Profilbild von coffee2go

coffee2go

Lesejury Star
offline

coffee2go ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit coffee2go über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2025

"gehorchen liegt mir eigentlich nicht"

Peggy
0

Das Cover und der Titel haben mich sofort angesprochen und über das Leben von Peggy Guggenheim habe ich auch schon einige Male gelesen und gehört, dementsprechend neugierig war ich auf die Umsetzung des ...

Das Cover und der Titel haben mich sofort angesprochen und über das Leben von Peggy Guggenheim habe ich auch schon einige Male gelesen und gehört, dementsprechend neugierig war ich auf die Umsetzung des Romanes. Der Schreibstil ist erzählend, fast monoton und wirkt für mich etwas distanziert, wie eine Beobachterin, obwohl in der Ich-Perspektive geschrieben wurde. Peggy erzählt von ihrer Jugendzeit bis ins mittlere Erwachsenenalter und trotzdem wirkt sie schon als Jugendliche reif und erwachsen. Schmunzeln musst ich über ihre Aussage: „Gehorchen liegt mir eigentlich nicht,…“ Dies zeigt deutlich ihren rebellischen Charakter, der sie in ihrer Jugendzeit auszeichnet. Die Beziehung zu ihrer Familie, besonders zu ihrer Schwester Benita und ihrer strengen Mutter wird ausführlich geschildert und hat mir auch sehr gut gefallen. Später erzählt sie über ihre Familie, vor allem über ihren gewalttätigen Ehemann und über ihre zahlreichen Affären mit anderen Männern. Dies war mir schon etwas zu viel und ich konnte kaum noch folgen, es wirkt fast wie eine Aneinanderreihung von Namen, sodass es für mich nicht mehr so greifbar war. Der erste Teil hat mir bedeutend besser gefallen.

Veröffentlicht am 05.04.2025

Gegensätze ziehen sich an

Klapper
0

Der Roman macht mit einem optisch wunderschönen, ästhetischen Cover auf sich aufmerksam, das bei mir positive Emotionen weckt, obwohl die Grundstimmung durchwegs nachdenklich und getragen wirkt. Klapper ...

Der Roman macht mit einem optisch wunderschönen, ästhetischen Cover auf sich aufmerksam, das bei mir positive Emotionen weckt, obwohl die Grundstimmung durchwegs nachdenklich und getragen wirkt. Klapper ist der typische jugendliche Nerd, der immer am Computer hängt und sein Zimmer nur für die Mahlzeiten und Schule verlässt, doch auch dort hat er keine Freunde, bis zum Tag, an dem Bär in seine Klasse kommt. Es prallen zwei Familien aus unterschiedlichen Schichten aufeinander und trotzdem, oder vielleicht sogar, deshalb verstehen sich Klapper und Bär so gut. Als Leser*in konnte ich mich sehr gut in die Gefühlswelt der Jugendlichen hineinversetzen, da sie sehr authentisch und detailliert beschrieben werden. Der Schreibstil ist durchgehend mit einem ernsten Unterton und teilweise dramatisch, mit wenigen fröhlichen Momenten, aber durchwegs emotional und ehrlich. Die dramatische Wende hätte ich mir so nicht vorgestellt, hat mich unerwartet getroffen und selbst auch betroffen gemacht, aber mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Veröffentlicht am 03.04.2025

Schwedenkrimi mit Flair

Den Tod belauscht man nicht
0

Der Schwedenkrimi versprüht das typisch, regionale schwedische Flair, auch das Cover ist trügerisch idyllisch, aber wunderschön. Inhaltlich begeben wir uns auf eine Reise zurück in das Jahr 1983, wo ein ...

Der Schwedenkrimi versprüht das typisch, regionale schwedische Flair, auch das Cover ist trügerisch idyllisch, aber wunderschön. Inhaltlich begeben wir uns auf eine Reise zurück in das Jahr 1983, wo ein Junge verschwunden ist und die Suche nach ihm nicht erfolgreich und schon gar nicht zur Zufriedenheit der Mutter abgelaufen ist. Ingrid wird als Privatermittlerin hinzugezogen und als Leser*in erfährt man zuerst mal einiges aus Ingrids Leben, um sie besser einschätzen zu können. Generell ist der Lesefluss eher gemütlich und auch die Suche gestaltet sich nicht so hektisch und actionreich, wie aus Krimis der Neuzeit gewohnt, sondern es läuft in einem niedrigeren Tempo ab. Dies ist nicht weniger spannend, im Gegenteil, es werden viele Details ausgegraben, ob die dann auch alle für den Fall relevant sind oder nicht, sei dahingestellt, aber es gibt dem Fall und auch den Charakteren mehr Tiefe.

Veröffentlicht am 03.04.2025

actionreich und komplex

Finsteres Herz
0

Der neue Teil mit den sehr sympathischen Ermittlerinnen Lona und Frank startet sogleich brutal und unerwartet und leider werden Lona und Frank relativ schnell aus der Handlung und somit auch aus dem aktuellen ...

Der neue Teil mit den sehr sympathischen Ermittlerinnen Lona und Frank startet sogleich brutal und unerwartet und leider werden Lona und Frank relativ schnell aus der Handlung und somit auch aus dem aktuellen Fall herausgenommen, was ich persönlich schade finde. Der Spannungsaufbau ist schon zu Beginn hoch und bleibt auch über die Ermittlungen hinweg auf einem hohen Level. Sonderermittlerinnen müssen hinzugezogen werden und der Fall wird immer komplexer, aber nicht völlig aussichtslos, obwohl das Thema rund um den Menschenhandel vielschichtig aufgebaut ist. Strukturen sind nicht einfach zu durchbrechen und vieles läuft im Hintergrund ab. Der Krimi ist sehr actionlastig und schnell, es werden viele Verdächtige angeführt, wieder bezweifelt oder verworfen, somit muss man als Leser*in auch immer konzentriert mitdenken, um dem Verlauf folgen zu können. Dafür wird man mit filmreifer Spannung belohnt.

Veröffentlicht am 01.04.2025

authentisch und unperfekt perfekt

Der Wolf im dunklen Wald
0

Der Kriminalroman ist ruhig, erzählend, aber dennoch spannend, indem sich die Spannung unterschwellig langsam aufbaut. Besonders gut gefällt mir, dass einerseits der Ermittlungsfall komplex ist, nicht ...

Der Kriminalroman ist ruhig, erzählend, aber dennoch spannend, indem sich die Spannung unterschwellig langsam aufbaut. Besonders gut gefällt mir, dass einerseits der Ermittlungsfall komplex ist, nicht so schnell zu durchschauen und zum Miträtseln einladend und auf der anderen Seite bleibt auch noch der nötige Raum für die persönlichen, familiären Angelegenheiten von Carla. Als Charakter finde ich Carla sehr sympathisch, sie kennt ihre Stärken und Schwächen und weiß, dass sie nicht fehlerfrei ist. Mal gelingt ihr der Spagat zwischen Beruf und Familie besser, meist aber nicht so gut, denn die Erlebnisse aus der Vergangenheit sind noch immer traumatisierend und beschäftigen sie weiterhin stark. Ihre Tochter Lana hat ihr Temperament geerbt, daher ist es nicht immer leicht, die richtige Balance zu finden, vor allem in Zeiten, wenn alle gestresst sind und zeitgleich zur Mordserie auch noch Lanas 18. Geburtstag ansteht. Auch die Sorgen und Gedanken, die sich Lana macht, haben Platz. Somit finde ich den Kriminalroman authentisch und unperfekt perfekt und würde gerne mehr von der Autorin lesen.