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Veröffentlicht am 06.06.2026

Zitronenbauminsel

Blaue Zitronen – Der Sommer, als alles anders wurde
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Die Eltern haben sich gerade arg zerstritten, da kommt der Urlaub mit Lieblingstante Claire gerade recht. Antonia verbringt glückliche Sommertage auf der kleinen italienischen Zitronenbauminsel, lernt ...

Die Eltern haben sich gerade arg zerstritten, da kommt der Urlaub mit Lieblingstante Claire gerade recht. Antonia verbringt glückliche Sommertage auf der kleinen italienischen Zitronenbauminsel, lernt Letizia und Gio kennen – und ein unfassbares Familiengeheimnis.

Knappe Kapitel, abwechslungsreiche Geschehnisse, Urlaubsflair, das mit ernsthaften Themen abwechselt, so ist der Grundtenor dieses liebevoll erzählten Jugendromanes. Bunte Bilder und herzhaftes Lachen gehören ebenso dazu wie schwarz-weiß gehaltene Gedanken, solange man die Beweggründe anderer Menschen nicht bedenkt oder gar versteht. Wir erleben den Sommer in Italien aus Antonias Sicht, wodurch deren Gefühle sehr gut spürbar werden. Ihr innerer Konflikt wird aber immer wieder aufgelockert durch humorvolle Szenen, beispielsweise auf der Ziegenweide. Der Wechsel zwischen Leichtigkeit und Tiefgründigem gelingt spielend, die kurzweilige Lektüre mit den liebevollen Illustrationen am Beginn jedes neuen Kapitels weckt Vorfreude auf den nächsten Urlaub.

Ein schöner Sommerroman für junge Leute, das Buch hält, was Titelbild und Klappentext versprechen.


Veröffentlicht am 04.06.2026

Bernstein

Strandopfer
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Ein Klumpen Bernstein ist das auffällige Merkmal des Toten am Strand bei Swinemünde. Dem polnischen Kommissar Adam Krawczyk wird die deutsche Ermittlerin Lena Schuldt zur Seite gestellt, obwohl noch nicht ...

Ein Klumpen Bernstein ist das auffällige Merkmal des Toten am Strand bei Swinemünde. Dem polnischen Kommissar Adam Krawczyk wird die deutsche Ermittlerin Lena Schuldt zur Seite gestellt, obwohl noch nicht einmal klar ist, ob es sich nicht einfach um einen Badeunfall handelt.

Der gelungene Auftakt zu Goldammers Ostsee-Reihe punktet durch seine düstere, drückende Atmosphäre ebenso wie durch zahlreiche Vorurteile und Missverständnisse zwischen Ost und West. Der Kriminalfall steht nicht ständig im Mittelpunkt, auch persönliche Probleme und Altlasten spielen eine Rolle, sodass man das polizeiliche Team gut kennenlernen kann. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, die lebendigen Beschreibungen lassen das Geschehen bildhaft vor dem geistigen Auge des Lesers vorüberziehen. Auch wenn die Turbulenzen zwischen den deutschen Urlaubern bisweilen ein wenig undurchschaubar erscheinen, so löst sich das Rätsel zum Ende hin auf ohne wesentliche Fragen offen zu lassen.

Die erste Begegnung mit Adam und Lena hat mir recht gut gefallen, die Schwierigkeiten der Zusammenarbeit im deutsch-polnischen Grenzgebiet treten deutlich zutage und verleihen dem Ganzen die richtige Würze. Bis bald an der Ostsee!

Veröffentlicht am 02.06.2026

Veränderungen

Zwischen Abschied und Neubeginn
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Als unabhängige freiberufliche Hebamme hat sich Esther einen Namen gemacht und schon vielen Erdenbürgern ans Licht der Welt geholfen. Einige Zeit ist seit dem legendären Schneesturm im Winter 1978/79 vergangen, ...

Als unabhängige freiberufliche Hebamme hat sich Esther einen Namen gemacht und schon vielen Erdenbürgern ans Licht der Welt geholfen. Einige Zeit ist seit dem legendären Schneesturm im Winter 1978/79 vergangen, nun tauchen wir ein in das typische Flair der beginnenden 1980er-Jahre.

Bevor man zu diesem charmanten Roman greift, empfiehlt es sich, den Vorgängerband zu lesen, dann erschließen sich die laufenden Zusammenhänge bestimmt noch ein wenig besser, obwohl Regine Kölpin auch hier wesentliche Eckpunkte zum bisherigen Geschehen darlegt. Beschwingt und lebendig fließen die Worte dahin, zeichnen ein abwechslungsreiches Bild vom Alltag einer Hebamme und flechten wie nebenbei wesentliche Ereignisse aus der Zeitgeschichte in die Handlung mit ein. So erfahren wir von Friedensbewegungen, Hausbesetzern, welche durchaus zu radikalen Mittel greifen und aktionistischen Demonstrationen. Mit ebensolcher Begeisterung entwirft die Autorin die persönlichen Schicksale ihrer Figuren, lässt sie wachsen an unüberwindbar erscheinenden Herausforderungen und zeigt ihnen unterschiedliche Blickwinkel auf, wodurch sie schließlich selber in der Lage sind, ihre Probleme zu lösen und Veränderungen positiv gegenüberzustehen. Geschwätzige Nachbarn, neidische Kollegen und ein gestrenges Sittenbild prägen das gesellschaftliche Treiben, vertraute Freunde und Halt in der Familie werden da umso wichtiger.

Durch eigene Erfahrung und genaueste Recherche gelingt es Regine Kölpin, eine sehr realitätsgetreue Geschichte zu erzählen, in jedem Leid auch die Chance auf Entwicklung zu sehen, sodass ihre Figuren gestärkt aus einer schwierigen Lebensphase herauskommen können. Die liebevolle und empathische Schreibweise überzeugt auch diesmal, sodass ich überaus berührende Lesestunden genießen durfte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2026

Eisenbahn

Komm spielen
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Nach einem beruflichen Rückschlag und dem Verlust ihres Mannes braucht Annie eine Auszeit, weshalb sie für ein paar Monate aus dem turbulenten New York fliehen will. Allerdings passieren im beschaulichen ...

Nach einem beruflichen Rückschlag und dem Verlust ihres Mannes braucht Annie eine Auszeit, weshalb sie für ein paar Monate aus dem turbulenten New York fliehen will. Allerdings passieren im beschaulichen Castle Creek recht sonderbare Dinge, und kaum wundert sich Annie über die aktuellen Unfälle, scheint auch schon ihr Sohn Charlie in seltsame Geschehnisse verwickelt zu sein, seit er voller Enthusiasmus mit einer Modelleisenbahn spielt.

Kurze flotte Kapitel und ein eher einfach gehaltener Schreibstil lassen einen sehr rasch vorankommen in dieser bizarren Geschichte. Wir pendeln zwischen verschiedenen Handlungssträngen hin und her, begleiten einerseits Annie und ihren Sohn Charlie, beobachten andererseits recht ungewöhnliche Szenen in einem Ort namens Lucknow zu einem früheren Zeitpunkt, wo Polizeichef Harry Cook ratlos ist angesichts einer Reihe von merkwürdigen Todesfällen. Während es eingangs ein wenig dauert, bis die Sache Fahrt aufnimmt, spitzen sich die Ereignisse im Laufe der Zeit immer weiter zu, ja nehmen sogar noch mysteryhafte Züge an mit dem dargestellten Ende. Gut vorstellbare Charaktere gehören zu den Pluspunkten dieses ungewöhnlichen Thrillers, ebenso wie die gute Lesbarkeit der doch beachtlichen 500 Seiten. Die Richtung, in welche sich die Handlung zum Schluss entwickelt, überzeugt mich jedoch nicht so ganz, möglicherweise, weil ich diese so nicht erwartet habe; dennoch bietet das Buch unterhaltsame Lesestunden.

Nicht so sehr gruseliger Thriller als eher ein Schwenk in Richtung Mystery – für Freunde von Modelleisenbahnen und geheimnisvollen Vorfällen auf jeden Fall empfehlenswert.


Veröffentlicht am 31.05.2026

Der Waldbrand

Wo das Feuerkraut blüht (Die Norrland-Saga, Bd. 2)
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Während Siv im Jahre 1949 zwar dankbar, aber nicht wirklich glücklich ist in ihrer Ehe, kehrt Eva 2022 zurück in ihr Heimatdorf in Nordschweden, wo sie persönliche Pläne umsetzen möchte.

Der Krieg ist ...

Während Siv im Jahre 1949 zwar dankbar, aber nicht wirklich glücklich ist in ihrer Ehe, kehrt Eva 2022 zurück in ihr Heimatdorf in Nordschweden, wo sie persönliche Pläne umsetzen möchte.

Der Krieg ist vorbei, einige Jahre sind ins Land gezogen, aber Siv und Eva sind auch im zweiten Teil der Norrland-Saga die Hauptfiguren, welche die Geschichte tragen, die beiden Frauen, welche durch ihr Schicksal enger miteinander verbunden sind, als sie denken. Die beiden Zeitebenen wechseln in loser Reihenfolge immer wieder ab und sorgen für Spannung und Abwechslung. Durch beste Recherche und inspiriert vom Leben der eigenen Vorfahren, entwirft Ulrika Lagerlöf einen bewegende Geschichte um zwei starke Frauen, die vor schwierigen Entscheidungen stehen. Der Alltag der Sami fließt ebenso schön ins Geschehen mit ein wie der Schutz der Wälder, einer wesentlichen Lebensgrundlage von Mensch und Tier. Die Figuren und ihre Beweggründe für ihr Handeln sind bestens dargestellt, insbesondere Sivs innerer Konflikt wird beim Lesen deutlich spürbar. Die empathische Sprache der Autorin trägt dann noch ihres dazu bei, die Szenen lebendig und authentisch wirken zu lassen. Besonders gut gelungen ist natürlich der Kern der Geschichte rund um das schreckliche Feuer, allerdings kann selbst aus der Asche noch Gutes entstehen, wie das leuchtende Feuerkraut zeigt. Aber ist das genug? Spannende Episoden in den 1950er-Jahren sowie im aktuellen Jahr 2022 bescheren uns Lesern berührende Stunden.

Obwohl Band 1 fast noch um eine Nuance fesselnder war, empfehle ich diese Fortsetzung natürlich ebenfalls gerne weiter.