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Veröffentlicht am 12.04.2026

Hanni und Nanni meets Steampunk

Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen
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Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen ist das erste richtige Kinderbuch, das ich seit längerer Zeit gelesen – oder in diesem Fall gehört – habe. Es war das Cover, das mich zuerst ansprach und an ...

Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen ist das erste richtige Kinderbuch, das ich seit längerer Zeit gelesen – oder in diesem Fall gehört – habe. Es war das Cover, das mich zuerst ansprach und an Steampunk erinnerte, bevor ich die jungen Abenteurerinnen entdeckte. Danach war es schließlich das Konzept, das mich zum Lesen bzw. Hören animierte: Mädchen stehen im Fokus und erleben all die Abenteuer, die sonst oft Jungen vorbehalten werden.

Oft erinnerte Midwatch mich an die Romane um Fünf Freunde oder, und das ganz besonders, an Hanni und Nanni: zwei Schwestern, die mit ihren neuen Freundinnen im Landschulheim eine Regel nach der nächsten brechen und ihren Lehrerinnen Streiche spielen. Derselbe Schalk steckt in Midwatch, besonders in Szenen mit der Schulleiterin. Sie könnte geradezu mit den beiden Mädchen verwandt sein. Auch die drei neuen Schülerinnen, die im Zentrum dieser Geschichte stehen, haben es faustdick hinter den Ohren und machen Hanni und Nanni alle Ehre.

Ich finde es richtig gut, wie dieses Buch nicht nur die eigenen Hauptfiguren dazu ermutigt, „nützliche Dinge“ auszuprobieren und zu lernen, sondern dass diese Botschaft auch an die junge Zielgruppe weitergegeben wird. Verschiedene Knoten, Schlösserknacken, die Orientierung in der Stadt, lautes Schreien und schnelles oder unbemerktes Laufen – oder auch einfach nur Mut – sind Fähigkeiten, die oft Jungs zugeschrieben und Mädchen nicht zugetraut werden, noch immer. Es sind Dinge, für die Mädchen oft gerügt werden: Sei leise, halt die Finger still, geh nicht allein los, sei lieber vorsichtig, …

Dass diese Fähigkeiten nun als etwas Erstrebenswertes für Mädchen dargestellt und in der Geschichte effektiv als Beispiele eingesetzt werden, um einen geheimnisvollen Fall zu lösen, finde ich wirklich sehr gut umgesetzt. Es wird trotz der eingeschobenen Auszüge aus dem Lehrbuch, die zur besseren Erkennbarkeit auch von einer anderen Sprecherin gelesen werden, nicht zu abstrakt. Dadurch ist immer direkt erkennbar, welchen Nutzen eine Fähigkeit haben könnte. Das kann so etwas Spezielles sein wie in Morsecode Geheimbotschaften zu versenden, aber auch ganz allgemein das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und der Zusammenhalt mit Freundinnen.

Der mysteriöse Fall, den die Mädchen von Midwatch lösen müssen, ist sehr interessant und originell. Er beginnt mit dem Verschwinden einer Frau und endet mit einer rasanten Verfolgungsjagd, während gleichzeitig der Waisenhaus-Inspektor abgewehrt werden muss. Immer wieder wird es derart actionreich und spannend, dass mir zwischendurch kurz der Gedanke kam, ob das denn wirklich noch altersgemäß ist – und dann dachte ich an Die drei ??? und habe mich selbst beim Wiederholen einer gelernten Meinung erwischt, die gar nicht meine eigene ist, indem ich den lesenden Mädchen für einen Moment weniger zugetraut habe als den Jungs. Diese Geschichte ist ein großes Abenteuer mit einer wirklich tollen Botschaft an die junge Leserschaft, aus dem aber offensichtlich auch wir Erwachsenen noch etwas mitnehmen können.

Natürlich gehöre ich nicht mehr zur Hauptzielgruppe dieses Kinderbuchs. Trotzdem hatte ich große Freude beim Hören und habe die drei Mädchen gern auf ihrem Abenteuer begleitet. Die Erzählweise war sehr angenehm zu verfolgen, der Stil flüssig und Details, die später beim Lösen des Falls helfen würden, clever eingestreut. Auch die Sprecherinnen haben mit Aussprache, Betonung und der stimmlichen Charakterisierung der einzelnen Personen einen guten Job gemacht.

Für meinen Geschmack war das Hörbuch nicht schnell genug gesprochen – ich habe den größten Teil in 1,3- bis 1,5-facher Geschwindigkeit gehört -, aber das lässt sich ja inzwischen überall recht gut einstellen und für Kinder ist das langsamere Tempo wahrscheinlich besser.

Ich werde Midwatch definitiv weiterempfehlen. Noch ist meine Nichte zu klein, aber ich würde mich freuen, wenn sie mit der Message von Midwatch aufwachsen würde. Denn eines hat Midwatch (jedenfalls meiner Erinnerung nach) Hanni und Nanni voraus: Die beiden Schwestern wurden immer wieder für ihre Abenteuerlust getadelt. Die Mädchen am Midwatch-Institut dagegen gewinnen Auszeichnungen für ihre Abenteuer und werden gelobt, wenn sie auch im Geheimen agieren.

Ich bin schon sehr gespannt, ob es Fortsetzungen geben wird und welches Abenteuer die Mädchen von Midwatch als nächstes erwartet.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Tolle Fortsetzung

Kein Kuchen für Vampire
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Schon Drei Magier und eine Margarita hatte mich vom Annette Maries Schreibstil und der Welt von Guild Codex überzeugt. Auch Ein Cookie für den Dämon gefiel mir richtig gut – vielleicht sogar noch besser. ...

Schon Drei Magier und eine Margarita hatte mich vom Annette Maries Schreibstil und der Welt von Guild Codex überzeugt. Auch Ein Cookie für den Dämon gefiel mir richtig gut – vielleicht sogar noch besser. Da war es gar keine Frage, OB ich die Fortsetzung Kein Kuchen für Vampire lesen würde, sondern wie schnell ich dieses Buch in die Finger bekommen würde! Als dann eine Mail vom Verlag kam und mir ein Rezensionsexemplar anbot, habe ich nicht Nein gesagt …

Weil Kein Kuchen für Vampire der zweite Band der Reihe Guild Codex: Demonized ist, kann diese Rezension, ebenso wie der Klappentext, kleine Spoiler für den ersten Band Ein Cookie für den Dämon enthalten. Meine Rezension zum ersten Band findest du hier.

Es war toll, mit Kein Kuchen für Vampire wieder in der Welt der Crow & Hammer Gilde unterwegs zu sein! Robin und Zylas sind auch in diesem zweiten Band des Guild Codex: Demonized Spin Offs unterhaltsame Partner, zwischen denen die Funken nur so fliegen (ich glaube aber, dass sie das noch nicht wissen).

Robin gewöhnt sich langsam an ihr neues Dasein als sogenannte Kontraktorin – eine Person, die einen Vertrag mit einem Dämon hat und diesen – so jedenfalls die Theorie – quasi steuern kann. In der Praxis hilft ihr Zylas, „ihr“ absolut unkontrollierter Dämon, wenn er Lust darauf hat und nervt sie, wenn ihm langweilig ist. Zu Robins Nachteil (und unserer Unterhaltung) ist ihm ständig langweilig … Immerhin ist er vertraglich daran gebunden, auf sie aufzupassen, sodass die in Dämonenmagie unterfahrene Robin ohne jegliches Kampftraining tollpatschig, manchmal etwas zu naiv und voller Tatendrang von einem Abenteuer ins nächste stolpern kann, ohne sich wirklich Sorgen um ihre Sicherheit machen zu müssen. Naja. Meistens jedenfalls, wie sie in Kein Kuchen für Vampire am eigenen Leib erfahren darf.

An einigen Stellen der Handlung habe ich echt gebangt, ob die beiden heil wieder aus der Sache herauskommen. Ich habe richtig verkrampft dagesessen und auf der Suche nach dem Happy End einer Szene sogar ein paar Zeilen übersprungen, bevor ich den Abschnitt noch einmal normal lesen konnte – es war einfach so spannend und beunruhigend! Ich hatte richtig Angst um die Beziehung zwischen Robin und Zylas, obwohl ich doch weiß, dass es weitere Bände gibt und die Geschichte um dieses Paar eindeutig weiter geht …

Leider lagen die Probleme und Stressfaktoren oft nicht an der Situation selbst, sondern an der Tatsache, dass Robin klare Anweisungen ihres weitaus erfahreneren Partners ignoriert oder einfach blind in etwas hineinrennt, was vermeidbar gewesen wäre. Ab und zu fand ich das frustrierend, aber diese Eigenheit passt auch sehr gut zu Robin, die ihre Nase bisher eher in Zauberbücher und nicht in Handbücher für den Kampfeinsatz gesteckt hatte.

Der Titel hat mich durchweg etwas irritiert: Kein Kuchen für Vampire. Aus den anderen Büchern der Reihe, die ich bisher gelesen habe, wusste ich, dass Vampire in dieser Welt weder glitzern noch irgendwie zu den Guten gehören. Klar, dass die keinen Kuchen bekommen! Ich wartete dennoch lange Zeit vergeblich, dass ein Vampir sich als Verbündeter entpuppen würde, um die Nennung im Titel zu begründen und die Gruppe unserer „Held*innen“ wachsen zu lassen.

Trotzdem haben Robin, Zylas und Amalia tatsächlich Unterstützung bekommen: in Zora, einem Mitglied der Crow & Hammer Gilde. Die taffe Kriegerin mit dem gigantischen Breitschwert ist eine der ersten, die Robin in der Gilde wirklich willkommen heißt und sie etwas unter ihre Fittiche nimmt. Auch Tori, die man in der Reihe Guild Codex: Spellbound näher kennenlernt, scheint aufzutauen.

Mir gefällt sehr, wie Annette Marie so völlig unterschiedliche Frauen als Hauptperson schreiben kann und bei beiden ihren super lesbaren Schreibstil und diesen ganz besonderen unterschwelligen Humor beibehält, der mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat. Ein großes Lob ist dabei wahrscheinlich auch der Übersetzerin Jeannette Bauroth zu widmen. Irgendwann werde ich die Bücher mal auf Englisch lesen, um einen direkten Vergleich der Stile anzustellen. Bis dahin genieße ich einfach die Geschichte, die ich geradewegs inhaliere – ein ganzes Buch an einem halben Tag ist nicht ohne. 🙂

Sie gesellt sich damit zu meinen Lieblingsautorinnen, und das nach nur 4 Büchern, die ich von ihr gelesen habe. Patricia Briggs (Mercy Thompson), Jennifer Estep (Elemental Assassin, Mythos Academy) und zum Teil auch Bianca Iosivoni (Firsts-Reihe) stehen in diesem Kontext ganz weit oben auf meiner Liste, aber Annette Marie schließt mit großen Schritten auf!

Ich bin extrem neugierig, wie es mit Robin und Zylas weitergeht und wer hinter all dem Chaos steckt, in das die beiden verstrickt sind. Glücklicherweise muss ich beim Warten auf die Fortsetzung von Guild Codex: Demonized die Welt von Guild Codex nicht komplett verlassen, denn es gibt noch ein paar Bände von Guild Codex: Spellbound um Tori und ihre drei Magier, die gelesen werden wollen!

Es hat mir richtig Spaß gemacht, mich in Kein Kuchen für Vampire zu stürzen! Immer wieder lese ich einen neuen Band, der in dieser Urban Fantasy Welt spielt, und löse mich damit aus einer Leseflaute. Hier war es nicht anders: Jetzt habe ich gerade wieder Lust aufs Lesen. (Hoffentlich hält es diesmal etwas länger an!)

Schon allein dafür liebe ich diese Reihe sehr.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Nett, aber unspektakulär

Darkthorn Archives 1: Bite the Bride
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Nachdem mich Bite the Bride in der Buchhandlung mit einem toll gestalteten Farbschnitt anlockte und die Sprecherin Yeşim Meisheit mich kürzlich in Annette Maries Dunkle Künste und ein Daiquiri von sich ...

Nachdem mich Bite the Bride in der Buchhandlung mit einem toll gestalteten Farbschnitt anlockte und die Sprecherin Yeşim Meisheit mich kürzlich in Annette Maries Dunkle Künste und ein Daiquiri von sich überzeugen konnte, wurde ich neugierig auf dieses Hörbuch. Ich wusste, dass eine Zweckehe zwischen einem Vampir und einem Menschen im Zentrum der Geschichte steht und dass das trope haters to lovers vorkommt – sign me up!

Was mich überraschte – auch, weil ich mir die Kleidung auf dem Cover nicht genauer angeschaut hatte, das gefällt mir nämlich nicht halb so gut wie der tolle Farbschnitt – war das Setting in den 1920er Jahren. Das war eine angenehme Abwechslung!

Das ganze Setting und schließlich auch die Beziehung zwischen Katherine und Ethan erinnerten mich stark an Deborah Harkness‘ Reihe um Diana und Matthew, die als Serie mit dem Titel A Discovery of Witches verfilmt wurde. Sogar eine Nebenfigur mit dem Namen Diana gibt es, deshalb halte ich das nicht für Zufall. Es gibt auch eine Piper, aber das ist der einzige Hinweis auf die Serie Charmed, die mir auffiel.

Inhaltlich unterscheidet sich die Handlung aber stark, sodass ich Bite the Bride als ganz eigenes Werk sehe. Ähnlichkeiten gibt es durch das Setting im akademischen Umfeld, durch die Partnerschaften zwischen verschiedenen Spezies (Vampir, Mensch; Mensch, Werwolf) und die Verstrickungen der Vampire in der Historie der Menschheit, besonders im Zusammenhang mit Frankreich.

Weil die Geschichte im frühen 20. Jahrhundert spielt, unterscheidet sie sich stark von den Fantasyromanen, die ich normalerweise lese. Und dann auch wieder überhaupt nicht. Was ich damit meine:

Die Themen sind dieselben, aber die Art der Erzählung und der gesamte Umgangston sind anders. Es geht hier wie in so vielen anderen Romanen darum, dass ein „einfacher, schwacher, unbedeutsamer Mensch“ (meist die Frau) durch bestimmte Umstände an Relevanz gewinnt und sich durchzusetzen lernt, wodurch sich der übernatürliche arrogante love interest (meist der Mann) in seiner Faszination für sie bestätigt sieht. Aber im Gegensatz zu modernen Romanen wird das nicht durch chatten, anbaggern oder auch nur flirten ausgedrückt, sondern – und in den Momenten fühlte es sich schon fast wie Jane Austens Stolz und Vorurteil an – durch kühle Distanz und verzweifelte Versuche, die Kontrolle über die eigenen Gefühle zu behalten.

Ab und zu vergaß ich die Zeit, in der die Geschichte spielt und ertappte mich mehr als einmal bei dem Gedanken, warum Katherine so viele Kleider und Röcke trägt oder warum sie bestimmte Verhaltensweisen der Männer durchgehen lässt – um dann durch Worte wie Grammofon oder Soiree wieder eingefangen zu werden. Es war ein anderes Lesen/Hören, als ich gewohnt bin, aber noch nah genug an den Geschichten, die ich normalerweise verfolge. Wie gesagt, eine nette Abwechslung, wenn auch etwas außerhalb meiner comfort zone.

Die Handlung von Bite the Bride selbst war gar nicht schlecht, hätte für meinen Geschmack aber einen ordentlichen Zahn zulegen können. Katherine und Ethans Beziehung wurde mir stellenweise zu eintönig, was reichlich Tempo aus der Erzählung nahm: Nach langem Herauszögern springen sie für meinen Geschmack zu häufig zusammen ins Bett, ohne, dass es der Handlung irgendwie einen Mehrwert geboten hätte. Hier gewann ich den Eindruck, dass nachträglich „mehr spice“ eingefügt wurde um den aktuellen Booktok-Trends zu folgen, ohne, dass es wirklich zur Story gepasst hätte. Ansonsten war das Geheimnis um gestohlene Buchseiten und mysteriöse magische Flüche spannend geschrieben. Ein paar Details habe ich vorausgeahnt, sodass mich das Ende nicht sehr überraschte, aber es waren auch einige unerwartete Wendungen dabei.

Wie vermutet konnte mich Yeşim Meisheit auch diesmal wieder überzeugen. Sie liest unaufgeregt in angenehmer Stimmlage und trifft die Emotionen der Figuren sehr gut. Auch Vincent Fallow, der die Kapitel aus Ethans Perspektive liest, wurde gut gewählt. Ich musste mich, wie immer bei neuen Hörbuchsprecherinnen, erst kurz an seine tiefe Stimme gewöhnen. Er wurde aber sehr schnell zur Verkörperung von Ethans innerer Stimme für mich, passte also super zur Geschichte.

Fazit
Insgesamt ist Bite the Bride für mich kein besonderes oder großartiges Buch. Es hat mich ein bisschen über meinen Tellerrand blicken lassen und mich einige Tage auf meinem Weg zur Arbeit gut unterhalten, aber ich glaube kaum, dass ich mich in einem Jahr noch an diese Geschichte erinnere – nicht negativ, aber eben auch nicht außergewöhnlich positiv. Sprachlich finde ich Bite the Bride sehr angenehm, die Sprecher
innen des Hörbuchs passen hervorragend, aber inhaltlich fehlten mir Spannung und das gewisse Etwas.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Nicht mein Stil, aber gute Story-Idee

Death Note 01
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Ab und zu ist mir nicht nach Romanen, sondern mein Gehirn verlangt nach schnell gelesenen und optisch leicht zu verarbeitenden Stoffen – da fällt meine Wahl gern mal auf Mangas oder Comics. Was genau ich ...

Ab und zu ist mir nicht nach Romanen, sondern mein Gehirn verlangt nach schnell gelesenen und optisch leicht zu verarbeitenden Stoffen – da fällt meine Wahl gern mal auf Mangas oder Comics. Was genau ich eigentlich von Death Note 01 erwartet hatte, kann ich gar nicht konkret benennen – bekommen habe ich es jedenfalls nicht. Ich war neugierig, weil der Name der Reihe schon so bekannt ist und besonders mit der Netflix-Realverfilmung auch ein Publikum erschlossen wurde, das sonst mit Mangas oder Anime nichts am Hut hat. Man kam im Internet quasi nicht mehr daran vorbei.

Schnell wurde offensichtlich, dass der grafische Stil des Mangas nicht wirklich meinen Geschmack trifft, was leider dazu führt, dass es mir schwer fällt, die Geschichte wirklich zu mögen. Bei Mangas ist mir einfach wichtig, dass beide Ebenen – Text und Bild – passen. Besonders diese feinkörnige Folierung, die intensiv für Schatten, dunklere Farben, das Erzeugen von Räumlichkeit etc. genutzt wurde und durch diese ständige Wiederholung alles zu einem Einheitsbrei machte, oder die ausdruckslosen Gesichter, die irgendwie trotz aufgerissener Augen oder kleinem Lächeln immer gleich aussehen, machten es mir schwer, irgendwie eine Bindung zu den Figuren aufzubauen.

Das ist keine Besonderheit für Death Note 01 gegenüber anderen Mangas: Leider merke ich das oft bei Action oder Crime Themen, die mit Schnelligkeit und eben auch hektischen, scharfkantigen Bildern arbeiten. Ich hatte die Hoffnung, dass es hierbei mein Lesen nicht so sehr beeinflussen würde, weil der Fokus so sehr auf dem Innenleben des jugendlichen Protagonisten liegt.

Die Geschichte an sich ist in diesem ersten Band, der natürlich auch die Einleitung zur Reihe ist, nicht außerordentlich spannend, aber einzigartig. Tatsächlich würde ich gern wissen, wie es weiter geht. Da mir die Optik des Mangas aber nicht gefällt, versuche ich mein Glück vielleicht mit einem anderen Medium; der Realverfilmung oder dem Anime (in der Hoffnung, dass letzterer sich im Zeichenstil genug von der Vorlage unterscheidet).

Veröffentlicht am 12.04.2026

Hörbuch-Rezension

Dunkle Künste und ein Daiquiri
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Der erste Band Drei Magier und eine Margarita war eines meiner Highlights im letzten Jahr. Auch der erste Band der Ableger-Reihe Guild Codex: Demonized hat mir extrem gut gefallen. Daher war es gar keine ...

Der erste Band Drei Magier und eine Margarita war eines meiner Highlights im letzten Jahr. Auch der erste Band der Ableger-Reihe Guild Codex: Demonized hat mir extrem gut gefallen. Daher war es gar keine Frage, ob ich diese Reihe fortsetzen würde! Band 2 habe ich nun als Hörbuch gehört.

Weil Dunkle Künste und ein Daiquiri der zweite Band der Reihe Guild Codex: Spellbound ist, kann diese Rezension, ebenso wie der Klappentext, kleine Spoiler für den ersten Band Drei Magier und eine Margarita enthalten. Meine Rezension zum ersten Band findest du hier.

Eines vorweg: Die Hörbuchsprecherin Yeşim Meisheit macht in Dunkle Künste und ein Daiquiri einen extrem guten Job! Einen so guten, dass ich direkt nach weiteren von ihr gelesenen Hörbüchern gesucht und mit Bite the Bride eines gefunden habe, das ich jetzt gerade höre. Sie bringt Tori fast genau so rüber, wie ich es erwartet habe. Klar, am Anfang muss man sich immer erst einmal kurz an eine neue Sprecherin gewöhnen, aber das hat für mich bei Dunkle Künste und ein Daiquiri nur etwa ein Kapitel gedauert.

Inhaltlich holt mich Dunkle Künste und ein Daiquiri fast genauso ab wie der erste Band Drei Magier und eine Margarita. Ich mag, dass die Handlung quasi direkt an den Vorgänger anschließt und vieles für unsere Hauptfigur Tori weiterhin neu und mysteriös ist. Diesmal ist sie für einen Gildenauftrag undercover, wodurch ihr die Rückendeckung durch „ihre“ drei Magier Aaron, Kai und Ezra fehlt. Sie muss sich auf ihre eigenen Fähigkeiten verlassen und auf das, was sie bisher bei der Gilde über die Mystiker-Welt gelernt hat. Es gefällt mir gut, dass sie dadurch zeigen kann, wie sehr sie wirklich eine „starke weibliche Protagonistin“ ist.

Mit Dunkle Künste und ein Daiquiri wird die Welt der Guild Codex: Spellbound-Reihe um einiges größer. Während sich Band 1 um die Mitglieder der Gilde drehte und Konflikte zwischen verschiedenen Gilden in den Fokus stellte, wimmelt es in dieser Fortsetzung von Feen, Abtrünnigen, Gilden aus Übersee, einem Druiden, der mit Drachen redet, entführten Jugendlichen und übernatürlichen Hausbesetzern. Dieses Gewusel erinnerte mich stark an die komplexe Welt von Mercy Thompson oder die Elemental Assassin Reihe, die ich beide so liebe, nur vielleicht für etwas jüngere Leser*innen.

Obwohl so viele neue Lebewesen und Charaktere entsprechend viele Einleitungen und Erklärungen benötigen, hat die Story nur ein, zwei Momente, in denen es mir nicht schnell genug voran ging. Über diese kleinen Durchhänger kann man daher problemlos hinwegsehen.

Weil fast ein Jahr vergangen ist, seit ich Band 1 gelesen habe, hatte ich vergessen, wie alt die einzelnen Charaktere waren. Dass Tori erst 21 ist hat mich deshalb etwas überrascht – ich hatte sie aufgrund ihres abgebrühten Auftretens auf Ende 20, vielleicht sogar Anfang 30 geschätzt. Die Männer, die sie umgeben, scheinen allesamt wesentlich älter zu sein – Anfang bis Mitte dreißig, würde ich behaupten. Dieser große Altersunterschied in Kombination mit dem Machtgefälle (erfahren vs. unerfahren im Umgang mit Magie) lässt mich deshalb leider nicht recht los, so gut mir der Rest von Dunkle Künste und ein Daiquiri auch gefällt.

Das bringt mich zum Thema Romance: In meiner Rezension zum Vorgänger Drei Magier und eine Margarita hatte ich vom „second lead syndrome“ gesprochen (den Begriff kenne ich aus der K-Drama-Community und finde ihn sehr passend), also von meinem Gefühl, dass sich Tori eigentlich für einen anderen der drei Magier hätte entscheiden sollen. Dieses Gefühl setzt sich in Dunkle Künste und ein Daiquiri fort: Während Tori mit Aaron flirtet, halte ich Ausschau nach Ezras Reaktion.

Die Autorin Annette Marie spielt aber auch so gekonnt mit diesen Szenen, dass ich weiterhin glaube, dass Tori sich am Ende nicht für Aaron entscheiden wird. Es ist genug Subtext da, um eigentlich alle Optionen offen zu halten: Aaron, Ezra, Kai und mit Zack sogar eine vierte Person, die in diesem Band neu auftaucht. Das kann man schon mit dem trope „reverse harem“ benennen, oder? Ich bin sehr gespannt, wie sich die Liebesgeschichte im Lauf der Reihe weiterentwickeln wird!

Ich mag also die Romance, mit kleinen Kritikpunkten, und auch die Handlung sagt mir zu. Was mich aber wieder einmal am meisten fesselt und mich Großes von dieser Reihe und dieser Autorin erwarten lässt, ist der Schreibstil. Extrem humorvoll und sarkastisch, mit klarem Blick auf eine komplexe Urban Fantasy Welt erzählt sie die Geschichte einer jungen Frau, die von allerlei schrulligen Charakteren und magischen Abenteuern umgeben ist und dabei nur immer mehr zu sich selbst findet anstatt sich selbst zu verlieren. Genau das holt mich ab!

Vielleicht sollte ich mal recherchieren, welche Bücher neben diesem von Jeannette Bauroth (der Inhaberin des Second Chances Verlags, der diese Bücher auf Deutsch veröffentlicht) übersetzt wurden. Möglicherweise ist es wie bei der Übersetzerin Vanessa Lamatsch, die viele von mir geliebte Bücher ins Deutsche übertragen hat (allen voran Patricia Briggs, Jennifer Estep, J. Lynn). Wie auch immer: Band 3 liegt schon bereit …

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