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Veröffentlicht am 14.05.2021

Lesehighlight!

Der Stoff, aus dem die Freiheit ist
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Fair Fashion, also fair gehandelte Mode, ist seit Jahren groß im Kommen – nicht zuletzt durch Berichte von katastrophalen Bedingungen in (meist) asiatischen Bekleidungsfabriken. Gemeinsam mit einigen Mitstreitern ...

Fair Fashion, also fair gehandelte Mode, ist seit Jahren groß im Kommen – nicht zuletzt durch Berichte von katastrophalen Bedingungen in (meist) asiatischen Bekleidungsfabriken. Gemeinsam mit einigen Mitstreitern hat Nathalie Schaller sich aus ihrer Komfortzone hinausgewagt und einen Herzenstraum verwirklicht: die Gründung eines humanitären Modelabels. In „Der Stoff, aus dem die Freiheit ist“ erzählt sie, wie es dazu kam, was für Hindernisse ihr auf dem Weg begegnet sind, und wie sie trotz Rückschläge an ihrer Vision festgehalten hat – auch während der Corona-Krise.

Eines vorneweg: Dieses Buch ist schon jetzt eines meiner Lesehighlights 2021!
Die Kapitel sind kurz und knackig. Die Autorin und ihr Co-Autor schreiben richtig gut – soll heißen schnörkellos und rasant, mit einem Gespür für die Aufmerksamkeitskurve der heute lebenden Leser und Leserinnen. Immer wieder gibt es als kleine Unterbrechungen der Geschichte kurze „Faktenchecks“, die in verschiedene wichtige Themen einführen.

„Der Stoff …“ ist ein Buch für Gründer, für sozial Engagierte, für Weltverbesserer. Ein Buch für für alle, die ihren Modekonsum kritisch hinterfragen (oder es lernen möchten). Ich würde es am liebsten jedem Jugendlichen zwischen 13 und 21 in die Hand drücken, weil darin so gut beschrieben wird, dass es ein Prozess ist, seine Berufung zu finden, und dass tatsächlich weniger planbar ist, als man meint.

Ich wurde auch persönlich inspiriert und abgeholt. Nathalie Schaller teilt hier ihre Lebensweisheiten, die sie oft auf die harte Tour gelernt hat, und schreckt nicht davor zurück, offen von ihrem (mehrfachen) Scheitern zu berichten. Wie sie sich durchgekämpft hat, gegen alle Widerstände, auch innerhalb ihrer Familie, ist beeindruckend - gleichzeitig zeigt sie immer wieder auf, dass das nicht allein ihr Verdienst war. Ein Buch über eine mutige Frau, die gewagt hat, von einer besseren Welt zu träumen und ihrem Herzen Raum gegeben hat. Klare Kaufempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.04.2021

Superklasse - nicht nur für Mädchen!

Merle und die Bonbon-Verschwörung
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Wir lieben Merle! - Das ist die Zusammenfassung unserer Rezension. Alle, die mehr wissen wollen, dürfen weiterlesen …

Die neunjährige Merle gründet mit zwei ihrer Freundinnen einen Detektiv-Club, aber ...

Wir lieben Merle! - Das ist die Zusammenfassung unserer Rezension. Alle, die mehr wissen wollen, dürfen weiterlesen …

Die neunjährige Merle gründet mit zwei ihrer Freundinnen einen Detektiv-Club, aber zunächst passiert in ihrem kleinen Kaff Bauerbach gar nichts. Als sie kurz davor stehen, ihren Club wieder aufzulösen, kommen sie jedoch einer geheim gehaltenen Diebstahlserie auf die Spur. Es sieht ganz so aus, als wäre sogar jemand aus ihrer Klasse daran beteiligt. Und so stürzen sich die drei Mädchen in ihren ersten Fall - ohne zu ahnen, dass viel mehr dahinter steckt, als zunächst scheint …

Ich habe den ersten Band von „Merle“ gemeinsam mit meinem fast siebenjährigen Sohn (1. Klasse) gelesen. Detektivgeschichten sind bei Kindern zwischen 6 und mindestens 11 Jahren hoch im Kurs und die Autorin Esther Schuster schreibt so frisch, witzig und nah an der Lebenswelt der Kinder dran, dass es eine Freude war, ihren Debütroman zu lesen. Es gab immer großen Protest, wenn ich gesagt habe: „Morgen lesen wir weiter!“

Neben viel Spannung und Witz enthält „Merle“ auch ernstere Themen wie Mobbing, Ausgrenzung, Eifersucht und Mut. Sie werden glaubhaft & überzeugend in die Geschichte integriert. Gleiches gilt für Bezüge zum christlichen Glauben. Vom Alter her ist das Buch perfekt geeignet für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren, man kann es aber auch mit jüngeren Kindern lesen, wenn man bereit ist, ihnen zwischendurch immer wieder einige Dinge kurz zu erklären, die sie noch nicht kennen.

Uns hat „Merle und die Bonbon-Verschwörung“ sehr viel Spaß gemacht und wir freuen uns sehr, dass im Herbst Band 2 der Reihe erscheinen wird. Den besorgen wir uns auf jeden Fall!

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Veröffentlicht am 05.04.2021

Beeindruckend, gut geschrieben, fasziniert, macht nachdenklich und traurig

Ermordet in Kabul
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Dieses Buch ist beeindruckend.

Beeindruckend, weil diese Biografie von einer Frau (Sr. Heidemarie Führer) geschrieben wurde, die die Frau, über die sie schrieb (Simone Beck) gar nicht kannte. Beeindruckend ...

Dieses Buch ist beeindruckend.

Beeindruckend, weil diese Biografie von einer Frau (Sr. Heidemarie Führer) geschrieben wurde, die die Frau, über die sie schrieb (Simone Beck) gar nicht kannte. Beeindruckend aber auch, weil es ein Leben der Hingabe in der heutigen Zeit beschreibt und der Märtyrertod von Simone Beck erst knapp 4 Jahre her ist - und nicht bereits 20, 50 oder mehr.

Dieses Buch ist gut geschrieben.

Es fällt sehr leicht, in die Lebensgeschichte einzutauchen. Die Autorin hat gut recherchiert, ihre eigene Perspektive schön im Vorwort beschrieben, und malt Simone Becks Leben lebendig und spannend der Leserschaft vor Augen. Sie zitiert Freunde, Vorgesetzte, Familienangehörige und aus Rundbriefen und Tagebüchern von Freunden und Simone selbst.

Dieses Buch fasziniert und macht nachdenklich.

Ein Leben der Hingabe stellt zwangsläufig Fragen an den Leser. Da die Zweifel, Kämpfe und Macken Simones nicht verschwiegen werden, bleibt sie trotzdem nahbar und menschlich. Da ich beruflich selbst viel mit Sprachen zu tun habe, war es faszinierend, Einblicke in die Arbeit einer Linguistin zu erhalten, die eine unerforschte, noch nicht verschriftlichte Sprache erforscht hat.

Dieses Buch macht traurig.

Ja, auch das möchte ich nicht verschweigen. Je näher ich dem Ende des Buches kam, umso mehr fürchtete ich es. Es gibt kein Happy End, dafür viele offene Fragen. Die Gewissheit, dass Simone Becks Leben Sinn gehabt hat und nun an einem besseren Ort weitergeht, empfand ich zwar als tröstlich, aber mir fehlte der (zeitliche) Abstand zu ihrem Ende. Gern hätte ich gewusst, wie es mit der Arbeit weiterging, die sie angefangen hatte. Am Ende überwog bei mir zudem das Gefühl, dass es der Autorin trotz der sehr guten Arbeit, die sie geleistet hat, nicht gelungen ist, die Lücke zwischen ihr und einer Unbekannten zu schließen.

Trotzdem kann ich das Buch weiterempfehlen. Es ist spannend und bietet realistische Einblicke in das Leben einer Missionarin in der heutigen Zeit sowie in ein Leben auf einem Missionsschiff (Simone Beck war einige Jahre auf der „Doulos“ von OM tätig). Man sollte es allerdings nicht in einer Zeit lesen, in der man selbst emotional angeschlagen ist.

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Veröffentlicht am 07.03.2021

Ein sehr berührender historischer Liebesroman

Der Kampf ums Glück
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„Der Kampf ums Glück“ ist der 6. Teil der Saga um die Familie Wakefield. Man kann eigentlich (siehe Fazit!) mit jedem Band neu in die Reihe einsteigen und benötigt kein Vorwissen, da die Saga fortlaufend ...

„Der Kampf ums Glück“ ist der 6. Teil der Saga um die Familie Wakefield. Man kann eigentlich (siehe Fazit!) mit jedem Band neu in die Reihe einsteigen und benötigt kein Vorwissen, da die Saga fortlaufend ist und immer andere Personen im Mittelpunkt der Geschichte stehen.

Ich habe bisher alle Teile der Saga gelesen und es ist faszinierend, wie unterschiedlich jedes einzelne Buch ist. Gilbert Morris gelingt es immer wieder, überzeugende neue Charaktere zu kreieren und spannende Wendungen herbeizuführen, mit denen man als Leser nicht gerechnet hat. Diesmal führt es wieder einen der Wakefield-Sprösslinge nach Amerika …

Im Gegensatz zum letzten Band sind hier geistliche Themen eher eine Randerscheinung. Im Fokus der Erzählung stehen die Zwillinge Paul und David und die Frauen, die ihr Leben bestimmen. Erst im letzten Drittel des Buches wird der christliche Glaube stärker thematisiert. Es ist also mehr ein klassischer historischer Liebesroman auf sehr hohem Niveau. Die Charaktere wachsen schnell ans Herz, man fiebert mit und will das Buch gar nicht aus der Hand legen.

Was mir etwas fehlte, waren die historischen Bezüge, die in „Der Kampf ums Glück“ unerwartet dünn ausfielen. Es gab diesmal keine wichtige historische Person, der Leben eingehaucht wurde, und auch die Abschnitte über das Zeitgeschehen, die sonst so meisterhaft eingewoben waren, sind kaum vorhanden. Das fand ich etwas schade und gebe daher einen Stern Abzug.

Fazit: Wer auf der Suche nach einem guten historischen (Liebes-)Roman ist, kommt hier auf seine Kosten. Gut geeignet für Einsteiger in die Serie.

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Veröffentlicht am 28.02.2021

Hält, was es verspricht

Vielleicht lässt jemand Wunder regnen
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Ich liebe es, wenn ein Buch hält, was es verspricht. „Vielleicht lässt jemand Wunder regnen“ ist tatsächlich ein „hoffnungsfrohes Lesebuch“, das nicht nur Lust auf Frühling, sondern ganz allgemein das ...

Ich liebe es, wenn ein Buch hält, was es verspricht. „Vielleicht lässt jemand Wunder regnen“ ist tatsächlich ein „hoffnungsfrohes Lesebuch“, das nicht nur Lust auf Frühling, sondern ganz allgemein das Leben macht. Ein gelungener Mix aus kurzen und längeren Impulsen. Gedichte, Kurzgeschichten, sorgfältig ausgesuchte Bibelverse, schöne Zitate zum Nachdenken … und sogar Postkarten zum Selberbehalten oder Verschicken! Wirklich toll!

Theoretisch liest sich das Buch schnell weg. Es lohnt sich aber, es langsam und in kleinen Portionen zu sich zu nehmen. Manche Texte sind wahre Wortakrobatik, mit herrlichen Bildern und hintersinnigen (Um-)Formulierungen. In mir haben so viele Sätze nachgehallt, dass es mir wichtig war, ihnen Raum und Zeit dazu zu geben, und nicht von einem Impuls zum nächsten zu hasten.

Einen Stern Abzug gebe ich, weil ich mit den „Engelstexten“ nichts anfangen kann und mir einige wenige Texte weltanschaulich zu liberal waren. Insgesamt kann ich jedoch eine klare Kaufempfehlung geben und habe das Buch sogar schon weiterverschenkt. Perfekt für alle, die etwas Frühlings-Freude brauchen oder weitergeben möchten.

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