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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2021

zieht sich

Nachts schweigt das Meer
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Es war das tolle blaue Cover, das mich um Lesen dieses Buches animierte. Leider kommt der Inhalt nicht so strahlend daher.
Der Londoner Polizist Ben möchte auf seiner Heimatinsel eine Auszeit nehmen, ...

Es war das tolle blaue Cover, das mich um Lesen dieses Buches animierte. Leider kommt der Inhalt nicht so strahlend daher.
Der Londoner Polizist Ben möchte auf seiner Heimatinsel eine Auszeit nehmen, doch der Mord an einer Jugendlichen macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Fortan ermittelt er mit der lokalen Polizei. Unter der überschaubaren Inselbevölkerung sollte sich der Täter doch finden lassen.
Und so beginnt Ben seine Ermittlungen, indem er wiederholt über die Insel wandert, mit den Bewohnern spricht und Mutmaßungen über den Täter anstellt. Durch die zahlreichen Beziehungen und Verstrickungen der Bewohner untereinander, stellt sich weder bei Ben noch beim Leser ein klarer Verdächtiger heraus. So zieht sich das Buch, denn Annahmen werden von Ben ständig überworfen, man irrt im Kreis, ohne dass wirklich Spannung aufkommt. Die Auflösung dann zum Ende - nun ja...
Diese Zähe und Fade wird lediglich durchbrochen von den detailreichen Landschaftsbeschreibungen und dem vielen Lokalkolorit. Aber auch das hilft nicht wirklich, um dem Buch wenigstens noch den Stempel "Cosy Crime" aufdrücken zu können. So werden es nur 2,5*. Weitere Fälle werde ich wohl nicht mehr lesen.

Veröffentlicht am 30.01.2021

Mutig

Jakobs Weg
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Die Rezension bezieht sich auf ein erhaltenes Vorabexemplar, was jedoch keinen Einfluss auf meine Einschätzung hat.

Dass sich ein Autor und ein Verlag dem Thema sexuellen Kindesmissbrauchs annehmen, ist ...

Die Rezension bezieht sich auf ein erhaltenes Vorabexemplar, was jedoch keinen Einfluss auf meine Einschätzung hat.

Dass sich ein Autor und ein Verlag dem Thema sexuellen Kindesmissbrauchs annehmen, ist mutig und hätte allein sicher schon 5* verdient. Abzugspunkte gibt es allerdings in der B-Note, doch warum?
Durch seinen beruflichen Background hat der Autor sehr viel Insiderwissen, was er dem Leser auch in diesem Buch vermitteln möchte. Neben dem unvermittelten Einstieg durch eine geschilderte Straftat wird der Leser mit vielen Hintergrundinformationen zu Gesetzen oder Polizeiarbeit konfrontiert. So entsteht schnell der Eindruck, es handele sich um ein Sachbuch, nicht um einen Roman. Das ist gewöhnungsbedürftig, nicht ganz lesefreundlich, wirkt stellenweise erschlagend oder abschreckend.
Es bessert sich, als die Pilgerung beginnt, und der Kriminalroman durchscheint. Dabei entsteht u. a. Spannung dadurch, dass jeder dem anderen misstraut und taktiert, denn nur bruchstückhaft kommen die Hintergründe der Beteiligten zum Vorschein. Dabei kann man als Leser mitunter nur den Kopf schütteln, wenn man erfährt, was jeder der Beteiligten auf dem Gewissen hat bzw. erleiden musste. Die detaillierten Schilderungen der Straftaten verursachen Bilder im Kopf, bei denen man sich am liebsten schütteln möchte.
Sympathien kann man dabei für keine der Personen entwickeln. Mir fällt es auch schwer, zu den beiden "Guten" eine Beziehung aufzubauen. Manche ihrer Gedanken und Handlungen erscheinen unglaubwürdig und unprofessionell. Gleiches gilt für einige Szenen, die überkonstruiert wirken, und die der Handlungsverlauf gar nicht gebraucht hätte.
Die Mehrdeutigkeit des Titels zeigt sich auch am Ende des Buches wieder. Dort schlägt der Autor abermals die Brücke zum Sachbuch oder gar Ratgeber, indem Hilfsangebote aufgelistet werden.
Ich habe jedoch Zweifel, ob Betroffene oder Zartbesaitete das Buch aufgrund der expliziten Szenen lesen sollten. Andere hingegen könnten für das sehr ernste Thema sensibilisiert werden.

Veröffentlicht am 29.01.2021

Wie, wo, was bitte?

Miss Bensons Reise
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Mit diesen Worten Enids könnte man wohl mein Gefühl nach der Lektüre beschreiben.
Der Klappentext und die ersten Kapitel waren noch vielversprechend. Im Mittelpunkt zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher ...

Mit diesen Worten Enids könnte man wohl mein Gefühl nach der Lektüre beschreiben.
Der Klappentext und die ersten Kapitel waren noch vielversprechend. Im Mittelpunkt zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein können, und ihr Umgang mit den Gegebenheiten und Widrigkeiten im England der Nachkriegszeit. Keine einfache Zeit, um seine Träume zu verfolgen, und doch widersetzen sich beide den gesellschaftlichen Normen der damaligen Zeit und brechen nach Neukaledonien auf; der Beginn einer sich langsam entwickelnden Freundschaft.
Scheinen die Charaktere anfangs noch fein ausgearbeitet und authentisch, wirken manche Gedanken und Handlungen im weiteren Verlauf eher unpassend und unglaubwürdig. Der anfänglich dezente Humor wird zunehmend skurril und überzogen.
Die Bezeichnung der Kapitel nimmt deren Inhalt vorweg. So sind nicht alle Abenteuer, die beide erleben, in der Folge überraschend. Die Schilderungen der Reise, des Aufenthalts, der Natur sind detailliert bildlich, an mancher Stelle jedoch auch zu viel und sich wiederholend.
Meine anfängliche Begeisterung hat sich mehr und mehr gelegt. Hinzu kam dann ein weiterer Handlungsstrang um Mundic, dessen Zweck sich mir nicht erschlossen hat. Die kapitelweise Unterbrechung dadurch hat den Lesefluss immer wieder unterbrochen und die eigentliche, positive Grundintention "es ist nie zu spät für deine Träume" des Buches zerstört.
Schade drum, denn so ist es wieder ein Buch, das dem Hype um sich nicht gerecht wird.

Veröffentlicht am 17.01.2021

Titel unpassend

Kein Tee mit Mugabe
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Den Titel scheint zunächst nichts mit dem Cover zu verbinden. Und auch dauert es im Buch, bis sich der Titel erschließt - nämlich bis ganz zum Schluss. Da frage ich mich dann aber, ob es sich wirklich ...

Den Titel scheint zunächst nichts mit dem Cover zu verbinden. Und auch dauert es im Buch, bis sich der Titel erschließt - nämlich bis ganz zum Schluss. Da frage ich mich dann aber, ob es sich wirklich so zugetragen hat und der Titel für das gesamte Buch passend ist. Auch passt das Vorwort, in dem die Verfasserin meint, auf ihrer Reise immer wieder zweien der größten Freiheitskämpfer Afrikas zu begegnen, nicht recht zutreffend.

Vielmehr bestimmen dieses Buch die Begegnungen bzw. Reisebekanntschaften der Autorin. In der Mehrzahl handelt es sich dabei um männliche Avancen, die sie versucht abzuwehren. Das soll vielleicht humorvoll rüberkommen, mich haben diese Wiederholungen eher genervt.
Gleiches gilt für das ständige Jammern über die hygienischen Zustände in den bereisten Städten und besuchten Hostels. Da es offenbar weder ihre erste Backpackerreise noch der erste Trip durch Afrika waren, hätte sie es aber besser wissen können.
Da wirkt es auf mich auch unverständlich, wie unvorbereitet sie manche Dinge angegangen ist und wenig auf Reisen dazugelernt hat, z. B. zu viel Gepäck, nur einen warmen Pulli, keinen eigenen Schlafsack.

Da diese Schilderungen so viel Raum im Buch einnehmen, bekommt man wenig Einblick in Land und Leute, weniger als erhofft. Obwohl sie Südafrika, Mosambik, Simbabwe und Sambia bereist, entfallen von den 6 Kapiteln gute 3 auf Mosambik. Allein dadurch entsteht im Leser vielleicht der Wunsch, auch einmal dorthin zu reisen (auf meiner Bucketlist steht dieses Land aber ohnehin schon länger). Dazu beitragen sollen vermutlich auch Fotos einiger Sehenswürdigkeiten, die den Text durchbrechen. Allerdings sind diese sehr verpixelt und weder auf eReader noch PC gut zu erkennen, schade.

Letztlich ist das Buch nicht mehr als ein Reisetagebuch. Aber kein tiefgehender Bericht, der mich dazu veranlasst, mich näher mit den Ländern zu beschäftigen. So nur 2,5*.

Veröffentlicht am 11.01.2021

Ermüdendes Zuviel

Die gestresste Seele
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Diese Rezension bezieht sich auf die Hörfassung.
Das Thema einer gestressten Seele ist ständig aktuell, wodurch ich mir durch das Buch Einblicke in Zusammenhänge erhoffte und Tipps, diese bessern/heilen ...

Diese Rezension bezieht sich auf die Hörfassung.
Das Thema einer gestressten Seele ist ständig aktuell, wodurch ich mir durch das Buch Einblicke in Zusammenhänge erhoffte und Tipps, diese bessern/heilen zu können.
Allerdings ist dieses Buch in meinen Augen weniger praxistauglich. In erster Linie wird nämlich mit medizinischen Fachtermini, Fakten, Zahlen und Beispielen um sich geworfen, denen man nur schwer folgen kann, erst recht in der Hörfassung. Für mich ist es ein ermüdendes Zuviel, bei dem man nicht dauerhaft konzentriert bleiben kann, sondern wegdriftet. So bleibt nur ein Bruchteil des Inhaltes hängen, wenn überhaupt.
Am Ende des Hörbuches erfährt man zudem, dass das auf dem Cover beworbene 8-Wochen-Prgramm nur in der Printversion enthalten ist.
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Nach einem Blick ins eigentliche Buch findet sich selbiges. Wie in anderen Ratgebern beginnt es mit einem Selbsttest, sieht Antwortzeilen für diverse Fragen vor und gibt Anleitungen zur Verbesserung im Hinblick auf Achtsamkeit, Sport, Ernährung. Diese sind aber allesamt nicht neu im Vergleich zu ähnlichen Werken.