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Veröffentlicht am 30.06.2025

Für immer Single

Kein Herzensbrecher ist auch keine Lösung
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Roxy hat sich gut eingelebt in Dubai, wohnt mit ihrem Freund in einer netten, kleinen Wohnung mit Blick auf den Burj Khalifa und klettert erfolgreich und zielstrebig die Karriereleiter hoch. Dazu versteht ...

Roxy hat sich gut eingelebt in Dubai, wohnt mit ihrem Freund in einer netten, kleinen Wohnung mit Blick auf den Burj Khalifa und klettert erfolgreich und zielstrebig die Karriereleiter hoch. Dazu versteht sie sich auch noch sehr gut mit ihren Vorgesetzen und Kollegen, insbesondere Luke, „Single für immer“ und notorischer Herzensbrecher hat stets gute Laune und ein offenes Ohr für alle Fälle.

Die wunderbare Kulisse Dubais mit den Gegensätzen zwischen moderner Stadt und wilder Natur findet auch hier wieder Platz in einer lesenswerten Geschichte. Mit viel Liebe zum Detail und persönlichen Eindrücken bringt Karin Lindberg ihren Lesern diesen Flecken Erde nahe und weckt Neugierde, sofern man selbst noch nicht da gewesen ist. Flüssig beschreibt die engagierte Autorin ihre Figuren und bringt dabei viele Emotionen ins Spiel, auch tiefgreifendere Themen wie Adoption und Selbstzweifel werden mit beachtlicher Leichtigkeit in die süße Liebesgeschichte eingeflochten. Insbesondere Roxy und Luke sind überaus authentisch in ihrem Auftreten, sodass man sich sehr gut in sie hineinversetzen kann. Wer den Vorgängerband gelesen hat, wird sich gerne auch an alle anderen Personen erinnern.

Ein wunderbarer Roman, der Tiefgründiges und Humorvolles auf bewährte Weise von Karin Lindberg verknüpft und dabei großes Lesevergnügen bietet. Empfehlung!

Veröffentlicht am 30.06.2025

Sommerfest

Rosenlund – Ein Sommer der Geheimnisse
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Helena veranstaltet in ihrem Hotel Rosenlund das alljährliche Sommerfest und lädt neben zahlreichen anderen Gästen auch ihre besten Freundinnen Anna, Kim und Nadja ein. Als wenige Tage später einer der ...

Helena veranstaltet in ihrem Hotel Rosenlund das alljährliche Sommerfest und lädt neben zahlreichen anderen Gästen auch ihre besten Freundinnen Anna, Kim und Nadja ein. Als wenige Tage später einer der Besucher vermisst wird, hütet jede der vier Frauen ein Geheimnis, das bei den Befragungen durch die Polizei keinesfalls ans Licht kommen darf.

Ruhig und idyllisch geht es zu im Wohnviertel Rönnbacken. So unterschiedlich die vier Freundinnen auch sind, so eng halten sie zusammen und treffen einander regelmäßig. Unaufgeregt schildert Amanda Hellberg den Alltag der Mütter und die Vorbereitungen für das legendäre Sommerfest. Auch der Abend selbst wird auf besonnene Art und Weise dargestellt, obwohl hier einiges passiert, das weitreichende Folgen nach sich zieht. Von Mord ist alsbald die Rede und weder Helena noch Anna, Kim oder Nadja berichten auf der Polizeidienststelle alles, was sie wissen. Allerdings sickert das ein oder andere Detail dennoch durch und der Grat, auf dem jede der Frauen wandert, wird von Tag zu Tag schmäler. Gekonnt baut die Autorin ein gewisses Maß an Spannung auf, die Trägheit des Sommers schlägt jedoch immer wieder durch. Zu keiner der vier Hauptpersonen kann man ein besonderes Naheverhältnis aufbauen, trotzdem wächst die Neugierde, was hinter all der Geheimniskrämerei steckt. Vieles wird im Laufe der Kapitel klar, ein großes Rätsel bleibt allerdings noch ungelöst, sodass man auf jeden Fall auch die Fortsetzung von Rosenlund lesen muss.

Ein flüssiger, aber eher ruhig gehaltener Schreibstil führt durch die Geschichte, der Zusammenhalt der Frauen in Rönnbacken bildet das Grundgerüst für einen Roman mit einzelnen kriminalistischen Elementen. Ein Sommer in Schweden und abwechslungsreiche Lebensentwürfe laden ein zum Verweilen. Ich komme gerne wieder.


Veröffentlicht am 28.06.2025

Auf Zeit

Sommerschneeflocke
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Nach einer einzigen gemeinsamen Nacht ist Marlen schwanger, ausgerechnet vom Frauenhelden Theo, der stets mit einer anderen Schönheit gesehen wird. Nun steht Marlen vor der Entscheidung, wie sie mit der ...

Nach einer einzigen gemeinsamen Nacht ist Marlen schwanger, ausgerechnet vom Frauenhelden Theo, der stets mit einer anderen Schönheit gesehen wird. Nun steht Marlen vor der Entscheidung, wie sie mit der Situation umgehen soll und wird bald mit einer erschütternden Tatsache konfrontiert, welche ihr Leben vollends auf den Kopf stellt.

Mit einem tagebuchähnlichen Brief beginnt dieser Roman, der geprägt ist von emotionalen Momenten und mit überaus berührenden Szenen endet. Dazwischen spielt sich eine schicksalhafte Geschichte ab, die nicht nur den handelnden Figuren, sondern auch dem Leser einiges abverlangt, denn es geht um eine ungewöhnliche Schwangerschaft, die wir hier erleben und um Entscheidungen, die wohl kaum jemand leichtfertig treffen wird. Marlen befindet sich in einer scheinbar ausweglosen Situation, wird aber bald von einigen Personen in ihrem ganz persönlichen Umfeld überrascht und auf ihrem Weg begleitet, allerdings spricht Theo immer wieder von einer Beziehung auf Zeit, während der er für Marlen da sein kann, zu mehr ist er nicht bereit. Seine Beweggründe jedoch hält er geheim, will Marlen nicht mit seiner Vergangenheit belasten.

Besonders gut gelungen ist die Verquickung der Erzählung mit früheren Ereignissen, wobei erst im Laufe der Zeit klar wird, um wen es hier geht und in welchem Zusammenhang die unterschiedlichen Handlungsstränge stehen. Der Einfluss der (Nach)Kriegsgeneration auf deren Kinder und Kindeskinder wird hervorragend herausgearbeitet und lässt so manches Tun - für einige Personen erst spät - verständlich erscheinen. Lotte R. Wöss wählt einfühlsame Worte ohne dabei kitschig oder sentimental zu werden, schafft stets die passende Atmosphäre und zeigt ihre Charaktere überaus realistisch in dieser herausfordernden Lebensphase, in welcher widerstreitende Gefühle und ein Hadern zwischen Richtig und Falsch den Alltag bestimmen. Unterschiedliche Meinungen werden in die Runde geworfen und diskutiert, breit gefächerte Themen rund um Leben und Tod, Freude und Trauer, Liebe und Zweifel, Ethik und Glauben fließen mit ein in die abwechslungsreiche Handlung, die einen rasch in ihren Bann zieht. Besonders gegen Ende hin verschwimmen mitunter auch einmal die Zeilen vor den tränenden Augen, obwohl doch eigentlich das Positive in all der Tragik hervorgehoben wird. Und genau das ist das Schöne an diesem Roman: er zeigt besondere Wege der Hoffnung und die vielfältigen Möglichkeiten, seinen ganz individuellen Umgang mit schwierigen Situationen zu finden.

Der Titel Sommerschneeflocke weckt Neugierde und ist besonders treffend gewählt, die höchst aufwühlende Geschichte hinter dem hübschen Titelbild lässt wohl kaum jemanden kalt und spricht Dinge an, welche gern verschwiegen und im Verborgenen bleiben. Tief berührt und durch neue Sichtweisen sensibilisiert werde ich mich noch länger an die Zeit mit Marlen, Theo und Niva erinnern und spreche daher eine Leseempfehlung aus für all jene, die sich mit Themen wie schweren Krankheiten und Fehlbildungen bei Ungeborenen bis hin zum Kindstod auseinandersetzen möchten.


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Veröffentlicht am 26.06.2025

Beim Calafati

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
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Der Wiener Prater ist schon im Jahre 1896 ein anziehender Vergnügungspark im zweiten Wiener Gemeindebezirk, Ringelspiel, Panoptikum und andere Attraktionen locken die Besucher an, begrüßt werden sie am ...

Der Wiener Prater ist schon im Jahre 1896 ein anziehender Vergnügungspark im zweiten Wiener Gemeindebezirk, Ringelspiel, Panoptikum und andere Attraktionen locken die Besucher an, begrüßt werden sie am Eingang von einer neun Meter hohen Chinesenfigur, dem Calafati. Im benachbarten ersten Bezirk wird ein neuer Zaubertrick präsentiert – Die zersägte Jungfrau – da ereignet sich auch schon die Tragödie, die Bühnendarstellerin wird tatsächlich massakriert in ihrem Sarg. Während das Publikum aufgeregt schreiend aus dem Saal stürzt, schlängelt sich Reporterin Julia Wolf aus den Zuschauerraum hinter die Bühne und beginnt, die Anwesenden zu interviewen. Ausgerechnet sie ist die momentan unerreichbare Liebe von Polizeiinspektor Leopold von Herzfeldt, der alsbald in diesem Fall ermittelt, denn es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Mordanschlag. Kurz darauf erfährt das Wiener Sicherheitsbüro von vermissten Frauen rund um den Prater, sodass Leo schließlich seinen Freund, den Totengräber Augustin Rothmayer um Rat und Mithilfe ersucht.

Eine Squaw auf der Flucht eröffnet diesen vierten Fall für Herzfeldt und weckt sofort die Neugierde des Lesers. Anschließend an diesen flotten Prolog geht es am nächsten Abend gemächlich in den ersten Wiener Gemeindebezirk, wo Julia und Fritz sich im Ronacher verzaubern lassen wollen. Bildhafte Beschreibungen und realistische Darstellungen der Stadt Wien um die Jahrhundertwende versetzen einen rasch in die damalige Zeit mit Männern in Frack und Zylinder, Damen mit bauschigen Kleidern und kunstvollen Blumenhüten, die in Fiakern unter Kohlenbogenlampen am Theater eintreffen. Ebenso großartig in Szene gesetzt wird später der Prater, der diesmal den Mittelpunkt der Ermittlungen darstellt. Voller Atmosphäre, ab und zu von Dialogen in bestem Wiener Dialekt durchsetzt, fließt die hochinteressante Handlung dahin. Wie gewohnt, geht es nicht nur um schlichte Kriminalistik, die damals übrigens mit etlichen Neuerungen wie der Daktyloskopie oder der Ermittlung des Todeszeitpunkts anhand von Larven und Maden aufwarten konnte, sondern auch um viel Persönliches zwischen Leopold und Julia mit ihrer Tochter Sisi. Die Entwicklung dieser privaten Szenen kann man natürlich umso besser mitverfolgen, wenn man bereits die vorangegangenen Bände der Reihe gelesen hat, allerdings gelingt es Oliver Pötzsch sehr gut, die wesentlichen Fakten kompakt zusammenzufassen, sodass auch Neueinsteiger bestimmt die wesentlichen Zusammenhänge herstellen können.

Der Schreibstil ist wie immer flüssig, der Sprachgebrauch der Zeit angepasst, viele historische Details finden Eingang ins Geschehen und werden im Nachwort noch durch wertvolle Wien-Tipps ergänzt. Echte Wiener werden es vielleicht nicht brauchen, aber alle anderen sind bestimmt froh über das Glossar, welches die Wienerischen Ausdrücke, besonders die damals gebräuchlichen Schimpfwörter, verständlich übersetzt. Die Handlung selbst ist bestens durchdacht und führt über etliche Hürden schlussendlich zu einem logischen Abschluss.

Auch Band Numero vier überzeugt mit einer großartigen Idee, charakterstarken Figuren und schönen historischen Schauplätzen, sodass die Zeit beim Calafati wie im Flug vergeht. Nach großartigen Lesestunden samt aufregenden und humorvollen Episoden kann ich auch die „Pratermorde“ im Rahmen der gesamten Totengräber-Reihe nur wärmstens empfehlen!

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Kontrolle

Ich war's nicht
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Werbetexter Will geht gerne einmal abends mit seinen Kollegen auf einen Drink - oder auch mehrere. Eines Tages im Oktober geschieht es, dass er am Heimweg vom Pub einem torkelnden Mann begegnet, der ihn ...

Werbetexter Will geht gerne einmal abends mit seinen Kollegen auf einen Drink - oder auch mehrere. Eines Tages im Oktober geschieht es, dass er am Heimweg vom Pub einem torkelnden Mann begegnet, der ihn mit blöden Sprüchen provoziert, sodass Will erst ausweicht, nach einem Schubser des Fremden jedoch auf diesen zugeht und ihm einen Faustschlag verpasst. Als dieser auf die Gehsteigkante stürzt und reglos liegen bleibt, ist Will entsetzt. Hat er soeben einen Menschen umgebracht? Die Gasse ist dunkel und einsam, niemand hat den Vorfall gesehen, bestimmt rappelt sich der Betrunkene bald wieder hoch, weshalb Will seinen Weg Richtung Bahnhof fortsetzt. Aber irgendjemand weiß etwas und kontrolliert ab nun Wills Leben.

Hinter diesem dunklen, durchaus anziehenden Titelbild verbirgt sich eine außergewöhnliche Geschichte um Kontrolle und Macht. Will gehört zu den Guten, lebt ein ruhiges unaufgeregtes Leben. Bis zu diesem besagten Abend, an den er sich zu einer unüberlegten Reaktion hinreißen hat lassen. Aber soll er deshalb zur Polizei gehen und sich stellen? Immerhin hat diese bereits einen Verdächtigen gefasst, einen Vorbestraften, der es gewiss verdient, wieder im Gefängnis zu landen. Nein, Will beschließt, sein normales Leben beizubehalten. Jedoch ist es nicht mehr so normal, wie kurz zuvor, denn ein Typ namens Solly bedrängt ihn und erinnert ihn regelmäßig an die schicksalhafte Nacht.

Die Erzählweise Royston Reeves ist geschickt, er lässt Will für sich sprechen, wodurch dessen Zwiespalt sehr deutlich herausgearbeitet wird, seine diffusen Ängste, seine Unschlüssigkeit der Polizei und dem Stalker gegenüber recht spürbar beim Leser ankommen. Wird er die Kontrolle über seine Entscheidung behalten oder kontrolliert mittlerweile jemand anderer sein Tun? Wer hat Recht, wer kennt die Wahrheit, wer spricht ein Urteil? Der Verlauf der Handlung ist nicht absehbar, das Ende raffiniert, bis dahin mitunter jedoch auch vom Zufall geprägt, sodass nicht durchgängig alles plausibel erscheint. Nichtsdestotrotz ist das Ringen um Macht großartig dargestellt, der Lesefluss bis zur letzten Seite ungebremst.

Ich war´s und ich war´s nicht – welche Aussage ist die richtige, welche Sichtweise korrekt, welches Handeln ethisch vertretbar? Viele Fragen, die es zu beantworten gilt, das Buch ist spannend, schaut selbst hinein!