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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2021

vergänglich wie eine Welle im Sand

Wie eine Welle im Sand
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Das Cover lässt einen ruhigen und leichten (Urlaubs-)Roman erwarten. Nach der Lektüre finde ich es jedoch nicht zum Inhalt passend.
Zwar reist Pauline nach Mallorca, das in Ansätzen anschaulich schön beschrieben ...

Das Cover lässt einen ruhigen und leichten (Urlaubs-)Roman erwarten. Nach der Lektüre finde ich es jedoch nicht zum Inhalt passend.
Zwar reist Pauline nach Mallorca, das in Ansätzen anschaulich schön beschrieben wird, doch suhlt sie sich dort mehr in ihrem Leid, was für trübe Stimmung sorgt.
Ihre Freundin versucht, ihr mit Selbsthilfetipps zum Weg zu sich und ihrem Glück zu helfen. Für mich ist sie dadurch einfach nur nervig, denn das Buch kommt mit seinen Yoga- und Spiritualitätsausführungen fast schon wie ein Ratgeber à la "Guide to Happiness" daher.
So kommt es, das Pauline sich vornimmt, eine Andere zu sein, erst recht gegenüber ihrer Zufallsbekanntschaft Leander. Weil sie aber keine Emotionen zulässt, das auch so nüchtern geschildert ist, finde ich weder Zugang zu ihr noch zu ihm. Denn auch er ist ein unsympathischer Charakter, verhält sich unerwachsen und sieht in Pauline nur ein Mittel zum Zweck. Von Charisma keine Spur.
Das Buch zieht sich, es kommt keine Spannung auf. Dabei sind die Hintergrundthemen durchaus ernst und könnten weitaus mehr hergeben. Der Schluss war dann einfach nur zu gewollt und unpassend zum Vorangegangenen.
Wenn ich das Buch abgebrochen hätte, hätte ich auch nichts verpasst, denn es ist vergänglich wie eine Welle im Sand.

Veröffentlicht am 18.11.2021

detailverliebter Auftakt

Das Leuchten der Sehnsucht - Töchter der Freiheit
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Dieses Buch stellt den Auftakt zu einer mehrbändigen (wie viele genau ist zzt. unbekannt) Familiensaga dar, die sich rund um den amerikanischen Bürgerkrieg dreht und wie dieser Familien, Freunde und die ...

Dieses Buch stellt den Auftakt zu einer mehrbändigen (wie viele genau ist zzt. unbekannt) Familiensaga dar, die sich rund um den amerikanischen Bürgerkrieg dreht und wie dieser Familien, Freunde und die Gesellschaft spaltet.
Im Mittelpunkt steht Annie, eine junge, exzellent ausgebildete Frau aus dem Norden, die eine Stelle als Lehrerin in den Südstaaten antritt. Mit ihrer forschen Art, ihrem Gerechtigkeitssinn und kritischem Blick auf das System fällt sie zwischen den aristokratischen und blasierten Südstaatlern schnell negativ auf.
Ein weiterer Strang beschäftigt sich mit ihrer Schwester Sophia und deren Familie in Kansas, die durch Revolten in ihrer Existenz bedroht wird.
Weitere Stränge um zahlreiche Nebencharaktere sind eingewoben, wobei für deren Verbindungen zu viele Zufälle bemüht werden.
Die knapp 400 Seiten des Buches umfassen dabei nur einen Handlungszeitraum von acht Monaten, in denen vergleichsweise wenig passiert. Einerseits nehmen die detailreichen Beschreibungen der Landschaft, Gebäude, Kleidung viel Raum in Anspruch. Andererseits fühlt sich das Buch so eher an wie die Vorgeschichte zu etwas, indem Grundlagen geschaffen werden mit auftretenden Personen und Ausgangspunkten für Handlungsstränge.
Zudem bleibt das Ende sehr offen, indem viele Fragen unbeantwortet und Stränge ungelöst bleiben. So hört das Buch mittendrin auf und lässt sich nicht eigenständig lesen. Als Leser hängt man quasi in der Luft und muss mindestens auf den für Februar 2022 in Aussicht gestellten Band 2 warten, da es unwahrscheinlich, dass bei Beibehaltung des gegenwärtigen Erzähltempos darin alle Stränge und Fragen gelöst werden.
Insgesamt lässt sich das Buch trotz der Detailfülle und ernsten Hintergrundthematik leicht und flüssig lesen. Allerdings konnte es mich nicht so fesseln, dass es der beworbene Pageturner wurde.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 15.11.2021

mäßiger Abschluss

Hurenglück - Die Lilien von London
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Mit diesem Buch schließt sich die Trilogie um die ehemaligen Huren Emily und Christine, wobei diese hier nicht mehr im Mittelpunkt stehen - der Titel daher ziemlich unpassend ist -, sondern vielmehr Emilys ...

Mit diesem Buch schließt sich die Trilogie um die ehemaligen Huren Emily und Christine, wobei diese hier nicht mehr im Mittelpunkt stehen - der Titel daher ziemlich unpassend ist -, sondern vielmehr Emilys Kinder Margery, Ines und Victor. Insofern kann dieser Band unabhängig von den Vorgängern gelesen werden, wobei es selbstredend schöner ist, die gesamte Entwicklung der Familien nachzuverfolgen.
Nach einem Zeitsprung von 20 Jahren ins Jahr 1908 befinden sich die drei Jugendlichen auf dem Weg ins Erwachsenwerden bzw. -sein. Während Margery eher eine Nebenrolle bekommt, sind es vielmehr Ines, die mit ihrem Kampf für Frauenrechte in den Mittelpunkt rückt, und Victor, der eine gefährliche Liebe lebt.
Die historischen Hintergründe und Wertvorstellungen der damaligen Zeit und Gesellschaftsschichten scheinen wieder gut recherchiert - der Epilog gibt erklärende Erläuterungen - und sind fließend mit der Fiktion der Charaktere verwoben, sodass sich mit beiden mitfühlen lässt.
Sonst hält sich das Buch mit Spannung eher zurück, denn der hauptsächliche Widersacher im Buch steht bereits früh fest und begleitet die Handlung durchgehend. Das ist schade, da das Buch nicht mehr so wie die Vorgänger fesseln kann. Außerdem ist es aufgrund der vielen Perspektiven- und Ortswechsel unruhig zu lesen.
Ebenso ist bedauerlich, welch negative Persönlichkeitsentwicklung die bisherigen Hauptcharaktere Emily, Christine und John durchlaufen haben. Sie fühlen sich plötzlich fremd an und sind nicht mehr so sympathisch wie in den Vorgängerbänden. Lediglich Liam bekommt ein paar mehr Auftritte mehr zugestanden und kann das Minus der Vorgängerbände ausgleichen.
Für mich daher der schwächste Teil der Reihe mit 3,5*.

Veröffentlicht am 09.11.2021

Tolle Fortsetzung

Hurenmord - Die Rose von Whitechapel
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Dieses Buch stellt den zweiten Teil einer Trilogie dar. Er kann unabhängig vom Vorgänger gelesen werden, da die Protagonisten aus Band 1 nur noch Nebenrollen haben; wobei es selbstredend schön ist, ihre ...

Dieses Buch stellt den zweiten Teil einer Trilogie dar. Er kann unabhängig vom Vorgänger gelesen werden, da die Protagonisten aus Band 1 nur noch Nebenrollen haben; wobei es selbstredend schön ist, ihre Entwicklung weiter zu verfolgen, wenn man sie bereits kennt.
In diesem Band steht Christine im Mittelpunkt, die im Vorgänger nur eine Nebenrolle innehatte. Auch ihr Schicksal ist getrieben durch ihre frühere Arbeit im Bordell. Sie hatte klare Vorstellungen vom Leben und hat sich willensstark, mutig und tapfer nunmehr einen ansehnlichen Stand innerhalb der Gesellschaft erarbeitet.
Um anderen Frauen ein ähnliches Schicksal wie das ihre zu ersparen und eine bessere Zukunft zu ermöglichen, betreibt sie eifrig ein Frauenhaus in London. Doch plötzlich kommt es bei vielen ihrer Bewohnerinnen zu Todesfällen. Ursache Mord - durch Jack the Ripper; weswegen das Buch nur den engen Zeitraum 1888-1889 umfasst.
Hier gelingt es der Autorin abermals gut, den realen historischen Hintergrund, der gut recherchiert scheint und mit erklärenden Erläuterungen nach dem Epilog aufwartet, fließend mit der Fiktion ihrer Charaktere zu verweben.
Während in der Realität die Identität bis heute unbekannt ist, gibt es im Buch hingegen eine Auflösung. Bis dahin bleibt es jedoch spannend und eventuell zu viel für Zartbesaitete. Denn nicht nur die Szenerie ist detailliert bildreich geschildert, wodurch man sich direkt mitten in London wähnt, sondern auch die bestialischen Gräueltaten.
Die Aufklärung selbiger steht im Buch im Mittelpunkt, die Liebe tritt eher in den Hintergrund. Nichtsdestotrotz gibt es auch einen solchen Handlungsstrang. Doch da es sich dabei um eine nicht standesgemäße Verbindung handeln würde, bliebt lange fraglich, ob die zwei Herzen zueinander finden.
Mir hat dieser Teil sogar noch etwas besser gefallen als der Vorgänger.

Veröffentlicht am 05.11.2021

Es war einmal ...

Schneewittchen und Rosenrot
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... eine Sammlung von 10 Märchen, versteckt hinter diesem Hörbuch.
Bei dessen Titel muss man zweimal hinschauen, um zu erkennen, dass darin zwei Märchentitel verwoben wurden. Das Cover ist sehr passend, ...

... eine Sammlung von 10 Märchen, versteckt hinter diesem Hörbuch.
Bei dessen Titel muss man zweimal hinschauen, um zu erkennen, dass darin zwei Märchentitel verwoben wurden. Das Cover ist sehr passend, da allen Märchen gemein ist, dass ein überirdisch schönes Mädchen den Hass der bösen Mutter oder Stiefmutter auf sich zieht und beseitigt werden soll. Doch auf wundersame Weise wird sie von einem holden Jüngling (Prinz oder König) errettet. Und wenn sie nicht gestorben sind...
Neben Klassikern der Gebrüder Grimm sind auch weniger bekannte Volksmärchen enthalten, die z. T. erstmals in Deutsch verfügbar sind und in neuzeitlicher Sprache vertont wurden. Zwar versucht der Sprecher jedem Charakter eine eigene Stimme zu verleihen, doch habe ich beim Hören eine gewisse Wärme in der Stimme und etwas Gefühlvolles vermisst. Insofern erachte ich das Hörbuch als nur wenig kindgerecht.