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Veröffentlicht am 20.12.2021

Karin Slaughter bleibt ihrer Linie treu

Die falsche Zeugin
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Endlich wieder etwas Neues von Karin Slaughter, eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Insbesondere die Grant-County und die Georgia-Reihe habe ich geliebt. Das neueste Buch gehört jedoch keiner Reihe ...

Endlich wieder etwas Neues von Karin Slaughter, eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Insbesondere die Grant-County und die Georgia-Reihe habe ich geliebt. Das neueste Buch gehört jedoch keiner Reihe an, sondern ist ein Stand alone.
Die Autorin versteht es auf meisterliche Weise Spannung und ein Gänsehautfeeling zu erzeugen. Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund, sondern schockiert ihre Leser mit düsteren Themen und schildert viele Szenen auf brutale Weise. Auch in diesem Buch ist es nicht anders. Es geht um die beiden Schwestern Callie und Leigh, denen in ihrer Jugend Schreckliches widerfahren ist. Sie wurden Opfer von Missbrauch und Gewalt und gerade ein Ereignis verfolgt die beiden noch bis heute. Leigh ist mittlerweile eine erfolgreiche Anwältin geworden und soll nun einen Mann verteidigen, der der Vergewaltigung beschuldigt wird. Erst auf den zweiten Blick muss sie erkennen, um wen es sich bei ihrem Mandanten handelt…

Schon von Beginn an wird eine unglaubliche Spannung erzeugt und man ist sofort von der Geschichte gefangen. Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen erzählt, das meiste davon jedoch im Jetzt. In Rückblicken erfährt man nach und nach die ganze Wahrheit über die Ereignisse, die die beiden Schwestern erlebt haben. Callie und Leigh sind zwei spannende und interessante Charaktere. Sie verbindet ihr Geheimnis, ansonsten ist ihr Verhältnis zueinander eher gestört. Doch nun müssen die beiden zusammenhalten. Während Callie die Ereignisse und die Erinnerung daran mit Drogen zu betäuben versuchte, lebt Leigh eher ein typisch amerikanisches Leben. Beide müssen sich jetzt aber der Wahrheit und den Lügen von damals zu stellen.
Das Buch ist gut strukturiert und die Rückblenden eindeutig gekennzeichnet, sodass man immer klar weiß, in welcher Zeitebene man sich befindet. Was mich auch sehr beeindruckt hat ist die Tatsache, dass Karin Slaughter auf die Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft eingegangen ist. Die meisten Autoren gehen ja darüber hinweg und schreiben einfach ihr nächstes Buch, als wäre nie etwas geschehen. Doch hier fand ich die Stimmung der Menschen und ihr Verhalten in der Pandemie sehr gut eingefangen und gelungen umgesetzt.

Insgesamt wieder ein sehr spannender Thriller und trotz seiner Länge ein Pageturner. Karin Slaughter bleibt ihrer Linie treu und ich freue mich schon auf das nächste Buch.

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Veröffentlicht am 14.12.2021

Katz-und-Maus-Spiel vom Feinsten

Meeressarg (Ein Fabian-Risk-Krimi 6)
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Nun also bereits der sechste Fall für Fabian Risk. Und damit neben dem Debüt „Und morgen du“ das bisher beste Buch aus der Reihe. Allein schon der Prolog in dem während einer nervenaufreibenden Kajakfahrt ...

Nun also bereits der sechste Fall für Fabian Risk. Und damit neben dem Debüt „Und morgen du“ das bisher beste Buch aus der Reihe. Allein schon der Prolog in dem während einer nervenaufreibenden Kajakfahrt ein Auto mit zwei Toten am Meeresgrund gefunden wird, ist einfach superspannend geschrieben und man wird sofort von der Geschichte gefangen genommen. Danach gilt es gleich mehrere Handlungsstränge zu verfolgen. Da ist zum einen Dunja, die ehemalige Polizistin, die geradezu fanatisch auf Rache aus ist. Dunja ist abgetaucht und operiert nun gemeinsam mit ihren beiden Freunden Fareed und Quiang im Verborgenen. Das Trio macht Jagd auf Kim Sleizner, Dunjas ehemaligen Chef und will ihn endlich für all seine Taten zur Strecke bringen. Doch auch der Tod der zwei Wasserleichen, muss geklärt werden. Hier setzt der dänische Polizeichef Sleizner einen seiner Männer als Ermittler ein, um sich selbst aus dem Blickfeld der Ermittlungen zu rücken. Und schließlich noch Fabian Risk selbst, der immer noch mit privaten Problemen zu kämpfen hat, die vorrangig seinen Sohn Theodor betreffen.
Für Quereinsteiger ist das Buch zwar geeignet, denn es werden genügend Informationen geliefert, um der Handlung zu folgen. Wer jedoch die ganze Entwicklung der Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren verfolgen will und die Beweggründe für so manche Handlung verstehen möchte, dem sei die chronologische Reihenfolge ans Herz gelegt. Die Perspektiven wechseln ständig und man verfolgt fast atemlos das Geschehen. Am spannendsten empfand ich hier den ständigen Schlagabtausch zwischen Sleizner und Dunja. Einer jagt den anderen, ein wahres Katz-und-Maus-Spiel, das sich permanent in seiner Härte steigert. Es passiert wirklich ständig etwas Neues und man ist mittendrin in der Handlung. Stefan Anhem vermittelt dem Leser ein Gefühl stets ein bisschen mehr zu wissen, doch wenige Seiten später stellt sich das als Fehlglaube heraus, denn es gibt zahlreiche Wendungen und was vorher Fakt war, ist plötzlich Lüge. Alles ist bestens beschrieben, man kann sich unheimlich gut in die Handlung hineinversetzen. Temporeich und zudem wirken die Figuren, auch die Nebencharaktere sehr authentisch. Ein Krimi vom Feinsten.
Ich habe die Reihe rund um Fabian Risk von Beginn an verfolgt. Der erste Fall „Und morgen du“ war bislang mein highlight davon. Doch dieser Band ist wirklich ultraspannend geschrieben stellt alles in den Schatten. Für mich das Krimihighlight des Jahres 2021.

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Veröffentlicht am 22.11.2021

Spannend mit überraschendem Ende

Verloschen: Thriller
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In ihrem bereits sechsten Fall bekommt es die sympathische Rechtsmedizinerin Julia Schwarz mit einem besonders perfiden Serienkiller zu tun. Denn der Täter tötet seine Opfer nicht nur, sondern tauscht ...

In ihrem bereits sechsten Fall bekommt es die sympathische Rechtsmedizinerin Julia Schwarz mit einem besonders perfiden Serienkiller zu tun. Denn der Täter tötet seine Opfer nicht nur, sondern tauscht auch deren Körperteile, wie beispielsweise die Ohren und Hände aus. Kommissar Florian Kessler nimmt mit Julia die Ermittlungen auf…
Wie von der Autorin gewohnt, geht es gleich spannend los. Es tun sich mehrere Handlungsstränge auf und man rätselt wie das alles zusammenhängt. Doch nicht nur hier kann man mitfiebern, denn es gibt auch mehrere Verdächtige und man fragt sich die ganze Zeit, wer hinter dem Täter tatsächlich steckt.
Das hohe Spannungsniveau kann sich bis zum Ende halten und auch hier überrascht Catherine Shepherd ihre Leser mit der Auflösung.
Insgesamt ein temporeiches und äußerst spannendes Buch. Egal, ob es sich um die Reihe mit Julia Schwarz, Laura Kern oder die Zons-Reihe handelt, die Bücher von Catherine Shepherd kann man nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 14.11.2021

Zukunftsthriller mit Spannungsminus

Witness X – Deine Seele ist der Tatort
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„Witness X“ ist ein Thriller, der in der nahen Zukunft angesiedelt ist. Eine Zukunft, die zwar einiges an Neuem bereithält, aber als Sci-Fi-Thriller ist das Buch nicht zu betrachten.
Die Neuropsychologin ...

„Witness X“ ist ein Thriller, der in der nahen Zukunft angesiedelt ist. Eine Zukunft, die zwar einiges an Neuem bereithält, aber als Sci-Fi-Thriller ist das Buch nicht zu betrachten.
Die Neuropsychologin Kyra Sullivan hat eine Technologie entwickelt, die es ermöglicht, sich in die Gedankenwelt eines anderen Menschen zu versetzen. Eine Technologie, die jedoch noch nicht ganz ausgereift ist und starke Nebenwirkungen erzeugt.
Wir schreiben das Jahr 2035 und es ist Februar. Der Monat, in dem der „Februar-Killer“ immer zugeschlagen hat. Das letzte Mal vor 14 Jahren, als Kyras Schwester Opfer des Täters wurde, eines Serienkillers, der immer zwei Opfer binnen 6 Tagen ermordete. Seitdem sitzt er im Gefängnis. Und wieder taucht eine Leiche auf, die die Handschrift des Serienkillers trägt. Wie ist das möglich? Wurde etwa der falsche Täter verhaftet? Kyra will ihre entwickelte Technologie nutzen um die Verbrechen von damals endlich aufzuklären.
Die Idee zu dem Buch ist nicht schlecht, nur die Umsetzung hat mir nicht so ganz gefallen. Das Szenario, in das die Autorin uns in der Zukunft versetzt ist durchaus als realistisch zu betrachten. Alles ist vernetzter, individuelle Werbung an der Tagesordnung. Doch diese Dinge stehen mehr im Hintergrund, bilden eher das Drumherum für die entwickelte Technologie. Der Spannungsbogen liegt eher auf mittlerem Niveau, so richtig fesselnd fand ich das Buch nicht unbedingt. Doch es gibt einige gute Szenen, die richtig gruselig waren. Dazu gehören vor allen Dingen die Nebenwirklungen, deren Beschreibungen teilweise beängstigend sind. Es gibt es auch immer wieder Rückblicke in die Zeit vor 14 Jahren, unserem aktuellen „Jetzt“ und erfährt dabei so manches über die Verbrechen von damals. Ebenso erhält man Einblicke in das Seelenleben des Täters, der sein nächstes Opfer bereits in seiner Gewalt hält.
Kyra als Protagonistin ist eine sympathische Figur, die weiß was sie will. Auch wenn sie manchmal Alleingänge unternimmt. Zumindest wirkte sie auf mich authentisch, ebenso wie die restlichen Charaktere des Buches. Was mich auch störte war die Vorhersehbarkeit mancher Dinge, da fehlte einfach die Raffinesse beim Erzählen.
Insgesamt ein Thriller, der spannender hätte sein können. Unterhaltsam auf jeden Fall und zum Nachdenken über die nahe Zukunft wird man auch angeregt. Es gibt leider kein Zwischending, daher nur drei Sterne mit einem „Plus“.

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Veröffentlicht am 13.11.2021

Ein Stück Zeitgeschichte

Die Blankenburgs
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Mit dem „Schwarzen Freitag“ Ende 1929 stürzt die Weltwirtschaft in eine ihrer schwersten Krisen. Auch das Familienunternehmen Blankenburg, das seit über 150 Jahren berühmt ist für seine Porzellanproduktion, ...

Mit dem „Schwarzen Freitag“ Ende 1929 stürzt die Weltwirtschaft in eine ihrer schwersten Krisen. Auch das Familienunternehmen Blankenburg, das seit über 150 Jahren berühmt ist für seine Porzellanproduktion, wird davon mitgerissen. Durch den Verlust des Großteils des Vermögens sehen das Familienoberhaupt Adalmar und sein Schwiegersohn Richard die einzige Konsequenz im Freitod. Das Erbe fällt an die beiden Schwestern Ophelie und Elise. Die Zeiten sind hart und geprägt vom aufkeimenden Nationalsozialismus. Um das Unternehmen zu retten, müssen die beiden verfeindeten Schwestern neue Wege gehen und dabei auch über sich hinauswachsen.

„Die Blankenburgs“ erzählt die Geschichte einer Porzellandynastie. So zumindest der Klappentext. Doch wer glaubt nun viel über Porzellan, dessen Geschichte und die Unternehmerfamilie zu erfahren, der wird enttäuscht sein. Denn im Prinzip geht es in erster Linie nicht so sehr um die Blankenburgs, sondern eher um die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und die Gründe, warum die Menschen sich damals so für die Nazis begeistern konnten. Viele Firmen gingen bankrott und es herrschte eine hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland. Die Armut und leere Versprechen treiben die Menschen in die Arme der Nationalsozialisten. Aber natürlich spielen die Blankenburgs dabei auch eine Rolle. Ein verzweigter Stammbaum, der gleich zu Beginn des Buches zu finden ist, bildet dabei eine große Hilfe um den Überblick zu behalten. Denn Figuren gibt es jede Menge. Ein totgeglaubter Sohn taucht aus China wieder auf, ein weiterer unehelicher Sohn stellt Ansprüche auf das Familienunternehmen. Ein kunterbunter Haufen mit vielen eigenen Geschichten. Dabei fand ich die Charaktere alle gut ausgearbeitet und äußerst interessant. Dadurch, dass so viele Menschen und Geschichten angerissen wurden, hätte man noch hunderte von Seiten füllen können.
Die Kapitel selbst fand ich etwas zu lang. Zu Beginn eines Kapitels findet sich immer eine Zusammenfassung zu den politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen zu der entsprechenden Zeit, dies war sehr informativ und man ist praktisch angehalten, sich seine Gedanken über diese Zeit zu machen.

Insgesamt war es dennoch ein spannendes und interessantes Buch. Auch wenn ich nicht so viel über die Porzellandynastie erfahren habe, auf jeden Fall hat mir das Buch dieses Stück Zeitgeschichte etwas nähergebracht.

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