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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2021

Lasst uns die Koffer packen

Vis-à-Vis Reiseführer Karibik
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In diesem Reiseführer steckt wirklich die gesamte Karibik drin - von den Bahamas im Norden bis zu den ABC-Inseln im Süden. Das wird bereits auf den einführenden Karten und allgemeinen Kapiteln ersichtlich. ...

In diesem Reiseführer steckt wirklich die gesamte Karibik drin - von den Bahamas im Norden bis zu den ABC-Inseln im Süden. Das wird bereits auf den einführenden Karten und allgemeinen Kapiteln ersichtlich.
Im Anschluss wird jede Insel(gruppe) auf ca. 20-30 Seiten näher beleuchtet. Es finden sich nummerierte Karten, Empfehlungen für Touren, Übernachtung, Speis und Trank. Interessant sind auch die 3D-Aufrisszeichnungen von Sehenswürdigkeiten oder Innenstädten.
Die ansprechenden Fotos wecken ganz klar Fernweh. In der Hoffnung, dass Reisen bald wieder möglich ist, kann die Planung basierend auf den abschließenden Reisetipps schon mal beginnen.

Veröffentlicht am 10.04.2021

Weniger optimistisch als abgehoben

Die Optimistin
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Ein bisschen Optimismus in diesen Zeiten kann man doch immer gebrauchen. Und so hatte ich mich auf unterhaltsame Lesestunden mit diesem Buch eingestellt. Doch je mehr Seiten gelesen waren, umso weniger ...

Ein bisschen Optimismus in diesen Zeiten kann man doch immer gebrauchen. Und so hatte ich mich auf unterhaltsame Lesestunden mit diesem Buch eingestellt. Doch je mehr Seiten gelesen waren, umso weniger war es noch ein Vergnügen.
Am Anfang war noch amüsant zu lesen, wie die beiden gegensätzlichen Charaktere aufeinandertreffen - Toygar, der untypische Türke, der vor seiner eigenen Zwangsverheiratung flieht, und Charlotte, die unter Narkolepsie leidende, im Heim lebende Seniorin.
Hatten Charlottes Erzählungen aus ihrem Leben zu Beginn noch Witz und Charme, so wurden sie im weiteren Verlauf nur noch abgehoben und unglaubwürdig. Weniger wäre da mehr gewesen; dann hätte manch ernster Ton vielleicht auch mehr Wirkung erzielt.
Deutsche Nachkriegsgeschichte, Film- und Musikgeschehen - und überall hat Charlotte angeblich mitgemischt. Sachlich nicht immer korrekt, was der überaus gebildete Toygar bemerkt, aber dennoch mit seinen Einwänden einfach von Charlotte in ihrem Altersstarrsinn abgebügelt wird. Er gerät wie die anderen Personen dadurch nur noch zu einem Statisten im Buch. Auch ist mir Charlotte dadurch nicht die titelgebende Optimistin, sondern eher wie eine Oma, die Märchen erzählt oder bedauerlicherweise aufgrund Demenz in einer Fantasiewelt lebt.

Veröffentlicht am 10.03.2021

mehr erwartet

Denn Familie sind wir trotzdem
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Ein Roman über vier Generationen in 100 Jahren auf 200 Seiten?
Da bleibt nicht viel Raum, um in die Tiefe zu gehen. So springen die Kapitel jeweils zwischen den Sichten der einzelnen Ich-erzählenden Familienmitglieder ...

Ein Roman über vier Generationen in 100 Jahren auf 200 Seiten?
Da bleibt nicht viel Raum, um in die Tiefe zu gehen. So springen die Kapitel jeweils zwischen den Sichten der einzelnen Ich-erzählenden Familienmitglieder und verschiedenen Jahren. Gerade im ersten Drittel tauchen dadurch viele Personen auf, die zunächst nichts miteinander zu tun haben. Wie diese zusammenhängen, erschließt sich einem erst danach so richtig.
Manche Kapitel beschäftigen sich für mich eher mit Belanglosigkeiten, wie die sich großteils wiederholenden Tagebucheinträge von Floh. Gefühlt passiert das Meiste zwischen den Kapiteln. Dabei bietet die tragische Familiengeschichte, die an die der Autorin angelehnt ist, reichlich Stoff – Nazi-Zeit, Judentum, Israel, Alleinerziehende, Wiederholung durch die Generationen.
Der Schreibstil ist ohne große Emotionen, eher sachlich und mit Dokumentationscharakter. Einen Spannungsbogen oder besondere Höhepunkte sucht man vergebens. So schafft es die Autorin nicht, mich mitzunehmen oder zu berühren.
Daher bleibt das Buch hinter meinen Erwartungen zurück, die durch den übertriebenen Klappentext geschürt wurden.

Veröffentlicht am 01.03.2021

Fiktion oder Realität?

Der Fall des Präsidenten
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Den Fall aus dem Titel kann man wörtlich nehmen oder auf die juristischen Themen des Buches anwenden. Denn dass ein ehemaliger US-Präsident vor den Internationalen Strafgerichtshof gebracht werden soll, ...

Den Fall aus dem Titel kann man wörtlich nehmen oder auf die juristischen Themen des Buches anwenden. Denn dass ein ehemaliger US-Präsident vor den Internationalen Strafgerichtshof gebracht werden soll, ist ein Novum.
Direkt wird man ins Geschehen ab der Verhaftung Turners geworfen und ist von da an mittendrin in diversen juristischen, politischen, aber auch persönlichen Verstrickungen. Jeder Beteiligte möchte das Meiste aus dieser neuartigen Situation ziehen, und so gerät die vom ICC eigentlich nur als Begleiterin vorgesehene Dana ungewollt zur Hauptfigur zwischen den vielen Fronten. Den Machtspielchen stellt sich sich dabei tapfer, agiert clever und wächst über sich hinaus.
Neben der fiktiven Geschichte gelingt es dem Autor, diese mit realen (Kriegs-)Geschehnissen und Personen (man beachte nur die Initialen) zu verweben und den Leser glauben zu lassen, dass es sich tatsächlich so zugetragen haben könnte - oder sollte. Auch vor der Komplexität des Internationalen Rechts scheut er sich nicht, was nicht immer leicht zu lesen ist. Ohnehin erfordern die Vielzahl der Personen und deren Motive hohe Aufmerksamkeit. Auch ist diese nötig, um die Orts- und Zeitenwechsel zu erkennen, die mitten in einem Kapitel/Absatz geschehen. Das trübt den Lesefluss, der an manchen Stellen ohnehin etwas holprig ist durch Wechsel von sehr detaillierten Sätzen und Fragmenten.
Das Buch ist mein erster Elsberg, nachdem ich bereits überwiegend Positives gehört habe. Dennoch ist es für mich nicht der erwartete Pageturner, da es erst auf den letzten 100 Seiten wirklich Fahrt gewinnt. Aber trotzdem ein spannender Thriller, der auch moralische Fragen aufwirft.

Veröffentlicht am 28.02.2021

Suchtpotenzial

Liebe schmeckt wie Karamell
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Cover und Titel suggerieren zwar einen typischen Liebesroman, doch ist dieses Buch weit mehr.
Neben dem genretypischen Standard rückt für mich die tragische und berührende Familiengeschichte um Felix und ...

Cover und Titel suggerieren zwar einen typischen Liebesroman, doch ist dieses Buch weit mehr.
Neben dem genretypischen Standard rückt für mich die tragische und berührende Familiengeschichte um Felix und seinen Bruder in den Vordergrund, die sich nach und nach auftut. Alles, was sich im Buch daraus entwickelt, hat schon Krimicharakter und sorgt für reichlich Spannung. Geschickt, wie die Autorin den Fall angelegt hat. Dadurch mag ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Mit viel Liebe zum Detail sind die Schilderungen nicht nur warmherzig, sodass sie an vielen Stellen ein Lächeln ins Gesicht zaubern; selbst Berlin wirkt durch die bildhaften Beschreibungen gar nicht wie eine hektische Großstadt, sondern ganz beschaulich. Auch die Kreationen rund um die Bonbons sind sehr schön zu lesen, und man möchte sie am liebsten vernaschen.
Doch es gibt auch ernste Themen durch die Geschichte um Felix und seinen Bruder, was für dieses Genre her ungewöhnlich ist, aber dem Buch keinen Abbruch tut - im Gegenteil.
Die Protagonisten sind überwiegend sympathisch und authentisch. Vor allem die Zwillinge sind äußerst knuffig, wie sie das strikt organisierte Leben des harten Geschäftsmanns Felix durcheinanderwirbeln.
Der Schreibstil ist dabei locker leicht, und wäre es am Abend nicht so spät gewesen, hätte ich das Buch glatt in einem Rutsch gelesen; so waren es 2 Abende. Daher zuckersüße 5*.