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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2025

Machtmissbrauch

Gottlos
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Der fünfte Teil der Serie liest sich besonders düster und macht auf die Problematiken von Machtmissbrauch und den Einfluss von religiösem Fanatismus aufmerksam. Im Vergleich zu den vorigen Teilen finde ...

Der fünfte Teil der Serie liest sich besonders düster und macht auf die Problematiken von Machtmissbrauch und den Einfluss von religiösem Fanatismus aufmerksam. Im Vergleich zu den vorigen Teilen finde ich die ausgewählte Thematik diesmal noch intensiver und ernster, sodass auch ein sehr hoher psychologischer Spannungsbogen aufgebaut wird und dieser auch im Verlauf der Handlungsstränge gut aufrechterhalten werden kann. Man kann als Leser*in die Beeinflussung durch die religiöse Gemeinschaft und den Missbrauch, der in diesem Fall damit einhergeht, spüren. Gerade für junge Mädchen ist es schwierig, sich diesem Machtmissbrauch zu widersetzen und aus der Dynamik auszubrechen. Auch für Sara und Lena ist es nicht einfach, da sie neben dem komplexen Ermittlungsfall auch mit ihren persönlichen Problemen kämpfen. Ich freue mich schon auf den folgenden Teil.

Veröffentlicht am 08.10.2025

verletzend ehrlich

Hot Mess
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Der Roman beginnt mit drei unterschiedlichen Lebensgeschichten: Lexi, Claire und Joanne, drei Frauen an einem schwierigen Punkt in ihrem Leben und mit schwierigen Verhältnissen zu ihren jeweiligen Freundinnen-Gruppen. ...

Der Roman beginnt mit drei unterschiedlichen Lebensgeschichten: Lexi, Claire und Joanne, drei Frauen an einem schwierigen Punkt in ihrem Leben und mit schwierigen Verhältnissen zu ihren jeweiligen Freundinnen-Gruppen. Ich hatte mir aufgrund des Schreibstils und der Themen einen lockeren, leichten Roman erwartet, aber mit der Zeit wurde er zunehmend ernster und tiefgreifender und die Themen, die behandelt wurden, wurden intensiv und bedeutsam. Ich kann hier an dieser Stelle gar nicht alle auflisten, von toxischen Beziehungen, misslungener Kommunikation, Paarproblemen bis hin zu psychischen Erkrankungen und der Umgang damit, kommt eine breite Palette an relevanten Problemen vor. Mir hat der Umgang damit in diesem Roman gefallen, trotz der Ernsthaftigkeit war auch Platz für lustige Aussagen zwischendurch und immer mit dem Gefühl, dass die Probleme ernst genommen werden und man sich als Leser*in gut aufgehoben fühlt. Am Ende des Buches hatte ich fast das Gefühl, eine liebgewonnene Freundes-Gruppe zu hinterlassen, so gut konnte ich mich in die jeweiligen Situationen hineinversetzen. Sehr gut gefällt mir auch der Brief am Ende des Buches, indem die Autorin über sich selbst erzählt, ehrlich und verletzlich und für Betroffene sehr aufbauend und positiv.

Veröffentlicht am 06.10.2025

Undercover

Schwarze Wut
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Der Thriller ist der siebente Teil der Georgia-Serie mit Special Agent Will Trent und Sara Linton. Nachdem ich die vorigen Teile bereits gelesen habe, war ich schon mit den Hauptcharakteren bekannt und ...

Der Thriller ist der siebente Teil der Georgia-Serie mit Special Agent Will Trent und Sara Linton. Nachdem ich die vorigen Teile bereits gelesen habe, war ich schon mit den Hauptcharakteren bekannt und somit sofort mitten im Geschehen des aktuellen Falles. Will bringt sich mit seinem Undercover-Einsatz in Lebensgefahr und kämpft gegen das Unrecht und gegen korrupte Institutionen. Als Charakter ans Herz gewachsen ist mir inzwischen Sara, da ich ihre schnelle Kombinationsgabe und ihren liebenswürdigen Charakter sehr schätze. Persönlich hat sie es momentan nicht einfach mit ihren Gefühlen gegenüber Jeffrey und es plagen sie Selbstzweifel. Der Schreibstil der Autorin ist direkt und ausdrucksstark, wenn es ruhigere Momente gibt, kommt daraufhin garantiert ein Schockmoment oder ein Highlight, sodass der Spannungsbogen hoch bleibt, obwohl das Buch ziemlich umfangreich ist.

Veröffentlicht am 06.10.2025

Die Liebe hat immer ein Ende

Die unbewusste Sprache der Liebe
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Der Titel und das Cover lassen die Vermutung aufkommen, dass es sich um einen Ratgeber handeln würde, allerdings ist dies irreführend. Der Autor erzählt aus seinem Alltag als Psychoanalytiker und ein wenig ...

Der Titel und das Cover lassen die Vermutung aufkommen, dass es sich um einen Ratgeber handeln würde, allerdings ist dies irreführend. Der Autor erzählt aus seinem Alltag als Psychoanalytiker und ein wenig auch von sich selbst. Die einzelnen Kapitel sind jeweils einem Thema oder einer Fallgeschichte gewidmet und die unterschiedlichen Lebensgeschichten werden mehr oder weniger ausführlich betrachtet. Mir haben einige davon sehr gut gefallen, vor allem, wenn nicht nur das Offensichtliche angesprochen wurde, sondern die vielen Details und versteckten oder verdrängten Erinnerungen, die in Form von Träumen, Ängsten usw. an die Oberfläche kommen. Mir selbst war nicht bewusst, dass der Analyseprozess häufig über einen so langen Zeitraum, über Jahre hinweg, andauert oder sogar eine lebenslange Arbeit bedeutet. Wichtig ist auch, dass die Personen nicht vom Psychoanalytiker aufgezeigt bekommen, dies oder jenes musst du verändern, sondern durch Selbstexploration Erkenntnisse erfahren und Veränderungen in Gang setzen, um alte Muster zu durchbrechen.
Am Ende erfolgt eine Verknüpfung der Erkenntnisse und ein gemeinsamer Ausklang, aber ich hätte mir auch zwischendurch mehr Verbindungspunkte zwischen den einzelnen Kapiteln gewünscht. Zwischenzeitlich war es fast eine Aneinanderreihung an Fallgeschichten, ähnlich wie Kurzgeschichten. Verbindungsblöcke hätten den Lesefluss und den Gedankengängen gutgetan und das Bild abgerundet sowie zwischendurch einen Puffer gebildet zwischen den doch sehr unterschiedlichen Themenbereichen, die in den Fallgeschichten angesprochen wurden. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Definition von Psychoanalyse als eine besondere Form des Nichtwissens. Als positives Feature nehme ich von dieser Lesereise mit, die Freude, sich nach dem zu sehnen, was man hat.

Veröffentlicht am 06.10.2025

ein täglicher Kampf

Kinderspiel
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Der Roman wird aus Sicht von Soldier als Ich-Erzählerin geschildert, indem sie ihre schmerzhaften und schönen Eindrücke über die Geburt ihres Sohnes und ihre Mutterschaft preisgibt. Die Tage sind geprägt ...

Der Roman wird aus Sicht von Soldier als Ich-Erzählerin geschildert, indem sie ihre schmerzhaften und schönen Eindrücke über die Geburt ihres Sohnes und ihre Mutterschaft preisgibt. Die Tage sind geprägt von Einsamkeit, Wut, Trauer über die verlorenen Momente, Unverständnis, aber auch von Liebe und glücklichen Momenten, wobei hier der Fokus auf der Ernüchterung gelegt wurde. Die Stimmung ist fast durchwegs gedrückt, traurig, depressiv, nur kurz unterbrochen von Glücksmomenten oder positiven Situationen, sodass ich den Roman Jungmüttern oder auch Vätern nicht empfehlen würde, sondern erst als Lektüre im Nachhinein, wenn die eigenen Kinder schon aus dem Alter heraus sind. Im Nachhinein kann man gewisse Situationen, die beschrieben werden, anders sehen, darüber schmunzeln, oder erkennen, dass dies doch nicht so dramatisch oder aussichtslos war, aber wenn man selbst in der Situation feststeckt, bewertet man emotionaler, dramatischer, intensiver.
Soldier kommt auch nicht gut mit ihrer neuen Situation als Mutter und wie sie nun von anderen wahrgenommen wird klar, sodass es wirkt, als ob sie sich im Vorhinein nicht so viele Gedanken darüber gemacht hätte oder sich von den positiven Bildern, die andere Mütter aus gelungenen Situationen posten, beeindrucken hat lassen. Dass ihr Mann sein Leben wir vorher weiterführen kann, stresst und stört sie zudem, sodass auch ihre Beziehung stark darunter leidet. Hilfe annehmen oder Arbeitsaufträge abgeben kann sie nicht gut und somit hat sie das Gefühl, alles alleine stemmen zu müssen und fühlt sich zunehmend überfordert, wobei ihre Gedankengänge und Handlungen teilweise schon in eine depressive Phase rutschen, sodass sie sich von einem Tag zum nächsten durchkämpft.
Den Titel und das Cover finde ich schön ausgewählt!