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Veröffentlicht am 13.01.2022

Jahreszeitenromantik mit schwächelnder Umsetzung

Die Hüter der fünf Jahreszeiten, Band 1: The Lie in Your Kiss (Romantische Fantasy - So aufwühlend wie der Herbstwind, so unvergesslich wie ein Sommerabend.)
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Worum geht’s?
Eigentlich lebt Bloom ein ganz normales Leben. Obwohl sie Mitglied einer der vier Familien ist, die die Jahreszeiten beherrschen, hält sie sich weitestgehend aus allen magischen Angelegenheiten ...

Worum geht’s?
Eigentlich lebt Bloom ein ganz normales Leben. Obwohl sie Mitglied einer der vier Familien ist, die die Jahreszeiten beherrschen, hält sie sich weitestgehend aus allen magischen Angelegenheiten heraus. Als dann aber der vorherige Hüter des Winters plötzlich verstirbt, brechen ihre Kräfte aus ihr heraus und sie muss kurzfristig einspringen, um das Amulett der Jahreszeiten zum Hüter des Frühlings bringen – ohne zu ahnen, in welche Gefahr sie sich dabei begeben wird.


Meine Meinung
Sobald ich irgendwo ein neues Buch zum Thema Jahreszeiten finde, bin ich sofort interessiert. Unabhängig vom Setting bietet diese Idee eigentlich immer eine Unmenge an Potenzial, und auch hier war ich vor allem gespannt darauf, wie die magischen Komponenten in die Handlung und das Setting eingebunden werden würden.

Der Beginn der Geschichte hat mir dabei ziemlich gut gefallen, der Schreibstil ließ sich flüssig lesen und der Spannungsbogen hat mein Interesse halten können. Das magische System war interessant aufgebaut und hatte einige Ansätze, die ich insbesondere in Kombination mit der Aktualität der Konfliktlandschaft ebenfalls recht spannend fand.

Ab etwa der Hälfte war ich dann leider nicht mehr so wirklich begeistert von der Umsetzung, was insbesondere an den immer häufiger auftretenden Wiederholungen lag. Selbst als Stilmittel war mir das einfach irgendwann deutlich zu viel des Guten, und insbesondere die Gedankenspiralen der Protagonistin gingen mir dabei gehörig auf die Nerven.

Wirklich warm geworden bin ich mit Bloom über das gesamte Buch hinweg irgendwie nicht, da mir ihre Art einfach nicht sympathisch werden wollte. Ohne die Fortsetzung vorverurteilen zu wollen, weckt der Aufbau dieser Geschichte leider jetzt schon den Eindruck, als hätte es ein etwas längerer Einzelband an dieser Stelle auch getan und dabei vielleicht sogar mehr Entwicklungsraum für die Figuren und den Plot gelassen.


Fazit
Die Idee und den ersten Teil der Geschichte fand ich auf jeden Fall gelungen, danach sank das Niveau für meinen Geschmack aber leider deutlich zu sehr ab. Insbesondere an den häufigen Wiederholungen und der Art der Protagonistin habe ich mich beim Lesen immer wieder aufgehängt, was dann doch eher enttäuschend war.

Dafür vergebe ich drei Bücherstapel.

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Veröffentlicht am 04.01.2022

Interessanter Reihenauftakt

Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann
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Worum geht’s?
Eigentlich ist Quinn ein ganz normaler Jugendlicher – cool, beliebt und ganz sicher das genaue Gegenteil von seiner Nachbarin Matilda, die ihren Kopf lieber in Bücher steckt und in Fantasiewelten ...

Worum geht’s?
Eigentlich ist Quinn ein ganz normaler Jugendlicher – cool, beliebt und ganz sicher das genaue Gegenteil von seiner Nachbarin Matilda, die ihren Kopf lieber in Bücher steckt und in Fantasiewelten verschwindet. Als Quinn nach einem mysteriösen Unfall im Rollstuhl sitzt, steht seine Welt plötzlich Kopf. Während Statuen zum Leben erwachen und er Dinge sieht, die eigentlich gar nicht real sei können, weiß er sich nicht anders zu helfen, als Matilda um Hilfe zu bitten – was beide prompt in ein magisches Abenteuer hinein katapultiert.


Meine Meinung
Kerstin Gier zählt schon wirklich lange zu meinen liebsten Jugendfantasyautorinnen und hat es bisher immer geschafft, mich mit ihren Geschichten zu begeistern – und da ist diese hier selbstverständlich keine Ausnahme.

Der Schreibstil lässt sich wenig überraschend sehr angenehm lesen und macht es einfach, das Buch in kurzer Zeit zu verschlingen. Auch wenn ich vermutlich ein bisschen älter als die primäre Zielgruppe der Geschichte bin, hatte ich keine Probleme dabei, mich in die Geschichte hineinzufinden und die Seiten wieder so zu inhalieren, wie ich das auch mit ihren anderen Büchern geschafft habe.

Quinn und Matilda sind zwei sehr liebenswerte Protagonisten, die mir beide auf ihre Art sympathisch waren und schnell ans Herz gewachsen sind. Natürlich sind beide irgendwo recht klischeehaft gestaltet, und insbesondere Quinn glänzt zu Beginn nicht gerade, aber insgesamt habe ich die beiden Protagonisten gerne bei ihren Abenteuern in dieser Geschichte begleitet.

Der Spannungsbogen macht auf jeden Fall Lust darauf, nicht nur dieses Buch, sondern auch alle möglichen Fortsetzungen zu lesen. Die Geschichte ist absolut fesselnd, wirklich abwechslungsreich und hat mich immer wieder neugierig darauf gemacht, was wohl als nächstes passieren würde. Die Fantasywelt wirft dabei eine Menge Fragen und Anknüpfungspunkte auf, die im nächsten Teil mit Sicherheit genug Material bieten, um eine mindestens ebenso begeisternde Geschichte zu ergeben.

Was mir allerdings nicht so wirklich gefallen hat, war der Umgang mit dem Thema Behinderung. Insgesamt ist der eher unglücklich gewählt, sowie sprachlich stellenweise überhaupt nicht gut umgesetzt und somit ein Kritikpunkt, der nicht ganz unwichtig für meine Bewertung ist.


Fazit
Als Kerstin Gier Fan kann ich fast gar nicht anders, als jedem ihre Bücher ans Herz legen zu wollen – und das ist auch bei diesem hier absolut verdient. Wer auf der Suche nach würdigen Nachfolgern zu ihren bisherigen Trilogien ist, dem wird dieser Reihenauftakt sicherlich gefallen, und wäre das Thema Behinderung sensibler angegangen worden, hätte ich definitiv eine volle Punktzahl vergeben können.

So gibt es von mir vier Bücherstapel.

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Veröffentlicht am 04.01.2022

Deutlich schwächere Fortsetzung

Stadt des Zorns
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Worum geht’s?
Auch neun Monate nach Janus' letztem großen Spiel hat sich Hannah noch immer nicht ganz von diesem Schrecken erholt. Als sie ihre Schwester in Köln besucht, bricht mitten in der Stadt ein ...

Worum geht’s?
Auch neun Monate nach Janus' letztem großen Spiel hat sich Hannah noch immer nicht ganz von diesem Schrecken erholt. Als sie ihre Schwester in Köln besucht, bricht mitten in der Stadt ein wahres Verkehrschaos auch – denn nicht nur Hannah hält sich in der Stadt auf, auch Janus ist dort und hat bereits die nächste grausame Idee für einen neuen Escape Room, der Hannah alles abverlangen wird.


Meine Meinung
Da ich von Teil eins dieser Geschichte wirklich begeistert war, habe ich mich unglaublich auf das Erscheinen von Band zwei und damit auf eine weitere hochspannende Geschichte gefreut. Eventuell habe ich meine Erwartungen da allerdings ein wenig zu hoch angesetzt, denn ganz so begeistert, wie ich es eigentlich erwartet hatte, war ich nach dem Lesen ehrlich gesagt nicht.

Der Einstieg ist mir noch relativ gut gelungen, es geht wirklich zügig los und der Lesefluss wird durch die recht kurzen Kapitel durchgängig hoch gehalten. Was dann allerdings den Schreibstil anbelangt, kam er mir im Vergleich zu Band eins irgendwie etwas platt und ein wenig heruntergeleiert vor.

Auch die Spannung hat meiner Meinung nach im Vergleich zum ersten Teil in diesem Buch deutlich gelitten. Das Konzept eines überdimensionalen Escape Rooms fand ich unglaublich spannend, die Umsetzung ist hier aber irgendwie nicht so richtig gut gelungen und kam mir stellenweise einfach eher überzogen und kaum durchdacht vor. Die eigentliche Spannung generiert sich dabei primär aus der Brutalität der Einfälle, die Antagonist Janus so hat, was mit der Zeit leider ein wenig plakativ auf mich gewirkt hat.

Die Figuren, Hannah mal ein wenig ausgenommen, haben ebenfalls nicht wirklich so gewirkt, als hätte man ihnen beim Schreiben besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet oder eine andere Aufgabe als das Sterben zugeteilt – wenn man hier den ersten Teil nicht kennt, könnte auch das zu einem etwas größeren Problem beim Lesen werden, als es bei mir schon der Fall war.


Fazit
Die Idee, eine Stadt in einen Escape Room zu verwandeln hatte auf jeden Fall Potenzial. Von der Umsetzung war ich vor dem Hintergrund des tollen ersten Bandes dann allerdings eher ein wenig enttäuscht, denn hier hatte ich vor allem spannungstechnisch einfach ein wenig mehr erwartet.

Dafür gibt es drei Bücherstapel von mir.

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Veröffentlicht am 04.01.2022

Thematisch hochaktuell

DAFUQ
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Worum geht’s?
Zehn Tage im Moskauer Arrest – die stehen Anja bevor, weil sie auf einer Demonstration gegen Regierungskorruption festgenommen wurde. Dort trifft sie auf fünf andere Frauen, die wie sie wegen ...

Worum geht’s?
Zehn Tage im Moskauer Arrest – die stehen Anja bevor, weil sie auf einer Demonstration gegen Regierungskorruption festgenommen wurde. Dort trifft sie auf fünf andere Frauen, die wie sie wegen kleinerer Vergehen einige Zeit im Arrest absitzen müssen. Sechs verschiedene Frauen, sechs verschiedene Leben, die hier aufeinandertreffen und dabei den Versuch eines Querschnitts der russischen Gesellschaft darstellen sollen.


Meine Meinung
Wenn man ein wenig auf das Tagesgeschehen in Russland achtet, trifft diese Geschichte auf jeden Fall einen aktuellen Nerv, was thematisch jede Menge Potenzial hat.

Mir persönlich hat die Umsetzung des Hörbuchs wirklich gut gefallen, die Sprecherin passt irgendwie zur Geschichte und ich hatte beim Hören nicht dauerhaft das Gefühl, eine höhere Abspielgeschwindigkeit einstellen zu müssen.

Mit der Handlung an sich habe ich mich dann allerdings stellenweise ein wenig schwer getan. So spannend wie das Setting an sich ja auch war, die Abläufe im Gefängnis selbst haben mich eher gelangweilt, und die zahlreichen Wiederholungen in den Beschreibungen haben es mir teilweise ein wenig schwer gemacht, motiviert weiterzuhören.

Interessanter fand ich dagegen die Figuren und ihre unterschiedlichen Hintergründe und Motive, die im Arrest aufeinandertreffen. Auch wenn es hier sicherlich insbesondere in Hinblick auf den eher ungewöhnlichen Schluss einige Punkte gibt, die nicht jedermanns Sache sind, fand ich die Charaktere und auch den persönlichen Bezug der Autorin zum Thema ziemlich spannend verwoben. Gleichzeitig hätte ich mir in der Umsetzung allerdings auch ein wenig mehr Deutlichkeit gewünscht, denn im Großen und Ganzen wirkt das Buch eben doch eher wie eine nette Erzählung und weniger wie eine wirkliche Systemkritik.


Fazit
Die Geschichte hat auf jeden Fall Potenzial, einige durchaus gelungene Ansätze und ist thematisch wirklich aktuell. Mir persönlich hat sowohl die Umsetzung der Geschichte selbst, als auch die des Hörbuchs an sich recht gut gefallen, man merkt in der Ausarbeitung aber doch eine gewisse Zurückhaltung, die die Geschichte in meinen Augen einfach etwas gehemmter und weniger tiefgründig hat wirken lassen, als ich bei diesem Buch erwartet hätte.

Von mir gibt es dafür drei Bücherstapel.

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Veröffentlicht am 28.12.2021

Niedlicher Jugendroman zum Wohlfühlen

Die Kirsche auf der Torte aller Katastrophen
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Worum geht’s?
Die siebzehnjährige Deborah steht kurz vor dem Abitur und möchte eigentlich bloß eins – glücklich sein und ihren Schulabschluss hinter sich bringen. Als dann jedoch sowohl in der Liebe, als ...

Worum geht’s?
Die siebzehnjährige Deborah steht kurz vor dem Abitur und möchte eigentlich bloß eins – glücklich sein und ihren Schulabschluss hinter sich bringen. Als dann jedoch sowohl in der Liebe, als auch in ihrem Zuhause dunkle Wolken aufziehen, steht ihr Leben auf einmal völlig auf dem Kopf. Doch Deborah wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht mithilfe von Freundschaft, Optimismus und einer ordentlichen Portion Humor auch diese Krisen angehen würde.


Meine Meinung
Mit diesem niedlich gemachten Jugendroman kann man definitiv für eine Weile abschalten und die Welt um sich herum vergessen. Der wirklich angenehm zu lesende Schreibstil hat es mir persönlich dabei sehr einfach gemacht, mich einfach mal davontragen zu lassen und in die Geschichte einzutauchen.

Protagonistin Deborah und ihre Probleme habe ich dabei als sehr authentisch wahrgenommen, was in Kombination mit dem mir so möglichen hohen Lesetempo zu einem sehr angenehmen Lesefluss geführt hat. Auch wenn ich mich dabei vielleicht nicht immer zu einhundert Prozent mit den Figuren identifizieren konnte, hatte ich trotzdem nicht das Gefühl, eine unglaubwürdige oder unrealistische Geschichte zu lesen.

Gut gelungen fand ich außerdem die Einbindung der verschiedenen Wendungen innerhalb der Geschichte, die ich zum Teil so gar nicht erwartet hätte. Der Spannungsbogen setzt zwar nicht auf hohes Tempo und erschreckende Plottwists, aber beim Lesen kann trotzdem einfach keine Langeweile aufkommen. Wäre ich jetzt außerdem noch ein wenig jünger, wäre das vermutlich eine der ganz wichtigen Geschichten für mich gewesen, zu der ich gerne und häufig wieder zurückgekommen wäre.


Fazit
Wer einfach einmal einen Nachmittag lang abschalten und in einer herzerwärmenden Geschichte versinken möchte, dem kann ich dieses Buch nur absolut empfehlen. Sicherlich hätte man die eine oder andere Wendung ein wenig anders lösen können, im Großen und Ganzen hat mich die Umsetzung aber wirklich begeistern können.

Dafür gibt es von mir vier Bücherstapel.

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