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Veröffentlicht am 30.01.2020

Der Store - ein Unternehmen mit Weltherrschaftspotential...

Der Store
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"Der Store" von Rob Hart ist ein super gelesenes Hörbuch, welches erschreckend nah an der Realität die Welt von Cloud schildert.

Paxton, einst selbständiger Unternehmer mit einer eigenen, innovativen ...

"Der Store" von Rob Hart ist ein super gelesenes Hörbuch, welches erschreckend nah an der Realität die Welt von Cloud schildert.

Paxton, einst selbständiger Unternehmer mit einer eigenen, innovativen Erfindung, wurde von Cloud durch fragwürdige Methoden dazu gezwungen, seine kleine Firma aufzugeben. Nun bewirbt er sich bei Cloud, weil er einen Job braucht, aber auch, weil er hofft, sich bei Gelegenheit irgendwie rächen zu können.

Beim Durchlauf der Bewerbungsmodalitäten trifft er Zinnia, die er interessant findet, und versucht, ihr näher zu kommen. Es entwickelt sich etwas zwischen ihnen, aber Zinnia hat ganz andere Motive...

Cloud ist ein Riesenkonzern, der größte Onlinestroe der Welt, wo die Mitarbeiter in firmeneigenen Wohnheimen und Siedlungen wohnen, um nah an der Arbeit zu sein, codierte Armbänder tragen müssen, die jede ihrer Bewegungen mitverfolgen und komplett durchgetaktete Tage haben...

Alles eine große Familie, mit Firmengründer Gibson Wells an der Spitze...oder?! Hinter der Fassade sieht es schon ganz anders aus, nicht jeder ist so stumpf, dass er einfach mit dem zufrieden ist, was er dort tut, und nicht merkt, dass die totale Kontrolle herrscht.

Paxton ist innerlich zwiegespalten, an ihm wird bestens gezeigt, wie Manipulation funktioniert - einerseits hasst er Cloud und ganz besonders Firmengründer Wells, weil ihm der Store sein Unternehmen zerstört hat, andererseits ist er stolz und sein Ehrgeiz geweckt, wenn er gelobt wird und gute Arbeit leistet...

Das Ganze erinnerte mich stark an "1984", den Kult-Dystopie-Klassiker, und Cloud an eine reale Firma, die jeder kennt...

Gelesen wird das Hörbuch von Simon Jäger (Paxton) , Anna Carlsson (Zinnia), Frank Arnold (Gibson Wells) und Janine Stenzel (Stimme aus dem Off). Es wird immer im Wechsel kapitelweise gelesen, meist aus der Sicht von Paxton oder Zinnia. Die Kapitel aus Wells´Sicht waren anfangs recht langatmig und haben mich etwas genervt, aber das wurde zunehmend besser.

Ich hatte ein paar abwechslungsreiche Hör-Stunden mit großartigen Stimmen, sehr guter Unterhaltung und der einen oder anderen Gänsehaut...

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Veröffentlicht am 29.01.2020

"Cold Case" - Schwedischer Krimi mit einigen Längen

Cold Case - Das verschwundene Mädchen
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"Cold Case - das verschwundene Mädchen" von Tina Frennstedt ist im Ehrenwirth Verlag erschienen und hat 448 Seiten.
Das Cover ist vielschichtig, düster und geheimnisvoll gestaltet und macht dadurch neugierig. ...

"Cold Case - das verschwundene Mädchen" von Tina Frennstedt ist im Ehrenwirth Verlag erschienen und hat 448 Seiten.
Das Cover ist vielschichtig, düster und geheimnisvoll gestaltet und macht dadurch neugierig. Und spätestens nach dem Lesen des Klappentextes war mir klar: Diesen Thriller will ich lesen!
Der Einstieg ist enorm spannend, ein Vergewaltiger geht um, der in den frühen Morgenstunden in die Häuser von Frauen mittleren Alters einsteigt und diese in ihrem eigenen Zuhause brutal quält und vergewaltigt.
Tess Hjalmarsson, hauptsächlich beschäftigt mit Cold Cases, wird mit den Ermittlungen betraut, da an einem Tatort Spuren gefunden werden, die auf einen ungeklärten Fall hinweisen - die damals 19-jährige Annika verschwand spurlos...
Wie hängen die beiden Fälle zusammen? Es verspricht spannend zu werden.
Der Schreibstil ist eingängig und flüssig, das Lesen geht gut von der Hand. Doch leider wird die Spannung, die mich zu Anfang atemlos an den Nägeln kauen ließ, nicht gehalten.
Man lernt die Charaktere kennen, und das nimmt leider sehr sehr viel Raum ein, ich war beim Lesen teilweise wirklich genervt, da z.B. Tess während ihrer Arbeit mehr über ihre Beziehung und über ihre Freundin un Ex-Freundin nachdenkt, als zu ermitteln. Das lenkt ab und stört den Lesefluss erheblich. Es ist ja gut und wichtig, auch den Background und das Privatleben der Protagonisten zu kennen, aber es sollte nicht mehr Raum einnehmen als die Kriminalfälle!
Zusätzlich gibt es Figuren im Buch, die so gut wie überflüssig sind und andere, von denen ich dachte, sie seien total nebensächlich, die waren dann plötzlich sehr wichtig.
Es gab auch einige Unstimmigkeiten in Bezug auf den Fall Annika, da kam einiges etwas ungaubwürdig herüber.
Der Plot an sich ist sehr gut, die Umsetzung allerdings ist noch nicht so überzeugend . Auch bleiben am Ende Fragen offen, die den Leser vermutlich dazu animieren sollen, den Nachfolgeband zu lesen...
Aber es ist ja das erste Buch der Autorin, da gibt es meiner Meinung nach eine ganze Menge Potential :)


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Veröffentlicht am 27.01.2020

Die magische Reise von Quinn - grandioser Auftakt einer Fantasy-Trilogie in einer ganz neuen, bunten und faszinierenden Welt :)

Der 6. Kreis
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"Der 6. Kreis von Robert Deiss ist der erste Teil einer Fantasy-Trilogie und ein Buch, das sich absolut lohnt!

Der Schreibstil hat mir einfach großartig gefallen, die Umgebung wird so detailliert, kreativ ...

"Der 6. Kreis von Robert Deiss ist der erste Teil einer Fantasy-Trilogie und ein Buch, das sich absolut lohnt!

Der Schreibstil hat mir einfach großartig gefallen, die Umgebung wird so detailliert, kreativ und fantasievoll beschrieben, dass das Lesen einen Riesenspaß macht!

Zur Handlung:

Quinn wird nach Ghorka verbannt und wird dort zu einem Schmied in die Lehre geschickt, wo er einiges auszustehen hat, besonders mit dem Gesellen Olaf...

Glücklicherweise trifft Quinn den Feuermagier Marten bzw. dieser heilt ihn, als er von den Strapazen beim Waffenholen in Ohnmacht fällt. Marten erahnt Quinns magisches Potential und will ihn die Magie des Feuers lehren. Von nun an geht Quinn in die Höllenschmiede zur Zwangsarbeit und sonntags zu Marten, und abends/nachts liest er das magische Buch...

Das ist der Beginn einer Mission in mehreren ganz unterschiedlichen Regionen, denn Quinn muss nun die 6 Kreise der Magie durchlaufen, um gegen die dunkle Macht kämpfen zu können.

Meine Meinung:

Beim Lesen habe ich so viele verschiedene Schauplätze kennengelernt, die in den schillerndsten Farben und dermassen toll beschrieben wurden, dass ich mich dort selbst mittendrin befand. Ich habe ständig mitgefiebert, Quinns Stimmungen verspürt und seine Erlebnisse mitgemacht - danke Rob, dass Du mir das ermöglicht hast!

Besonders beeindruckt hat mich unter anderem die Schilderung der Nacht, in der Marten und Quinn die Lunarilis ernten gehen , um Kornbeerenmilch herzustellen, die ausgepowerten Magiern wieder Kraft gibt.

Auch die Menschen und alle anderen Geschöpfe, die ich im Verlaufe der Geschichte treffen durfte, sind vielfältig und außergewöhnlich, besonders liebgewonnen habe ich die kleine, quietschige Trollfrau Maki, und das Volk des Waldes war auch sehr herzlich und lieb:)

Quinn hat eine anstrengende Reise mit harten Prüfungen durchgestanden, er hat eine Menge Freunde gewonnen, gegen Feinde gekämpft, gefeiert, gelacht, geweint, hat Angst gehabt, Selbstzweifel, Ungeduld und er hat sich im Laufe der Geschichte stetig weiterentwickelt.

Das Buch ist ausgestattet mit einer sehr schönen Karte, damit kann man sich bestens orientieren. Am Ende gibt es ein u.a. Interview mit dem Autor und einen Persönlichkeitstest, mit dem man feststellen kann, welcher Kreis der Magie am Besten passt, eine tolle Idee.

Ich fiebere jetzt schon auf den zweiten Teil, denn ich vermisse Quinn, Maki, Marten, Thorwald und all die Anderen...

Mein Fazit:

"Der 6. Kreis" ist eines der kreativsten und fesselndsten Bücher, das ich jemals gelesen habe - das sollte sich wirklich niemand entgehen lassen!!


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Veröffentlicht am 15.01.2020

Ein spannender Krimi mit einer starken Ermittlerin!

MÖWEN, MEER UND TOD
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"Möwen, Meer und Tod" von Emma Bieling ist im Luzifer-Verlag am 31.05.2019 erschienen und hat 364 Seiten.

Zur Handlung:

Es handelt sich hier um den zweiten Teil der Luna Maiwald - Reihe, und es ist hier ...

"Möwen, Meer und Tod" von Emma Bieling ist im Luzifer-Verlag am 31.05.2019 erschienen und hat 364 Seiten.

Zur Handlung:

Es handelt sich hier um den zweiten Teil der Luna Maiwald - Reihe, und es ist hier zwar nicht zwingend notwendig, aber ganz eindeutig von Vorteil, wenn man auch den ersten Band gelesen hat!

Kriminalhauptkommissarin Luna Maiwald wird nach einjähriger Pause von ihrem Team herzlich wiederaufgenommen und steigt auch gleich wieder voll ein, denn auf Rügen gibt es mehrere mysteriöse Todesfälle. Junge, gesunde Menschen sterben ganz plötzlich qualvoll. Was ist hier passiert und in welchem Zusammenhang zueinander stehen die Toten? Dann wird am Strand noch ein Frau tot aufgefunden, vom Pferd gestürzt und ausgerechnet in der einzigen Pfütze weit und breit ertrunken. War es ein Unfall?

Auch privat läuft geht bei Luna nicht alles glatt, sie hat einige Probleme mit ihrem Mann Fred und der pubertierenden Tochter Marcia. Außerdem wird sie von Erinnerungen und Alpträumen gequält...Entspannen kann sie am Besten bei ihren Eltern, aber auch dort ist nicht alles wie immer...

Meine Meinung:

Luna Maiwald ist eine starke und ambitionierte Ermittlerin, die alles gibt und dabei ihren Beruf ganz deutlich über ihre Familie stellt. Das führt natürlich zu Unzufriedenheit bei Mann und Tochter, und die Probleme sind vorprogrammiert...

Das restliche Ermittler-Team, allen voran Schröder, ist sympathisch und kommt ganz gut voran, die Ermittlungsergebnisse und Indizien werden schlüssig verknüpft.

Die Art und Weise, wie die Opfer zu Tode kamen, ist außergewöhnlich und auch der Fall der vom Pferd gestürzten Leiche ist spannend und abwechslingsreich...

Luna Maiwald ist eine sehr eigensinnige Person, dabei chaotisch und oft ungerecht. Ich mochte sie nicht so besonders! Umso mehr dafür aber ihre Tochter Marcia, die ganz nach der Mutter kommt und dieser mit ihrem Dickkopf ordentlich die Stirn bietet...

Leider war es schwierig, einige Szenen richtig zu verstehen, da man den Kontextt aus dem Vorgängerband nicht kannte. Hier wäre eine grob umrissene Einführung wünschenswert gewesen, die fehlt aber leider komplett.

Mein Fazit:

"Möwen, Meer und Tod" ist ein solider, spannender Krimi mit Lokalkolorit und einem interessanten Ermittlerteam. Eignet sich super für ein paar unterhaltsame Lesestunden.

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Veröffentlicht am 13.01.2020

Ein unblutiger, trotzdem äußerst spannender Krimi mit Wiener Charme

Schutzpatrone
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"Schutzpatrone" von Rudolf Trink ist ein Krimi mit dem sympathischen Wiener Ermittler Johann Rumpler. Dieser, bereits pensioniert, widmet sich nun hauptsächlich seinem liebsten Hobby, dem Kochen und seiner ...

"Schutzpatrone" von Rudolf Trink ist ein Krimi mit dem sympathischen Wiener Ermittler Johann Rumpler. Dieser, bereits pensioniert, widmet sich nun hauptsächlich seinem liebsten Hobby, dem Kochen und seiner geliebten Katze Rosamunde.

Zur Handlung:

Als eine Serie von Morden an Obdachlosen Wien erschüttert, bitten die Kollegen Rumpler um Hilfe bei den Ermittlungen, da dieser während seiner Dienstzeit stets freundliche Kontakte zu den Wohnungslosen gepflegt hat. Es gibt nur einen möglichen Zeugen, doch dieser ist leider geistig im Kindesalter stehen geblieben und von den Geschehnissen verwirrt. Hier geht Rumpler nun mit viel Fingerspitzengefühl heran und gerät dabei selbst in Gefahr...

Meine Eindrücke:

Der Schreibstil ist toll, der Charakter Johann Rumpler wurde liebevoll ausgearbeitet und ist äußerst liebenswert. Man erfährt eine Menge Details aus dem Privatleben Rumplers, lernt die Katze Rosamunde und seine kulinarischen Neigungen kennen.

Ich war sofort drin in der Geschichte und es ist sehr spannend zu lesen, wenn es auch eher beschaulich ans Werk geht. In Rosamunde bin ich ganz verliebt und bei den Beschreibungen der köstlichen Kreationen lief mir das Wasser im Munde zusammen.

Rudolf Trink hat auch schöne Beschreibungen Wiens und einiges an Lokalkolorit mit einfliessen lasssen, so dass der Leser dem Geschehen und den Protagonisten noch näher kommt. Allerdings musste ich einige Male eine Suchmaschine zu Rate ziehen, da mir die österreichischen Ausdrücke nicht immer klar waren ;)

Die Covergestaltung ist auch sehr gelungen, der Kasper wurde vom Autor seinerzeit selbst geschnitzt, seine Frau kleidetet ihn ein und das Coverfoto stammt von Trinks Tochter!

Mein Fazit:

Ein toller und spannender Krimi aus dem Wierner Milieu mit einem sehr liebenswerten Ermittler und dessen Katze!

Wer allerdings ausschließlich auf blutige Thriller steht, der ist hier verkehrt, da dies hier "Slow Crime" ist und ohne Blut und grausige Details auskommt!

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