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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.07.2023

Bis zum Ende enorm spannend

Nicht ein Wort zu viel
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Faja Bartels ist ein waschechter Buchjunkie. Sie ist nicht nur Buchbloggerin, sondern arbeitet zudem noch in einer Buchhandlung. Während dort eine Lesung stattfindet, erhält Faja eine Nachricht, in der ...

Faja Bartels ist ein waschechter Buchjunkie. Sie ist nicht nur Buchbloggerin, sondern arbeitet zudem noch in einer Buchhandlung. Während dort eine Lesung stattfindet, erhält Faja eine Nachricht, in der ein befreundeter Buchblogger sie um Hilfe anfleht. Mit Folie an einen Stuhl gefesselt fordert er sie auf eine spannende Geschichte zu erzählen, die aus nur fünf Worten bestehen darf. Andernfalls müsse er sterben. Faja hält das Ganze für einen Scherz, doch am nächsten Morgen erhält sie ein Video, das den Tod des Freundes belegt. Die Polizei ahnt noch nicht, dass der Tod des Hobbyrezensenten kein Einzelfall ist. Ein Serienkiller mordet sich durch die Buchbloggerszene und immer lautet die Aufforderung: Erzähl mir eine spannende Geschichte mit nur fünf Worten…

Andreas Winkelmann ist schon seit Jahren ein Garant für spannende Thriller. Und so ist es auch bei diesem Werk. Spannend geht es los und man wird direkt in die Geschichte geworfen. Die Perspektiven wechseln ständig und man findet sich mal in der Opfer-, mal in der Ermittlerrolle wieder. Kommissar Simon Schrader ist eine sehr sympathische Figur, der sich erst einmal in Buchbloggerszene zurechtfinden muss. Gleichzeitig gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang mit einem weiteren Ermittler. Zielfahnder Jaroslav Schrader, der nach einer missglückten Festnahme, die mit fatalen Folgen endete, wird erst mal kaltgestellt. Er wird auf die Spur eines jungen Mannes gesetzt, der seit mehreren Tagen vermisst wird. Zunächst ist es noch völlig unklar, was die beiden Handlungsstränge miteinander zu tun haben, doch auch hier zeichnen sich im Verlauf die Verbindungen ab.
Viele der kurzen Kapitel enden mit einem Cliffhanger und man möchte unbedingt wissen wie es weitergeht. Verdächtige gibt es auch jede Menge, die alle ein mögliches Motiv vorweisen können. Man fiebert förmlich mit bei der Suche nach der Identität des Täters. Es bleibt also bis zum Ende enorm spannend und das Buch punktet mit einer unerwarteten Auflösung.
Gut fand ich, dass hier auch mal das Thema Buchbewertung und Hobbyrezensenten angeschnitten wurde. Nicht jeder macht sich beim Schreiben einer Rezension Gedanken darüber, welche Auswirkungen dies auf den Autor hat, der viel Zeit aufgewendet hat um an einem Buch zu schreiben. All die Mühen werden dann von so manchem Buchblogger mit Füßen getreten, indem er eine vernichtende Rezension schreibt und diese dann auch noch breit streut.
Insgesamt ein sehr spannendes und temporeiches Buch, ein typischer Pageturner. Ich freue mich schon auf das nächste Werk.

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Veröffentlicht am 18.06.2023

Top Thriller - brutal und spannend zugleich

Der Follower (Tom-Bachmann-Serie 3)
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Tom Bachmann ist Kriminalpsychologe beim BKA. Nicht umsonst nennt man ihn auch den „Seelenleser“, da er sich perfekt in die Gedankenwelt eines Täters hineinversetzen kann.
Als Lisa, eine alte Bekannte ...

Tom Bachmann ist Kriminalpsychologe beim BKA. Nicht umsonst nennt man ihn auch den „Seelenleser“, da er sich perfekt in die Gedankenwelt eines Täters hineinversetzen kann.
Als Lisa, eine alte Bekannte Toms ihre beste Freundin Melinda vermisst, wendet sie sich hilfesuchend an ihn. Melinda war als erfolgreiche Influencerin tätig. Auf Instagram gab sie mit einem Abschiedsbild bekannt, dass sie eine Auszeit in Dubai plant. Doch Tom erkennt sofort, dass die Frau auf dem Bild bereits tot ist. Und sie bleibt nicht das einzige Opfer…

Nach „Der Blutkünstler“ und „Der Zoom-Killer“ legt die Autorin Chris Meyer bereits den dritten Thriller rund um Tom Bachmann vor. Die Fälle sind zwar in sich geschlossen, dennoch empfehle ich die chronologische Einhaltung der Reihenfolge, damit man die privaten Entwicklungen und Nebenhandlung besser verstehen kann.
Rasant geht es los und man ist gleich mitten im Geschehen. Hautnah erlebt man mit, wie der Täter sein Opfer „bearbeitet“. Dabei spart die Autorin auch nicht an blutigen Details, der Leser sollte also nicht zu zartbesaitet sein, sondern starke Nerven haben.
Zusätzlich zu Toms Jagd nach einem Serienkiller gibt es noch eine zweiten Handlungsstrang, bei dem es um Toms Jugendfreund Aaron geht. Dieser wurde, wie auch Tom in seiner Kindheit von Toms Vater Dr. Bachmann geprägt und zu einem Killer erzogen. Ein Stück Vergangenheit, dass Tom gerne aus seinem Gedächtnis löschen würde, das ihn aber immer wieder einholt. Aaron führt einen Rachefeldzug gegen eine Gruppe, die mit Organen von Kindern handeln. Die Handlung switcht zwischen den beiden Erzählsträngen hin- und her. Dadurch wird die enorme Spannung nochmals gesteigert. Auch in die Täterperspektive werden kleine Einblicke gewährt, sodass man bestens miträtseln kann, was den Täter antreibt. Es bleibt aber bis zur letzten Seite ungemein spannend.

Insgesamt ein sehr temporeicher und unglaublich spannender Thriller, der aber auch viele brutale Szenen beinhaltet. Für mich war es ein Thriller-Highlight – ich freue mich schon auf den nächsten Fall.

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Veröffentlicht am 17.06.2023

Turbulenter Regionalkrimi

Falkenmord
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Mit „Falkenmord“ legt Sabine Gronover bereits den vierten Münsterland-Krimi aus der Schmitt & Kemper-Reihe vor. Für mich war es ein vollkommen problemloser Quereinstieg, da die Fälle in sich geschlossen ...

Mit „Falkenmord“ legt Sabine Gronover bereits den vierten Münsterland-Krimi aus der Schmitt & Kemper-Reihe vor. Für mich war es ein vollkommen problemloser Quereinstieg, da die Fälle in sich geschlossen sind.
Ein Falkner wurde mit einer perfiden Waffe ermordet. Schmitt und Kemper, die gerade einen Fall von Zechprellerei verfolgten, stürzen sich natürlich auf den Mord. Doch schon bald zeichnet sich ein Zusammenhang zwischen den beiden Fällen ab, denn der Zechpreller hatte sich kurz zuvor nach dem Falkner erkundigt.
Es geht ziemlich turbulent in diesem Krimi zu. Dafür sorgen nicht nur gleich mehrere Ex-Frauen, die das Opfer hinterlässt, sondern auch noch eine Ex-Freundin und ein schauspielernder Sohn, der zudem labil ist. Von Seiten der Polizei sorgt Praktikantin Jenny für Chaos, indem sie auf eigene Faust im darknet recherchiert.
Das Ermittler-Duo war mir sofort sympathisch, auch wenn beide Charaktere ziemlich verschieden sind. Auch die Nebenfiguren fand ich sehr authentisch gezeichnet und erschienen mir entsprechend ihrer Rolle unsympathisch bzw. unsympathisch.
Sabine Gronovers Schreibstil ist flüssig und angenehm und kleine Szenen mit Schmitts Dackel John lockern das Ganze immer wieder auf. Die Ansiedlung des Falls im Falkner Bereich fand ich sehr interessant und habe hier einiges Wissenswertes mitnehmen können.
Insgesamt ist der Krimi gut konstruiert, hat seine Wendungen und das Ende ist schlüssig. Mir persönlich hätte es noch ein wenig spannender sein können, dennoch ist mit „Falkenmord“ ein sehr solider Regionalkrimi gelungen.

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Veröffentlicht am 03.06.2023

Erfüllt nicht ganz meine Erwartungen

Die Verborgenen
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Auf den ersten Blick sind die Hoffmanns eine Bilderbuchfamilie, die in einem schönen Haus an der Küste leben. Doch der Schein trügt, Sven und Franziska haben sich auseinandergelebt und auch die 17jährige ...

Auf den ersten Blick sind die Hoffmanns eine Bilderbuchfamilie, die in einem schönen Haus an der Küste leben. Doch der Schein trügt, Sven und Franziska haben sich auseinandergelebt und auch die 17jährige Tochter Tabea hat so ihre Geheimnisse. Plötzlich geschehen merkwürdige Dinge im Haus, Gegenstände verschwinden und Fußspuren tauchen in der Staubschicht des Kellers aus. Ist jemand in ihr Haus eingedrungen?
Der Autor Linus Geschke begeistert mich schon seit vielen Jahren. Egal ob es die Jan-Römer-Reihe, die Born-Trilogie oder wie zuletzt der stand-alone Thriller „Das Loft“ war. Meine Erwartungen waren hoch und wurden leider nicht ganz erfüllt.
Das Phänomen „Phrogging“ bei dem sich Fremde unbemerkt in einem Haus einnisten, gibt es tatsächlich. Zum Glück ist es in Deutschland noch eher selten. Phrogger stehen beispielsweise nachts still neben den Betten der Hausbesitzer und leben unbemerkt auf deren Kosten, bis sie zum nächsten Objekt weiterziehen. Und so ergeht es auch den Hoffmanns. Ohne es zu wissen ist der Phrogger bei ihnen eingedrungen und niemand ahnt welch dunkle Absicht dahintersteckt.
Eingeteilt ist das Buch in zwei Abschnitte. Im ersten Teil kommen die einzelnen Familienmitglieder jeweils aus der Ich-Perspektive zu Wort. So lernt man langsam die Familie kennen und erlebt die eine oder andere Szene gleich zweimal, nur eben aus einer anderen Sicht. Nach und nach kommen so wohlgehütete Familiengeheimnisse ans Licht. Auch die Sympathien, die man zunächst für die eine oder andere Figur hat, verschieben sich, wenn man sie besser kennenlernt. Und natürlich ist da auch die Sicht des Phroggers selbst, seine Perspektive ist das „DU“. So schlüpft man als Leser automatisch in die Rolle des Eindringlings. Hier hätte ich mir gewünscht noch mehr über seine Denkweise zu erfahren.
Insgesamt ist das Buch natürlich spannend geschrieben und liegt auch über dem Durchschnitt. Wendungen und Überraschungen sind ebenfalls vorhanden. Nur das Ende hat mich etwas enttäuscht. Zwar ist alles schlüssig und es bleiben auch keine Fragen offen, aber irgendwie hatte ich erwartet, dass da noch etwas kommt.
Auch das Thema Phrogging fand ich sehr interessant und die Vorstellung, dass sich bei mir jemand auf dem Dachboden eingenistet hat, ist schon gruselig. Ich werde jetzt trotzdem nicht nachschauen…

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Veröffentlicht am 25.05.2023

Hanseatischer Charme mit offenen Ende

Der Bojenmann
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Kommissar Thies Knudsen und sein Ermittlungsteam vom LKA in Altona bekommen es mit einem Serientäter der besonderen Art zu tun. Der Bojenmann, eigentlich eine Holzfigur, die sich festverankert in der Elbe ...

Kommissar Thies Knudsen und sein Ermittlungsteam vom LKA in Altona bekommen es mit einem Serientäter der besonderen Art zu tun. Der Bojenmann, eigentlich eine Holzfigur, die sich festverankert in der Elbe befindet, wurde über Nacht gegen eine echte Leiche ausgetauscht. Doch die Identität des Opfers zu klären gestaltet sich als schwierig, denn die Leiche wurde aufwendig plastiniert und ist schon seit einem längeren Zeitraum tot. Kurz darauf tauchen weitere plastinierte Tote an den verschiedensten Orten in Hamburg auf.

„Der Bojenmann“ ist der Auftakt einer neuen Krimireihe des Autoren-Duos Kester Schlenz und Jan Jepsen. Im Mittelpunkt stehen dabei der ermittelnde Kommissar Knudsen und sein Freund Oke „LaLotse“ Andersen, ein ehemaliger Hochseekapitän und späterer Lotse im Ruhestand. Denn immer, wenn Knudsen nicht weiterweiß, hilft ihm ein neuer Denkanstoß seines Freundes. LaLotse ist auch die Figur, die am sympathischsten wirkt. Ein Mann mit viel Erfahrung und der auch viel gesehen hat. Interessant waren vor allem seine Ausführungen über die Containerschiffe, die Ausbeutung der Seeleute, die globale Wirtschaft und den Klimawandel. Wichtige Themen, aber an manchen Stellen war es dann doch zu viel des Guten. Hier wurde die Gesellschaftskritik zur Bremse beim Spannungsbogen. Erst in der zweiten Hälfte nimmt die Handlung dann an Fahrt auf und es wird richtig spannend. Zwischendurch lernt man auch die Täterperspektive kennen und erfährt einen Teil seiner Kindheitsgeschichte. Leider wird hier auch schon früh klar, wer dahintersteckt.
Der Krimi besitzt jede Menge Lokalkolorit und hanseatischen Charme. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Selbst wer Hamburg nicht kennt, kann sich ein gutes Bild machen.
Das Ende zwingt einem schon fast die Fortsetzung zu lesen. Hier hätte ich mir eine abgeschlossenere Geschichte gewünscht. Es bleibt einiges an Fragen offen, die hoffentlich im Folgeband geklärt werden.

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