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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2025

ein Stein bringt eine Lawine ins Rollen

Es geht mir gut
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Der Roman beschreibt kurz und prägnant Kathleens Lebensgeschichte und ihren Anstoß zur Veränderung. Es ist gut zu erkennen, dass eine gedankliche Auseinandersetzung und ein Umschwung ins Rollen kommen, ...

Der Roman beschreibt kurz und prägnant Kathleens Lebensgeschichte und ihren Anstoß zur Veränderung. Es ist gut zu erkennen, dass eine gedankliche Auseinandersetzung und ein Umschwung ins Rollen kommen, wenn man sich einmal zutraut, den ersten Schritt zu setzen und aus den gewohnten Rollen heraustritt. Im Fall von Kathleen ist es das lange Schwimmen im Pool im November, von dem sie sich nicht abhalten lässt, auch wenn sie von ihren Nachbarn kritisch beäugt wird und ihre Familie sich schon Sorgen um sie macht. Kathleen beginnt mit einem stummen Protest, hinterfragt ihr bisheriges Leben und überlegt sich Situationen, in denen sie glücklich war und ob es nicht wieder mehr solche Situationen geben sollte. Mit ihrem Verhalten drängt sie gleichzeitig auch ihren Ehemann in die Rolle des Reflektierens, sodass auch er sich seine eigenen Gedanken macht.
Der Schluss ist ein wenig offen gehalten und regt gedanklich zum Weiterträumen an, nicht nur für Kathleen, sondern auch für die Leser*innen.

Veröffentlicht am 29.01.2025

eher Kurzgeschichte als Roman

Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf
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Der Roman wurde von einem Schriftstellerduo geschrieben, allerdings so einheitlich im Textfluss, dass man dies beim Lesen nicht bemerkt. Inhaltlich kommen einige interessante Gedankengänge vor, indem sich ...

Der Roman wurde von einem Schriftstellerduo geschrieben, allerdings so einheitlich im Textfluss, dass man dies beim Lesen nicht bemerkt. Inhaltlich kommen einige interessante Gedankengänge vor, indem sich Helene über den mysteriösen Tod ihres Mannes, über ihre Vergangenheit, Zukunft und das Stemmen des Alltages mit Beruf und drei Kindern in der aktuellen Lage macht. Manchmal schweift mir Helene gedanklich zu sprunghaft ab in ihre Anfangszeit mit Robert oder auch Situationen mit Michael waren mir zu ausführlich, dafür aktuellere Geschehnisse wieder zu kurz gegriffen. Der Roman ist mit 160 Seiten etwas kurz, sodass man sich schnell einfinden und mit den Charakteren vertraut werden muss, das Aufbauen einer tiefgreifenden Geschichte ist kaum möglich. Der Roman ist auch abrupt zu Ende und lässt die Hauptfrage komplett offen. Ich hätte mich über eine ausführlichere Behandlung des Themas gefreut, mit tiefgreifenderen Fragen, aber in diesem Fall wirkt der Roman eher wie eine Kurzgeschichte.

Veröffentlicht am 28.01.2025

trockene, unaufgeregte Erzählweise

Du hast das Recht, zu sterben
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Der Krimi hat eine interessante Erzählperspektive, aus Sicht des Täters, nicht wie ansonsten üblich aus Ermittler*innensicht. Zu Beginn werden die biografischen Daten von Bernd, ehemaliger Kripobeamter ...

Der Krimi hat eine interessante Erzählperspektive, aus Sicht des Täters, nicht wie ansonsten üblich aus Ermittler*innensicht. Zu Beginn werden die biografischen Daten von Bernd, ehemaliger Kripobeamter und jetzt Rechtsanwalt und zugleich Rächer, der Selbstjustiz verübt, aufgezählt. Diesen Teil fan d ich sehr trocken und stringent, er hätte für mich abwechslungsreicher und lebhafter sein können. Die Ausführung der Taten wird auch neutral, fast emotionslos beschrieben, sodass keine wirkliche Spannung aufkommt. Interessant wurde es für mich zum ersten Mal, als Bernds ehemaliger Kollege ihm auf die Spur kam, von da an kam etwas Schwung in die Handlung, ansonsten war der Krimi eher trocken und unaufgeregt.

Veröffentlicht am 28.01.2025

angenehme Leseatmosphäre

Ein gefährliches Talent
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Der Thriller hat sehr gute Hintergrundthemen und eine angenehme Leseatmosphäre. Interessant ist es, dass wir als Leserinnen die Eindrücke hauptsächlich aus Sicht von Rebecca erzählt bekommen und nicht ...

Der Thriller hat sehr gute Hintergrundthemen und eine angenehme Leseatmosphäre. Interessant ist es, dass wir als Leserinnen die Eindrücke hauptsächlich aus Sicht von Rebecca erzählt bekommen und nicht von Ermittlerinnen, die den Mordfall aufklären, wie es ansonsten häufig üblich ist. Rebecca wird vielschichtig gezeigt, von ihrer verletzlichen Seite und von ihrer beruflichen Seite, sowie in ihrer Beziehung zu ihren eigenen Eltern, deren Krankheit und fortschreitendes Altern sie nur schwer aushalten kann. Die anderen weiblichen Charaktere, vor allem die Teilnehmerinnen des Pyramiden-Verkaufssystems werden oberflächlich und naiv dargestellt. Auch die Art und Weise wie dort gearbeitet, geworben und verkauft wird, entspricht dem gängigen Klischee. Hier hätte ich mir einen zeitgemäßeren, moderneren Zugang gewünscht.
Am Ende werden alle Handlungsstränge zusammengeführt und die offenen Fragen geklärt, auch wenn es mir hier etwas zu schnell ging. Im Vergleich zum Aufbau der Geschichte und dem langen Hauptteil war der Schluss etwas knapp und schnell abgehandelt.

Veröffentlicht am 25.01.2025

besondere Stimmung und Erzählweise

Verlassen
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Der Island-Krimi vermittelt von Beginn an eine tolle Atmosphäre. Man fühlt sich als Leserin sofort mit den Charakteren vertraut und hat das Gefühl, ein Teil der Großfamilie zu sein. Zu Beginn werden die ...

Der Island-Krimi vermittelt von Beginn an eine tolle Atmosphäre. Man fühlt sich als Leserin sofort mit den Charakteren vertraut und hat das Gefühl, ein Teil der Großfamilie zu sein. Zu Beginn werden die einzelnen Familien kurz vorgestellt und schon bald befindet man sich gemeinsam mit der Großfamilie im abgeschiedenen Hotel zur Feier anlässlich des Geburtstages des Familienoberhauptes wieder. Die Stimmung schwankt sehr stark, mal ist sie gut, mal schleppend und anstrengend und zusätzlich fließt der Alkohol in Strömen.
Der Handlungsstrang wird langsam aufgebaut, aber es wirkt unaufgeregt und trotzdem spannend. Interessant finde ich hier, dass nicht die Ermittler
innen und ihre Sichtweise über die Aufklärung des Mordfalles im Vordergrund stehen, sondern die Geschichten der Familienmitglieder. Es werden bestimmte Situationen aus ihrer Sicht geschildert, auch vergangene Ereignisse werden wieder ans Tageslicht geholt und neu betrachtet, vor allem durch das Erfahren von damals nicht bekannten Fakten. Zusätzlich kommt durch die neuen Familienmitglieder etwas Elan in die Feiergruppe und die Ereignisse schaukeln sich hoch. Was ganz harmlos beginnt, wird plötzlich ein großes Thema.
Am Ende werden die einzelnen Familienmitglieder über ihre Sichtweise auf das gemeinsame Wochenende und die Geschehnisse befragt, aber auch hier stehen die einzelnen Personen mit ihren Problemen und Geschichten im Vordergrund und nicht die Ermittlungen. Diese besondere Art, einen Kriminalfall aufzuklären hat mir besonders gut gefallen und die gesamte Stimmung des Krimis war spannend und emotional einbeziehend, sodass man sich als Leser*in involviert fühlt.