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Veröffentlicht am 30.03.2026

Zwischen Sandsturm und Seelenband

Das Wüstenmädchen - Die Gilde der Gepardenführer
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Katsa lebt in einer faszinierenden, von Hitze und Magie geprägten Wüstenwelt und gehört zur Gilde der Gepardenführer. An ihrer Seite ist Bezaid, ein Gepard, mit dem sie eine außergewöhnlich enge Verbindung ...

Katsa lebt in einer faszinierenden, von Hitze und Magie geprägten Wüstenwelt und gehört zur Gilde der Gepardenführer. An ihrer Seite ist Bezaid, ein Gepard, mit dem sie eine außergewöhnlich enge Verbindung teilt, eine Verbindung, die über Worte hinausgeht und auf Gedanken, Vertrauen und tiefer Loyalität basiert. Während Katsa ihren Platz in dieser Welt sucht, entfaltet sich dabei nach und nach eine vielschichtige Geschichte voller Geheimnisse, neuer Begegnungen und wachsender Herausforderungen. Freundschaften entstehen, Konflikte spitzen sich zu und auch Katsas Vergangenheit rückt immer stärker in den Fokus.

Man wird bereits auf den ersten Seiten in die Geschichte hineingezogen. Die Welt wirkt unglaublich lebendig und man spürt förmlich die Hitze der Wüste, den Sand, die Gewürze und die Magie, die über allem liegt. Vor allem das detailreiche Worldbuilding sticht dabei hervor und macht das Setting zu einem echten Erlebnis. Ein zentrales Highlight ist zudem die Beziehung zwischen Katsa und Bezaid. Diese Verbindung ist intensiv, berührend und verleiht der Geschichte eine starke emotionale Tiefe. Die weiteren Figuren sind zudem vielschichtig angelegt und entwickeln sich im Verlauf der Handlung glaubwürdig weiter, wodurch ihre Beziehungen untereinander greifbar und lebendig wirken. Die Geschichte verbindet Spannung mit Gefühl auf gelungene Weise. Während die Geschichte zunächst etwas ruhiger beginnt, nimmt die Dynamik im weiteren Verlauf deutlich zu und vor allem die zweite Hälfte überzeugt mit steigender Spannung, überraschenden Wendungen und einem Finale, das emotional überzeugt. Auch zarte romantische Elemente sind vorhanden, bleiben jedoch angenehm zurückhaltend und wirken nie überladen. Der Schreibstil selbst ist bildhaft und flüssig, teilweise sehr detailreich, was einerseits zur dichten Atmosphäre beiträgt, andererseits stellenweise aber auch etwas Konzentration erfordert.

Ein atmosphärisch dichter und emotional packender Fantasy-Auftakt, der mit starkem Worldbuilding, intensiven Figurenbeziehungen und steigender Spannung überzeugt und mit dem man in eine fremde Welt eintaucht und eine berührende Geschichte über Verbundenheit, Mut und Selbstfindung erlebt.

Veröffentlicht am 30.03.2026

Wenn Feinde zwischen Licht und Schatten zu Verbündeten werden

When Shadows Darken the Sun
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In When Shadows Darken the Sun stehen sich zwei verfeindete Höfe gegenüber, der Tag- und der Nachthof. Seit Generationen kämpfen ihre Erben in einem magischen Turnier um die Vorherrschaft über einen dritten ...

In When Shadows Darken the Sun stehen sich zwei verfeindete Höfe gegenüber, der Tag- und der Nachthof. Seit Generationen kämpfen ihre Erben in einem magischen Turnier um die Vorherrschaft über einen dritten Hof. Und für Nox, den Thronfolger des Nachthofs, gibt es nur das eine Ziel, den Sieg über die Lichtprinzessin. Doch als er auf Cass trifft, ausgerechnet eine Vertraute seiner Gegnerin; gerät sein klarer Fokus ins Wanken. Zwischen Pflicht, Vorurteilen und wachsender Anziehung entwickeln sich unerwartete Verbindungen. Während die Spiele näher rücken, wird schnell deutlich, dass nicht nur politische Macht, sondern auch persönliche Überzeugungen und Gefühle auf dem Spiel stehen.

Die Geschichte schafft trotz bekannter Tropes, eine eigene Dynamik zu entwickeln. Dabei erzeugt vor allem die spannende Grundidee mit dem magischen Turnier und den verfeindeten Höfen sofort eine dichte und konfliktgeladene Atmosphäre. Die Figuren wirken vielschichtig und vor allem Nox überzeugt als innerlich zerrissener Charakter, der zwischen Erwartungen und eigenen Zweifeln steht. Auch Cass bringt eine starke, selbstbewusste Energie in die Geschichte, wodurch die Beziehung der beiden lebendig und glaubwürdig wirkt. Die Entwicklung zwischen ihnen verläuft eher langsam, was aber gut zur emotionalen Tiefe beiträgt. Thematisch greift das Buch mehr auf als nur Romantik. Vorurteile, gesellschaftliche Unterschiede und persönliche Identität spielen eine wichtige Rolle und verleihen der Handlung zusätzliche Substanz. Gleichzeitig bleibt die Geschichte zugänglich und unterhaltsam, mit einer guten Mischung aus Spannung, Gefühl und unterschwelliger Dramatik.

Ein gelungener Auftakt der Reihe, der mit intensiver Stimmung, starken Charakteren und einer klassischen, aber wirkungsvollen Story punktet.

Veröffentlicht am 30.03.2026

Gefühle lassen sich nicht verhandeln

Terms of Attraction 1. The Knockout Contract
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Lainey, Medizinstudentin mit einem eher chaotischen Familienleben, braucht dringend ein Date für die Hochzeit ihrer Stiefschwester, um den Verkupplungsversuchen ihrer Mutter zu entgehen. Die Lösung ist ...

Lainey, Medizinstudentin mit einem eher chaotischen Familienleben, braucht dringend ein Date für die Hochzeit ihrer Stiefschwester, um den Verkupplungsversuchen ihrer Mutter zu entgehen. Die Lösung ist ein Deal mit Parker Westfield, dem berüchtigten College-Boxer und Bad Boy inklusive Vergangenheit, die beide lieber vergessen würden. Was als Fake-Dating-Vereinbarung beginnt, entwickelt sich schnell zu mehr. Zwischen Familienfeier, intensiver Nähe und Parkers wichtigem Kampf verschwimmen die Grenzen zwischen Abmachung und echten Gefühlen zunehmend. Während beide versuchen, die Kontrolle zu behalten, wird klar, dass für Parker längst mehr auf dem Spiel steht als nur ein Sieg im Ring.

Der Roman spielt mit einer guten Mischung aus Tropes: Fake Dating, Bad Boy trifft Good Girl und jede Menge knisternde Spannung und gerade diese Mischung sorgt für einen unterhaltsamen Einstieg und eine schöne Dynamik, die einem beim Lesen sofort abholt. Die Chemie zwischen Lainey und Parker ist dabei spürbar und entwickelt sich glaubwürdig von einem Zweckbündnis hin zu echten Emotionen. Der Schreibstil ist leicht, modern und sehr zugänglich. Auch die Dialoge und die emotionale Entwicklung der Figuren tragen dazu bei, dass man sich gut in die Geschichte hineinziehen lassen kann. Parker erfüllt dabei vieles, was man sich von einem Book Boyfriend erwartet: nach außen hart, innerlich verletzlich. Die Handlung selbst folgt zwar bei vielen Entwicklungen bekannten Mustern des Genres, und bietet wenig Überraschung, kann aber dadurch mit ihrem Komfort-Level überzeugen. Man fühlt sich sofort zuhause in der Geschichte. Der Fokus auf Romance und Drama lässt andere Aspekte wie die sportliche Handlung oder tiefere Konflikte aber teilweise etwaszu sehr im Hintergrund bleiben.

Ein unterhaltsamer, gefühlvoller Roman mit viel Chemie, bekannten Tropes und genau der richtigen Portion Drama, der eher auf Vertrautes als auf Überraschungen setzt.

Veröffentlicht am 30.03.2026

Bösewichte, Gefühle und viel Chaos

Throne in the Dark
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Damien ist ein Halb-Dämon und Blutmagier mit der klaren Mission, seinen Vater zu befreien und dabei möglichst böse zu sein. Doch sein Plan gerät ins Wanken, als er auf Amma trifft, eine gutherzige, etwas ...

Damien ist ein Halb-Dämon und Blutmagier mit der klaren Mission, seinen Vater zu befreien und dabei möglichst böse zu sein. Doch sein Plan gerät ins Wanken, als er auf Amma trifft, eine gutherzige, etwas zu neugierige junge Frau, die plötzlich magisch an ihn gebunden ist. Statt sie einfach aus dem Weg zu räumen, sieht er sich gezwungen, sie auf seine Reise mitzunehmen und was folgt, ist eine abenteuerliche Quest voller magischer Kreaturen, seltsamer Begegnungen und unerwarteter Wendungen. Während Damien versucht, seine Rolle als skrupelloser Bösewicht aufrechtzuerhalten, bringt Amma mit ihrer optimistischen Art sein Weltbild gehörig ins Wanken und vielleicht auch sein Herz.

Der Roman spielt bewusst mit klassischen Fantasy-Klischees und mischt sie mit einer ordentlichen Portion Humor und RomCom-Vibes. Dabei lebt vor allem die Dynamik zwischen Damien und Amma von ihren Gegensätzen: grumpy trifft auf sunshine und Zynismus auf Freundlichkeit. Der Schlagabtausch zwischen den beiden sorgt dabei immer wieder für unterhaltsame Momente und funktioniert überraschend gut. Der Humor ist dabei allerdings Geschmackssache. Einige Szenen bringen beim Lesen wirklich zum Lachen und gerade die Kapitelüberschriften sowie Dialoge überzeugen, andere Stellen wirken aber etwas überzogen oder sind unpassend für das Setting. Auchu die moderne, teils sehr lockere Sprache innerhalb einer klassischen Fantasywelt irritiert etwas. Damien allerdings überzeugt als mürrischer Antiheld mit weicherem Kern und einer gewissen Entwicklung im Laufe der Geschichte. Amma hingegen bleibt lange schwer greifbar und wirkt stellenweise etwas eindimensional, bevor sie später mehr Tiefe bekommt. Die Handlung selbst braucht etwas Zeit, um in Fahrt zu kommen, gewinnt aber vor allem gegen Ende an Stärke. Dafür punktet das Buch auf jeden Fall mit seinen kreativen Ideen, vielen magischen Wesen und einer insgesamt unterhaltsamen Grundstimmung.

Ein ungewöhnlicher Fantasy-Auftakt, der mit Humor, Slow-Burn-Romance und einer ordentlichen Portion Chaos punktet. Nicht jeder Witz zündet und die Geschichte hat ihre Längen, doch die originelle Mischung aus RomCom und Fantasy sowie die besondere Dynamik der Hauptfiguren machen das Buch durchaus empfehlenswert für alle, die Lust auf eine weniger ernste, verspielte Fantasygeschichte haben.

Veröffentlicht am 26.03.2026

Zwischen Spiegeln und Schattenwelten

Der Prinz des Nachtreichs 1. Midnight Spy
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Letty lebt ein Doppelleben, demm tagsüber ist sie eine ganz normale Schülerin in England, nachts jedoch bewegt sie sich als Spionin im geheimnisvollen Nachtreich Annwn. Dort arbeitet sie im Auftrag des ...

Letty lebt ein Doppelleben, demm tagsüber ist sie eine ganz normale Schülerin in England, nachts jedoch bewegt sie sich als Spionin im geheimnisvollen Nachtreich Annwn. Dort arbeitet sie im Auftrag des Erlkönigs und steht an der Seite von Will, dem Prinzen des Reiches. Beide kennen sich seit Kindheitstagen und sind eng miteinander verbunden. Doch ihre Zeit ist begrenzt, denn Lettys Verbindung zur magischen Welt droht zu zerbrechen, besonders, wenn Gefühle ins Spiel kommen. Gleichzeitig stoßen sie auf eine Verschwörung, die sowohl das Nachtreich als auch die Menschenwelt in Gefahr bringt.

Der Auftakt der neuen Reihe von Sandra Regnier punktet vor allem mit seiner spannenden Grundidee, denn man bekommt zwei Welten, verbunden durch Spiegel, und eine Protagonistin, die zwischen Alltag und düsterer Fantasywelt balanciert. Vor allem das Nachtreich Annwn ist dabei schön atmosphärisch dicht beschrieben, ist voller unheimlicher Kreaturen und geprägt von einer faszinierenden, teils düsteren Stimmung. Die Mischung aus moderner Welt und märchenhaften Elementen sorgt dabei für Abwechslung und macht den Reiz der Geschichte aus. Der Schreibstil ist dabei insgesamt flüssig und bildhaft, wodurch sich die Schauplätze gut vorstellen lassen. Auch die Figuren sind grundsätzlich sympathisch angelegt. Letty überzeugt als mutige, wenn auch manchmal etwas naive Protagonistin, während Will als geheimnisvoller und loyaler Begleiter punktet. Allerdings zeigt sich im Verlauf auch, dass die Geschichte nicht durchgehend rund wirkt. Viele Handlungsstränge werden angerissen, ohne wirklich ausgearbeitet zu werden, wodurch einige Fragen offen bleiben. Die Handlung selbst wirkt stellenweise etwas sprunghaft und manche Entwicklungen erscheinen nicht ganz nachvollziehbar. Auch die emotionale Entwicklung zwischen Letty und Will bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück, das angedeutete Knistern will sich nicht immer richtig einstellen und entwickelt sich eher langsam. Das Ende lässt viele Aspekte bewusst offen, was jedoch neugierig auf die Fortsetzung macht.

Ein atmosphärisch dichter Romantasy-Auftakt mit einer starken Grundidee und spannender Welt, der jedoch in der Umsetzung noch Luft nach oben lässt und auf die Beantwortung viele Antworten in der Fortsetzung hoffen lässt.