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Veröffentlicht am 27.07.2025

Island

Die Wildblütentochter (Die Blumentöchter 2)
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Soley, alias Superstar Flower Power, trifft nach dem Tod ihrer Großmutter Rose ihre gesamte Familie und stößt dabei auf Blooming Hall in Cornwall auf ein altes Ölgemälde. Die Frau am Bild sieht ihr verblüffend ...

Soley, alias Superstar Flower Power, trifft nach dem Tod ihrer Großmutter Rose ihre gesamte Familie und stößt dabei auf Blooming Hall in Cornwall auf ein altes Ölgemälde. Die Frau am Bild sieht ihr verblüffend ähnlich, weshalb sie auf den Spuren ihrer Vorfahren wandelt und ins Herkunftsland ihres Vaters reist, nämlich nach Island. Die Familienmitglieder, welche sie dort unangekündigt besucht, begegnen Soley mit unterschiedlichen Gefühlen.

Großartig, wie die Geschichte der Blumentöchter (die Vornamen der Mädchen in dieser Familie stammen traditionsgemäß alle aus dem Blumenreich) hier weitergesponnen wird. Tessa Collins führt uns diesmal ins raue Island und schenkt uns an der Seite von Soley bewegte Stunden. Einerseits geht es um die Karriere der berühmten Sängerin, andererseits, viele Jahre zurückliegend, um ihre Urgroßmutter Sigrún. Dieser Zeitenwechsel, der bisweilen durch Tagebucheinträge ergänzt wird, welche in der Gegenwart gelesen werden, ist gekonnt umgesetzt, um Spannung aufzubauen und die Geschehnisse authentisch darzustellen. So erleben wir mit Soley den herrlichen isländischen Sommer mit endlos langen Tagen, Pferdeausritten und dem Baden in den Hot Tubes, während bei Sigrún im bitterkalten verschneiten Winter das Schicksal zuschlägt. Beide Frauen erleben aufregende Zeiten, die sie für ihre weiteren Lebenstage prägen, sie zu begleiten ist sehr berührend.

Ein wunderbarer Roman über Selbstfindung und Familienbande vor der kargen Landschaft Islands – mit diesem Buch liegt jeder richtig, der gerne in eine liebevoll erzählte Gefühlswelt zwischen 1940 und heute eintauchen möchte. Ich hatte großen Spaß und bisweilen eine kleine Träne in den Augen.


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Veröffentlicht am 26.07.2025

Capri

Alles Glück beginnt auf Capri (Via dell'Amore 2)
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Graziano betreibt eine feine Konditorei in der Via dell’Amore in Neapel. Als er eine Hochzeitstorte auf Capri abliefert, geht das Meisterwerk beinahe zu Bruch und er selbst ist wie verzaubert von der strahlenden ...

Graziano betreibt eine feine Konditorei in der Via dell’Amore in Neapel. Als er eine Hochzeitstorte auf Capri abliefert, geht das Meisterwerk beinahe zu Bruch und er selbst ist wie verzaubert von der strahlenden Sängerin am Fest. Währenddessen plant seine Nonna einen Werbefilm über die romantische Gasse in Neapel, die alles für eine gelungene Hochzeit bereithält und wie es der Zufall will, trifft Graziano hier erneut auf die Sängerin Letizia.

Bezaubernd mit Bildern und Worten erzählt Roberta Gregorio auch diesmal eine wunderbare Geschichte vor der Kulisse von Neapel und Capri, verbindet dabei zwei sehenswerte Orte und Menschen, die stets zusammenhalten und füreinander da sind, auch wenn es auf den ersten Blick anders erscheinen mag. Da treffen wir zum Beispiel (wieder) auf Nonna Tommasina, die unter ihrer harten Schale einen verletzlichen Kern versteckt, deren drei Hündchen, die ungewöhnliche Gewohnheiten pflegen und natürlich auf die Geschwister Chiara und Graziano, die wir möglicherweise ebenfalls schon aus dem Vorgängerband „Capri bedeutet für immer“ kennen. Schnell finde ich mich in der malerischen Via dell’Amore zurecht, erfreue mich an feinsten Sfogliatelle (typisches Blätterteiggebäck) und filigranem Schmuck, lausche den plaudernden Menschen und blicke am Abend über das sich sanft kräuselnde Meer. Neben der Romantik gibt es aber auch allerlei Hürden wie Krankheiten oder hinterhältige Winkelzüge zu bewältigen, sodass der locker-leichte Sommerroman durchaus seine Ernsthaftigkeit und Tiefe bekommt.

Eine überaus lebendige Geschichte voller Atmosphäre tut sich hier auf, die lebensechten Charaktere, die malerischen Orte und ein gefühlvoller Schreibstil laden ein zum Verweilen. Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Sizilien mit Auswahl

My Italian Lovestory
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Da ihr Vater sich das Bein gebrochen hat und ihre Hilfe braucht, unterbricht Emilia ihr Auslandspraktikum und kehrt vorübergehend zurück auf das heimische Weingut in Sizilien. Aber nicht nur der Vater ...

Da ihr Vater sich das Bein gebrochen hat und ihre Hilfe braucht, unterbricht Emilia ihr Auslandspraktikum und kehrt vorübergehend zurück auf das heimische Weingut in Sizilien. Aber nicht nur der Vater hat Probleme, auch mit den Rebstöcken scheint etwas nicht in Ordnung zu sein. Die beiden Angestellten Angelo und Paolo empfangen Emilia ganz unterschiedlich, mit dem einen ist sie schon seit Kindheit befreundet, mit dem anderen hatte sie bislang nur Ärger. Welchen Einfluss wird das gemeinsame Bangen um den Wein auf die Gefühlswelt der drei jungen Menschen ausüben?

Ein wunderschönes Buch mit liebevollen Illustrationen darf man hier in Händen halten. Jedes der 25 Kapitel wird von stimmungsvollen Aquarellen begleitet, bisweilen gibt es Informationen und Tipps zu regionalen Speisen samt entsprechenden Rezepten. Schon das alleine spricht für diesen hübschen Geschenkband. Allerdings bietet dieser noch sehr viel mehr, nämlich eine Geschichte, in welcher der Leser selbst bestimmen kann, wie es weitergeht, ob wir lieber in die Berge fahren oder an den Strand, ob eher Angelo oder Paolo in der nächsten Szene die Hauptrolle spielen soll. So geht es kreuz und quer durch die Seiten, man blättert vor und zurück und sucht sich seine jeweils bevorzugte Möglichkeit aus. Eine süße Romanze hält Nina Bilinszki für uns bereit, wobei man da leichte Abstriche in Kauf nehmen muss, nicht immer verläuft der Anschluss von einem Wahlkapitel zum nächsten ganz rund, trotz der Probleme am Weingut handelt es sich um eher unkomplizierte Szenen, die Leichtigkeit und Urlaubsgefühl vermitteln. Fast zu schnell verläuft die Zeit mit Emilia, schon ist man an einem Ende angelangt, zum Glück hat man dann aber immer noch die Option, das andere Buch im Buch zu lesen. Beide Varianten könnten etwas tiefgründiger sein, dennoch hat man stets Spaß, egal, ob Angelo oder Paolo an Emilias Seite steht.

Als Geschenk oder für eigene entspannte Stunden – My Italian Lovestory ist ein mit Liebe gestalteter Band, der sich an all jene Leser richtet, die gerne mehrere Varianten eines Handlungsverlaufes zur Wahl haben möchten und sich an hübschen sommerlichen Bildern erfreuen.

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Der Kinderkur auf der Spur

Der Sommer am Ende der Welt
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Um mehr über das schreckliche Schicksal der Verschickungskinder zu erfahren, über die unvorstellbaren Erziehungsmethoden der gestrengen und kaltherzigen „Tanten“, über die Unbarmherzigkeit, der einst auch ...

Um mehr über das schreckliche Schicksal der Verschickungskinder zu erfahren, über die unvorstellbaren Erziehungsmethoden der gestrengen und kaltherzigen „Tanten“, über die Unbarmherzigkeit, der einst auch ihre eigene Mutter ausgesetzt gewesen ist, reist Journalistin Hanna gemeinsam mit ihrer fast sechzehnjährigen Tochter Katie auf die Nordseeinsel Borkum. Während sie für ihren Artikel recherchiert, sieht sie sich einerseits so mancher Anfeindung ausgesetzt, andererseits entwickelt sie romantische Gefühle für den charmanten Inselarzt.

Ein heiterer Rahmen in Form einer leicht knisternden Liebesgeschichte fasst das tragische Geschehen rund um die Kurkinder in ihren Erholungsstätten ein, sodass das Lesen stets abwechslungsreich bleibt und die Beschreibung der Gräueltaten in einem erträglichen Ausmaß gehalten wird. Kurz wird auch das Thema Lebensborn angeschnitten, sodass an dieser Stelle jedenfalls eine Triggerwarnung zu den beiden genannten Punkten ausgesprochen werden darf. Besonders gut gelungen finde ich den Aufbau der Handlung: in erster Linie geht es um unsere 40jährige Journalistin Hanna, deren einzelne Tage auf Borkum beleuchtet und sehr warmherzig erzählt werden. Für ihre Nachforschungen interviewt sie Sabine, die selbst als Kind sechs Wochen im Borkumer Heim Villa Aurelia zugebracht hat und schildert, woran sie sich Jahrzehnte später noch erinnert. Dazu kommen Tagebucheinträge aus der Sicht einer Erzieherin und ein süßer kurzer Schulaufsatz, der mich zum Schmunzeln bringt. Diese geschickte Verknüpfung unterschiedlicher Handlungsstränge bewirkt ein gutes Gleichgewicht zwischen Freud und Leid und lässt durchaus auch heitere Szenen zu in all den komplizierten Verstrickungen, die sich in kurzer Zeit auftun.

Lebensnahe Figuren mit vielfältigen Gedanken und Gefühlen, eine Handlung, die enorm großen Bezug zu realen Geschehnissen setzt und nicht zuletzt ein geschliffener Schreibstil bieten bewegende Momente, die in ein unterhaltsames Umfeld eingebettet sind. Wer sich also für Verschickungskinder und die Aufarbeitung familiär verwurzelter Schuld interessiert, wird hier anregende Stunden finden, von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Bergholm und Manner

Gerächt sein sollst du
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Ein Siebzehnjähriger wird tot im Meer vor Kristinestad aufgefunden, es könnte sich um Selbstmord handeln, da der Schüler ein Einzelgänger gewesen und gemobbt worden ist. Kriminalkommissar Mats Bergholm ...

Ein Siebzehnjähriger wird tot im Meer vor Kristinestad aufgefunden, es könnte sich um Selbstmord handeln, da der Schüler ein Einzelgänger gewesen und gemobbt worden ist. Kriminalkommissar Mats Bergholm leitet die Ermittlungen, wobei er auf seine Jugendfreundin, die Journalistin Eevi Manner trifft.

Lebendig und bildreich schildert Kaisu Tuokko das Geschehen, die detaillierte Beobachtung von Mensch und Tier steht hier im Vordergrund. Auch viele persönliche Einzelheiten rund um Mats und Eevi prägen diesen Roman und drängen den Kriminalfall mitunter in den Hintergrund. Obwohl ich Privates grundsätzlich gerne mag, um die Figuren (insbesondere bei einer Serie) besser kennenzulernen, ist es hier mit Eevis Problemen fast schon ein bisschen zu viel. Vom Schreibstil her liest sich die Handlung flüssig, lediglich an einzelnen Stellen wirken die Dialoge eher hölzern als authentisch. Geschickt gewählt sind die Kapitel mit ihrer Kürze und die ab und zu eingestreuten Tagebucheinträge, welche die Spannung steigern, aber noch nichts verraten.

Sehr gut gelungen sind der Aufbau der Geschichte und die schrittweise Annäherung an die Wahrheit, die Hintergründe, welche einen Todesfall nach sich gezogen haben. Die Kulisse einer Kleinstadt, wo jeder jeden kennt, ist passend gewählt, dennoch will niemand etwas Näheres wissen, das den Polizisten Max Bergholm und Line Bäckström weiterhilft. Dafür erhält Eevi Manner einen wichtigen Hinweis. Am Ende geht es dann Schlag auf Schlag, eine logische Auflösung wird präsentiert.

Interessante Themenkomplexe, eine eingehende Betrachtung zwischenmenschlicher Beziehungen und einfühlsame Hauptfiguren, die Ursachen suchen und sie auch verstehen wollen – ein schöner Auftakt für eine neue Krimireihe.