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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2021

Schluss mit der Ungerechtigkeit

Kim Jiyoung, geboren 1982
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"Kim Jiyoung, geboren 1982" ist ein sehr ernüchternder Roman der von einer durchschnittlichen Frau in Südkorea berichtet und uns die Konditionen näherbringt, in denen die Frauen in Korea aufwachsen und ...

"Kim Jiyoung, geboren 1982" ist ein sehr ernüchternder Roman der von einer durchschnittlichen Frau in Südkorea berichtet und uns die Konditionen näherbringt, in denen die Frauen in Korea aufwachsen und leben. Es handelt sich hierbei um ein misogynes System, sehr konservativ, wo die Frauen kaum ein Chance haben sich durchzusetzen und ihren persönlichen Träumen nachzugehen. Von klein auf werden sie erzogen die Unterdrückung und die Ungerechtigkeit im Schulsystem und später in der Arbeitswelt kommentarlos zu akzeptieren. Später übergeht das Ganze dann noch in ihrem Eheleben.
So ergeht es auch der Protagonistin des Buches, welche in dem Fall die koreanische junge Frau im Generellen beschreibt. Diese entwickelt nach der Geburt ihres Kindes ein merkwürdiges Verhalten. Ihr Mann macht sich Sorgen und schickt sie zu einem Psychiater. Und genau diese Stimme der Psychiaters ist es, die das Buch lebendig macht und von das schmerzhafte Leben der Frauen dort erzählt.
Der nüchterne, schnörkellose Schreibstil der Autorin passt zur Situation. Die Beschreibungen lassen einen sprachlos zurück, die Quellenangaben und Statistiken machen aus dem Ganzen ein noch schockierendes Ereignis.
Das Einzige woran ich beim Lesen dachte ist, dass durch dieses Buch und der Tatsache dass dies alles das Licht der Öffentlichkeit erblickt vielleicht eine Lawine aus Protesten ausgelöst wird, welche die Frauen befreien kann. Es reicht nicht, dass es nur für Aufsehen sorgen kann, man muss offensiv handeln. Hoffen wir dass es den entsprechenden Organisationen für Menschenrechte gelingt hier die Welt der Frauen in Korea zu verändern.

Veröffentlicht am 13.02.2021

Ein echtes Highlight

Erinnerungen aus Glas
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Wir schreiben das Jahr 1942. Die junge Josie freundet sich mit der jüdischen Bankierstochter Eliese an. Durch den aufsteigenden Nationalsozialismus in ganz Europa sieht sich Eliese jedoch gezwungen die ...

Wir schreiben das Jahr 1942. Die junge Josie freundet sich mit der jüdischen Bankierstochter Eliese an. Durch den aufsteigenden Nationalsozialismus in ganz Europa sieht sich Eliese jedoch gezwungen die Niederlande zu verlassen und nach ihrer Heirat nach England zu ziehen. Der Bruder von Josie arbeitet indessen in einer Bank, schließt sich jedoch dem Widerstand an und seine Schwester hilft ihm als Botin. Zusammen beschließen sie etwas für die jüdischen Kinder zu tun, die in einem von Nazis umgebauten Theater zusammen mit ihren Familien auf die Deportation warten. Eliese die inzwischen mit ihrem kleinen Sohn nach Amsterdam zurückgekehrt ist und dort aushilft unterstützt das Geschehen.
75 Jahre später: Ava Drake reist als Direktorin einer gemeinnützigen Stiftung nach Uganda. Sie will den Förderantrag von Landon West prüfen. Dort aber findet sie eine Verbindung zu ihrer Familiengeschichte, die ihr ganzen Leben verändern wird.
Die Geschichte liesst sich sehr spannend und die historischen Hintergründe sind gut recherchiert. Die komplexen Beziehungen der Protagonisten geben dem Leser keine Pause und dank des flüssigen und lebendigen Schreibstils wird man mit den Charakteren warm und fiebert mit ihnen. Eine bewegende Geschichte und ein echtes Highlight!

Veröffentlicht am 13.02.2021

Ein Familienroman über viele Generationen

Wo wir Kinder waren
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Familie Langbein aus Sonnerberg mit ihrer Puppenfabrik und ihre von Rückschlägen gepeinigte Geschichte begleiten uns in diesem einfühlsamen und eindringlich erzähltem Buch. Die Puppenfabrik der Sonnerbergs ...

Familie Langbein aus Sonnerberg mit ihrer Puppenfabrik und ihre von Rückschlägen gepeinigte Geschichte begleiten uns in diesem einfühlsamen und eindringlich erzähltem Buch. Die Puppenfabrik der Sonnerbergs hat viele Höhen und Tiefen überstanden, da sie schon in der Kaiserzeit gegründet wurde. Da wäre die Zeit der Weimarer Republik, der 1. und 2. Weltkrieg, die Teilung Deutschlands und deren Wiedervereinigung in der es die Fabrik nicht weiter geschafft hat. Der Roman spielt in Zeitebenen, in der Gegenwart von 2019 und in der Vergangenheit zwischen 1910 und 1978. Beide Handlungen sind gekonnt und spannend miteinander verknüpft und darüber hinaus erhält der Leser auch viele interessante Informationen über das Puppenhandwerk. Das Wichtigste aber sind die historischen Ereignisse, inmitten denen die Familie versucht sich gesellschaftlich und politisch anzupassen. Nun aber wollen in der Gegenwart die Nachfahren und Haupterben des Gründers der Spielzeugfabrik das Erbe vermieten. Bei den Arbeiten kommen all die Erinnerungen ans Licht. Und all diese werden mit gekonnter Art und Weise bildlich wunderbar beschrieben,
„Wo wir Kinder waren“ ist somit ein wunderschöner und tiefgründiger Roman von Kati Naumann der dem Leser deutlich macht, wie schwer die Menschen es auch in der Vergangenheit hatten und jeder Epoche ihre eigenen Hindernisse zu überwinden hat.

Veröffentlicht am 13.02.2021

Pass auf wem du vertraust

Die Frau vom Strand
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Rebecca lebt zusammen mit ihrer Frau Lucy und der neugeborenen Tochter Greta in einem kleinen Touristenort außerhalb Hamburgs. Da Lucy viel auf Reisen ist, ist und fühlt sich Rebecca an vielen Tagen allein. ...

Rebecca lebt zusammen mit ihrer Frau Lucy und der neugeborenen Tochter Greta in einem kleinen Touristenort außerhalb Hamburgs. Da Lucy viel auf Reisen ist, ist und fühlt sich Rebecca an vielen Tagen allein. Als sie auf einem Spaziergang am Strand plötzlich Julia kennenlernt, freunden sich die beiden Frauen spontan an. Als sie aber ihre neue Freundin vorstellen will ist diese verschwunden. Beim Suchen nach ihr wird klar, dass Julia sie in vieler Hinsichten angelogen hat, denn es gibt sie gar nicht so wie sie sich vorgestellt hat. Wenige Tage später wird Lucy tot am Strand aufgefunden. Was hat die mysteriöse Frau damit zu tun?
Nervenauftreibend und mit einer völlig unerwarteten Wendung zum Schluss hat mich dieser Thriller fasziniert. Die Autorin schafft es den Spannungsbogen auf hohem Niveau zu halten und die Ermittlungen gehen akribisch und zugange ohne langweilig und langatmig zu werden.

Veröffentlicht am 21.01.2021

Amüsant und lehrreich

Das Eismonster
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Der britische Kinderbuchautor David Williams braucht eigentlich keine weiteren Empfehlungen, er hat schon viele Kinderbücher geschrieben und ist auch sehr beliebt. Er hat einen speziellen Schreibstil, ...

Der britische Kinderbuchautor David Williams braucht eigentlich keine weiteren Empfehlungen, er hat schon viele Kinderbücher geschrieben und ist auch sehr beliebt. Er hat einen speziellen Schreibstil, etwas skurril würde man meinen. Wir schreiben das Jahr 1899. Elsie ist zehn Jahre alt und ein Waisenkind. Hinzu kommt: sie ist aus einem Kinderheim in London geflohen. Sie lebt nun auf der Straße und erfährt, dass Polarforscher ein Eismonster in das Naturhistorische Museum bringen werden. Das muss sie sehen!, denkt Elsie und macht sich neugierig auf den Weg. Doch das ist nur der Anfang des Abenteuers...
Das Buch hat meinem Enkel sehr gefallen, er hat mitgefiebert und gelacht. Die Story fand ich auch sehr amüsant und die Charaktere sehr authentisch, obwohl es sich um ein Kinderbuch handelt ist das Buch auch für Ältere interessant. Die abwechslungsreiche Szenen sorgen für Spannung und gute Unterhaltung. Trotz der vielen witzigen Passagen gibt es doch auch liebenswerte Abschnitte und eine klare Botschaft für die Freundschaft. Von uns eine klare Leseempfehlung ohne wenn und aber!