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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.08.2025

intensive Gefühlsaufarbeitung

Spät am Tag
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Der Roman beschreibt sehr bildhaft gewisse Lebensabschnitte mit einem großen Zeitsprung dazwischen, aber so, dass man das Gefühl hat, in dem abgeschiedenen Häuschen mitten im Nirgendwo dabei zu sein. Ein ...

Der Roman beschreibt sehr bildhaft gewisse Lebensabschnitte mit einem großen Zeitsprung dazwischen, aber so, dass man das Gefühl hat, in dem abgeschiedenen Häuschen mitten im Nirgendwo dabei zu sein. Ein trauriger, melancholischer Unterton ist bei den Erzählungen spürbar, es gibt wenige positive, fröhliche Elemente, genauso wie im Leben von Johanne rückblickend. Indem sie ihre Erlebnisse, vor allem aber ihre intensiven Gefühle in einem Buch verarbeitet, lässt sie uns teilhaben an ihrer Gefühlswelt. Gewisse Themen wiederholen sich im Laufe der Zeit, gewisse kommen neu hinzu und nehmen Johanne und ihr Umfeld ein. Am Ende steht Johanne wieder vor einer Veränderung, vor einem Neuanfang, doch wie sich dieser entwickeln wird, ist noch unklar. Das Cover wirkt wie ein leichter, angenehmer Sommerroman, aber hiervon darf man sich nicht täuschen lassen.

Veröffentlicht am 14.08.2025

spannend, aber auch etwas lang

Letzte Worte
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Der vierte Teil der Serie setzt ein gewisses Vorwissen in Bezug auf die Hauptcharaktere voraus, daher empfehle ich, die vorigen Teile vorab zu lesen, damit man den Bezug zu den Biografien herstellen kann. ...

Der vierte Teil der Serie setzt ein gewisses Vorwissen in Bezug auf die Hauptcharaktere voraus, daher empfehle ich, die vorigen Teile vorab zu lesen, damit man den Bezug zu den Biografien herstellen kann. Der Fall selbst ist in sich abgeschlossen und könnte auch einzeln gelesen werden. Mir gefällt es, dass Sarah wieder lebensfroher ist und die leichte Annäherung zu Will ist in diesem Teil schon unterschwellig spürbar, auch wenn noch nichts passiert ist. Der Mittelteil hätte etwas gestraffter sein können, denn es passiert gleich zu Beginn einiges an Aktivität, danach ziehen sich die Verdächtigungen und Ermittlungen ziemlich in die Länge, bis dann am Ende so richtig Schwung in die Geschichte und in die Aufklärung des Falles kommt. Es gibt auch die eine oder andere nicht ganz erwartete Szene.

Veröffentlicht am 10.08.2025

Wann muss ich mich einmischen?

Schöne Scham
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Der Roman startet mit einer alltäglichen Situation, indem zwei Paare und eine Single-Frau gemeinsam ihren Urlaub in einem Wochenendhaus verbringen möchten. Teilweise sind die Personen bekannt, teilweise ...

Der Roman startet mit einer alltäglichen Situation, indem zwei Paare und eine Single-Frau gemeinsam ihren Urlaub in einem Wochenendhaus verbringen möchten. Teilweise sind die Personen bekannt, teilweise sind sie sich noch fremd, aber man spürt schon bei der Anreise, das leise Brodeln. Die Gespräche werden intensiver, Fragen persönlicher und drängender und die Charaktereigenschaften der einzelnen Personen lassen sich nach einer gewissen Zeit nicht mehr verbergen, vor allem die negativen. Sehr gut gelungen finde ich die Problematik: Wann mische ich mich in die Beziehung anderer ein? Was darf ich, wann muss ich handeln? Es werden noch viele weitere Probleme und Themen angesprochen, die zum Nachdenken verleiten.

Veröffentlicht am 08.08.2025

es kommt, wie es kommen musste

Gym
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Der Roman beginnt harmlos, mit einer kleinen Notlüge und entwickelt sich dann im Verlauf der Zeit in eine komplett andere Richtung als ich vermutet hätte. Interessant ist zu sehen, wie sich die „Ich-Erzählerin“ ...

Der Roman beginnt harmlos, mit einer kleinen Notlüge und entwickelt sich dann im Verlauf der Zeit in eine komplett andere Richtung als ich vermutet hätte. Interessant ist zu sehen, wie sich die „Ich-Erzählerin“ komplett in ihren neuen Job und ihren neuen Körperkult hineinsteigert und dies immer extremere Ausmaße annimmt. Spannend finde ich auch die eingestreuten Rückblenden, in denen man erfährt, wie sie zuvor gelebt hat und was damals in ihrem Leben schiefgelaufen ist. Ab der Hälfte des Romanes etwas hat man ein ungutes Gefühl, die Geschichte droht aus dem Ruder zu laufen – und so kommt es am Ende, wie es kommen musste. Interessant geschildert, teilweise humorvoll, teilweise ernst, aber auch mächtig und provokant.

Veröffentlicht am 08.08.2025

interessanter Fall mit Altlasten

Schwüre, die wir brechen
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Obwohl ich den ersten Teil der Reihe nicht gelesen habe, habe ich trotzdem schnell in das aktuelle Geschehen und in die persönlichen Lebensgeschichten der Charaktere hineingefunden, da hier laufend kleine ...

Obwohl ich den ersten Teil der Reihe nicht gelesen habe, habe ich trotzdem schnell in das aktuelle Geschehen und in die persönlichen Lebensgeschichten der Charaktere hineingefunden, da hier laufend kleine Erinnerungsstützen und Wiederholungen stattfinden. Der aktuelle Fall selbst ist in sich abgeschlossen und kann getrennt vom ersten Teil gelesen werden. Mir gefällt der Bezug in die Vergangenheit, diese Texte werden auch in kursiv hervorgehoben, sodass man sich beim Lesen einfach zurechtfindet. Die angenähten Tierköpfe und der historische Vergleich dazu haben mir sehr gut gefallen. Von der Podcasterin hätte ich mir mehr erwartet, sie hat nur einen kleineren Part innegehabt, da hätte ich mir aufgrund der Beschreibung einen aktiveren, ermittlungstechnischen Ansatz erwartet, nicht nur einen hetzerischen, reißerischen.
Am Ende werden alle Unklarheiten beseitigt und alle noch offenen Fragen geklärt, auch in Bezug auf die „Altlasten“, die die beiden Ermittler*innen mit sich trage, somit erfolgt ein runder Abschluss.