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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2025

Identität

Ostfriesennebel
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In diesem Fall ermittelt Ann Kathrin in einem mysteriösen Fall, bei dem eine Frau behauptet, ihr Ehemann sei tot und der Mann, der bei ihr lebt, sei nicht ihr Ehemann. Kurz darauf wird eine weibliche Leiche ...

In diesem Fall ermittelt Ann Kathrin in einem mysteriösen Fall, bei dem eine Frau behauptet, ihr Ehemann sei tot und der Mann, der bei ihr lebt, sei nicht ihr Ehemann. Kurz darauf wird eine weibliche Leiche gefunden, hat sie auch damit zu tun? Generell ist die Stimmung in diesem Teil interessant, da man als Leser*in nicht genau einordnen kann, womit man es zu tun hat. Hat die Frau recht? Ist sie psychisch krank oder erkennt ihren Mann nicht oder wird sie sogar bedroht? Es geht viel um das Thema Identität, das finde ich persönlich spannend, auch um Identitätsdiebstahl und Täuschung, sodass der Krimi neben dem regionalen Touch auch eine psychologische Tiefe erhält. Wenn man schon weitere Teile gelesen hat, so sind die Hauptcharaktere bekannt und man kann sich voll und ganz auf den neuen Fall einstellen, der mir diesmal wirklich gut gefallen hat, spannend von Anfang bis zum Ende.

Veröffentlicht am 24.10.2025

Wird der Fall nicht zu komplex?

Bornholmer Geheimnis
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Der Kriminalroman ist der fünfte Teil der Ermittlungsserie mit Sarah Pirol, kann aber unabhängig von den anderen Teilen gelesen werden. Eine Alterspflegerin wird ermordet aufgefunden, allerdings erscheinen ...

Der Kriminalroman ist der fünfte Teil der Ermittlungsserie mit Sarah Pirol, kann aber unabhängig von den anderen Teilen gelesen werden. Eine Alterspflegerin wird ermordet aufgefunden, allerdings erscheinen bei genauerer Betrachtung einige Dinge mysteriös. Steckt mehr dahinter? Schon bald wird der Fall komplexer und es gleitet ab in Intrigen und größere Skandale, die untypisch sind für die ansonsten recht beschauliche Insel. Sarah hatte bis jetzt auch noch nie mit so einem kniffeligen und umfangreichen Fall zu tun. Wird ihr das nicht eine Nummer zu groß? Am Ende lassen sich alle offenen Fragen aufklären und es gibt einen runden Abschluss. Die Beschreibung der örtlichen Begebenheiten und die Landschaftsbilder haben mir sehr gut gefallen, diese empfinde ich als schöne Ergänzung zum Ermittlungsfall.

Veröffentlicht am 24.10.2025

brutal und nicht ganz mein Thema

Der Jäger
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Der Thriller ist gleich zu Beginn brutal und schockiert mit zahlreichen grausamen Details. Nachdem ich bereits „Der Mentor“ gelesen habe, habe ich damit auch schon gerechnet. Es geht aber auch temporeich ...

Der Thriller ist gleich zu Beginn brutal und schockiert mit zahlreichen grausamen Details. Nachdem ich bereits „Der Mentor“ gelesen habe, habe ich damit auch schon gerechnet. Es geht aber auch temporeich weiter, sodass man als Leserin zwischenzeitlich kaum zum Nachdenken hat. Laufend passieren neue Wendungen, werden weitere brutale Szenen beschrieben. Das Thema rund um die Geschichte der Wölfe, hat mich nicht so angesprochen und da es doch einen zentralen Part ausmacht, konnte ich mich mit dem Inhalt nicht so gut beschäftigen wie mit dem vorigen Teil. Die Ermittlerinnen sind alle selbst mit vielen Schicksalen behaftet und wirken somit nahbar und menschlich, was mir sehr gut gefällt. Sprachlich ist der Thriller einerseits brutal, aber auch ehrlich und detailliert, sodass mir das Niveau sehr gut gefällt.
Ich würde sehr gerne weitere Thriller von der Autorin lesen, allerdings zu anderen Fachbereichen oder Themen, diesmal hat es thematisch leider nicht meinen Geschmack getroffen.

Veröffentlicht am 23.10.2025

Traue niemandem, außer dir selbst

Düsteres Tal
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Der dritte Teil der Reihe mit Clara Lofthus ist im Vergleich zu den beiden Vorgängern noch temporeicher und vollgepackt mit Überraschungsmomenten. Man fühlt sich als Leser*in sofort in die Geschichte hineingezogen ...

Der dritte Teil der Reihe mit Clara Lofthus ist im Vergleich zu den beiden Vorgängern noch temporeicher und vollgepackt mit Überraschungsmomenten. Man fühlt sich als Leser*in sofort in die Geschichte hineingezogen und kommt nicht mehr weg, egal wie viele unglückliche Unfälle rund um Clara passieren. Die Zeit in Nairobi geht dramatisch zu Ende und Clara wird wieder für das Amt als Justizministerin angeworben. Dadurch stehen sie und ihre Familie wieder im Fokus der Medien und es besteht die Gefahr, dass Journalisten, allen voran das neue Podcast-Team in ihrer Vergangenheit wühlen und ungünstige Geschehnisse ausgraben und in Verbindung mit aktuellen bringen. Clara wirkt als Charakter in diesem Teil sehr unnahbar und war mir nicht sympathisch, vor allem auch ihrer Familie gegenüber verhält sie sich respektlos. Alex, der sich um den Haushalt und Claras Söhne kümmert, wird von ihr nicht für voll genommen und tut mir schon ein wenig leid. Da es der abschließende Teil der Serie ist, hatte ich schon etwas höhere Erwartungen, diese werden zum Großteil erfüllt, indem alle vergangenen Fälle abgeschlossen und nochmals kurz erwähnt werden. Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, war wie sich Clara charakterlich zum Negativen verändert hat. In diesem Teil konnte sie alle Hindernisse und Probleme nur noch mit Morden lösen, das war stark überzogen. Wem kann sie noch vertrauen? Da stimmt der Satz, den ihr Vater ihr mitgegeben hat: „Traue niemandem, außer dir selbst!“

Veröffentlicht am 22.10.2025

Hätte ich genauer hinschauen sollen?

Da, wo ich dich sehen kann
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Maja ist neun Jahre alt, als sie ihre Mutter auf tragische Weise verdient, diese wird von ihrem Vater getötet. Plötzlich ändert sich im Leben von Maja alles, Schulwechsel, neuer Wohnort, Mutter tot, Vater ...

Maja ist neun Jahre alt, als sie ihre Mutter auf tragische Weise verdient, diese wird von ihrem Vater getötet. Plötzlich ändert sich im Leben von Maja alles, Schulwechsel, neuer Wohnort, Mutter tot, Vater im Gefängnis und der Sorgerechtsstreit ihrer beiden Großelternpaare, bei wem sie wohnen soll. Nicht nur für Maja ändert sich alles, sondern für alle, die Emma geliebt haben und denen sie nun schmerzlich fehlt. Und alle plagen Schuldgefühle: „Hätte ich etwas bemerken müssen? Hätte ich eingreifen sollen? Warum hat Emma uns nicht vertraut und von ihrer schlimmen Lage erzählt?“ Häufig ist es so, dass das Umfeld wegschaut, sich nicht einmischen möchte oder dass betroffene Frauen noch nicht den Mut haben, von sich aus ihr Leben zu verändern oder es auch durch den Auszug oder eine Trennung nicht besser wird, sondern komplett eskaliert. Diese traurigen Varianten haben auch Platz gefunden.
Das Thema Femizid wird von verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und es dürfen alle Personen, denen Emma und Maja wichtig sind, zu Wort kommen, mit ihren Gedanken, Ängsten und Sorgen, sowie ihr Umgang mit der Trauer und dem Verlust. Durch diese mehrperspektivische Erzählweise sind die Eindrücke sehr umfangreich und wirken authentisch. Mir hat auch der Zugang von Liz mittels der Sternenkunde und Reisen in ein Paralleluniversum gut gefallen, da sie Maja ein klein wenig Hoffnung geben. Die Dialoge auf den geschwärzten Seiten, wie die Situation verlaufen hätte können, wenn im Gespräch intensiver nachgefragt und Situationen verändert worden wären, haben mir als Gedankenanreiz gut gefallen. Es hinterlässt bei mir auch die Aufforderung, wenn einem etwas komisch vorkommt, bei der Nachbarin, bei Freundinnen oder Kolleginnen, lieber einmal öfter das Gespräch suchen und nachfragen, nicht nur oberflächlich, sondern vertrauensvoll und ehrlich.
Die Grundstimmung im Buch ist durchwegs gedrückt, traurig, zerstörerisch, depressiv, stark emotional und erst am Ende zeigt sich ein kleiner Lichtblick der Hoffnung.