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Veröffentlicht am 14.02.2022

Es ist Luft nach oben vorhanden ...

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Nachbar
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Judith Potts ist alleinstehend, lebt in einem alten Herrenhaus am Ufer der Themse und badet gerne nackt. Eines Abends hört sie dabei einen Schuss und findet kurze Zeit später ihren Nachbarn Stefan Dunwoody ...

Judith Potts ist alleinstehend, lebt in einem alten Herrenhaus am Ufer der Themse und badet gerne nackt. Eines Abends hört sie dabei einen Schuss und findet kurze Zeit später ihren Nachbarn Stefan Dunwoody tot auf. Judith ist überzeugt davon, dass Stefan ermordet wurde. Doch die Polizei nimmt dies nicht ernst. Und so beschließt Judith, selbst zu ermitteln und den Fall aufzuklären. Unterstützt wird sie hierbei von der Hundeausführerin Suzie und der Pfarrersfrau Becks, mit denen sie harmoniert und sich anfreundet.

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Cover und Klappentext haben mir auf Anhieb gefallen - es klang wie eine perfekte Mischung aus Miss Marple und Agatha Raisin! Da ich diese Figuren sowie klassische englische Krimis im Allgemeinen liebe, waren die Erwartungen hoch. Hohe Erwartungen können enttäuscht werden ... so leider auch im Falle von "Mrs Potts´ Mordclub und der tote Nachbar" ...

Immerhin liest Thorogood´s Stil sich angenehm flüssig.

Lange Zeit plätschert und ermittelt alles vor sich hin - nett zu lesen, wobei mir persönlich Atmosphäre und Lokalkolorit fehlten. Klassisch englisch war hier höchstens, dass öfter Tee getrunken wurde. Es bleibt nicht bei einem Mordfall, das Tempo nimmt zu, gerade am Ende überschlagen sich die Ereignisse. Das hätte positiv sein können - allerdings wirkt dieses Ende leider sehr konstruiert und unglaubwürdig.

Man baut zu den Figuren auch leider keine wirkliche Beziehung auf; sie bleiben ziemlich blass und distanziert.

Auch der britische Humor fehlt leider.

Das größte Manko ist aber sicherlich, dass hier hohe Erwartungen geschürt werden, Parallelen zu Miss Marple und Agatha Raisin unübersehbar sind, Thorogood´s Figuren an diese Vorbilder aber leider nicht wirklich rankommen. Mit Miss Marple hat Judith Potts etwa das Alter gemeinsam sowie die Tatsache, dass sie alleine lebt. Sie ist aber nicht so liebenswert wie Miss Marple. Für Agatha Raisin ist Judith Potts nicht liebenswert schrullig genug, nicht amüsant genug.

Unter´m Strich ist es der Auftakt einer neuen Krimireihe, die man lesen kann, aber nicht lesen muss. Aktuell bin ich noch unschlüssig, ob ich diese Reihe weiter verfolgen will und werde.

Wenn man sie liest, dann sollte einem bewusst sein, dass es sich um eine durchschnittliche Reihe handelt, die (noch) nicht an richtig gute Reihen dieser Art oder gar an die große und wunderbare Agatha Christie und deren Miss Marple herankommt. Leser, die diese großen Erwartungen nicht haben, könnten durchaus Gefallen an "Mrs Potts´ Mordclub und der tote Nachbar" finden.

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Veröffentlicht am 14.02.2022

... eine Trilogie, die von Band zu Band besser wurde!

Die Heimat des Herzens
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Der finale Band der Die Frauen von Hampton-Hall-Trilogie: Abigail konnte endlich ihrem Peiniger Sir Laurence Lancaster entkommen. Ihr Plan ist es, die ihr einst gestohlene, wertvolle Statue zurückzubekommen ...

Der finale Band der Die Frauen von Hampton-Hall-Trilogie: Abigail konnte endlich ihrem Peiniger Sir Laurence Lancaster entkommen. Ihr Plan ist es, die ihr einst gestohlene, wertvolle Statue zurückzubekommen und dann mit dieser endlich in ihre Heimat England zurückzukehren. Sie trifft Captain Maroon, der ihr hilft. Doch auch zu zweit sind diese Flucht und dieser Plan sehr gefährlich, denn Sir Laurence Lancaster lässt nicht locker und ist Abigail auch weiterhin immer einen Schritt voraus ... Und auch zu Hause in England überschlagen sich die Ereignisse.

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"Die Frauen von Hampton Hall" ist ein Paradebeispiel dafür, dass es selten, aber doch möglich ist, dass sich eine Trilogie und ein/e Autor/in von Band zu Band steigern. Nachdem mich Band 2 schon noch mehr begeistert hat als der schon tolle Band 1, hat mich dieser Band 3 noch mehr gefesselt als sein Vorgänger.

Der Stil ist gewohnt gut, lässt sich immer extrem angenehm und flüssig lesen, ist herrlich atmosphärisch.

Die Geschichte ist auch in diesem Band schon durch die Flucht vor Laurence grundsätzlich temporeich, fesselnd und spannend, dramatisch. Hinzu kommen nun noch Dinge wie etwa die Inzestthematik der Vergangenheit. Diese ist sicher nichts für schwache Nerven, jedoch hatte ich persönlich nie den Eindruck, dass es zu viel wurde, sondern dass die Geschichte davon profitiert: sie wurde dadurch noch fesselnder, spannender, düsterer und gruseliger, die Sogwirkung wurde noch größer, sodass man diesen Band noch weniger aus den Händen legen konnte als die beiden Vorgänger.

Alles ist wieder perfekt aufgebaut, sodass es jede Menge offene Fragen und Stoff zum Nachdenken und Mitfiebern gibt. Auflösungen folgen erst spät, sie sind oft überraschend, schockierend, dramatisch. Langweilig wird es mit "Die Heimat des Herzens" keine Sekunde, ganz im Gegenteil! Nichts ist vorhersehbar.

Daher: eine uneingeschränkte Empfehlung für alle, die gerne historische Romane mit Schauplatz England lesen, dunkle Familiengeheimnisse und -geschichten lieben und eine Trilogie suchen, die nicht nur konstant auf gutem Niveau bleibt, sondern sich sogar noch von Band zu Band steigert.

Ich bin einerseits traurig, dass diese Reihe nun an ihrem Ende angelangt ist und wir Abschied von Abigail und anderen liebgewonnenen Figuren nehmen müssen, freue mich andererseits aber auch schon auf den neuen Roman "Das Geheimnis der verborgenen Bibliothek", der Mitte Juni erscheint.

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Veröffentlicht am 14.02.2022

... ein Wohlfühlroman!

Bevor ich mein Herz in deine Hände lege
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In den frühen 1860er-Jahren lebten in England 600.000 mehr Frauen als Männer. Die Chancen auf eine Heirat waren daher quer durch die Gesellschaftsschichten ziemlich gering; nicht besser sah es in Bezug ...

In den frühen 1860er-Jahren lebten in England 600.000 mehr Frauen als Männer. Die Chancen auf eine Heirat waren daher quer durch die Gesellschaftsschichten ziemlich gering; nicht besser sah es in Bezug auf Beschäftigungsmöglichkeiten aus. Ein Leben als alte Jungfer drohte. Viele Frauen sahen es daher als einzigen Ausweg an, England zu verlassen und mit sogenannten Brautschiffen nach Vancouver Island und British Columbia zu fahren, die zu dieser Zeit noch nicht zu Kanada gehörten, sondern vielmehr britische Kolonien waren. Der Frauenanteil der dortigen Bevölkerung betrug nämlich nur elf Prozent. Sowohl eine Anstellung als auch ein heiratswilliger Mann waren hier sicher.

Und genau hier setzt Jody Hedlunds zweiter Teil der Brautschiff-Saga an: Die junge Arabella Lawrence sollte in ihrer Heimat England gegen ihren Willen verheiratet werden, mit einem alten Mann, den sie nicht liebte und der ihr schon vor der Eheschließung schlimmste Gewalt antat. Ein Nein zu dieser Ehe akzeptierten weder ihr Vater noch ihr zukünftiger Ehemann. So blieb Arabella keine andere Wahl, als ihre Heimat England und ihr altes Leben in Wohlstand hinter sich zu lassen, auf dem Weg zur Hochzeit zu fliehen und das Brautschiff zu besteigen, um am anderen Ende der Welt ein neues und besseres Leben zu beginnen. Schnell hat sie zwei Verehrer: Leutnant Drummond, der ihr zwar ihren gewohnten Lebensstandard bieten kann, sie aber charakterlich sehr an ihren versprochenen Ehemann in England erinnert, und Pete Kelly, einen einfach Bäcker, der unter ihrem Stand ist, der aber auch alles ist, was Arabella jemals gesucht hat, und bei und mit dem sie erstmals grenzenloses Glück und grenzenlose Liebe erfährt und erlebt. Für wen wird Arabella sich entscheiden?

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Dies war mein erster Roman aus der Feder von Jody Hedlund, und ich merkte schon nach den ersten Seiten, dass ich unbedingt mehr von dieser Autorin lesen möchte. Ich bin sehr froh darüber, eine neue, wundervolle Autorin für mich entdeckt zu haben. Es hat sich einmal mehr gezeigt, dass man bei Francke-Buch (ebenso bei SCM Hänssler) blind zu Neuerscheinungen greifen kann. Ich war noch kein einziges Mal von Romanen und Autorinnen enttäuscht, sondern immer sehr begeistert!

Dieser zweite Band der Brautschiff-Saga lässt sich völlig problemlos ohne Kenntnis des ersten Bandes lesen; man kann also auch noch mittendrin in diese Reihe einsteigen.

"Bevor ich mein Herz in deine Hände lege" besticht von Anfang bis Ende durch den Stil, die herrliche Atmosphäre, die schönen Schauplätze (etwa die Bäckerei oder Petes Land) sowie die großartigen Figuren - v.a. Arabella, Pete und Mrs. Moresby- sowie Romantik und Humor. Gerade die Szenen zwischen Arabella und Pete sind ein wahrer Genuss; von ihnen kann man nicht genug bekommen. Im weiteren Verlauf wird es dann auch noch spannender und dramatischer als gedacht, was sich aber kein bisschen störend auswirkte, sondern die Geschichte im Gegenteil um weitere Elemente im genau richtigen Maße erweitert hat.

Auch der christliche Aspekt wurde durchgehend absolut stimmig und richtig dosiert eingewoben.

Einzig Petes Versöhnung mit seinen Eltern am Ende war für meinen Geschmack etwas zu überstürzt und rosarot und somit nicht ganz glaubwürdig.

Aber insgesamt ist es eine wunderschöne Geschichte, die einem herrliche Lesestunden mit viel Atmosphäre, Romantik, Humor und Spannung schenkt und bei der man jeden Satz und jede Seite genießt.

Aber: man sollte dieses Buch nicht ohne Tee und Kuchen lesen, denn bei den vielen Kuchen, die Arabella und Pete backen, bekommt man unweigerlich Lust darauf!





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Veröffentlicht am 12.12.2021

Tolle Idee, enttäuschende Umsetzung

Barbara stirbt nicht
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Herr Schmidt ist schon seit Jahrzehnten mit Barbara verheiratet - eher aus der Not heraus, weil ein Kind unterwegs war. Sein Leben lang ließ er sich von seiner Frau bedienen, wusste nicht mal, wo der Kaffee ...

Herr Schmidt ist schon seit Jahrzehnten mit Barbara verheiratet - eher aus der Not heraus, weil ein Kind unterwegs war. Sein Leben lang ließ er sich von seiner Frau bedienen, wusste nicht mal, wo der Kaffee steht, geschweige denn, wie man diesen oder andere Lebensmittel zubereitet. Sein Leben ändert sich schlagartig, als Barbara eines Morgens im Badezimmer auf dem Fußboden liegt und einfach nicht mehr aufsteht. Plötzlich sind die Rollen vertauscht ...

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Ein Werk, das vor allem durch Alina Bronsky´s erzählerisches Talent besticht, durch viel schwarzen Humor und eine fast schon tragische Situationskomik.

Anfangs fand ich das großartig, aber irgendwann langweilte diese Geschichten mich, wies sie für meinen Geschmack ein paar Längen auf.

Sicher soll man Herrn Schmidt nicht mögen und spricht es für Alina Bronsky und ihre Arbeit, wenn der Leser eine starke Abneigung gegen ihn empfindet. Für meinen Geschmack blieben aber alle Figuren allzu sehr auf Distanz.

Mit fortschreitender Zeit wurde es immer schwerer zu glauben, dass wirklich niemand zeitnah Hilfe holt, den Notarzt ruft etc.

Auch das Ende enttäuschte mich, denn die Diagnose blieb völlig offen. Darüber kann man nur Mutmaßungen anstellen. Auch das Verhalten der erwachsenen Kinder war und ist für mich in keinster Weise nachvollziehbar.

Insgesamt wurde das Leseerlebnis immer weiter verleidet. Letztlich war ich erleichtert, als ich am Ende angelangt war.

Die Idee klang gut, aber die Umsetzung finde ich persönlich unbefriedigend.

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Veröffentlicht am 05.12.2021

Eine etwas schwächere Gesthuysen

Wir sind schließlich wer
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Die junge Pastorin Anna Betteray übernimmt erstmals eine Gemeinde in ihrer Heimat am Niederrhein. Dies gestaltet sich schwieriger als gedacht, da die Dorfbewohner ihr ziemlich ablehnend gegenüberstehen, ...

Die junge Pastorin Anna Betteray übernimmt erstmals eine Gemeinde in ihrer Heimat am Niederrhein. Dies gestaltet sich schwieriger als gedacht, da die Dorfbewohner ihr ziemlich ablehnend gegenüberstehen, ist sie doch eine Frau, viel zu jung, adlig und obendrein noch geschieden! Auch privat geht es drunter und drüber: Ihr Schwager wird verhaftet, ihr kleiner Neffe verschwindet spurlos, sie muss erkennen, dass ihre Schwester ernsthaft krank ist und Hilfe benötigt und dass in ihrer Familie viel zu viele Dinge viel zu lange unausgesprochen blieben ... doch so schwierig diese Situation und diese Zeit auch sind, so sehr bieten sie gleichzeitig die Chance für eine Klärung, einen Neuanfang, für Zusammenwachsen und Zusammenhalt ...

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Ich hatte mich sehr auf "Wir sind schließlich wer" gefreut, da ich Anne Gesthuysen eigentlich sehr gerne lese. Diesmal bleibe ich erstmals etwas zwiegespalten und enttäuscht zurück ...

Positiv sind der flüssige, stets angenehm zu lesende Stil, Gesthuysens feinfühlige, warmherzige und humorvolle Erzählweise. Man liest sie einfach gerne, fühlt sich sofort wohl mit Figuren und Schauplätzen, lebt und erlebt die Geschichten mit.

Diesmal sind allerdings nicht alle Figuren gleichermaßen gut gelungen, sind sie nicht allesamt hundertprozentig authentisch. Dies gilt insbesondere auch für den Wandel, den die eine oder andere Figur durchmacht.

Es wurden viele Themen aufgegriffen, allen voran Ehe- und Familienprobleme, Süchte, die Problematik rund um Anna und ihren Beruf, Vorurteile etc, auch Homosexualität ... mancher Leser wird sagen, dass der Roman für sie oder ihn dadurch noch interessanter oder kurzweiliger wurde; mir persönlich waren es diesmal aber etwas zu viele Themen und Problematiken, von denen längst nicht alle vertieft behandelt, sondern zu viele lediglich angekratzt, nicht aber aufgelöst wurden.

Manches wirkt allzu konstruiert, an anderen Stellen stellten sich Längen beim Lesen ein.

Insgesamt blieb Anne Gesthuysen diesmal leider hinter ihren Möglichkeiten zurück, sodass auch das Potenzial dieses Romans leider nicht ganz ausgeschöpft wurde.

Abgesehen von diesen Kritikpunkten ist es aber eine Familiengeschichte mit einem gewissen Wohlfühlfaktor, die man durchaus zwischendurch lesen kann.



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