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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2019

Tolles Krimi-Debüt

Bis ihr sie findet
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Im Sommer des Jahres verbringt die 14jährige Aurora mit einer Gruppe Jugendlicher eine Nacht im Wald beim Zelten. Alle kehren zurück, nur Aurora bleibt verschwunden. Als nun 30 Jahre später die Leiche ...

Im Sommer des Jahres verbringt die 14jährige Aurora mit einer Gruppe Jugendlicher eine Nacht im Wald beim Zelten. Alle kehren zurück, nur Aurora bleibt verschwunden. Als nun 30 Jahre später die Leiche eines jungen Mädchens ganz in der Nähe aufgefunden wird, ist DCI Jonah Sheens sofort klar, dass es sich dabei nur um Aurora handeln kann. Schon damals war Sheens an den Ermittlungen beteiligt und ist nun fest entschlossen endlich diesen Fall zu lösen.

„Bis ihr sie findet“ ist ein wirklich gutes Krimi-Debüt, das superspannend erzählt ist. Die Handlung springt zwischen den beiden Zeitebenen 1983 und dem Jetzt hin- und her. Zunächst erfährt man sehr wenig über die Figuren. Eine Clique von 15 bis 18jähren, zu denen auch Topaz, Auroras Schwester gehört. Erst nach und nach lernt man die einzelnen Mitglieder der Gruppe kennen und dies sowohl auf der aktuellen Zeitebene als auch von damals als Jugendliche. Allein schon der Vergleich, wie unterschiedlich sich die Figuren entwickelt haben war schon spannend. Dazu noch der Fall, der nie gelöst werden konnte, denn alle beteuern ihre Unschuld. Doch es existieren auch eine Menge Lügen, die es gilt aufzudecken.
Den Protagonisten Jonah Sheens fand ich sehr sympathisch, ebenso wie sein Team, das aus ziemlich unterschiedlichen Figuren besteht, die alle ihre Schwächen haben. Vielleicht hat gerade das sie so sympathisch gemacht.
Ich würde mich sehr freuen, wenn aus diesem Debüt eine ganze Reihe würde. Nicht nur weil mir der Protagonist so gut gefallen hat, sondern auch weil die Autorin Gytha Lodge absolut ihr Handwerk beherrscht und sehr spannend erzählen kann.

Veröffentlicht am 25.05.2019

Bisher der schwächste Band

10 Stunden tot
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Kommissar Fabian Risk hat große Eheprobleme und auch die Beziehung zu seinen Kindern steht nicht gerade zum Besten. Daher hat er sich eine Auszeit genommen.
Helsingborg wird jedoch von einer Serie von ...

Kommissar Fabian Risk hat große Eheprobleme und auch die Beziehung zu seinen Kindern steht nicht gerade zum Besten. Daher hat er sich eine Auszeit genommen.
Helsingborg wird jedoch von einer Serie von Gewaltverbrechen erschüttert. Ein kleiner syrischer Flüchtlingsjunge wird gewaltsam in einer Waschmaschine zu Tode geschleudert. Zudem treibt ein Mörder sein Unwesen, in dem der die Wahl seiner Opfer und deren Todesart Würfeln überlässt. Dies kann die Helsingborger Polizei natürlich nicht wissen und steht vor einem großen Rätsel. Auch Fabian Risk beendet seinen Urlaub und nimmt die Ermittlungen auf.

Das Buch startet auf alle Fälle sehr spannend. Doch die vielen Handlungsstränge, die anfänglich nichts miteinander zu tun zu haben scheinen haben mich schon ein wenig verwirrt. Und dass, obwohl ich alle drei Vorgängerbände der Reihe kenne. Für Quereinsteiger, die dann noch nicht mal mit den Figuren vertraut sind mag dies nochmals schwieriger gewesen sein. Insgesamt ist zwar jeder der Handlungsstränge sehr spannend beschrieben, aber irgendwie war das Buch nicht so wie die bisherige Reihe, die mir immer bestens gefallen hat.
Schlimm fand ich dann auch das Ende. So viel Ungeklärtes, das geradezu nach einem neuen Band schreit.

Fazit: Insgesamt der bisher schwächste Band, aber immer noch gut. Ich hoffe auf Aufklärung im nächsten Werk von Stefan Ahnhem.

Veröffentlicht am 24.04.2019

Lüge oder Wahrheit

Die Lüge
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Die Idylle einer Familie im kleinstädtischen Lund in Schweden bricht zusammen als die 19jährige Tochter des Mordes an einem Mann beschuldigt wird. Doch wie weit her war es überhaupt mit der Idylle und ...

Die Idylle einer Familie im kleinstädtischen Lund in Schweden bricht zusammen als die 19jährige Tochter des Mordes an einem Mann beschuldigt wird. Doch wie weit her war es überhaupt mit der Idylle und Harmonie in der Familie? Nach und nach kommen der Vater Adam, ein Pfarrer, Stella, die Tochter und schließlich auch Ulrika, die Mutter und von Beruf Anwältin, zu Wort. Schnell zeigt sich, dass nicht alles so ist wie es scheint und so manche Dinge werden aus den verschiedenen Perspektiven sehr unterschiedlich gesehen. Es ist wirklich erstaunlich, wie unterschiedlich ein und dieselbe Sache von den Charakteren wahrgenommen werden. In einzelnen Rückblicken erfährt man auch so einiges über Entstehung der Familie und man kann nachvollziehen, wie sich alles zu dem entwickelte, wie es heute ist.

Obwohl es sich um keinen Thriller handelt (es steht ja auch ausdrücklich ROMAN auf dem Cover!), ist das Buch durchaus spannend geschrieben. Begünstigt durch die kurzen Kapitel fliegt man geradezu durch das Buch. Zudem hat der Autor Mattias Edvardsson einen flüssigen Schreibstil, der mir gut gefallen hat.
Das Ende war für mich nicht unbedingt überraschend, denn die Entwicklung zeichnete sich irgendwann ab.

Alles in allem ein gut aufgebauter Roman, der fast an einen Thriller herankommt. Den Namen Mattias Edvardsson sollte man sich auf jeden Fall merken.

Veröffentlicht am 31.01.2019

Der Beginn einer neuen gelungenen Triologie

Doggerland. Fehltritt (Ein Doggerland-Krimi 1)
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Es ist der Morgen nach dem großen Austernfest. Fataler hat es für Kommissarin Karen Eiken Hornby nicht kommen können, als sie feststellen muss, dass sie die Nacht mit ihrem unsympathischen Chef Jounas ...

Es ist der Morgen nach dem großen Austernfest. Fataler hat es für Kommissarin Karen Eiken Hornby nicht kommen können, als sie feststellen muss, dass sie die Nacht mit ihrem unsympathischen Chef Jounas Smeed verbracht hat. Und dann kommt es noch heftiger. Ausgerechnet die Ex-Frau ihres Chefs wurde in ihrem Haus ermordet und Smeed kann natürlich wegen Befangenheit nicht ermitteln. Vielleicht die Chance für Hornby sich zu beweisen…

Doggerland bezeichnet eine Inselgruppe, die in der Nordsee zwischen Großbritannien und Dänemark liegt. Eigentlich ist diese Inselgruppe bereits von 8000 Jahren versunken, doch für die neue Krimi-Triologie hat die Autorin Maria Adolfsson sie zurück ins Leben gerufen und mit fiktiven Figuren besetzt.
Die Beschreibungen von Land und Leuten sind sehr detailliert und vermitteln ein gutes Bild von Doggerland. Stellenweise gar zu detailliert, sodass durch die vielen Beschreibungen anfänglich ein wenig die Spannung auf der Strecke blieb. Doch spätestens ab dem Mittelteil gewinnt das Buch an Fahrt und es wurde immer besser und auch spannender. Die Handlung führt stellenweise zurück bis in die 70er Jahre als eine Gruppe junger Mensch in einer Art Kollektiv versucht eine alternative Lebensform zu finden. Besonders das Ende hat mich sehr überrascht. Ich hatte die ganze Zeit nicht einen Schimmer wohin die Reise geht.

Insgesamt ein stimmiger Krimi, der sicher bei Freunden des Schwedenkrimis seinen Anklang finden wird.

Veröffentlicht am 28.12.2018

Ein Buch, das nachdenklich macht

Mathilda
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Der Asteroid Mathilda schlägt auf die Erde ein und löst einen gigantischen Tsunami aus. Betroffen sind die nördlichen Länder Europas sowie Teile Deutschlands, Dazu eine Familie, die vollkommen zerrissen ...

Der Asteroid Mathilda schlägt auf die Erde ein und löst einen gigantischen Tsunami aus. Betroffen sind die nördlichen Länder Europas sowie Teile Deutschlands, Dazu eine Familie, die vollkommen zerrissen ist. Die Mutter im überfluteten Bremen, die 18jährige Tochter in Österreich und der Vater irgendwo zwischendrin. Der Strom fällt aus und plötzlich geht nichts mehr.
Oliver Pätzold hat hier eine Dystopie geschrieben, die sich gewaschen hat. Es waren nicht nur die Ausmaße der Zerstörung durch den Einschlag, die mich beunruhigten. Vielmehr fand ich, dass das Verhalten der Menschen nach so einer Katastrophe vollkommen realistisch geschildert wurde, so traurig das jetzt auch klingen mag. Vollkommen Fremde werden zu Verbündeten in Notsituationen, während es immer noch genügend Menschen gibt, die ebensolche Situationen schamlos ausnutzen. Auch die Abhängigkeit vom Stromnetz hat mich sehr nachdenklich gemacht. Hier haben wir wirklich unsere Unabhängigkeit so gut wie komplett abgegeben.
Spannend wurde es immer dann, wenn eine Szene mehr ins Detail ging. Die Ausmaße der Zerstörung fand ich persönlich ein klein wenig überzogen, aber vielleicht liege ich da auch falsch. Zum Glück habe ich noch keine solche Realsituation erlebt und bin auch ehrlich gesagt nicht besonders scharf drauf, dies zu tun. Aber man weiß ja nie, was der nächste Tag bringt…