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Veröffentlicht am 16.10.2016

Rasant und humorvoll, aber wenig Krimi

Veilchens Blut
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„Veilchens Blut“ ist bereits der dritte Fall für Valerie „Veilchen“ Mauser und gleichzeitig ihr persönlichster. Denn plötzlich taucht ihre zur Adoption freigegebene Tochter wieder auf. Diese steckt jedoch ...

„Veilchens Blut“ ist bereits der dritte Fall für Valerie „Veilchen“ Mauser und gleichzeitig ihr persönlichster. Denn plötzlich taucht ihre zur Adoption freigegebene Tochter wieder auf. Diese steckt jedoch in großen Schwierigkeiten, doch Veilchen ist bereit alles zu geben. Dabei erhält sie jede Menge Unterstützung von ihren Freunden. Doch noch ahnt sie nicht, mit was für einem Gegner sie es zu tun bekommt…

„Veilchens Blut“ setzt nahtlos „Veilchens Feuer“ fort, dennoch ist es nicht zwingend notwendig (aber hilfreich) den Vorgänger gelesen zu haben. Eigentlich sollte Veilchen noch einige Zeit in der Reha verbringen, wo sie ihr Schädel-Hirn-Trauma auskuriert. Doch als sie erfährt, dass ihre vor 24 Jahren zur Adoption freigegebene Tochter auf der Polizeistation auf ihre Hilfe hofft, da gibt es kein Halten mehr. Zu lange hat sie auf diesen Moment gewartet. In einer rasanten und aufregenden Fahrt auf dem Mofa geht es mit Assistent Sven Schmatz nach Innsbruck. Angekommen muss Veilchen feststellen, dass ihre Tochter Luna mittlerweile wieder geflüchtet ist. Doch so schnell gibt Veilchen nicht auf und gemeinsam mit ihrem treuen Freund Stolwerk, Schmatz und dem Nachbarn Sandro setzen sie alles daran ihrer Tochter zu helfen. Die erste Begegnung mit Luna verläuft dann auch eher suboptimal, denn Veilchens Vorstellung von ihrer Tochter entspricht nicht der Realität. Luna ist eine selbstbewusste junge Frau die ihren eigenen Kopf hat. Kiffen gehört bei ihr zum Alltag, ihre Sprache ist ein wenig derb, aber für den Tierschutz setzt sie sich ganz stark ein. Dennoch konnte sie nicht meine ganze Sympathie gewinnen. Die altbewährten Handlungsträger aus den Vorgängerbänden sind mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen. Und auch hier gibt es eine Weiterentwicklung bei den Beziehungen untereinander.

Der Erzählstil von Joe Fischler ist durchweg flüssig und auch sehr humorvoll. Allein die rasante Fahrt mit Schmatz auf dem Mofa war einfach herrlich beschrieben und man bekam ganz tolle Bilder in den Kopf. Doch dann wiederholen sich diese Verfolgungsjagden, dass es mir doch irgendwie zu viel wurde. Es gibt viel Situationskomik, doch der Krimi selbst bleibt dabei auf der Strecke. Das Ende wiederum ist überraschend und der Schluss hat mir richtig gut gefallen.

Fazit: Insgesamt ein rasantes und auch spannendes Abenteuer, aber wenig Krimi. Die beiden ersten Bände waren richtig gut und ich hoffe auf eine Fortsetzung, bei der der Autor wieder zu seiner alten Form zurückfindet.

Veröffentlicht am 01.10.2016

Plötzlich ist alles anders

Sieben minus eins
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„Sieben minus eins“ ist der Beginn einer neuen, spannenden Buchreihe von Arne Dahl. Im Mittelpunkt stehen dabei Kriminalkommissar Sam Berger und seine Kollegin Molly Blom.

Seit drei Wochen wird die fünfzehnjährige ...

„Sieben minus eins“ ist der Beginn einer neuen, spannenden Buchreihe von Arne Dahl. Im Mittelpunkt stehen dabei Kriminalkommissar Sam Berger und seine Kollegin Molly Blom.

Seit drei Wochen wird die fünfzehnjährige Ellen Savinger vermisst. Durch einen Hinweis findet die Polizei schließlich den Aufenthaltsort, an dem das Mädchen gefangen gehalten wurde. Jede Menge Blutspuren deuten auf große Qualen hin, doch vom Mädchen selbst keine Spur.
Sam Berger glaubt es mit einem Serientäter zu tun zu haben, doch sein Chef ist gegenteiliger Meinung und wirft ihm Steine in den Weg. Schließlich ermittelt Sam auf eigene Faust und ahnt dabei noch nicht, dass es sein ganz persönlicher Fall sein wird.

Der Einstieg in das Buch ist mir nicht ganz leicht gefallen. Denn durch die vielen Beschreibungen kommt es zu einigen Längen. Doch dann kommt es zu einer großen Wendung und man ist plötzlich wie gefesselt von dem Buch. Den Protagonisten Sam Berger fand ich authentisch gezeichnet. Ein eigensinniger und einsamer Wolf, der wenige Freunde hat, dafür aber Ecken und Kanten.
Obwohl Arne Dahl ein bekannter Name unter den skandinavischen Autoren ist, war „Sieben minus eins“ mein erstes Buch von ihm. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Am meisten begeisterte mich dass ich als Leser in die Irre geführt wurde, denn nichts ist so wie es scheint und aus Jägern werden Gejagte.

Bis auf die wenigen Längen bietet das Buch eine gute und spannende Unterhaltung, sodass ich es mit vier Sternen gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 01.10.2016

Raffiniert erzählt

Im dunklen, dunklen Wald
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Eine Einladung zu einem Junggesellinnenabschied. Die 26jährige Nora ist ziemlich überrascht, schließlich hat sie ihre einst beste Freundin Clare seit zehn Jahren nicht mehr gesehen. Ein verhängnisvolles ...

Eine Einladung zu einem Junggesellinnenabschied. Die 26jährige Nora ist ziemlich überrascht, schließlich hat sie ihre einst beste Freundin Clare seit zehn Jahren nicht mehr gesehen. Ein verhängnisvolles Ereignis brachte die beiden Freundinnen auseinander. Nach einigem Zögern sagt Nora zu und reist nach Nordengland. Der Treffpunkt der sechs Teilnehmer ist ein einsames Glashaus mitten in den dunklen Wäldern. Erst hier erfährt sie, dass Clare James heiraten wird. Dieser war Noras erste große Liebe und sie hat ihn immer noch nicht ganz verwunden.
Unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen gerät die Wochenendparty außer Kontrolle. Und Nora erwacht schließlich in einem Krankenhaus mit vielen Verletzungen. Die Erinnerung an die letzten Stunden fehlen ihr, nur eins weiß sie genau: Etwas Grauenvolles muss geschehen sein, denn es hat einen Toten gegeben…

Es ist der Debütroman von Ruth Ware und er hat mir wirklich richtig gut gefallen. Ganz besonders der Aufbau der Geschichte hat mich fasziniert. Erzählt wird auf drei Zeitebenen. Einmal der Ablauf des katastrophalen Wochenendes, dann die Zeit danach als Nora im Krankenhaus aufwacht und sich an nichts erinnern kann und die Zeit vor 10 Jahren als Clare, James und Nora noch beste Freunde waren. So gibt es nicht nur ein Geheimnis zu lüften, sondern gleich zwei. Die Geschichte ist durchweg spannend und schon nach den ersten Seiten ist man wie gefesselt von dem Buch. Zugegeben: Die Protagonistin Nora erschien mir stellenweise etwas blauäugig. Dennoch ahnt man nach einer gewissen Zeit, dass auch sie uns nicht alles erzählt. Und so kommt erst Stück für Stück die ganze Wahrheit ans Licht. Es gibt Wendungen und falsche Verdächtige, der wahre Täter wird erst am Ende präsentiert. Hier lässt die Autorin auch keine Fragen offen. Die Atmosphäre ist die ganze Zeit recht düster, die Handlung aber trotzdem sehr spannend.

Ruth Ware hat einen fesselnden Thriller abgeliefert, denn ich mit bestem Gewissen weiterempfehlen kann. Den Namen der Autorin sollte man sich auf alle Fälle merken.

Veröffentlicht am 24.09.2016

Raffiniert und vielschichtig. Ein total spannender Krimi!

Wintertod
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Nachdem mir der erste Fall mit Arne Larsen sehr gut gefallen hat, habe ich mich schon lange auf den Nachfolger gefreut und war gespannt, ob dieser meine Erwartungen erfüllen würde. Und das hat er! „Wintertod“ ...

Nachdem mir der erste Fall mit Arne Larsen sehr gut gefallen hat, habe ich mich schon lange auf den Nachfolger gefreut und war gespannt, ob dieser meine Erwartungen erfüllen würde. Und das hat er! „Wintertod“ toppt sogar noch das Debüt!


Der Winter bekommt Berlin gerade so richtig in seinen Griff, da wird auf einem alten, nicht mehr genutzten Friedhof die Leiche einer Frau entdeckt. Hauptkommissar Arne Larsen, der gerade nach Berlin gewechselt hat und seine Kollegin Mayla Arslan stehen vor keiner leichten Aufgabe. Gilt es doch zunächst die Identität der Toten zu klären und dazu gibt es kaum verwertbare Spuren. Parallel dazu lernt man Lea Zeisberg kennen. Die Lehrerin fürchtet sich regelrecht vor ihren Schülern und ein dramatisches Ereignis in ihrer Vergangenheit gibt auch allen Anlass dazu. Doch dann erreicht Lea ein Hilferuf einer Schülerin. Und auch bei Arne geht es weiter. Eine weitere Leiche wurde gefunden…

„Wintertod“ ist nach „Ein dunkler Sommer“ der zweite Fall für Arne Larsen. Doch dieses Mal ermittelt der Hauptkommissar nicht in Schleswig-Holstein, sondern hat nach Berlin gewechselt. Die Bände lassen sich übrigens unabhängig voneinander lesen. Wintertod reflektiert zwar manche Ereignisse aus „Ein dunkler Sommer“, aber man muss das Buch nicht unbedingt vorher gelesen haben.

Erzählt wird die Handlung zunächst abwechselnd aus der Sicht Arnes und Leas. Später kommt noch ein weiterer Handlungsstrang hinzu, der von Ereignissen im Jahr 1979 in der ehemaligen DDR berichtet. Die Handlungsstränge sind total unterschiedlich und immer wieder fragt man sich, wie dies alles später zu einer abgerundeten Geschichte werden soll. Der Autor lässt hier den Leser wirklich lange im Dunkeln tappen, aber gerade das hat mir sehr gut gefallen. So bleibt die Geschichte spannend bis zum Schluss. Und gerade das Ende hält dann noch eine Überraschung parat.

Thomas Nommensen hat einen sehr raffinierten, aber auch total flüssigen Erzählstil. Damit hat er einen komplexen und spannenden Krimi geschaffen, der schon fast Züge eines Thrillers hat. Viele Dinge werden im Verlauf der Handlung oft nur kurz angerissen oder angedeutet. Erst im späteren Verlauf erfährt man als Leser mehr und mehr Details. Das macht natürlich neugierig und erhöht unglaublich die Spannung. Doch auch so war ich von Beginn an von dem Buch gefesselt.

Die Themen sind vielschichtig. Mobbing, Gewalt in der Schule, aber auch in der Familie und den daraus resultierenden Ängsten. Sehr sympathisch auch wieder der Protagonist Arne Larsen. Er folgt auch mal seiner Intuition und folgt nicht immer dem korrekten Dienstweg. Damit hat er anfänglich Schwierigkeiten und muss sich mit seinen Vorgesetzten auseinandersetzen. Auch privat gibt es Neuerungen, doch diese nehmen einen geringen Teil der Handlung ein.

Insgesamt ein sehr spannender und fesselnder, aber auch tiefgründiger Krimi. Totale Leseempfehlung mit fünf Sternen!

Veröffentlicht am 17.09.2016

Nicht ganz so gut wie der erste Teil

Eden
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Mit „Eden“ legt die außergewöhnlich schreibbegabte, junge Autorin Candice Fox den zweiten Teil einer Triologie rund um Frank Bennet, Eden Archer und Hades vor.

Eden, Elite-Polizistin bei der Mordkommission ...

Mit „Eden“ legt die außergewöhnlich schreibbegabte, junge Autorin Candice Fox den zweiten Teil einer Triologie rund um Frank Bennet, Eden Archer und Hades vor.

Eden, Elite-Polizistin bei der Mordkommission in Sydney und ihr Partner Frank Bennett haben einen neuen Fall. Drei junge Frauen sind verschwunden. Eine Spur führt auf eine Farm im Outback, auf der alle drei Mädchen zuvor gelebt hatten. Doch dort leben Serienkiller, Vergewaltiger und andere zwielichtige Gestalten. Dennoch schleust sich Eden „undercover“ dort in die Kommune und lässt sich damit auf ein gefährliches Spiel ein.
Gleichzeitig bittet Hades, der Vater Edens und Herrscher in der Unterwelt Frank um einen Gefallen. Hades fühlt sich von einem Stalker bedroht. Frank findet recht schnell heraus, um wen es sich dabei handelt. Und dabei scheint das dunkle Vorleben von Hades eine große Rolle zu spielen.

Eigentlich werden in dem Roman gleich zwei Geschichten erzählt. Da ist zum einen der Fall der verschwundenen Frauen, bei dem hauptsächlich Eden die Hauptrolle bei den Ermittlungen spielt. Ihr Partner Frank ist zwar mit von der Partie, doch der Spezialauftrag von Hades beschäftigt ihn sehr viel mehr als die eigentlichen Ermittlungen. Zudem ist Frank noch immer nicht in bester Verfassung, Alkohol- und Drogenkonsum beeinflussen stark sein Verhalten.
Ein zweiter Handlungsstrang, der in kursiver Schrift gehalten ist, erzählt die Geschichte eines kleinen Jungen. Dass es sich dabei um Heinrich, den späteren Hades handelt, wird recht schnell klar. Normalerweise mag ich es, wenn eine Geschichte mit mehreren Handlungssträngen erzählt wird. Doch in diesem Fall empfand ich es eher als störend, da dieser Rückblick in die Vergangenheit von Hades sehr zäh war. Dennoch erklärt der Rückblick sehr gut, wie Hades zu dem wurde, der er heute ist.
Das Buch trägt zwar den Titel „Eden“, dennoch bin ich der Meinung, dass es mehr um Hades und seine Entstehungsgeschichte ging. Aber auch Eden ist mir ein kleines Stück näher gekommen. Eden hat eigentlich zwei Gesichter. Auf der einen Seite ist die die schöne Elitepolizistin und gleichzeitig eine eiskalte Mörderin, die Gerechtigkeit auf ihre Weise auslegt.

Das Ende dann ein richtig guter Showdown und gerade die letzten Seite machen total neugierig auf den dritten Teil „Fall“, der im April 2017 erscheinen soll.

Nicht ganz so gut wie der erste Teil, aber immer noch spannend. Auf Teil drei freue ich mich jedenfalls.