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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2018

Überraschend, spannend, sympathische Ermittler

Winterkalt: Thriller
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Dies ist ein weiterer Krimi mit dem Ermittlungsduo Rechtsmedizinerin Julia Schwarz und dem Kriminalkommissar Florian Kessler. Die Romane bauen bis auf das Privatleben der Ermittler kaum aufeinander auf, ...

Dies ist ein weiterer Krimi mit dem Ermittlungsduo Rechtsmedizinerin Julia Schwarz und dem Kriminalkommissar Florian Kessler. Die Romane bauen bis auf das Privatleben der Ermittler kaum aufeinander auf, können meiner Meinung nach, auch einzeln gelesen werden.
Gekonnt startet der Roman aus der Sicht eines Opfers. Es ist so geschrieben, dass ich mich schnell hineinversetzen konnte und mitgelitten habe. Dadurch war ich auch sofort emotional involviert als die erste Leiche gefunden wurde. Der Mörder ist dieses Mal sehr kreativ: er stellt seine Opfer als wunderschöne Eisskulptur dar. Das müsste eigentlich den Täterkreis einschränken, aber trotzdem wusste ich bis zum Ende nicht wer der Täter ist und wurde überrascht. Die Autorin spielt gekonnt mit Vermutungen und lässt den Leser zusammen mit den Ermittlern in Sackgassen laufen. Bei beiden Ermittler wird auch für ihr privates Raum gegeben ohne allzu sehr abzuschweifen. Sie werden dadurch greifbarer und menschlicher, dennoch bleiben die privaten Probleme in der zweiten Reihe, was mir persönlich wichtig ist, denn für mich steht der Kriminalfall ganz vorne.
Abwechslung bringen auch die unterschiedlichen Handlungsstränge, wo ich überlegen musste, ist das jetzt vielleicht das neue Opfer. Auch die Sicht des Täters ist natürlich interessant. Für mich ein rundum gelungener Krimi. Ich hoffe sehr, dass es bald weitere Teile dieser Reihe gibt.

Veröffentlicht am 26.11.2018

Ungewöhnliches Buch

Ca. 750 g Glück – Das kleine Buch über die große Lust sein eigenes Sauerteigbrot zu backen
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Auf das Buch wurde ich eigentlich nur aufmerksam, weil ich das Brotbackbuch von Lutz Geißler habe und liebe. Außerdem wollte ich mich schon immer mal an einen Sauerteig wagen und dachte, das ist endlich ...

Auf das Buch wurde ich eigentlich nur aufmerksam, weil ich das Brotbackbuch von Lutz Geißler habe und liebe. Außerdem wollte ich mich schon immer mal an einen Sauerteig wagen und dachte, das ist endlich die Gelegenheit. Aber „ca. 750g Glück“ ist viel mehr als ein Backbuch. Es ist, ich weiß es nicht, denn so eine ungewöhnliche Mischung ist mir noch nie in die Hände gefallen.
Keine Angst, es gibt ein Sauerteigrezept und der Teig ist mir auch gelungen. Es ist aber eher eine Liebesgeschichte für das Sauerteigbrot inklusive Rezepten, statt einem Backbuch. Vor allem der erste Teil ist philosophischer Natur. Es geht um Brot und Glück, wie ist das verbunden. Und auch wenn mir manches etwas weit ausgeholt vorkam, ging es leicht zu lesen und hat mich zum Nachdenken gebracht. Dazu passen die wirklich schönen Fotos, sie sind professionell gemacht. Es gibt kein Schnickschnack Drumherum, sondern das Brot und der Weg zum Brot stehen allein im Vordergrund. Ähnlich sieht es mit dem Einband aus, der hochwertig wirkt und gleichzeitig minimalistisch in der Gestaltung.
Danach geht es zum Backen, die Rezepte bleiben dabei sehr überschaubar. Da hätte ich mir einfach mehr Differenziertheit gewünscht.
Mir fällt es schwer eine Zielgruppe für dieses Buch zu finden. Es ist wahrscheinlich für Menschen perfekt, die backen nicht nur aus Geschmacks- und Spargründen, sondern die Backen, weil sie etwas Reales schaffen wollen und bei der eigenen Herstellung von Lebensmitteln mehr sehen als nur das Ergebnis. Dieses Buch regt zum Nachdenken an und ist dennoch leicht zu Lesen. Es hat mir gefallen bis auf ein paar kleine Abstriche.

Veröffentlicht am 07.11.2018

Nanos - spannend und realistisch

Nanos - Sie bestimmen, was du denkst
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Gleich zu Beginn möchte ich anmerken, dass das Buch ein Mehrteiler ist, der zweite folgt voraussichtlich im Mai 2019. Ich möchte es nur erwähnen, da es mir nicht klar war.
Timo Leibig hat eine Welt geschaffen, ...

Gleich zu Beginn möchte ich anmerken, dass das Buch ein Mehrteiler ist, der zweite folgt voraussichtlich im Mai 2019. Ich möchte es nur erwähnen, da es mir nicht klar war.
Timo Leibig hat eine Welt geschaffen, die mir zum einen sehr bekannt vorkommt. Denn es spielt in Deutschland, nur wenige Jahre in der Zukunft. Und anderseits erschreckt mich diese Zukunftsvision, weil sie so realistisch wirkt. Die Menschen werden durch kleine Nanos in Wasser und Lebensmitteln vom Staat gelenkt. Sie hinterfragen nichts mehr und folgen ihrem Präsidenten widerstandslos. Ein paar Menschen sind dagegen immun, sie müssen versteckt leben, denn werde sie erkannt, werden sie gefangen genommen und verschwinden spurlos.
Protagonist Malek hat davon wenig mitbekommen, er war im Gefängnis, aber auf der Flucht lernt er eine Rebellenbewegung kennen. Er schließt sich ihnen an, aber nicht, weil er an die Sache glaubt, sondern weil er sein Versprechen einhalten will, was er seinem Freund auf dem Totenbett gab.
Durch die unterschiedlichen Handlungsstränge lernt man die Welt von Timo Leibig sehr gut kennen. Maria, die in Berlin lebt und aufpassen muss, dass man sie nicht entdeckt, denn sie gehört zu den Immunen, war für mich der emotional stärkste Part. Sie tut alles um ihren Sohn zu schützen und die ständige Angst entdeckt zu werden, hat der Autor sehr gut beschrieben. Aber auch Maleks Part ist spannend und wird nie langweilig. Insgesamt sind die Charaktere gut gelungen, es gibt keine einfache schwarz/weiß Zeichnung. Die Guten sind auch böse. Nur ein Punkt gefiel mir nicht, dass alle Frauen mit Kindern, drei 3 Stück an der Zahl, von Timo Leibig sehr irrational handelnd dargestellt werden, wenn es um ihre Kinder geht. In gewisser Weise konnte ich es verstehen, aber in der Masse fand ich es zu einseitig dargestellt.
Dennoch das Buch hat mich überzeugt und Teil 2 steht schon auf der Wunschliste. Es ist ein realitätsnaher Thriller, der den Spannungsbogen kontinuierlich hält. Und sehr verschiedene Aspekte dieser dystopischen Welt durch die verschiedenen Perspektiven widerspiegelt. Ich erhoffe mir vom zweiten Teil noch mehr Hintergründe über die Nanos und die Entwicklung zu dieser Diktatur.

Veröffentlicht am 17.10.2018

Gute Idee, aber sehr langatmig

Sleeping Beauties
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Steven King kenne ich noch aus meiner Jugend, es ist also lange her. Und jetzt wollte ich ihn mal wieder für mich neu entdecken. Die kurze Inhaltsangabe gefiel mir. Eine Welt, wo Frauen, wenn sie einschlafen ...

Steven King kenne ich noch aus meiner Jugend, es ist also lange her. Und jetzt wollte ich ihn mal wieder für mich neu entdecken. Die kurze Inhaltsangabe gefiel mir. Eine Welt, wo Frauen, wenn sie einschlafen in einen Kokon gehüllt werden und nicht wieder aufwachen, aber auch nicht tot sind. Die Männer auf sich allein gestellt. Der Handlungsort konzentriert sich wie so oft bei King auf eine amerikanische Kleinstadt. Vom Rest der Welt bekommt wenig mit, obwohl es ein weltweites Phänomen ist.
Das Thema des Buches ist eindeutig Gender, Feminismus. Leider wenig subtil rübergebracht. Im Buch sind eindeutig die Männer die Bösen und die Frauen die Opfer, auch die Frauen im Gefängnis sind eigentlich nur dort, weil sie böse Männer hatten. Diese einfach schwarz/weiß Zeichnung gefiel mir nicht. Erst am Ende wird es differenzierter.
Was es für mich schwierig machte dem Hörbuch zu folgen, waren vor allem die Vielzahl an Charakteren. Gerade die Männer konnte ich kaum auseinanderhalten. Die Namen schwirrten in meinem Kopf und ich hatte sie bildlich nicht vor Augen. Das lag für mich eindeutig daran, dass die Autoren bei der Charakterisierung eher auf Quantität als auf Qualität seine Aufmerksamkeit setzten. Dazu kommt das sich die Geschichte sehr zog. Eigentlich bin ich nicht für gekürzte Hörbücher, aber hier hätte es gutgetan.
Positiv möchte ich den Sprecher des Hörbuches David Nathan hervorheben, der seinen Job sehr gut umsetzte. Er spricht gut betont und versucht den einzelnen Charakteren unterschiedliche Stimmen zu verleihen, was aber bei der Vielzahl leider aber kaum möglich ist. Seine Stimme ist angenehm.
Insgesamt konnte mich das Hörbuch nicht überzeugen. Die Idee gefällt mir immer noch, aber die Umsetzung scheiterte für mich zum einen an der Langatmigkeit der Geschichte, den vielen Charakteren und der schwarz/weiß Zeichnung der Geschlechter.

Veröffentlicht am 16.10.2018

Ein Ferkel, dass Mut macht

Bis bald im Wald!
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Der Wald ist für Mama Susa ein gefährlicher Ort, vor allem für ihre kleinen Ferkel. Deshalb warnt sie ihre Kinder auch immer, ja nicht in den Wald zu gehen. Alle Ferkel hören auf sie, bis auf eins. Es ...

Der Wald ist für Mama Susa ein gefährlicher Ort, vor allem für ihre kleinen Ferkel. Deshalb warnt sie ihre Kinder auch immer, ja nicht in den Wald zu gehen. Alle Ferkel hören auf sie, bis auf eins. Es möchte selbst herausfinden, was es im Wald gibt und ob er wirklich so gefährlich ist.
Meine Tochter war erst nicht so begeistert als sie das Buch sah, denn da es nicht rosa ist und keine Prinzessin mitspielt, passt es im Moment so gar nicht in das Beuteschema meiner 5jährigen. Dennoch war sie nach anfänglichen kritischen Blick sehr schnell von der Geschichte gefangen. Auch die Illustrationen gefielen ihr, schön bunt, meint sie. Die Protagonisten sind gut zu erkennen, es ist nicht überladen, aber trotzdem entdeckte sie beim mehrmaligen Lesen immer wieder neue Dinge. Der Mut des Ferkels imponierte meiner Tochter, die doch eher zu den ängstlichen zählt. Auch noch Stunden nach dem Vorlesen hat sie darüber nachgedacht und doch gemeint, dass sie auch mutig sein möchte.
Für mich ist dieser Nachhall an einer Geschichte einer der wichtigsten Punkte, deshalb möchte ich das Buch sehr empfehlen. Es macht Spass zu Lesen, auch mir Erwachsenen und die Illustrationen passen sehr gut zur Geschichte.