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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2025

Geistesblitze

Schmerz
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Der Island-Krimi liest sich so authentisch und flüssig, dass man als Leser*in das Gefühlt hat direkt neben Dora und Rado zu stehen und bei ihren Ermittlungen dabei zu sein. Mir gefällt das Sprachgefühl ...

Der Island-Krimi liest sich so authentisch und flüssig, dass man als Leser*in das Gefühlt hat direkt neben Dora und Rado zu stehen und bei ihren Ermittlungen dabei zu sein. Mir gefällt das Sprachgefühl der Übersetzung, die ich ebenfalls sehr gelungen finde. Das zentrale Thema rund um Morgan und ihrer Idee zur Geschlechtsumwandlung finde ich aktuell und wichtig, ich hätte mir gewünscht, wenn es noch mehr Platz bekommen hätte. Das Problem mit dem Drogenhandel und der damit verbundenen Kriminalität in Island wird auch angesprochen. Rado und Dora finde ich als Ermittlerteam faszinierend, beide haben gewaltige Beeinträchtigungen, die es ihnen kaum ermöglichen, ihrer Arbeit nachzukommen, aber gemeinsam schaffen sie nahezu unmögliches. Mir gefallt es auch, wie ungezwungen Rado mit Doras Erkrankung umgeht und wie er sie annehmen kann, so wie sie eben ist. An Dora finde ich ihre plötzlichen Eingebungen lustig und wie sie manchmal einfach Dinge, die ihr auffallen laut aussprechen muss, auch wenn es unangebracht ist. Hier musste ich das eine oder andere Mal schmunzeln. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall und hoffe, Dora und Rado sind bis dahin wieder einsatzfähig.

Veröffentlicht am 30.04.2025

durchaus realistische Situationen

Echokammer
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Der Thriller ist aufgrund der Themenauswahl aktuell und beschreibt die schmutzigen Geschäfte und Intrigen in der Politik. Es werden zahlreiche Verfehlungen eingebaut, sodass es mir zwischenzeitlich fast ...

Der Thriller ist aufgrund der Themenauswahl aktuell und beschreibt die schmutzigen Geschäfte und Intrigen in der Politik. Es werden zahlreiche Verfehlungen eingebaut, sodass es mir zwischenzeitlich fast schon etwas zu überladen war, zu bewusst um möglichst viele Aspekte einzubauen, aber am Ende werden alle Handlungsstränge auch vollständig aufgelöst, aber bis dahin war es teils komplex. Die eine oder andere Situation scheint nicht unrealistisch und könnte durchaus auch in Österreich oder Deutschland vorkommen, nicht nur in Norwegen, das ist erschreckend zu lesen, wenn man es sich so wie hier direkt vor Augen führt.
Das Ermittler*innenteam wird neu vorgestellt, ihre Stärken und auch ihre kleinen Schwachstellen, die sie aber umso liebenswerter machen. Ich freue mich darauf, im nächsten Teil ihre persönliche Entwicklung mitverfolgen zu können.

Veröffentlicht am 30.04.2025

Die Suche nach... - was eigentlich?

No Hard Feelings
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Das Cover hat mich zuallererst angesprochen, es ist ausdrucksstark und gewaltig, die Farbkombination finde ich zudem auch äußerst geschmackvoll und gelungen. Penny ist momentan in einer kritischen Phase ...

Das Cover hat mich zuallererst angesprochen, es ist ausdrucksstark und gewaltig, die Farbkombination finde ich zudem auch äußerst geschmackvoll und gelungen. Penny ist momentan in einer kritischen Phase der Selbstfindung. Auf der einen Seite suhlt sie sich in Selbstmitleid, allen andern geht es besser, sie haben es einfacher und schöner und gleichzeitig übt sie Selbstkritik, doch was genau sie möchte, weiß sie selbst noch nicht so wirklich. Die Stimmungslage und somit auch der Schreibstil wechseln sich ab zwischen humorvoll, nachdenklich, kritisch. Die Situationen sind aus dem wahren Leben gegriffen und die Charaktere wirken authentisch, vor allem durch ihre Schwächen. Als Leser*in kann man sich sehr gut in der einen oder anderen Situation wiederfinden.

Veröffentlicht am 29.04.2025

und von hier aus weiter

Von hier aus weiter
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Der Roman vermittelt eine besondere Stimmung, die zu Beginn ziemlich kühl und hoffnungslos erscheint, dann aber durch eine Brise Humor immer lebendiger und lebensbejahender wird. Marlene wird nach dreißig ...

Der Roman vermittelt eine besondere Stimmung, die zu Beginn ziemlich kühl und hoffnungslos erscheint, dann aber durch eine Brise Humor immer lebendiger und lebensbejahender wird. Marlene wird nach dreißig Ehejahren Witwe, das wirft sie komplett aus dem Konzept, aber nicht nur die Tatsache, dass ihr Ehemann tot ist, sondern auch, dass er Suizid begangen hat und sie in gewisser Weise belogen oder betrogen hat. Marlenes Emotionen sind intensiv und greifbar, sie ist so wütend, dass sie zuerst keine Trauer zulassen kann. Zum Glück hat sie umsichtige, zuvorkommende Menschen in ihrem Umfeld, die zu sehr guten Freunden werden. Mit der Zeit öffnet sich Marlene immer mehr und es tut ihr sichtbar gut. Es ist eine Freude, ihre persönliche Entwicklung beim Lesen mitzuverfolgen. Der Schluss hat mir besonders gut gefallen, mehr möchte ich an dieser Stelle aber auch nicht verraten, der Brief hat es in sich.

Veröffentlicht am 29.04.2025

historische Biografie anders erzählt

Heimweh im Paradies
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Der Roman ist eine gelungene Kombination aus Biografie, wobei hier vor allem Thomas Mann im Mittelpunkt steht, und einer Schilderung von Situationen und Begegnungen. Es werden präsenten Themen rund um ...

Der Roman ist eine gelungene Kombination aus Biografie, wobei hier vor allem Thomas Mann im Mittelpunkt steht, und einer Schilderung von Situationen und Begegnungen. Es werden präsenten Themen rund um den zweiten Weltkrieg und politische Diskussionen aufgearbeitet. Von Thomas Mann wurden reale Tagebuchaufzeichnungen verwendet, was die Erzählung authentisch und nahbar macht, aber andererseits auch wiederum Schilderungen, die plötzlich auftauchen, den Lesefluss und die Zeitschiene umgehen und zum Teil beim Lesen etwas verwirren. Es werden auch viele Originalzitate und Fakten verwendet, mit Quellenangaben. Das Cover mit dem kalifornischen Strand finde ich optisch sehr schön und auch treffend.