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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.10.2025

Hochspannung trotz verwirrender Erzählebenen

Survivor
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Worum geht’s?
Nachdem die Weltbevölkerung durch ein tödliches Virus stark dezimiert wurde, gibt es nur noch wenige Orte, an denen man ein halbwegs sicheres Leben führen kann. Einer davon ist das mysteriöse ...

Worum geht’s?
Nachdem die Weltbevölkerung durch ein tödliches Virus stark dezimiert wurde, gibt es nur noch wenige Orte, an denen man ein halbwegs sicheres Leben führen kann. Einer davon ist das mysteriöse Resort, das in völliger Abgeschiedenheit auf einem Berg nicht nur den Witterungsbedingungen, sondern auch dem an jeder Ecke lauernden Tod trotzt – und wer einmal drin ist, sollte es auch tunlichst nicht mehr verlassen.


Meine Meinung
Horror ist ja eigentlich so gar nicht mein Genre, was mich bei diesem Buch allerdings trotzdem nicht davon abgehalten hat, zumindest einmal in die Geschichte hineinschnuppern zu wollen. Beim Lesen bin ich dann tatsächlich einfach kleben geblieben, womit ich definitiv nicht gerechnet hatte.

Was ich am Setting sehr interessant fand, waren nicht nur die verschiedenen Closed-Room-Situationen, sondern auch die wechselnden Perspektiven, die den Handlungsbogen durchgehend dynamisch gehalten haben. Wirklich spezifisch verortet wurden zwar weder Setting noch Worldbuilding, zur Stimmung hat das meiner Meinung nach aber irgendwie trotzdem ziemlich gut gepasst.

Auch das hohe Erzähltempo hat definitiv zum Stil der Geschichte gepasst, wobei mir die Orientierung dadurch nicht immer ganz leicht gefallen ist. Die Verknüpfung der Handlungsbögen und Erzählperspektiven habe ich allerdings erst relativ spät überhaupt durchschaut, weshalb ich mich beim Lesen definitiv nicht gelangweilt habe.

Durch die teils sehr grafischen Gewaltdarstellungen gab es für meinen Geschmack zeitweise zwar immer mal wieder etwas zu viel Blut, als typische Horror-Geschichte würde ich das Buch allerdings trotzdem nicht bezeichnen. Für Genre-Fans dürfte das Gesamtbild verhältnismäßig harmlos wirken, mir persönlich hat das Maß an Gewalt, das in gewisser Weise zu einer Apokalypse dazugehören dürfte aber definitiv ausgereicht.


Fazit
Dieses Buch konnte mich auf jeden Fall überraschen, was mir insbesondere für dieses Genre wirklich gut gefallen hat. Die mehr oder weniger aktuellen Bezüge und das hohe Erzähltempo haben die Geschichte daher zu einem spannenden Lesevergnügen für mich gemacht, das mich definitiv begeistern konnte.

Dafür gibt es alle fünf Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 26.10.2025

Krimi mit Kleinstadtfeeling

Schwarzvogel
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Worum geht’s?
Eigentlich hatte Fredrika bei der Rückkehr in ihren Heimatort vor allem mit einem gerechnet – einem ruhigen Arbeitsalltag. Als dann jedoch eine junge Frau aus unerklärlichen Gründen auf den ...

Worum geht’s?
Eigentlich hatte Fredrika bei der Rückkehr in ihren Heimatort vor allem mit einem gerechnet – einem ruhigen Arbeitsalltag. Als dann jedoch eine junge Frau aus unerklärlichen Gründen auf den nur unzureichend gefrorenen See hinausrennt, einbricht und stirbt, ermittelt die Kriminalpolizei Lund – allen voran Fredrika, deren Bauchgefühl selbst nach einem traumatischen Einsatz noch immer Alarm schlägt.


Meine Meinung
Ganz grundsätzlich bin ich hier relativ schnell in die Geschichte reingekommen, wobei ich das Setting und auch die Figuren nicht so richtig einordnen konnte. Dieser Eindruck hat sich für mich leider bis zum Ende des Buches durchgezogen, was mich jetzt im Nachhinein betrachtet doch ein wenig mehr gestört hat, als ich angenommen hätte.

Protagonistin Fredrika war dabei nur eine der Figuren, die für mich irgendwie nicht richtig greifbar wurden, auch wenn man über sie und ihre Geschichte wenigstens noch ein paar Informationen mehr erhält. Ihre Familiengeschichte als zentraler Konfliktpunkt dieses Buches hat dabei definitiv den einzigen wirklich spannenden Anknüpfungspunkt für die nächsten Teile der Reihe dargestellt, da mir ansonsten leider kein übergeordneter Handlungsbogen einfallen würde, der mein weiteres Interesse in irgendeiner Weise fesseln könnte. Abgesehen davon hat Fredrika auf mich allerdings einen sehr verlorenen Eindruck gemacht, was bei ihrer hier angeschnittenen Hintergrundgeschichte keine Überraschung dargestellt hat, gleichzeitig aber leider auch keine besondere Sympathie bei mir hervorrufen konnte.

Auch der eigentliche Fall hat auf mich fast ein wenig farblos gewirkt, was die Ankündigung der Psychospannung zu einer absoluten Enttäuschung für mich hat werden lassen. Warum der Tod von Nomi so ausgiebig untersucht wurde, hat sich mir auf Basis der Faktenlage einfach nicht erschlossen, zumal das Ende der Ermittlung trotz absolut an den Haaren herbeigezogenen Bauchgefühlen mehrmals nach hinten verschoben wurde. Darüber hinaus war die Ermittlungsarbeit für meinen Geschmack eindeutig zu unglaubwürdig konstruiert, da es eigentlich keine handfesten Beweise gab und insbesondere Fredrika einfach im Alleingang ihren Willen durchgesetzt hat, um einen tatsächlichen Fall und ihre Rolle darin zu begründen.

Insgesamt hat mich dieses Buch leider nicht so überzeugen können, wie es mir der Klappentext versprochen hatte, auch wenn beim Lesen keine Langeweile bei mir aufgekommen ist. Das Setting war dabei zwar nicht ganz klar für mich, aber trotzdem ganz nett zu lesen, was bei mir mitunter den Eindruck erweckt hat, als sollte diese Geschichte auf einmal einen Cozy Krimi darstellen, was definitiv nicht zu meinen ursprünglichen Erwartungen gepasst hat.


Fazit
Für mich war diese Geschichte definitiv weniger spannend als erwartet, auch wenn ich mich beim Lesen nicht gelangweilt habe. Ob ich die Reihe weiter verfolgen möchte, kann ich aktuell tatsächlich noch nicht mal mit Sicherheit sagen, für einen ruhigen Lesenachmittag könnte das allerdings irgendwann doch noch der Fall sein.

Dafür gibt es drei Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 25.10.2025

Eine interessante Idee mit makaberer Konstruktion

How To Kill a Guy in Ten Ways
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Worum geht’s?
Eigentlich könnte Millie Masters eine ganz normale Frau sein. Tagsüber fertigt sie Bilderrahmen in einem kleinen Fachgeschäft, nachts fährt sie für ihre Hotline Message M junge Frauen nach ...

Worum geht’s?
Eigentlich könnte Millie Masters eine ganz normale Frau sein. Tagsüber fertigt sie Bilderrahmen in einem kleinen Fachgeschäft, nachts fährt sie für ihre Hotline Message M junge Frauen nach Hause, die sich alleine nicht sicher fühlen. Als sie dann jedoch eines Abend selbst ausgeht und glaubt, dem Vergewaltiger ihrer Schwester gegenüber zu stehen, kann sie einfach nicht widerstehen – und nimmt die Gerechtigkeit selbst in die Hand.


Meine Meinung
Bevor ich dieses Buch gelesen habe, konnte ich mir ganz ehrlich nicht vorstellen, dass ein Buch aus der Perspektive einer Mörderin wirklich unterhaltsam sein könnte. Bei diesem hier wurde ich definitiv eines Besseren belehrt, auch wenn die Geschichte beim Lesen immer einen etwas seltsamen Beigeschmack hatte.

Mit der Protagonistin Millie habe ich mich zu Beginn der Geschichte eigentlich überhaupt nicht identifizieren wollen, auch wenn ich sie zunächst durchaus sympathisch fand. Ihr Denken und Handeln war zwar in gewisser Weise emotional nachvollziehbar, gleichzeitig aber auch extrem befremdlich und daher mitunter fast schon abstoßend. Mit der Zeit wurden ihre Ansichten dann immer extremer, was psychologisch zwar interessant war, meine Sympathie für sie aber eher nicht gesteigert hat.

Der Aufbau des Spannungsbogens hat mich sehr positiv überrascht, was mich ebenfalls ziemlich erstaunt hat. Die schrittweise Eskalation von Millies Verhalten, ihrer eigenen Einstellung zu ihren Taten und ihrer Zielrichtung hat durchaus glaubwürdig auf mich gewirkt, was die Spannung für mich beim Lesen unglaublich hoch gehalten und definitiv keine Langeweile hat aufkommen lassen.

Nicht wirklich überzeugen konnte mich dann leider die Entwicklung des Handlungsbogens, der auf mich doch sehr arg konstruiert gewirkt hat. Bis zu einem gewissen Grad war das für den Spannungsaufbau natürlich nötig, insbesondere das Ende hat mich dann allerdings extrem mit dem Kopf schütteln lassen, was mir den Lesegenuss eher vermiest hat. Auch die sich anbahnende Beziehung zum Ermittler in ihren Mordfällen war für mich leider etwas zu viel des Guten, da einzig und allein eine Menge Zufälle dafür gesorgt haben, dass das Buch so enden konnte, wie es geendet hat.


Fazit
Dieses Buch wirft beim Lesen definitiv Fragen auf, was zugegebenermaßen gleichermaßen erschreckend wie faszinierend war. Wäre das Thema Selbstjustiz dabei anders angegangen worden, hätte die Geschichte allerdings mit Sicherheit deutlich mehr Unterhaltungswert gehabt, da ich so beim Lesen schlussendlich nur noch mit dem Kopf schütteln konnte.

Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 25.10.2025

Ein ungewöhnliches Ermittlerteam

Der Trailer
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Worum geht’s?
Mehr als fünfzehn Jahre ist es mittlerweile her, dass Studentin Lisa spurlos von einem belgischen Campingplatz verschwand. Obwohl Kommissarin Frieda Stahnke das Opfer nur vom Sehen kannte, ...

Worum geht’s?
Mehr als fünfzehn Jahre ist es mittlerweile her, dass Studentin Lisa spurlos von einem belgischen Campingplatz verschwand. Obwohl Kommissarin Frieda Stahnke das Opfer nur vom Sehen kannte, lässt sie sich doch dazu überreden, in einer Podcastfolge über den Fall zu sprechen, um so etwas zur Aufklärung beitragen zu können. Als Frieda dann jedoch auf eine rätselhafte Mordserie stößt, wird sie hellhörig – und muss sich mit überraschenden Partnern zusammentun, um den Fall aufzuklären.


Meine Meinung
Als eingefleischter Krimi- und Thrillerfan mit viel zu hohem SUB in diesem Genre wollte ich in diesem Jahr eigentlich keine neuen Reihen mehr beginnen. Mit diesem Vorhaben bin ich spätestens bei diesem Buch gescheitert, da das ungewöhnliche Ermittlergespann leider doch recht schnell mein Interesse geweckt hat.

Der Einstieg war dabei bereits extrem spannungsgeladen, was es leicht gemacht hat, in die Geschichte hineinzufinden. Direkt im Anschluss wurde der Handlungsbogen dann aber leider deutlich schleppender, was es mit Ausnahme der Rückblenden eher schwer für mich gemacht hat, mit Begeisterung weiter zuzuhören. Dieses Auf und Ab im Spannungsbogen zog sich durch das gesamte Buch, was mich im Gegensatz zu den bisherigen Büchern des Autors nicht vollkommen überzeugen konnte.

Mit den Figuren bin ich ebenfalls nicht hundertprozentig warm geworden, was bei Wout allerdings auch Sinn der Sache gewesen sein könnte. Für Frieda habe ich daher immerhin ein Mindestmaß an Sympathie gehegt, auch wenn ich nicht alle ihre Aktionen besonders logisch fand. Vor dem Hintergrund, dass sie eigentlich eine erfahrene Kommissarin ist, konnte ich daher insbesondere über ihre wenig durchdachten und noch weniger vorbereiteten Alleingänge mitunter einfach nur den Kopf schütteln.

Die Kombination der Protagonisten und ihrer moralischen Wertvorstellungen fand ich dann aber insbesondere im Schlussteil der Geschichte und mit Blick auf die Ankündigung des nächsten Buches irgendwie schon wieder spannend. Mir persönlich wird es dabei sicherlich nicht ganz leicht fallen, wirklich mit den Figuren mitzufiebern, da ich das Ausloten von rechtlichen und moralischen Grauzonen eher mit Skepsis und weniger mit blinder Begeisterung verfolge, durchaus spannende Ansatzpunkte bietet diese Reihe in meiner Vorstellung damit aber bereits in diesem Auftaktband.


Fazit
Diese Geschichte konnte mich auf jeden Fall überraschen, auch wenn sie hinsichtlich des Spannungsbogens sicherlich noch ein wenig Luft nach oben hatte. Nichtsdestotrotz wollte ich bis zum Ende miträtseln und war gespannt auf die Auflösung, was mich schon jetzt sehr gespannt auf die Fortsetzung der Reihe macht.

Von mir gibt es dafür vier Bücherstapel.

Veröffentlicht am 22.10.2025

Liebe über tausend Umwegen

P. S. I Hate You – Auf dem schmalen Grat zwischen Hass und Liebe
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Worum geht’s?
Schon seit der Grundschule sind Naomi und Luca verfeindet. Was als Brieffreundeprojekt begann, entwickelte sich schnell zu einem Wettkampf aus Beleidigungen, der jedoch von einem auf den ...

Worum geht’s?
Schon seit der Grundschule sind Naomi und Luca verfeindet. Was als Brieffreundeprojekt begann, entwickelte sich schnell zu einem Wettkampf aus Beleidigungen, der jedoch von einem auf den anderen Tag im Sande verlief. Als Naomi plötzlich wieder Briefe von Luca erhält, kann sie es gar nicht glauben. Ihr Ehrgeiz ist geweckt – wenn die Briefe bloß adressiert wären, denn so bleibt ihr nichts anderes übrig, als auf den Spuren von Lucas alten Briefen eine Reise quer durchs ganze Land zu unternehmen.


Meine Meinung
Auch wenn ich die Idee einer Brieffeindschaft durchaus charmant fand, konnte mich die Umsetzung leider nicht davon überzeugen, dass es sich bei diesem Buch zu Recht um das witzigste Buch des Jahres handeln soll.

Zu Beginn der Geschichte war vor allem das Geheimnis um die Identität und den Wohnort von Naomis Brieffeind Luca noch ein spannendes Mysterium, auf dessen Auflösung ich tatsächlich gespannt war. Auch die Kombination mit Naomis Gewissenskonflikt hinsichtlich ihres Nachbarn und ihrer Brieffreundschaft fand ich da noch interessant zu lesen, weshalb meine Erwartungen durchaus ein wenig höher waren, als das bei Lektüren für zwischendurch sonst der Fall bei mir ist.

Die bissigen Wortgefechte in den Briefen waren daher zunächst noch durchaus unterhaltsam, mit der Zeit wiederholten sich dann aber doch die Beleidigungen und Inhalte, sodass zumindest die Rückblenden fast vorhersehbar wurden. Die Perspektivwechsel konnten das meiner Meinung nach nur bedingt auffangen, da mir irgendwann klar war, was es mit Luca und seiner Geheimniskrämerei auf sich hatte.

Moralisch fand ich sowohl seinen, als auch Naomis Umgang mit der Situation irgendwie ein wenig verwerflich, was in gewisser Weise allerdings auch schon wieder zu ihren Charakteren gepasst hat. Vor allem Naomi kam mir zeitweise recht pubertär vor, was einer der Hauptgründe für mich war, aus denen ich nicht wirklich mit ihr warm geworden bin. Ein gewisser dramatischer Effekt lässt sich dabei natürlich nicht leugnen, was zugegebenermaßen durchaus unterhaltsam zu lesen war, ein Jahreshighlight stellt dieses Buch für mich aber trotzdem nicht dar.


Fazit
Diese Geschichte stellt definitiv keine besonders realistische Liebesgeschichte dar, auch wenn sie durchaus unterhaltsam zu lesen ist. Mit den Figuren und ihrem Verhalten bin ich daher auch nicht zu einhundert Prozent warm geworden, was bei einer eher leichten Lektüre meiner Meinung nach aber ab und an auch völlig in Ordnung ist.

Dafür vergebe ich solide drei Bücherstapel.