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Veröffentlicht am 23.01.2022

Hochspannender und intelligent konstruierter Justiz-Thriller

Thirteen
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Worum geht’s?
Eigentlich will Strafverteidiger Eddie Flynn vor allem für seine Familie da sein. Als er jedoch den in aller Augen schuldigen Hollywoodstar Bobby Solomon in einem Mordprozess vertreten soll, ...

Worum geht’s?
Eigentlich will Strafverteidiger Eddie Flynn vor allem für seine Familie da sein. Als er jedoch den in aller Augen schuldigen Hollywoodstar Bobby Solomon in einem Mordprozess vertreten soll, scheint er als einziger an dessen Unschuld zu glauben und nimmt sich vor, das auch zu beweisen. Dumm nur, dass ausgerechnet der Täter näher an ihm und der Entscheidung über Schuld und Unschuld dran ist, als Eddie sich jemals hätte träumen lassen.


Meine Meinung
Justiz-Thriller finde ich immer besonders spannend, insbesondere dann, wenn die Geschichte eine Menge unerwarteter Twists bieten kann. Der Klappentext klang da definitiv äußerst vielversprechend, auch wenn ich mir zunächst nicht sicher war, ob mich das Konzept schlussendlich zu einhundert Prozent überzeugen können würde.

Der Schreibstil hat mir hier beim Lesen wirklich gut gefallen, man hängt sich nicht an seltsamen Formulierungen auf und der Lesefluss ist nicht bloß durch die an sich recht kurzen Kapitel ausgesprochen hoch gewesen.

Da der Klappentext eines der offensichtlichsten Spannungselemente bereits verrät, war ich vor dem Lesen dieses Buches ehrlich gesagt eher skeptisch, ob mich die Geschichte so nicht vielleicht eher langweilen würde. Die besondere Nähe zum Täter hat für mich schlussendlich aber tatsächlich einen maßgeblichen Teil des Spannungsbogens ausgemacht und mich so interessiert, dass die zweite Perspektive sogar langweiliger hätte sein können, ohne mein Interesse an dem Buch zu zerstören.

Glücklicherweise fand ich aber auch diesen Bereich der Handlung wirklich lesenswert, und durch das Zusammenführen der Informationen, die man dem Protagonisten als Leser mitunter schon voraus hat, kam für mich ein wirklich gut aufgebautes und ausgesprochen spannend konzipiertes Gesamtwerk heraus, das ich während der Lektüre einfach nicht aus der Hand legen konnte.


Fazit
Wer Justiz-Thriller mag, dem kann ich dieses Buch nur ans Herz legen. Man wird während des Lesens in die unterschiedlichsten Gedankenwelten gesogen und dabei so ans Geschehen gefesselt, das einfach keine Langeweile aufkommen kann. Für mich darf es gerne weitere solcher Geschichten geben, den vollends überzeugen konnte mich das Konzept ohne Frage.

Dafür gibt es alle fünf Bücherstapel.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.01.2022

Zum Thema Indien

Azadi heißt Freiheit
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Meine Meinung
Essays sind für mich noch immer eine leicht gewöhnungsbedürftige Literaturgattung, die dadurch aber natürlich nicht pauschal weniger lesenswert wären. So richtig weiß ich nach dem Lesen allerdings ...

Meine Meinung
Essays sind für mich noch immer eine leicht gewöhnungsbedürftige Literaturgattung, die dadurch aber natürlich nicht pauschal weniger lesenswert wären. So richtig weiß ich nach dem Lesen allerdings noch immer nicht, was ich von diesem Werk eigentlich halten soll.

Das Thema Heimat ist ja generell schon sehr persönlich, und genau das wird auch in diesem Buch deutlich. Die Verbundenheit der Autorin mit Indien und die Dringlichkeit, mit der sie Veränderungen fordert wird in den unterschiedlichen Beiträgen auf jeden Fall deutlich und lässt sich überwiegend gut greifen.

Ohne persönlichen Bezug zu Indien war es für mich mitunter nicht ganz einfach, jeden Text als besonders ansprechend wahrzunehmen. Logischerweise ist das auch kein Anspruch, den so ein eben nicht primär zur Unterhaltung gedachtes Buch stellt, ein wenig daran gewöhnen musste ich mich aber halt eben trotzdem.


Fazit
Thematisch hat mich diese Essaysammlung auf jeden Fall angesprochen. Nicht alle Texte haben mir gleich gut gefallen, wobei diese Umsetzungsform auch einfach Neuland für mich ist und ich mich deshalb vermutlich erst einmal an das Konzept gewöhnen muss. Wer sich für Indien und seine aktuellen Stimmen interessiert, dem kann ich dieses Buch aber auf jeden Fall ans Herz legen.

Von mir gibt es dafür vier Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 20.01.2022

Die Idee war hochspannend, die Protagonistin aber leider nervtötend

Der Herzgräber
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Worum geht’s?
Für Journalistin Heather läuft es gerade nicht besonders rund: Erst verliert sie ihren Job, und dann stirbt auch noch ihre Mutter. Als sie in deren Haus einen Stapel versteckter Briefe findet, ...

Worum geht’s?
Für Journalistin Heather läuft es gerade nicht besonders rund: Erst verliert sie ihren Job, und dann stirbt auch noch ihre Mutter. Als sie in deren Haus einen Stapel versteckter Briefe findet, der auf einen jahrelangen Briefverkehr mit einem inhaftierten Serienmörder hindeutet, steht Heathers Leben plötzlich Kopf. Eigentlich sollte es ein Ding der Unmöglichkeit sein, aber trotzdem werden schon bald Frauenleichen gefunden, die auf die selbe Weise getötet wurden, wie es der inhaftierte Michael Reave vor mehr als zwanzig Jahren getan hat.


Meine Meinung
Die Grundidee dieser Geschichte fand ich wirklich spannend, und spätestens nach dem wirklich vielversprechend klingenden Klappentext war meine Neugierde geweckt.

Der Einstieg hat mir dann aber ehrlich gesagt schon ein paar Probleme bereitet, denn so gerne wie ich auch wissen wollte, worauf dieses Buch hinauslaufen würde, mit der Protagonistin konnte ich einfach nichts anfangen. Sie ist mir über den gesamten Handlungsverlauf hinweg einfach nicht sympathisch geworden, und ihr teils nicht gerade logisches Verhalten hat es mir unglaublich schwer gemacht, das Buch nicht zeitweise zur Seite legen zu wollen. Darüber hinaus hat es der Fokus auf ihre Vergangenheit fast geschafft, die Spannung der aktuellen Handlung ein wenig in den Hintergrund zu drängen.

Für mich war das eigentlich besonders schade, denn abgesehen von dieser eher misslungenen Figur hat mir die Geschichte eigentlich gefallen. Die Erzählung ist insgesamt sehr atmosphärisch, und es gab immer wieder Passagen, in denen ich die Spannung förmlich greifen konnte. Auch wenn einige Teile des Handlungsbogens ein wenig arg konstruiert auf mich gewirkt haben, kam beim Lesen keine Langeweile auf.

Überrascht hat mich hier aber tatsächlich, wie viele Rechtschreibfehler noch enthalten waren. Über einige wenige Unstimmigkeiten hätte man einfach hinwegsehen können, aber in der vorhandenen Zahl fiel es mir dann doch ein wenig schwer, nicht in Kopfschütteln auszubrechen.


Fazit
Die Idee hinter dieser Geschichte war auf jeden Fall spannend und im Grund auch gut umgesetzt. Natürlich fließen eine Menge Zufälle in den Verlauf des Spannungsbogens ein, aber unterhalten hat mich das Gesamtpaket trotzdem. Lediglich die Protagonistin hat meinen positiven Eindruck so ein wenig zerstört, denn mit ihr konnte ich über das gesamte Buch hinweg einfach nichts anfangen.

Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2022

Spannend gemacht, aber schlussendlich etwas zu hektisch

Sharing – Willst du wirklich alles teilen?
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Worum geht’s?
Sharing-Unternehmer Markus glaubt an die Idee des Teilens und ist damit auch ziemlich erfolgreich. Als seine Frau jedoch eines Abends nicht nach Hause kommt, verwandelt sich sein Lebenstraum ...

Worum geht’s?
Sharing-Unternehmer Markus glaubt an die Idee des Teilens und ist damit auch ziemlich erfolgreich. Als seine Frau jedoch eines Abends nicht nach Hause kommt, verwandelt sich sein Lebenstraum in den reinsten Albtraum: Während Bettina in einem Darknetvideo mit der ganzen Welt geteilt wird, muss Markus Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um seine Familie zu retten – eine Mission, die ihn selbst zum Ziel der eingeleiteten Ermittlungen macht.


Meine Meinung
Thriller von Arno Strobel kenne ich vor allen Dingen als spannende Geschichten, die immer ordentlich durchdacht, mitunter aber zum Ende hin auch etwas abflachend sind.

Die Grundidee dieses Buches war auf jeden Fall spannend und lädt zum Mitfiebern ein, was nicht zuletzt auch dem aktuellen thematischen Bezug geschuldet war. Das Erzähltempo und der Handlungsbogen konnten diese Spannung definitiv aufrecht erhalten, wodurch das Vorankommen im Buch von Beginn an ziemlich leicht war und nicht einmal die Chance besteht, dass Langeweile aufkommen könnte.

Auch die teils überraschenden Wendungen konnten mein Interesse fesseln, was mich nach so einigen gelesenen Thrillern wirklich positiv überrascht hat. Natürlich ist so einiges in dieser Geschichte konstruiert, aber absolut unglaubwürdig kam mir die Handlung deswegen trotzdem nicht vor.

Ein paar Schwierigkeiten hatte ich mit den Charakteren, da mir irgendwie so ein wenig die Tiefe in ihrer Gestaltung gefehlt hat. Für mich war es trotz der Erzählperspektive irgendwie nicht so richtig möglich, eine emotionale Bindung zu Markus aufzubauen, was eventuell schlussendlich auch daran gelegen haben könnte, dass die gewaltsamen Beschreibungen irgendwann ein wenig grotesk und fast schon plakativ auf mich gewirkt haben und sich mein Fokus daher etwas verschoben hat. Ein wenig schade fand ich auch das recht hektisch anmutende Ende, das den Figuren irgendwie nicht so wirklich gerecht geworden ist und gerne ein wenig ruhiger hätte angegangen werden dürfen.


Fazit
Mit diesem Buch in der Hand wird man sich definitiv nicht langweilen. Der Spannungsbogen ist wirklich gelungen und macht es einfach, sich für einige Stunden von dieser Geschichte fesseln zu lassen. Die Figuren hätten für meinen Geschmack noch ein wenig mehr Raum zur Entwicklung gebraucht, abgesehen davon hat mich dieses Buch aber sehr gut unterhalten können.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2022

Tolle Grundidee mit etwas unübersichtlicher Umsetzung

Reality Show
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Worum geht’s?
Weihnachten, das sollte eigentlich das Fest der Besinnlichkeit sein. Als dann aber die einflussreichsten Personen Deutschlands ausgerechnet an Heiligabend in ihren eigenen Wohnungen in einer ...

Worum geht’s?
Weihnachten, das sollte eigentlich das Fest der Besinnlichkeit sein. Als dann aber die einflussreichsten Personen Deutschlands ausgerechnet an Heiligabend in ihren eigenen Wohnungen in einer Liveübertragung als Geiseln genommen werden, ist es ganz schnell vorbei mit der Festtagsstimmung. Während Dinge ans Licht kommen, die der eine oder andere sicherlich lieber begraben lassen hätte, läuft für so manch einen die Zeit ab – denn hier entscheidet das Publikum, was mit den Kandidaten der Show geschieht.


Meine Meinung
Die Grundidee dieser Geschichte ist auf jeden Fall gut, gleichzeitig aber auch wahnsinnig erschreckend. Von Beginn an hatte ich beim Lesen das Gefühl, in eine absolut dystopische Zukunft zu blicken, die trotzdem nicht ganz unwahrscheinlich daherkommt und deshalb auch nicht völlig abwegig erscheint.

Schwierigkeiten hat mir dann allerdings die weitere Umsetzung bereitet, was ich wirklich schade fand. Die wirklich kurzen Kapitel sorgen zwar für einen hohen Lesefluss, da gleichzeitig aber auch eine Unmenge an Charakteren, Perspektiven und Zeitsprüngen in die Handlung mit einfließen, habe ich beim Lesen dann doch recht schnell den Überblick verloren.

Das allein wäre eigentlich kein Problem gewesen, mit der Masse an Figuren ging aber leider auch eine gewisse Oberflächlichkeit bei deren Gestaltung einher, die es mir persönlich schwer gemacht hat, emotional irgendeine Beziehung zu den auftretenden Personen aufzubauen und sie nicht wie leblose Pappfiguren wahrzunehmen.

Auch das Ende hat mich irgendwie ein wenig verloren im Chaos zurückgelassen, was stilistisch vielleicht sogar ganz klug gemacht ist, mein Leseerlebnis allerdings nicht wirklich bereichert hat. Insgesamt habe ich schon Bücher von Anne Freytag gelesen, die mir deutlich besser gefallen haben, auch wenn dieses Geschichte sicherlich sehr aufrüttelnd wirken kann.


Fazit
Grundsätzlich habe ich in diesem Buch eine Menge Potenzial gesehen, wirklich überzeugen konnte mich die Umsetzung dann allerdings nicht. Langeweile kann auf keinen Fall aufkommen, dafür sorgen Spannungsbogen und Erzählstil, für mich war das aber einfach zu viel Tempo und zu wenig Tiefe, um wirklich begeisternd auf mich zu wirken.

Dafür gibt es von mir knapp drei Bücherstapel.

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