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Veröffentlicht am 10.02.2017

Bedrückend

Glücksmädchen
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Mitten im Zentrum Stockholms verschwindet die kleine Lycke spurlos. Die 8jährige wurde von ihrer Stiefmutter zu einem Tennistraining gebracht, das eigentlich gar nicht stattfand. Niemand hat etwas gesehen, ...

Mitten im Zentrum Stockholms verschwindet die kleine Lycke spurlos. Die 8jährige wurde von ihrer Stiefmutter zu einem Tennistraining gebracht, das eigentlich gar nicht stattfand. Niemand hat etwas gesehen, die erste Suche bleibt erfolglos. Ellen Tamm, Kriminalreporterin beim Fensehsender TV4 wird auf die Sache angesetzt. Dabei ist Ellen schwer belastet, da vor vielen Jahren ihre Zwillingsschwester Elsa, die damals auch acht Jahre alt war, verstarb. Dieses Erlebnis hat Ellen bis heute nicht verwunden und so setzt sie nun alles daran nicht nur Lycke, sondern auch ihren eigenen Frieden zu finden.

„Glücksmädchen“ ist das Debüt von Mikaela Bley. Das Buch heißt im schwedischen Original schlicht „Lycke“, was so viel wie Glück bedeutet. Doch Lycke ist alles andere als ein Glücksmädchen. Die Eltern Helena und Harald sind geschieden und teilen sich das Sorgerecht, doch eigentlich ist jeder der beiden hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt. Auch ihre Stiefmutter Chloe kann Lycke nicht ausstehen und ist permanent eifersüchtig auf Lycke und die vorherige Partnerin ihres Mannes. In der Schule ist Lycke ebenfalls nicht sehr beliebt, die einzige Anerkennung bekommt sie bei Mona, dem Kindermädchen.
Mit Ellen, der Protagonistin konnte ich leider nicht so richtig warm werden. Nicht nur die Trauer über den Verlust der Schwester belasten sie. Zudem hatte sie mit ihrem aktuellen Chef beim Fernsehsender eine Beziehung, die scheiterte und ebenfalls noch nicht ganz verwunden ist. Traurig auch, dass die Medien sich so wenig um das verschwunde Mädchen selbst kümmern, vielmehr geht es darum gute Quoten zu erzielen.

Erzählt wird aus den verschiedenen Perspektiven von Ellen, Helena, Chloe und Mona. Dabei lichtet sich langsam der Schleier über das wahre Geschehen. Geschickt streut die Autorin dabei Informationen, aus denen sich langsam erahnen lässt, was mit Lycke geschehen ist. Auf gewisse Weise wirkt jeder ein wenig verdächtig mit seinem Verhalten, umso überraschender ist dann das Ende. Dennoch fand ich das Buch spannend geschrieben, gerade wegen der ständig wechselnden Sichtweisen.

Psychothriller steht auf dem Cover, aber dem kann ich nicht so ganz zustimmen. Vielmehr ein bedrückender Krimi mit Protagonisten, die leider nur allzu oft der Realität entsprechen. Meiner Meinung nach hätte die Geschichte noch Potential nach oben gehabt, daher nur vier Sterne.

Veröffentlicht am 05.02.2017

Eiskaltes inmitten der Hitze Berlins

Das Hospital
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Unerträgliche Hitze liegt über Berlin, als aus der Spree eine Wasserleiche mit herausgeschnittenen Lippen geborgen wird. Albert, der Freund der investigativen Journalistin Christine Lenève ist entsetzt ...

Unerträgliche Hitze liegt über Berlin, als aus der Spree eine Wasserleiche mit herausgeschnittenen Lippen geborgen wird. Albert, der Freund der investigativen Journalistin Christine Lenève ist entsetzt als er Tage später in einer Zeitung in dem Opfer seine ehemalige Freundin Nana erkennt. Die beiden waren einst Mitglieder einer Hackervereinigung, die im Untergrund tätig war. Schnell stellt sich heraus, dass Nana nicht das erste Opfer war. Ein Killer, genannt der Eismann, mordet sich durch Berlin. Gemeinsam mit Albert beginnt Christine der Spur des Täters zu folgen und diese führt sie in die Gesellschaft der Superreichen.

Mit großer Begeisterung hatte ich „Das Federspiel“, den ersten Band der Christine Lenève-Reihe gelesen und war sehr gespannt auf die Fortsetzung. Und auch dieses Mal wurde ich absolut nicht enttäuscht. Herausgekommen ist ein extrem spannender und packender Thriller. Man muss übrigens „Das Federspiel“ nicht zwangsweise gelesen haben, die Handlung ist in sich geschlossen und auch ohne Vorkenntnisse vom ersten Teil nachvollziehbar.

Verschieden Handlungsstränge tun sich gleich zu Beginn auf. Erzählt wird auf spannende Weise meist aus der Sicht von Albert und Christine. Doch die Perspektive wechselt auch zum Täter und man lernt einen eiskalten Psychopathen kennen, der eine schwierige Kindheit hatte. Gleichzeitig kann der Eismann sich aber auch sehr gut hinter der Maske eines smarten und netten Mannes verbergen.
Die Figur der Christine mag manchem Leser vielleicht als kalt erscheinen. Doch die junge Frau, die noch immer unter dem Tod ihres Vaters leidet, besitzt einen messerscharfen Verstand, der auch hier die Ermittlungen vorantreibt. Die gemeinsame Recherche mit Albert führt Stück für Stück der Lösung näher. Zudem der Autor hat auch genügend falsche Fährten ausgelegt, denen man bereitwillig folgt.
Schließlich kommt es zum großen Showdown im alten Hospital. Und wenn man bislang glaubte, dass das Buch spannend sei, so läuft hier der Autor zur Höchstform auf und toppt in Sachen Spannung alles bislang Gelesene.

Insgesamt ein rasanter, sehr spannender und gleichzeitig unterhaltsamer Thriller, den ich supergerne weiterempfehle. Das Ende schreit übrigens förmlich nach einem dritten, abschließenden Band, dem ich schon jetzt entgegenfiebere.

Veröffentlicht am 25.01.2017

Fabian Risk - so langsam wird er Kult...

Minus 18 Grad
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Eine wilde Verfolgungsjagd durch Helsingborg endet damit dass der verfolgte BMW im Hafenbecken landet. Der Fahrer kann nur noch tot geborgen werden. Eine Obduktion ergibt, dass das Opfer Peter Brise, ...

Eine wilde Verfolgungsjagd durch Helsingborg endet damit dass der verfolgte BMW im Hafenbecken landet. Der Fahrer kann nur noch tot geborgen werden. Eine Obduktion ergibt, dass das Opfer Peter Brise, ein alleinstehender, reicher Mann, bereits vor zwei Monaten gestorben ist. Doch mehrere Zeugen wollen den Mann in dieser Zeit noch gesehen und gesprochen haben. Wie kann das sein?
Gleichzeitig ermittelt die strafversetzte Polizistin Dunja Hougaard auf der dänischen Seite in einer Serie von Happy Slapping. Hierbei handelt es sich um den körperlichen Angriff auf zufällig ausgewählte Personen. Das Ganze wird zudem gefilmt und verbreitet. In diesem speziellen Fall geht es um eine vierköpfige Bande, die maskiert mit Smiley-Sturmmasken brutal auf Obdachlose einschlagen zum Teil mit Todesfolge.

Es ist bereits der dritte Fall für Fabian Risk und gleichzeitig auch sein persönlichster. Der Fall lässt sich auch ohne Vorkenntnisse der beiden anderen Bücher lesen, da er in sich geschlossen ist. Es gibt jedoch viele Querverweise auf die Vorgänger, sodass das Lesen in chronologischer Reihenfolge empfehlenswert ist.

Fabian bekommt es nicht nur mit dem Opfer aus dem Hafenbecken zu tun, sondern schnell stellt sich heraus, dass es sich um eine ganze Serie von Morden handelt. Der Fall fordert wirklich alles von Fabian Risk ab und dieser ist zudem noch mit privaten Problemen konfrontiert. Nicht nur dass er in einer Beziehungskrise mit seiner Frau Sonja steckt, auch sein Sohn Theodor scheint sich immer mehr von ihm zu entfernen. Dennoch ist die Handlung sehr spannend und temporeich erzählt. Die Perspektiven wechseln zwischen der schwedischen und dänischen Seite. Beide Ermittler sind mir sehr sympathisch und gerade Dunja, die noch immer gegen den fiesen Kim Sleizer ankämpfen muss, konnte mich voll überzeugen. Wie auch in den Vorgängern wird mit Toten nicht gespart, aber das ist man ja mittlerweile von Stefan Ahnhem gewohnt.

Die Kapitel sind angenehm kurz und viele von ihnen enden mit einem cliffhanger. Es gibt viele überraschende Wendungen, mit denen man absolut nicht rechnen konnte. Das Ende ist so ausgelegt, dass es wohl einen Folgeband geben wird.

Wie schon die beiden Vorgängerbände mit Fabian Risk konnte mich auch „Minus 18 Grad“ voll überzeugen. Ein spannendes, atemberaubendes Lesevergnügen, das ich sehr gerne weiterempfehle. Fabian Risk – so langsam wird er Kult…

Veröffentlicht am 24.01.2017

Thriller mit äußerst düsterer Atmosphäre

Schattenkiller
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Gleich drei Morde erschüttern Rom. Noch kann der Profiler Enrico Mancini keinen Zusammenhang zwischen den Opfern erkennen. Doch dann tauchen geheimnisvolle Botschaften auf, in denen sich der Täter, der ...

Gleich drei Morde erschüttern Rom. Noch kann der Profiler Enrico Mancini keinen Zusammenhang zwischen den Opfern erkennen. Doch dann tauchen geheimnisvolle Botschaften auf, in denen sich der Täter, der sich selbst „der Schatten“ nennt, zu den Taten bekennt. Weitere Taten folgen und Mancini und sein Team müssen alles dransetzen, um den Serienkiller zu stoppen.

Schattenkiller ist das Debüt des bislang nur als Übersetzer namhafter Autoren arbeitenden Mirko Zilahy. Dabei ist ein spannender, wenn auch düsterer Thriller herausgekommen. Denn nicht nur der viele Regen, der seit Tagen auf Rom fällt, erzeugt diese düstere Atmosphäre, sondern auch Mancini selbst. Seit dem durch Krebs verursachten Tod seiner Frau befindet er sich in tiefer Trauer. Und nun ist auch noch der Onkologe Carnevale, der damals seiner Frau geholfen hat, urplötzlich verschwunden. Mancini glaubt an eine Entführung und fühlt sich persönlich verpflichtet, Carnevale aufzuspüren. Doch die Serienmorde fordern seine ganze Aufmerksamkeit.
Die Figuren fand ich eigentlich gut ausgearbeitet, wenn auch etwas zu überzogen. Der ständig trauernde und depressive Kommissar Mancini, der seinen Kummer in Alkohol zu ertränken versucht, hat mich dann schon etwas genervt. Und nicht nur Mancini selbst ist leicht gestört, sondern auch manche Mitglieder seines Teams haben ganz schön einen an der Waffel.
Erzählt wird recht flüssig, lediglich die bildhaften Beschreibungen der Umgebung fand ich etwas zu ausführlich. Sehr brutal wird der Autor allerdings bei der Beschreibung der Morde. Der Erzählstil kam mir dann wie ausgewechselt vor.
Schade auch, dass sich die Lösung des Falls relativ früh abzeichnet. Dadurch empfand ich das Ende als rechtlangatmig, aber es werden wenigstens alle offenen Fragen noch abgeklärt.

Insgesamt ein spannender Thriller, der eine äußerst düstere Atmospähre beinhaltet. Rom mal von einer ganz anderen Seite als man es kennt. Wer schwermütige Protagonisten mag, dem sei dieses Buch zu empfehlen.

Veröffentlicht am 17.01.2017

Zum Ende hin immer spannender

DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest
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Seit dem Verschwinden der 15jährigen Katie macht sich ihre Lehrerin Margot Lewis große Sorgen. An die Theorie, dass Katie einfach ausgerissen ist, weil sie sich nicht mit ihrem Stiefvater versteht, mag ...

Seit dem Verschwinden der 15jährigen Katie macht sich ihre Lehrerin Margot Lewis große Sorgen. An die Theorie, dass Katie einfach ausgerissen ist, weil sie sich nicht mit ihrem Stiefvater versteht, mag sie nicht so recht glauben. Margot ist zudem Betreiberin der Kolumne „Dear Amy“, eine Art Kummerkasten bei einer Zeitung. Hier erreicht sie ein Brief von Bethan Avery, die vor fast 20 Jahren plötzlich verschwand. Eine Leiche, geschweige denn ein Mörder wurde jedoch nie gefunden. In dem Brief bittet Bethan um Hilfe. Margot wendet sich an die Polizei und ein Graphologe bestätigt die Echtheit des Briefes. Margot ahnt nun, dass Katie von einem Psychopathen gefangen gehalten wird und setzt alles daran um ihr zu helfen…

„Dear Amy“ ist das Debüt von Helen Callaghan und ihr ist damit ein spannender Thriller gelungen. Der Erzählstil ist flüssig und hat mir gut gefallen. Beim Lesen hat man jedoch ständig das Gefühl, dass Margot dem Leser irgendetwas verheimlicht. Überhaupt konnte ich mit Margot nicht so richtig warm werden, unter einem Sympathieträger verstehe ich etwas anderes. Doch als Charakter war Margot überzeugend gezeichnet.
Die Wendung in dem Buch ist leider ziemlich vorhersehbar, dennoch fand ich die Idee zu dem Buch originell. Gerade diese Parallele zwischen dem alten Fall Bethan Avery und der nun entführten Katie fand ich sehr spannend und habe das Buch zum Ende hin regelrecht verschlungen.
Für Freunde von guten Psychothrillern gebe ich hier gerne meine Leseempfehlung.