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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.04.2025

anders als erwartet

Der Junge aus dem Meer
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Der Roman hat zu Beginn mein Interesse erweckt und auch die Geschichte rund um das gefundene Baby am Meer hat sich faszinierend aufgebaut und weiterentwickelt. Spannend finde ich, wie sich die gesamte ...

Der Roman hat zu Beginn mein Interesse erweckt und auch die Geschichte rund um das gefundene Baby am Meer hat sich faszinierend aufgebaut und weiterentwickelt. Spannend finde ich, wie sich die gesamte Dorfgemeinschaft eingebracht hat, aber dann doch bald auch wieder die Verantwortung gerne an Ambrose und Christine übertragen hat, die den Jungen adoptieren wollten. Zwischenzeitlich war mir die Handlung zu stark von der Fischerei und den äußerst umfangreichen Schilderungen über die Schiffsfahrten geprägt. Auch die spirituellen Handlungen von Brendan finde ich nicht so überzeugend. Die Familiengeschichte wiederum hat mir sehr gut gefallen, hier hätte ich gerne noch mehr erfahren, vor allem auch aus der Kindheit von Christine. Sehr gelungen finde ich den Konkurrenzkampf der beiden Brüder, wie jeder damit umgeht und wie sich beide im Laufe der Zeit entwickeln. Interessant finde ich auch, wie eine kleine Veränderung, die gesamte Ordnung und alle Abläufe aus dem Takt bringt und dann wiederum neu ausverhandelt und sortiert werden muss. Die Begleitung der Familie über den Zeitraum von zwanzig Jahren finde ich kurzweilig, die Fischergeschichten waren teilweise langwierig und hätten für meinen Geschmack nicht so umfangreich ausfallen müssen. Insgesamt bin ich eher überrascht, in welche Richtung sich der Roman entwickelt hat, dies hätte ich nicht in dieser Weise erwartet.

Veröffentlicht am 14.04.2025

spannende Hintergrundgeschichte aus Tätersicht

Die falsche Patientin
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Der Psychothriller ist fesselnd und sehr gut geschrieben, sodass man das Leid und die Verzweiflung von Judith sehr gut nachvollziehen kann. Ich hätte es allerdings noch besser gefunden, wenn die Leser*innen ...

Der Psychothriller ist fesselnd und sehr gut geschrieben, sodass man das Leid und die Verzweiflung von Judith sehr gut nachvollziehen kann. Ich hätte es allerdings noch besser gefunden, wenn die Leser*innen im Unklaren über die Psyche von Judith geblieben wären, sodass nicht ganz klar gewesen wäre, ob sie wirklich Judith oder vielleicht doch Laura ist, das war ziemlich eindeutig. Die Ermittlungen der Polizei gehen etwas schleppend voran, auch die zusätzliche Unterstützung ist eher eine Behinderung als eine Ergänzung. Evelyns Privatleben könnte auch mehr Platz bekommen, vor allem ihre Beziehung zu ihrer Adoptivtochter und die Vorgeschichte, das ist etwas zu kurz gekommen. Dafür finde ich die Hintergründe aus Tätersicht interessant, die für mich den Fall abgerundet haben.

Veröffentlicht am 10.04.2025

ein Dorf schweigt

Kummersee
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Die Geschichte rund um den Kummersee ist mysteriös aufgebaut und liest sich sehr spannend und abwechslungsreich. Welche Geheimnisse oder Ungeheuer sich im See befinden, wird aus mehreren Perspektiven beleuchtet, ...

Die Geschichte rund um den Kummersee ist mysteriös aufgebaut und liest sich sehr spannend und abwechslungsreich. Welche Geheimnisse oder Ungeheuer sich im See befinden, wird aus mehreren Perspektiven beleuchtet, es gibt Sagen, Mystik, die der Wissenschaft widersprechen, aber einige Dorfbewohnerinnen scheinen mehr darüber zu wissen, aber sie schweigen. Die Mauer des Schweigens und die Ablehnung gegenüber Lena sowie dem Vermessungsteam ist deutlich spürbar. Die Gruppe der Umweltaktivistinnen und den leuchtenden See finde ich spannend, auch dass Lena nicht weiß, wem sie noch vertrauen kann. Die tatsächlichen Funde und die Auflösung des geschichtlichen und aktuellen Hintergrundes, auch die Geschichte über die Wächter, habe ich nicht real empfunden. Am Ende ist zu viel, zu schnell, zu konstruiert passiert, hier hätte es mir dezenter und glaubwürdiger besser gefallen.

Veröffentlicht am 08.04.2025

Spiel mit den Ängsten

Deine Wahrheit ist der Tod
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Der Psychothriller spielt sehr mit meinen Nerven und geht zwischenzeitlich an die Substanz. Die Gefühlslagen von Klara werden sehr eindrücklich beschrieben, auch ihre Ängste, Panik, Unsicherheiten, sodass ...

Der Psychothriller spielt sehr mit meinen Nerven und geht zwischenzeitlich an die Substanz. Die Gefühlslagen von Klara werden sehr eindrücklich beschrieben, auch ihre Ängste, Panik, Unsicherheiten, sodass man zwischenzeitlich gleich wie Klara fast eine Vermischung von Realität und Wahnvorstellungen verspürt. Eigentlich könnte es Klara nachdem sie das idyllische Weingut in der Wachau geerbt hat, gutgehen, doch der Schein trügt. Zudem weiß sie nicht, welchen Personen aus ihrem Umfeld sie trauen kann und wem nicht, sodass sie ziemlich alleine dasteht und verzweifelt. Diese Spannungen sind sehr deutlich spürbar und gut umgesetzt.

Veröffentlicht am 08.04.2025

ein ungewöhnliches Ermittlungsteam

Die Schuld des Vergessens
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Der Kriminalroman überzeugt mit einem interessanten Ermittlungsteam, bestehend aus einer KI und realen Menschen. Ich finde die KI hier als Bereicherung eingesetzt, für die trockenen Auswertungsarbeiten ...

Der Kriminalroman überzeugt mit einem interessanten Ermittlungsteam, bestehend aus einer KI und realen Menschen. Ich finde die KI hier als Bereicherung eingesetzt, für die trockenen Auswertungsarbeiten und Analysen und finde es gut, dass sie nicht in Konkurrenz zu den Ermittler*innen steht, sondern auch diese Expertise wertgeschätzt wird. Auch wenn der Einsatz der KI sogleich für Aufruhr sorgt und die Journalisten dies für ihre Zwecke nutzen. Der Ermittlungsfall selbst ist an manchen Stellen verknüpft mit dem Vorgänger-Teil, hier wäre es sinnvoll diesen zuerst zu lesen, es wird aber kurz darauf eingegangen, sodass es keine Verständnisschwierigkeiten gibt.