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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Manche Töne treffen uns bis ins Mark...

Totenlied
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Schon lange hatte ich nichts mehr von Tess Gerritsen gelesen und nachdem sie bald in meiner Stadt "Totenlied" vorstellt und ich da unbedingt hin will, hab' ich mir natürlich auch gleich das Buch besorgt.

Zum ...

Schon lange hatte ich nichts mehr von Tess Gerritsen gelesen und nachdem sie bald in meiner Stadt "Totenlied" vorstellt und ich da unbedingt hin will, hab' ich mir natürlich auch gleich das Buch besorgt.

Zum Inhalt:
Von einer Italienreise bringt die Violinistin Julia Ansdell als Souvenir ein altes Notenbuch mit nach Hause. Es enthält eine handgeschriebene bislang völlig unbekannte Walzerkomposition. Julia ist fasziniert von dem schwierigen Stück, doch jedes Mal, wenn sie die aufwühlende Melodie spielt, geschehen merkwürdige Dinge. Etwas Bösartiges geht von dem Walzer aus, etwas, was das Wesen von Julias dreijähriger Tochter auf beunruhigende Weise zu verändern scheint. Weil niemand ihr Glauben schenkt, reist Julia heimlich nach Italien, um nach der Herkunft der mysteriösen Komposition zu forschen...

Mein Eindruck:
Allein das Cover sprach mich unheimlich an. Es ist in düsteren Tönen gehalten und auch der Titel verheißt eine spannende Geschichte. Durch den flüssigen Schreibstil von Tess Gerritsen fand ich sofort in die Geschichte, mochte Julia und ihre kleine Familie auf Anhieb. In dem Buch begegnet man zwei Erzählsträngen... der eine handelt von Julia in der heutigen Zeit und im zweiten lernen wir Lorenzo kennen, einen Italiener, in dessen Leben man kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges eintaucht. Er spielt wie Julia Geige und lernt Laura kennen, die ihn nicht nur mit ihrem Cello verzaubert und gemeinsam spielen sie im Duett. Doch als der Krieg ausbricht, lernen die beiden jungen Menschen die Grausamkeiten des Krieges kennen und nachdem Lorenzo Jude ist, droht ihm die Deportierung... mit den beiden Verliebten habe ich mitgezittert und gehofft, dass es doch noch eine Lösung für sie gibt... ob sie es tatsächlich schaffen, wieder zusammen zu kommen, werd' ich aber natürlich nicht verraten.

Jahrzehnte später findet Julia ein Notenblatt eines unbekannten Walzers und sie ist begeistert. Doch jedes Mal, wenn sie ihn spielt, passiert etwas mit ihrer Tochter und sie hat Angst, dass in ihrer Tochter etwas böses existiert. Das geht so weit, dass sie sich richtig gehend vor ihrer Tochter fürchtet. Tess Gerritsen hat es geschafft, dass ich mich richtig in Julia einfühlen konnte, einfach klasse. Ich habe soooo mit ihr mitgelitten, als sie im kompletten Zwispalt bezüglich ihrer Tochter steckte! Und ich konnte auch nachvollziehen, dass sie sich von ihrem Mann nicht grad unterstützt fühlte. Was hat es mit dem düsteren Walzer auf sich? Was steckt in ihm, das anscheinend sogar Menschen beeinflußt und das auf keine gute Weise? Ich konnte es kaum erwarten zu erfahren, woher diese Noten stammen. Hat wirklich Lorenzo dieses Stück komponiert? Welche Macht hat dieses Lied? Welche Hintergründe? Ich war jedenfalls sehr überrascht von dem Ende! Einfach nur genial geschrieben, wie wir es von Tess Gerritsen gewohnt sind

Mein Fazit:
Unbedingt lesen!!! Und ich freu mich jetzt schon tierisch auf die Lesung von Tess Gerritsen!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Schockierend, packend, fesselnd! Dieses Werk lässt einen nicht mehr los!

Those Girls – Was dich nicht tötet
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Zum Inhalt:
Die Schwestern Jess, Courtney und Dani sind 14, 16 und 17 und halten zusammen wie Pech und Schwefel. Sie leben in Kanada auf einer Farm und als ihre Mutter stirbt, verfällt ihr Vater immer ...

Zum Inhalt:
Die Schwestern Jess, Courtney und Dani sind 14, 16 und 17 und halten zusammen wie Pech und Schwefel. Sie leben in Kanada auf einer Farm und als ihre Mutter stirbt, verfällt ihr Vater immer mehr dem Alkohol. Mehr noch, er wird ihnen gegenüber gewalttätig und den Kids fällt es immer schwerer, den liebevollen Dad in ihm zu sehen, der er früher war. Eines Tages läuft alles aus dem Ruder und die Geschwister müssen von der Farm fliehen. Doch wohin? Und wäre nicht alles schon schlimm genug, bleibt ihr Pick-up liegen. Da kommen zwei Jungs vorbei, die ihnen Hilfe anbieten und auch, obwohl die Schwestern skeptisch sind, nehmen sie das Angebot an... denn eines wollen sie auf keinen Fall: getrennt und in Pflegefamilien gesteckt werden. Doch als sie die Jungs begleiten, ahnen sie noch nicht, dass ihnen ihr schlimmster Albtraum bevor steht. Noch schlimmer, als sie es sich jemals ausmalen könnten...

Mein Eindruck zum Buch:
Ich konnte dieses Werk nicht mehr weglegen! Der Schreibstil von Chevy Stevens fesselte mich total, der Spannungsbogen ging immer höher und ich konnte es nicht abwarten, zu erfahren, wie es mit den drei Mädchen weitergeht. Im ersten Teil wird aus Sicht von Jess, der jüngsten der Schwestern, erzählt. Man taucht richtig in ihre Gefühlswelt ein und leidet, hofft, bangt! Im zweiten Teil lernen wir Skylar kennen. Das war für mich eine Überraschung, aber nicht minder spannend. Kurz vor Schluß tauchen wir auch noch in die Gedanken von Dani ein, was ich auch sehr interessant fand. Die Charaktere sind super gezeichnet, Jess war mir sofort sympathisch. Aber auch Courney und Dani mit ihren Eigenheiten sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Brian und Gavin fand ich auch gut beschrieben... ihre Handlungen, ihr Umgang miteinander. Am Rande lernt man in dieser Geschichte auch noch weitere Personen kennen, die ich gerne erwähnen möchte... zum einen das Pärchen Patrick und Karen, die den drei Mädels eine enorme Hilfe sind und dann gibt es da noch Owen, der ebenso eine wichtige Person darstellt. Ich würde mir wünschen, den dreien vielleicht irgendwann in irgendeinem Werk von Chevy Stevens wieder zu begegnen. Vom Schluß wurde ich überrascht, ich hätte nicht mit diesem Ausgang gerechnet.

Fazit:
Meiner Meinung nach hat sich Chevy Stevens mit dieser Geschichte selbst übertroffen und ich kann es jedem Thriller-Fan nur wärmstens ans Herz legen! 5 Sterne sind eigentlich noch viel zu wenig für diesen Thriller Mein bisheriges Highlight des Jahres.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Thriller ohne Thrill

Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken
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Zum Inhalt:
Sandy hat eigentlich alles was sie jemals wollte... einen lieben Mann, eine gesunde Tochter und einen guten Job. Mit ihrer Familie lebt sie in der Abgeschiedenheit und genießt die Anonymität. ...

Zum Inhalt:
Sandy hat eigentlich alles was sie jemals wollte... einen lieben Mann, eine gesunde Tochter und einen guten Job. Mit ihrer Familie lebt sie in der Abgeschiedenheit und genießt die Anonymität. Doch plötzlich wird ihr genau dies zum Verhängnis... denn zwei Männer dringen in ihr Haus ein und nehmen die Familie in ihre Gewalt... und mit einem der Männer verbindet Sandy eine gemeinsame Vergangenheit... doch was genau ist damals passiert?

Das Cover:
Auf dem Cover sieht man ein verfallenes Haus, die Farben sind dunkel gehalten und es verströmt etwas düsteres... als ich es zum ersten Mal gesehen habe, hat es mich magisch angezogen und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, MUSSTE ich es unbedingt lesen!

Die Autorin:
Jenny Milchman hat schon mehrere Bücher geschrieben und lebt mit ihrer Familie im Staat New York. Desweiteren vermittelt sie anderen Autoren die Kunst des Schreibens.

Die Charaktere:
Hauptprogatonistin ist Sandy, eine Therapeutin, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter in der Abgeschiedenheit Kanadas lebt. Mit ihr konnte ich mich nicht wirklich anfreunden... zu untypisch war ihr Verhalten in Extremsituationen, zu irreal ihre Handlungsweisen und ihre Gedankengänge machten sie mir nicht sympathischer. Im Verlauf des Buches wird klar, warum sie sich diese Handlungsweisen angeeignet hat, dennoch wurde ich mit ihr nicht warm. Dann gibt es Ben, Sandys Mann. Von ihm bekommt man nur Eindrücke mit, seine Rolle spielt nicht im Vordergrund. Dies tut aber Ivys Figur, Sandys Tochter und ein typischer Teenager. Sie wuchs mir am Meisten ans Herz, auch wenn ich viele Aktionen von ihr nicht nachvollziehen konnte. Das könnte aber auch daran liegen, dass ich schon lange keine 15 mehr bin Ja, dann gibt's natürlich Nick, der die Familie mit Harlans Hilfe in seine Gewalt bringt. Er ist psychisch krank, absoluter Narzisst und giert nach Macht über andere Menschen. Dies kann er bei seinem Kumpanen Harlan voll auskosten, denn Harlan ist ihm absolut hörig. Harlan hat während der Geschichte ein wenig mein Mitleid geweckt, denn im Grunde war er kein schlechter Mensch. Nur leider ist er immer an Menschen geraten, die ihn benutzt und mies behandelt haben. Ja, und nicht zu vergessen Mac, der Familienhund, in dessen Gedankenwelt man während des Buchs auch eintaucht.

Mein Eindruck zum Buch:
Anfangs war ich begeistert! Ich mochte den Schreibstil, fand die Art, wie Jenny Milchman Einzelheiten beschreibt, einfach nur klasse! Meine Begeisterung hat sich aber während des Lesens immer mehr gelegt. So vieles war vorhersehbar und ich verbrachte einige Seiten einfach nur mit Warten, bis man es endlich schwarz auf weiß hatte. Desweiteren waren viele Situationen unstimmig und nicht gerade logisch, andere Erklärungen wurden dafür komplett weggelassen. Ich habe immer gehofft, dass alles noch rausgerissen wird und endlich Spannung auftaucht, aber darauf habe ich leider vergeblich gewartet. Zum Schluß musste ich mich richtig zwingen weiterzulesen und auch das Ende hat mich absolut nicht überrascht. "Thriller" ist meiner Meinung nach definitiv das falsche Wort. Ich würde es aber auch nicht "Spannungsroman" oder "Krimi" nennen. Vielleicht wäre "Drama" passender.

Mein Fazit:
Ich war leider sehr enttäuscht von diesem Buch und kann es auch nicht guten Gewissens weiterempfehlen, schon gar nicht an richtige Thriller-Fans. Sehr sehr schade, denn ich finde, die Grundidee war einfach grandios! Ich habe lange überlegt, ob ich zwei oder drei Sterne für dieses Werk vergebe, aber wenn ich wirklich in den Vergleich mit auch unbekannteren Autoren gehe, kann ich leider nur zwei Sterne vertreten.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Nach "Die Tage in Paris" hatte ich mir mehr erhofft...

Ein Bild von dir
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Cover:
Das Cover hat mich total angesprochen. Es ist typisch für die Werke von Jojo Moyes: verspielt, romantisch und für jeden Fan von herzzerreißenden Romanen ein Eyecatcher. Wer mehrere Bücher von der ...

Cover:
Das Cover hat mich total angesprochen. Es ist typisch für die Werke von Jojo Moyes: verspielt, romantisch und für jeden Fan von herzzerreißenden Romanen ein Eyecatcher. Wer mehrere Bücher von der Autorin hat, kann sich darüber freuen,dass es im Bücherregal einfach toll aussieht, mehrere Bände nebeneinander zu stellen.

Inhalt:
Sophie hatte alles was sie sich erträumte... sie lebte mit ihrem Mann Édouard Levèvre, den sie abgöttisch liebt, in Paris und genoß das Leben und die Liebe. Doch dann bricht der Erste Weltkrieg aus, Édouard muss an die Front und Sophie unterstützt ihre Schwester Hélène in St. Péronne, einem kleinen Städtchen ungefähr 140 Kilometer von Paris entfernt. Dort führen sie ein Hotel mit Bar und Restaurant names "Le Coq Rouge", aber die Zeiten sind hart und das Elend nagt an ihnen. Und wäre das nicht schon genug, beschließt der deutsche Kommandant Friedrich Hencken sich mit seinen Soldaten allabendlich im "Le Coq Rouge" verköstigen zu lassen. Mit Widerwillen stellt Sophie fest, dass auch in einem deutschen Kommandanten und somit im Feind "nur" ein Mensch und in Friedrichs Fall ein Kunstliebhaber steckt. Sophie versucht stark zu sein, für sich, für ihre Familie und gibt die Hoffnung keine Sekunde lang auf, dass Édouard unversehrt zu ihr zurückkehrt... alles, was ihr von ihrem Mann geblieben ist, ist ein Gemälde von ihr, das Édouard in Paris gemalt hat... und von dem sich der deutsche Kommandant verzaubern lässt... Fast hundert Jahre später kämpft sich Liv zurück ins Leben. Vor vier Jahren ist ihr Mann David gestorben, ihre ganz große Liebe. Auf ihrer 2. Hochzeitsreise (über die 1. Hochzeitsreise kann man in Jojo Moyes Buch "Die Tage in Paris"lesen) hat er ihr das Bild "Jeune femme" geschenkt, eben genau das Gemälde, das Édouard vor so langer Zeit gemalt hat und das Abbild von Sophie zeigt. Liv liebt dieses Bild, ist es doch das Wertvollste, das ihr geblieben ist. Doch dann lernt sie Paul, einen Ex-Polizisten kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Doch was sie nicht über ihn weiß: Paul ist inzwischen Spezialist darin, geraubte Kunstgegenstände aus hauptsächlich dem Zweiten Weltkrieg aufzuspüren und zu ihren rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben. Und just als er Liv kennenlernt, bekommt er einen neuen Auftrag: Die "Jeune femme" soll gefunden und den Nachkommen der Familie Lefèvre übergeben werden. Und als er genau dieses Bild in Livs Wohnung entdeckt, beginnt für ihn eine innerliche Zerreißprobe...

Charaktere:
Die wichtigste Person überhaupt ist natürlich Sophie. Sie glaubte, endlich ihr Glück gefunden zu haben, doch der Erste Weltkrieg verändert alles! Sie versucht stark zu sein, ihre Schwester Hélène im "Le Coq Rouge" so gut zu unterstützen,wie es nur irgendwie geht und nicht nur das: sie versucht auch, Hilfsbedürftigen in dem Städtchen St. Péronne zu unterstützen, sei es die kranke Tochter des Bürgermeisters oder die älteren Bewohner. Als Liliane Béthune von den deutschen Soldaten vor aller Augen abgeführt und als Verräterin abgestempelt wurde, nimmt Sophie Lilianes Tochter Édith auf. Aber als die deutschen Soldaten beschließen, abends im "Le Coq Rouge" zu essen, wird Sophie selbst im Ort angefeindet und es wird gemunkelt, dass sie sich "zu gut" mit dem Feind versteht. Ich habe richtig mit ihr mitgelitten, ihr Zwispalt, ihre Hoffnung, dass Édouard irgendwann zu ihr zurückkehrt. Hélène, Sophies Schwester, versucht ebenso stark zu sein, doch ist sie die Schwächere der beiden und extrem dankbar für Sophies Hilfe, ohne ihre Schwester wäre sie wohl untergegangen. Allerdings macht sie sich Sorgen, als sie merkt, dass Sophie dem deutschen Kommandanten gegenüber milder wird und hat Angst, dass Sophie etwas tut, was sie nie wieder rückgängig machen könnte... Der deutsche Kommandant Friedrich Hencken befindet sich oft in der Zwickmühle... er besetzt mit seinen Soldaten das Städtchen, kommt aber nicht umhin, Sympathien für Sophie aufzubauen und ist von dem Gemälde, das Édouard gemalt hat, so hingerissen, dass er kaum den Blick abwenden kann. Ich hätte ihn sehr gerne noch besser kennengelernt, hätte gerne noch mehr über ihn erfahren. Für mich waren das die Hauptprotagonisten im Krieg. Knapp 100 Jahre später treffen wir auf Liv. Ihr Charakter wurde für mich leider nicht klar genug gezeichnet, sie war mir zu "schwammig" und ich konnte mich nicht mit ihr identifizieren. Alles, was ihr von ihrem verstorbenen Mann blieb, war das Gemälde mit dem Abbild von Sophie, welches ihr David schenkte. Man merkte, sie liebt dieses Bild und hat enorme Angst, es zu verlieren, dennoch fiel es mir schwer, mit ihr mitzufühlen. Ebenso ging es mir mit Paul, wobei ich hier seine Zerrissenheit zwischen seinem Job und dem Wunsch mit Liv zusammen zu sein, noch am ehesten greifen konnte. Pauls Bruder Greg war mir aber mega sympathisch, ebenso wie Livs "Mitbewohnerin" Mo. Da würde ich mir wünschen, dass man von ihnen vielleicht irgendwann wieder in Jojo Moyes Büchern liest, ich bin mir sicher, diese zwei Personen hätten interessante Geschichten zu erzählen.

Mein Eindruck vom Buch:
Ich muss ehrlich gestehen: mich konnte dieses Buch nicht fesseln. Dabei habe ich mich wirklich sehr darauf gefreut, vorallem, nachdem ich die Vorgeschichte "Die Tage in Paris" gelesen hatte. Leider fand ich es bereits am Anfang etwas langatmig, jedoch konnte mich Sophie dann doch noch mitreißen und ich habe mit ihr mitgefiebert. Zeitweise fand ich es dann sogar spannend, vorallem, als man merkte, dass sich Sympathien bei Kommandant Hencken aufbauten. Das alles wurde aber zunichte gemacht, als es einen Cut gab und man fast 100 Jahre nach Sophies Geschichte auf Liv trifft. Und die Geschichte von Liv, dem Gemälde in ihrem Besitz und Paul konnte mich absolut nicht in den Bann ziehen. Im Gegenteil, ich habe im zweiten Teil immer gehofft, dass ich nochmal Informationen über Sophie erhasche. Zum Schluß erfährt man zum Glück noch einiges, dennoch ließ mich das Buch mit dem Gefühl zurück, dass irgendetwas fehlt. Ich hätte es schön gefunden, noch zu erfahren, wie es mit dem Kommandanten weiterging, was Édouard erlebte und auch, wie es mit Aurélien weiterging, er gehörte ja auch zur Familie, jedoch wurde ihm immer weniger Beachtung geschenkt. Schade, ich hatte mir nach der Lektüre von "Die Tage in Paris" mehr erwartet.

Fazit:
Mein erstes Buch von Jojo Moyes war "Ein ganzes halbes Jahr", dieses Werk habe ich verschlungen. Danach kamen "Eine handvoll Worte" und "Weit weg und ganz nah" und von den beiden Büchern war ich schon etwas enttäuscht. "Die Tage in Paris" hat mir dann wieder Hoffnung gegeben, nochmal an das Level von "Ein ganzes halbes Jahr" heranzukommen, aber es hat für mich leider nicht gereicht. Wer den Schreibstil von der Autorin und herzzerreißende Romane mag, wird auch mit diesem Buch auf seine Kosten kommen. Für mich hat sich jedoch mit diesem Buch herauskristallisiert, dass mich Jojo Moyes emotional nicht mehr in den Bann ziehen kann. Für Sophies Part in der Geschichte vergebe ich aber dennoch drei Sterne.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Leider nicht so spannungsgeladen wie erwartet...

Blick in die Angst
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Wer die ersten beiden Bücher von Chevy Stevens kennt, dem ist auch bereits Dr. Nadine Lavoie ein Begriff. Diesmal steht sie aber selbst im Mittelpunkt. Als angesehene Psychaterin einer Klinik trifft sie ...

Wer die ersten beiden Bücher von Chevy Stevens kennt, dem ist auch bereits Dr. Nadine Lavoie ein Begriff. Diesmal steht sie aber selbst im Mittelpunkt. Als angesehene Psychaterin einer Klinik trifft sie auf Heather, eine junge Frau, die mit ihrem Mann Daniel aus der Sekte "River of Life" ausgetreten und psychisch am Ende ist. Nadine ist schockiert, als sie begreift, dass Heather aus genau jener Sekte ausgetreten ist, in der sie ein paar Monate als Heranwachsende mit ihrem Bruder sowie ihrer Mutter gelebt hat. Nadine tut alles, um der jungen Frau zu helfen, plötzlich wird sie aber auch mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert und ihr Grauen wird immer größer, als sie Geschehnissen auf die Spur kommt, die sie als Schutzreaktion so viele Jahre ihres Lebens verdrängt hat. Woher kam ihre Klaustrophobie? Hat es was mit Aaron zu tun, dem Anführer der Sekte, der sie immer noch zu beobachten scheint? Oder steckt doch etwas ganz anderes dahinter? Was ist wirklich passiert, als sie in der Sekte lebte?

Mein Eindruck zum Buch:
Im Grunde bin ich ein totaler Fan von Chevy Stevens, aber dieser Band hat mich jetzt leider nicht vom Hocker gerissen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und ich mag ihre Art zu schreiben sehr, deshalb fiel es mir nicht schwer, das Buch in einem Rutsch zu lesen. Jedoch fehlte mir oft die Spannung und das Gefühl, dass ich es nicht erwarten kann zu erfahren, wie es weitergeht. Manchmal plätscherte das Buch einfach so dahin. Die Handlungen und auch der Schluß waren sehr schnell absehbar und mir persönlich war das Ende zu sehr "Happy End". Klasse fand ich aber die Einstreuung von Informationen, wie das Leben in einer Sekte ablaufen kann. Chevy Stevens hat es geschafft, realistisch darzustellen, wie manipulativ die "Bosse" einer solchen Vereinigung sein können und wie schnell man Gefahr laufen kann, sein eigenes Leben aufzugeben und nur noch für die Kommune zu leben. Zudem sind die Charaktere wie von der Autorin gewohnt sehr fein gezeichnet und man lernt die Hauptprotagonistin sehr gut kennen. Chevy Stevens greift in ihren Büchern immer wieder Thematiken auf, die sich sehr mit der Psyche der Menschen befassen und auch in "Blick in die Angst" lässt sie den Leser oft auf tiefe Abgründe blicken. Dieses Talent ist nur ein Grund, warum ich dieser Autorin treu bleiben werde und ich mich auf viele weitere Werke freue.

Mein Fazit:
Leider finde ich "Blick in die Angst" nicht so gelungen wie die vorherigen Bücher von Chevy Stevens, aber man findet in diesem Buch einen solider Spannungsroman. Diejenigen, die das Thema Sekten sehr interessiert, sollten sich dieses Werk nicht entgehen lassen. Nachdem ich aber weiß, dass es Chevy Stevens viel besser kann, habe ich für diesen Band leider nur drei Sterne zu vergeben.