hat mich ein bisschen über meinen Tellerrand blicken lassen und mich einige Tage auf meinem Weg zur Arbeit gut unterhalten, aber ich glaube kaum, dass ich mich in einem Jahr noch an diese Geschichte erinnere – nicht negativ, aber eben auch nicht außergewöhnlich positiv. Sprachlich finde ich Bite the Bride sehr angenehm, die Sprecher
innen des Hörbuchs passen hervorragend, aber inhaltlich fehlten mir Spannung und das gewisse Etwas.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Nicht mein Stil, aber gute Story-Idee

Death Note 01
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Ab und zu ist mir nicht nach Romanen, sondern mein Gehirn verlangt nach schnell gelesenen und optisch leicht zu verarbeitenden Stoffen – da fällt meine Wahl gern mal auf Mangas oder Comics. Was genau ich ...

Ab und zu ist mir nicht nach Romanen, sondern mein Gehirn verlangt nach schnell gelesenen und optisch leicht zu verarbeitenden Stoffen – da fällt meine Wahl gern mal auf Mangas oder Comics. Was genau ich eigentlich von Death Note 01 erwartet hatte, kann ich gar nicht konkret benennen – bekommen habe ich es jedenfalls nicht. Ich war neugierig, weil der Name der Reihe schon so bekannt ist und besonders mit der Netflix-Realverfilmung auch ein Publikum erschlossen wurde, das sonst mit Mangas oder Anime nichts am Hut hat. Man kam im Internet quasi nicht mehr daran vorbei.

Schnell wurde offensichtlich, dass der grafische Stil des Mangas nicht wirklich meinen Geschmack trifft, was leider dazu führt, dass es mir schwer fällt, die Geschichte wirklich zu mögen. Bei Mangas ist mir einfach wichtig, dass beide Ebenen – Text und Bild – passen. Besonders diese feinkörnige Folierung, die intensiv für Schatten, dunklere Farben, das Erzeugen von Räumlichkeit etc. genutzt wurde und durch diese ständige Wiederholung alles zu einem Einheitsbrei machte, oder die ausdruckslosen Gesichter, die irgendwie trotz aufgerissener Augen oder kleinem Lächeln immer gleich aussehen, machten es mir schwer, irgendwie eine Bindung zu den Figuren aufzubauen.

Das ist keine Besonderheit für Death Note 01 gegenüber anderen Mangas: Leider merke ich das oft bei Action oder Crime Themen, die mit Schnelligkeit und eben auch hektischen, scharfkantigen Bildern arbeiten. Ich hatte die Hoffnung, dass es hierbei mein Lesen nicht so sehr beeinflussen würde, weil der Fokus so sehr auf dem Innenleben des jugendlichen Protagonisten liegt.

Die Geschichte an sich ist in diesem ersten Band, der natürlich auch die Einleitung zur Reihe ist, nicht außerordentlich spannend, aber einzigartig. Tatsächlich würde ich gern wissen, wie es weiter geht. Da mir die Optik des Mangas aber nicht gefällt, versuche ich mein Glück vielleicht mit einem anderen Medium; der Realverfilmung oder dem Anime (in der Hoffnung, dass letzterer sich im Zeichenstil genug von der Vorlage unterscheidet).