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Veröffentlicht am 15.04.2020

Meine Liebesgeschichte des Jahres

Für immer und dich
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Worum geht’s?
Als Jonas an einem kalten Januartag in die Berliner Ringbahn einsteigt, hätte er sicher nicht damit gerechnet, sich dort zu verlieben. Aber das tot traurige Mädchen, das ihm auf einmal gegenüber ...

Worum geht’s?
Als Jonas an einem kalten Januartag in die Berliner Ringbahn einsteigt, hätte er sicher nicht damit gerechnet, sich dort zu verlieben. Aber das tot traurige Mädchen, das ihm auf einmal gegenüber sitzt, fasziniert ihn überraschenderweise so sehr, dass er sie unbedingt wiedersehen will. Auch an ihr geht die Fahrt nicht spurlos vorbei, doch als Jonas wie verabredet am nächsten Montag wieder in der Bahn sitzt, taucht sie nicht auf. Von da an ist für beide nichts mehr wie es war, auch wenn der Weg zueinander manchmal länger sein kann, als man sich das vorstellt.


Meine Meinung
Das Jahr ist zwar noch nicht einmal zur Hälfte herum, aber mit Für immer und dich glaube ich schon jetzt eines meiner Jahreshighlights gefunden zu haben.

Schon das Cover ist ein absoluter Traum und passt vom Konzept her auch gut zum ersten Buch der Autorin, Songbird.

Sehr kreativ gemacht fand ich direkt, dass die Kapitel, in denen sich die beiden Protagonisten kennen lernen als Überschrift die Haltestationen der Ringbahn tragen. Schon der Prolog, der kein Prolog ist spiegelt den humorvollen Schreibstil wider, der sich durch die gesamte Geschichte zieht.

In Jonas, den männlichen Protagonisten, habe ich mich sofort verliebt. Ihn muss man aber auch einfach gerne haben, weil er sich trotz seiner eigenen Probleme um seine kleine Schwester kümmert, die auf Hilfe angewiesen ist und seiner alleinerziehenden Mutter so gut es geht unter die Arme greift. Auch in der Beziehung zu Josephine – der weiblichen Protagonistin – ist er sehr liebevoll und findet meistens das richtige Maß zwischen Rücksichtnahme und Forschheit, um sie daran zu erinnern, dass das Leben nicht vorbei ist, sobald Schwierigkeiten auftauchen.

Sein einziges Manko war in meinen Augen, dass er Josephine in der S-Bahn küsst, obwohl er zu dem Zeitpunkt eine Freundin hatte. Isabelle konnte ich zwar nicht leiden, weshalb mich ihre Gefühle nicht ganz so sehr interessiert haben, aber trotzdem ist fremdküssen kein besonders sympathischer Move von ihm.

Josephine, die nach einem Unfall in einer Spirale aus Orientierungslosigkeit festhängt, wirkt auf den ersten Blick kratzbürstig und völlig desinteressiert an jeglichen sozialen Kontakten. Mit der Zeit merkt man aber, dass sie vor allem unsicher ist und nicht wirklich weiß, was sie vom Leben will. In der Zeit, die sie mit Jonas verbringt, blüht sie merklich auf und war mir sehr sympathisch, was vor allem an ihrer eigentlich sehr witzigen und vorlauten Art lag.

Ihr charakterliche Entwicklung fand ich richtig gut und vor allem glaubwürdig gemacht. Anstatt ihre Probleme mit der Beziehung zu Jonas zu „lösen“, entscheidet sie sich selbst dazu, ihn für eine Weile zu verlassen und eine Therapie zu machen. Die Art und Weise, wie sie ihm das versucht zu sagen, war zwar echt unter aller Kanone, aber der Grundgedanke an sich hat mir gut gefallen.


Fazit
Für mich war Für immer und dich immer ein Stück weit eine emotionale Achterbahnfahrt, während der ich die Charaktere abwechselnd durchknuddeln und dann wieder an die Wand klatschen wollte.

Die Charaktere waren allesamt interessant und liebevoll gestaltet, was das Mitfiebern um so leichter gemacht hat. Glücklicherweise wirkte dabei niemand übertrieben klischeehaft, sodass ich mich an keiner Stelle der Geschichte über unnötige Dinge ärgern musste.

Ich habe mit Für immer und dich definitiv jetzt schon eines meiner Jahreshighlights für 2020 gefunden und kann jedem nur empfehlen, dieses Buch zu lesen.

Dafür gibt es von mir alle fünf Bücherstapel

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2020

Wenn die Liebe nicht an erster Stelle stehen darf

Das Licht von tausend Sternen
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Worum geht’s?
Für ihren autistischen Bruder Ben muss Harper schon ihr Leben lang zurück stecken. Bis sie Ashton kennen lernt, war das auch nie ein besonders großes Problem für sie. Doch er bringt ihr Herz ...

Worum geht’s?
Für ihren autistischen Bruder Ben muss Harper schon ihr Leben lang zurück stecken. Bis sie Ashton kennen lernt, war das auch nie ein besonders großes Problem für sie. Doch er bringt ihr Herz zum rasen und zeigt ihr, was andere Leute in ihrem Alter so machen. Ihre neu entdeckte Freiheit macht es Harper jedoch zunehmend schwerer, sich mit der Enge ihres alten Lebens zu arrangieren, und mit einem Mal muss sie sich entscheiden: Steht für sie die Familie oder die Liebe an erster Stelle, und kann sie das eine für das andere überhaupt aufgeben?


Meine Meinung
Diese Geschichte hat mich innerlich zerrissen und emotional so sehr berührt, wie mir das in letzter Zeit nur bei sehr wenigen Büchern passiert ist. Auch das Cover ist ein absoluter Traum und gefällt mir wahnsinnig gut. Der Schreibstil ist locker gehalten und sehr angenehm zu lesen, was mich angesichts der doch teils eher ernsten Themen positiv überrascht hat.

Das Thema Autismus ist mir nicht fremd, und auch in der jüngsten Vergangenheit sind aktuell ein paar Bücher erschienen, in denen diese Thematik aufgegriffen wurde. Deshalb war ich besonders gespannt darauf, wie diese Geschichte mit dem Aspekt umgeht.

Zunächst einmal zu den Charakteren: Harper, die weibliche Protagonistin, war mir überwiegend sehr sympathisch. Ihr Leben spielt sich zwischen der Uni und ihrem Zuhause ab, da sie ihre Freizeit ausschließlich ihrem Bruder und ihrer Mutter widmet. Dass sie die Bedürfnisse ihrer Familie über ihre eigenen stellt, ist auf der einen Seite ein unglaublich bewundernswerter Charakterzug an ihr, auf der anderen Seite scheint sie dadurch aber auch der Meinung zu sein, weder Spaß noch persönliches Glück verdient zu haben. Auf Dauer fand ich das fast ein wenig anstrengend, denn mit dieser Annahme liegt sie ja eigentlich völlig falsch.

Auch die Geheimniskrämerei um ihren Bruder habe ich nicht ganz verstanden, denn auch wenn Ashton so einiges mit sich herum zu schleppen hat und in der Vergangenheit sehr darunter litt, dass sich seine Eltern ausschließlich auf seine kranke Schwester fixiert haben, ist es einfach keine geeignete Basis für eine Beziehung, wenn sie ihm so einen elementaren Teil ihres Lebens verschweigt.

Seine Reaktion fand ich allerdings auch ein wenig überzogen, denn er tut ja förmlich so, als habe Harper ihn mit einem anderen betrogen. Dass er sich hinterher dann doch noch entschuldigt und die Beziehung so gerettet hat, hat ihm bei mir doch noch genug Sympathiepunkte eingebracht, um nicht ganz unten durch zu sein.

Sehr gut gefallen haben mir die Szenen mit Harper und Ashton, in denen sie einmal nicht an alle Probleme und Sorgen des Alltags denken mussten. Dort wird eine Leichtigkeit spürbar, die mich direkt mitgerissen und dazu gebracht hat, sowohl Freud als auch Leid mit den Protagonisten zu durchleben.

Gut gestaltet fand ich auch die zahlreichen Nebencharaktere, die alle mit einer eigenen Geschichte und ihren ganz persönlichen Sorgen und Nöten ausgestattet wurden. Besonders Ashtons Mitbewohnerin und gleichzeitig beste Freundin seiner verstorbenen Schwester war eine wichtige emotionale Stütze, die die beiden Protagonisten ab und an mal etwas in die richtige Richtung geschoben hat, wenn genau das notwendig wurde.


Fazit
Das Licht von tausend Sternen ist eine wirklich berührende Liebesgeschichte, bei der man mit den Protagonisten sowohl mitlachen als auch mitweinen kann. Hier ist die Welt nicht immer aus rosaner Zuckerwatte, aber das verleiht der Geschichte auch einen authentischen Touch, den ich sehr zu schätzen weiß.

Wer eine gefühlvolle Lovestory, große Emotionen und ein bisschen Drama mag, der wird sich mit Das Licht von tausend Sternen wohl fühlen.

Dafür gibt es von mir viereinhalb Bücherstapel

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2020

Ein deutscher Spion in Amerika

Der Empfänger
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Worum geht’s?
Kurz vor dem Eintritt der Amerikaner in den Zweiten Weltkrieg lebt der deutsche Auswanderer Josef Klein ziemlich unauffällig im New Yorker Stadtteil Harlem. Sein Leben spielt sich zwischen ...

Worum geht’s?
Kurz vor dem Eintritt der Amerikaner in den Zweiten Weltkrieg lebt der deutsche Auswanderer Josef Klein ziemlich unauffällig im New Yorker Stadtteil Harlem. Sein Leben spielt sich zwischen der Arbeit in einer Druckerei und seiner großen Leidenschaft, dem Amateurfunken ab. Darüber lernt er auch die jungen Amerikanerin Lauren kennen, die genau wie er gerne funkt und irgendetwas an ihm faszinierend zu finden scheint. Doch nicht nur sie interessiert sich für Josef, auch der deutsche Geheimdienst hat Interesse daran, Josefs technisches Geschick am Funkgerät für seine Zwecke einzusetzen. Zunächst freut dieser sich über die zusätzliche Einnahmequelle, begreift jedoch nicht, in welche Machenschaften er da hineingeraten ist und ist schon bald Teil des deutschen Spionageapparats.


Meine Meinung
Aufgrund der Thematik habe ich zunächst damit gerechnet, dass das Buch eher ein wenig trocken und der Schreibstil eher sperrig ausfallen würde. Das war hier aber absolut nicht der Fall, was mich wirklich positiv überrascht hat.

Der Schreibstil ist fesselnd und sehr angenehm zu lesen, sodass man schnell durch die Geschichte kommt. Die Handlung springt zwischen drei Orten und Zeitebenen hin und her: New York in der Vorkriegszeit, Neuss in der Nachkriegszeit und Buenos Aires in den 50er Jahren. Zu Anfang war das leicht irritierend, aber man konnte sich relativ schnell daran gewöhnen. Aufmerksamkeit war beim Lesen jedoch trotzdem gefragt, denn die einzelnen kleinen Puzzleteile der an sich ziemlich reduzierten Handlung waren über die gesamte Geschichte verteilt.

Die Figuren wirkten zumeist relativ distanziert auf mich, weshalb ich keine wirkliche Beziehung zu irgendeinem der auftretenden Charaktere aufbauen konnte. Das war aber eigentlich nicht weiter schlimm, denn die Faszination dieser Geschichte geht vor allem von der Atmosphäre und der Sprache aus, die ein so bedeutsames Thema so wunderbar leise erzählt, dass man gar nicht mehr aufhören möchte zu lesen. Ich fand es außerdem sehr beeindrucken, wie die Autorin das Hauptaugenmerk der Erzählung nicht auf die Frage nach Schuld oder Unschuld einzelner Personen gelegt hat, sonders eher beleuchtet, wie leicht ein Unwissender in Dinge hineingeraten kann, deren Dimensionen für den Betroffenen nicht oder nur bruchstückhaft zu erfassen sind. Der Protagonist wirkte dadurch sehr menschlich und nahbar, was der Geschichte einen sehr emotionalen Aspekt verliehen hat.

Besonders schön fand ich darüber hinaus auch die Liste mit den weiteren Literaturtipps am Ende des Buchs, die es dem Leser ermöglichen, sich auch nach Beendigung der Geschichte noch weiter mit der Thematik zu befassen.


Fazit
Mit Der Empfänger hat Ulla Lenze ein beeindruckendes und gut recherchiertes Porträt der deutschen Spionageaktivitäten in Amerika gezeichnet, welches durch das Einzelschicksal eines unwissenden Akteurs eine sehr persönliche Note bekommt.

Wer sich für eine literarisch beeindruckend ausgearbeitete Betrachtung eines historisch relevanten Themas interessiert, der sollte diesem Buch auf jeden Fall seine Aufmerksamkeit schenken.

Dafür gibt es von mir alle fünf Bücherstapel

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Veröffentlicht am 20.03.2020

Eine Liebe gegen alle Widerstände

Ray & Grace
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Worum geht’s?
Für Grace steht schon sehr früh fest, wie ihr Leben einmal aussehen wird. Sie ist mit dem Footballspieler Liam zusammen, den sie nach dem Abschluss ihres Studiums heiraten soll, um die Firmenimperien ...

Worum geht’s?
Für Grace steht schon sehr früh fest, wie ihr Leben einmal aussehen wird. Sie ist mit dem Footballspieler Liam zusammen, den sie nach dem Abschluss ihres Studiums heiraten soll, um die Firmenimperien ihrer Eltern zu vereinen. Ihre eigenen Wünsche und Träume haben in dieser Welt keinen Platz, doch für Grace scheint die Aufgabe einer sicheren Zukunft ein zu hoher Preis für ihre eigene Freiheit zu sein. Durch eine von ihrem Freund initiierte Wette soll sie die Freundin von Ray spielen, dessen Familie aus Indien im Anflug ist und ihn schon seit längerem in festen Hände wähnt. Grace stimmt zu und erkennt ab da, wie anders ihr Leben sein könnte. Doch dazu müsste sie alle Sicherheiten aufgeben, die ihr Dasein bisher bestimmt haben.


Meine Meinung
Die Grundidee, aus einer Wette eine Liebesgeschichte entstehen zu lassen, ist sicherlich nicht völlig neu und lässt auf den ersten Blick vor allem eine ganze Menge Klischees vermuten. In der Umsetzung fand ich das hier aber absolut nicht schlecht gemacht, und auch was die klischeehaften Wendungen angeht, hielt sich das meiner Meinung nach absolut in Grenzen.

Der Schreibstil liest sich sehr angenehm, und ich bin lediglich ein- oder zweimal über ein paar Formulierungen gestolpert, was aber durchaus kein Weltuntergang ist.

Die beiden Protagonisten waren mir sehr sympathisch, auch wenn ich Grace's Art zu Anfang wirklich furchtbar fand. Bei ihr bin ich wirklich froh darüber, dass sie sich zu einer wesentlich selbstbewussteren Persönlichkeit weiterentwickelt hat und nicht immer bloß zu allem nickt, auch wenn ihr etwas nicht passt.

Ray wird zwar als klassischer Badboy beschrieben, wirkte aber so handzahm auf mich, dass ich das fast schon wieder unglaubwürdig fand. Sämtliche seiner "Vergehen" liegen weit in der Vergangenheit zurück, und er konzentriert sich auch vor der Wette schon ausschließlich auf Grace. Im direkten Vergleich mit Liam wirkt er natürlich gleich noch mal doppelt so nett wie er eigentlich schon ist, was ihn eindeutig zu einem meiner Lieblingscharaktere macht.

Die Familie von Ray ist ebenfalls absolut goldig dargestellt, und besonders seine Mutter habe ich sofort ins Herz geschlossen. Auf ihre eigene Familie kann Grace ja leider überhaupt nicht zählen, wie zum Ende ja noch mal sehr deutlich bewiesen wurde. In dem Moment habe ich richtig mit ihr mitgelitten, denn so etwa sollte kein Mensch ertragen müssen.


Fazit
Ray und Grace ist eine wirklich süße Liebesgeschichte, die den Leser auf eine kleine Weltreise entführt und so eine traumhafte Kulisse für große Gefühle bietet.

Durch die charakterliche Entwicklung von Grace bekommt die Geschichte noch einmal ein wenig mehr Tiefe und stimmt somit sicherlich auch die Leser gnädig, die schwachen Protagonistinnen eigentlich nichts abgewinnen können.

Dafür gibt es von mir vier Bücherstapel

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.03.2020

Tomas Piety räumt auf

Priest of Bones
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Worum geht’s?
Als Tomas mit seiner Kompanie aus dem Krieg in seine Heimatstadt Ellinburg zurückkehrt, muss er mit entsetzen feststellen, dass sich eine Truppe fremder Ganoven sein mühsam aufgebautes System ...

Worum geht’s?
Als Tomas mit seiner Kompanie aus dem Krieg in seine Heimatstadt Ellinburg zurückkehrt, muss er mit entsetzen feststellen, dass sich eine Truppe fremder Ganoven sein mühsam aufgebautes System aus Gasthäusern, Bordellen und Glücksspielhallen unter den Nagel gerissen hat. Gemeinsam mit seinen Kriegskameraden, seinem Bruder Jochan und seiner Stellvertreterin Bloody Anne macht sich Tomas daran, die verlorenen Kaschemmen zurück zu erobern und geht dabei über nicht gerade wenige Leichen. Unterstützung erhält er dabei von Billy the Boy, einem zwölfjährigen Jungen der von der Göttin berührt ist und magische Fähigkeiten entwickelt, die den Pious Men im Kampf um ihre Vorherrschaft von Nutzen sein können.


Meine Meinung
Es sind keine leichten Zeiten, in denen Tomas und seine Pious Men leben. Den Krieg haben sie zwar überlebt, aber kaum sind sie wieder zu Hause, beginnt ein neuer Kampf – Nur diesmal um Dinge, von denen sie eigentlich dachten, dass sie schon ihnen gehören. In dieser Situation geht es entsprechend brutal zu, auch wenn ich fand, dass sich die gewalttätigen Szenen relativ ausgeglichen verteilt haben und somit nicht zu viel wurden.

Eine ausgeglichene Verteilung in Bezug auf das Auftreten von Magie in der Geschichte konnte ich dagegen leider nicht feststellen, denn obwohl Billy the Boy immer irgendwo in der Handlung auftaucht, werden seine magischen Fähigkeiten erst zum Schluss kurz thematisiert.

Sehr interessant gestaltet fand ich die Charaktere, die auch für eine Geschichte aus den Genre Fantasy eher ungewöhnlich sind. Tomas als mordender Priester, eine Stellvertreterin mit tragischem Hintergrund und einer schnellen Schwerthand und ein zwölfjähriger Magier – Das habe ich so noch in keiner Geschichte gelesen. Trotz der Gewalttätigkeit, die so ziemlich jeder an den Tag legen muss, mochte ich die Protagonisten fast ausnahmslos. Einzig Jochan gegenüber bin ich noch sehr skeptisch, da er nicht gerade vertrauenerweckend wirkt und sicherlich noch etwas im Schilde führt.

Gut gefallen hat mir auch der Schreibstil, er passt zu der rauen Welt in der die Geschichte spielt und unterstützt die durchaus dunkle Stimmung, die entsprechend der Lebensumstände vorherrscht.

Auch das Cover finde ich sehr schön gemacht, es wirkt zwar ein wenig harmloser als die Geschichte tatsächlich ist, aber mir als Ästhetikerin gefällt es sehr gut.


Fazit
Wer schwache Nerven hat, dem würde ich dieses Buch vielleicht eher weniger empfehlen, denn in Ellinburg rollen ein paar Köpfe. Trotz des angenehmen Schreibstils und der erfolgreich etablierten Stimmung ist mir der geringe Fokus auf die Magie ein wenig negativ aufgefallen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man von deren Existenz und Wirkung zumindest ein wenig eher etwas erfährt, aber eventuell kann da Band zwei Abhilfe schaffen. Insgesamt hat mir Priest of Bones gut gefallen und ich bin schon gespannt darauf, wie die Geschichte um Tomas und seine Pious Men im zweiten Teil weiter geht.

Dafür gibt es von mir viereinhalb Bücherstapel

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