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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2026

Anders als erwartet

Böser, böser Wolf
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Die Mischung aus einem Serientäter und klassischen Märchen klang für mich nach einem spannenden Thriller. Der erste Teil startet auch so. Die Perspektiven zwischen Opfer und Ermittlerin wechseln, was eine ...

Die Mischung aus einem Serientäter und klassischen Märchen klang für mich nach einem spannenden Thriller. Der erste Teil startet auch so. Die Perspektiven zwischen Opfer und Ermittlerin wechseln, was eine spannende Dynamik bringt. Bei den Charakteren blieb ich etwas unschlüssig, da sie sich meiner Meinung nach, nicht immer nachvollziehbar verhalten haben.
Dann kommt es zu einem plötzlichen Plot Twist und der Roman entwickelt sich völlig anders weiter. Eigentlich mag ich Überraschungen, aber diese passte nicht richtig. Während man sich dann etwas mit der Überraschung arrangiert hat, kommt die nächste Wendung und irgendwie passte es für mich nicht mehr. Die Thriller Handlung tritt in den Hintergrund und auch das Märchenmotiv, was mich eigentlich an dem Roman angesprochen hat, ist am Ende kaum noch wichtig.
Mein Problem mit dem Roman ist gewesen, dass es nicht der Roman war, der angekündigt war. Ich verstehe, dass die Entwicklung eine Überraschung sein sollte, das war es auch. Aber wenn ein Roman als Thriller mit Märchenmotiv verkauft wird, sollte es das auch sein. Und für mich war es das am Ende nicht, vor allem der zweite Teil, war eher absurd als ein Thriller. Gleichzeitig empfand ich die Protagonisten und auch die Nebencharakter als zu oberflächlich beschrieben. Sie gingen mir alle nicht sehr nah.
Ich könnte mir vorstellen, dass wenn aus der Romanidee zwei abgeschlossene eigene Romane geschrieben wären, hätte ich mit mehr Begeisterung gelesen.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.02.2026

Blieb zu oberflächlich

Royal Houses – Haus der Drachen
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Der Roman von K. A. Linde ist der erste Teil einer neuen Reihe. Das Setting fühlt sich an wie eine todo Liste für einen erfolgreichen Fantasyroman. Trennung zwischen Arm und Reich, eine Art Internat für ...

Der Roman von K. A. Linde ist der erste Teil einer neuen Reihe. Das Setting fühlt sich an wie eine todo Liste für einen erfolgreichen Fantasyroman. Trennung zwischen Arm und Reich, eine Art Internat für nicht gewollte Kinder, Drachen, machtvolle Familien, ein Wettbewerb und natürlich Magie. Dazu eine schlagkräftige Protagonistin, die geheimnisvolle Kräfte hat und eine komplizierte Familiengeschichte.
Ohne lange Erklärung wird man in die Story hineingeworfen und erst nach und nach erfährt man mehr über die Welt. Aus meiner Sicht fehlten für mich viele Informationen, um die Handlung auch nachzuvollziehen zu können. So z.B. der Wettbewerb, wirkt am Anfang sehr wichtig, wird dann aber zur Nebensächlichkeit, ähnlich mit den Drachen, auch die wirken im größten Teil des Romans auch wie Randfiguren. Einige Handlungsstränge dagegen wurden intensiv und sehr spannend beschrieben.
Für mich ein Roman, der sehr gute Ideen hatte, aber ich hatte das Gefühl die Autorin wollte unbedingt noch Tropes und Charaktere einführen, damit der Roman in bestimmte Kategorien passt. Dadurch blieb mir es insgesamt zu oberflächlich und ich konnte mich teilweise nicht in die Entscheidungen der Protagonisten einfühlen.
Ich könnte mir vorstellen, dass es extra so gedacht ist, dass in den Folgebänden mehr auf das Setting eingegangen wird, aber ich hätte es mir schon in diesem Band gewünscht. Dennoch ist der Roman spannend zu lesen und macht auf die Folgebände neugierig.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Überraschende Wendungen

Eisland
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Dies ist bereits der Krimi Serie um die Ermittler Signe Kristiansen und Martin Juncker in Kopenhagen. Da die persönliche Entwicklung der Protagonisten immer viel Raum in den Romanen einnimmt, empfehle ...

Dies ist bereits der Krimi Serie um die Ermittler Signe Kristiansen und Martin Juncker in Kopenhagen. Da die persönliche Entwicklung der Protagonisten immer viel Raum in den Romanen einnimmt, empfehle ich sehr, auch die vorherigen Bände zu lesen.
Diesmal beginnt der Roman mit einer Niederlage für Juncker, denn ein vermeintlicher Mörder, den Juncker ins Gefängnis gebracht hat, wird nach Jahren freigesprochen. Juncker glaubt weiterhin an die Schuld und nimmt den Fall wieder auf. Dann stirbt der verantwortliche Staatsanwalt und der Fall nimmt eine ganz neue Richtung.
Wie bei den anderen Bänden ist die Charakterzeichnung der Protagonisten sehr gut gelungen. Alle haben ihre großen und kleinen Probleme. Sie wirken menschlich in ihrer Verletzlichkeit. Gut ist das Nabiha diesmal mehr Raum bekommt.
Insgesamt hatte ich bei diesem Teil aber das Gefühl, dass die privaten Verstrickungen diesmal für mich zu viel Raum einnahmen. Der eigentliche Fall wurde deswegen immer öfter in den Hintergrund gedrängt. Ein Punkt, den ich persönlich nicht mag, der aber natürlich bei der Weiterentwicklung der Charaktere hilft.
Wie bei den Vorgängerbänden ist auch bei diesem Band die große Stärke der Realismus. Die Charaktere, die Geschichte, die Beschreibungen der Schauplätze wird realistisch und genau beschrieben. Ich konnte mich wieder wunderbar hineinfühlen und sah auch die düsteren Seiten von Kopenhagen vor mir.
Die Reihe und auch dieser Band bekommen von mir eine Empfehlung für alle Krimileser*innen, die realistischen Geschichten mit authentischen Charakteren lesen möchten.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Unterhaltsam mit ein paar Längen

Das Ganymed-Fragment
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Der Roman ist eine Mischung aus Science-Fiction und Krimi. Die Handlung setzt im Jahr 2225 ein. Das Sonnensystem wurde kolonialisiert, aber ansonsten hat sich die Menschheit nicht weiterentwickelt. Die ...

Der Roman ist eine Mischung aus Science-Fiction und Krimi. Die Handlung setzt im Jahr 2225 ein. Das Sonnensystem wurde kolonialisiert, aber ansonsten hat sich die Menschheit nicht weiterentwickelt. Die Gesellschaft wird immer noch von Gier und Machtgefällen dominiert. Große Industriefirmen kämpfen um die Rohstoffe der Monde im Sonnensystem. Protagonist des Romans ist Alan Bishop, ein desillusionierter Ermittler, der auf dem Mond Ceres arbeitet. Mit einem neuen Auftrag wird sich sein Leben ändern. Er soll den Tod eines Bergingenieurs auf dem Jupitermond Ganymed aufklären. Damit wird eine Lawine losgetreten, die alles verändern kann.
Der Einstieg des Romans ist gelungen, die Beschreibung der Trostlosigkeit auf Ceres und die Industrieanlagen auf Ganymed wirkten sehr realistisch und ich konnte mich gut in die Welt hineinversetzen. Der Beginn der Ermittlung des Todesfalls ist ähnlich wie ein klassischer Krimi mit Täuschungen und immer wieder der Frage wen kann man trauen. Ab Mitte des Buches fiel die Spannung etwas für mich, auch wirkten die Handlungsstränge nicht mehr logisch auf mich. Mir fiel auch zunehmend schwerer die Handlungsmotive der einzelnen Charaktere nachzuvollziehen. Am Ende gibt es dann nochmal einen spannenden Showdown, der aber einige Fragen offenließ. Aber vielleicht erfährt man im Folgeroman mehr, denn der Roman endet mit den Worten „Fortsetzung folgt“, was mir am Anfang nicht klar war. Aber zum Glück gibt es keinen richtigen Cliffhanger.
Der Roman ist ein unterhaltsamer Krimi im Science-Fiction Gewand mit einem sympathischen Protagonisten, über den ich gerne mehr erfahren hätte. Gelungen ist es dem Autor vor allem eine dunkle Atmosphäre zu schaffen mit realitätsnaher Zukunft.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Spannende Dystopie mit etwas Luft nach oben

To Cage a Wild Bird
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Endlich mal wieder eine Dystopie. Vor einigen Jahren gab es einen richtigen Hype, der aber nachgelassen hatte. Vielleicht geht es jetzt wieder los.
Die Autorin hat eine Welt geschaffen, bei der nach einer ...

Endlich mal wieder eine Dystopie. Vor einigen Jahren gab es einen richtigen Hype, der aber nachgelassen hatte. Vielleicht geht es jetzt wieder los.
Die Autorin hat eine Welt geschaffen, bei der nach einer großen Katastrophe die Menschen sich neu orientieren mussten und ein stark hierarchischer Stadtstaat geschaffen haben. Die Spaltung zwischen Arm und Reich ist enorm, was zu Konflikten führt. Offiziell zur Abschreckung gibt es eine Gefängnisanlage namens Endlock (wie passend), bei der die Menschen nicht einfach nur eingesperrt werden, sondern sie dürfen auf einer dafür vorgesehenen Anlage gejagt werden, gegen ein üppiges Entgelt natürlich. Perfektes System in einer kapitalistischen Gesellschaft, wo das einzelne Leben nichts zählt.
In dieser Gesellschaft wächst Raven auf. Seit dem Tod ihrer Eltern kümmert sie sich um ihren jüngeren Bruder und arbeitet als Kopfgeldjägerin. Als ihr Bruder festgenommen wird und nach Endlock kommt. Versucht Raven auch ins Gefängnis zu kommen, um ihren Bruder zu retten. Dabei muss sie sich auf die Rebellen verlassen und einem Menschen vertrauen, der eigentlich auf der anderen Seite steht.
Brooke Fast ist eine sehr spannende Dystopie gelungen, die zum Teil sehr grausame und menschenverachtende Gesellschaft aufzeigt. Die Szenen im Gefängnis sind sehr realistisch beschrieben. Es war manchmal keine leichte Kost. Die Liebesgeschichte empfand ich persönlich als eher störend und sie hat mich auch nicht so sehr berührt. Ich hätte es spannender gefunden die Dynamik zwischen den Gefangenen stattdessen noch mehr in den Blick zu nehmen und auch Ravens Bruder mehr Raum zu geben. Denn er blieb die ganze Zeit eher blass. Raven dagegen ist ein gut ausgearbeiteter Charakter, in die ich mich gut hineinfühlen konnte. Auch das Setting ist gut gelungen.
Bei der geplanten Flucht gab es für mich ein paar Ungereimtheiten, aber insgesamt war die Story logisch aufgebaut. Der Roman liest sich gut, vor allem der Spannungsaufbau ist gelungen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und hoffe auf ein wenig mehr Infos zur Gesellschaft und den Rebellen.

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