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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2024

Cold Case und Lost Place

Gnadenkalt
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Den ersten Teil der Serie habe ich leider nicht gelesen, trotzdem war es für mich einfach schnell in die Geschichte hineinzufinden. Das liegt einerseits daran, dass der Erzählstil beschreibend und mitreißend ...

Den ersten Teil der Serie habe ich leider nicht gelesen, trotzdem war es für mich einfach schnell in die Geschichte hineinzufinden. Das liegt einerseits daran, dass der Erzählstil beschreibend und mitreißend ist, aber auch, weil der Ermittlungsfall selbst in sich abgeschlossen ist. Wie das Privatleben von Cora und Till vorher abgelaufen ist, kann ich leider nicht beurteilen, aber in diesem Teil tut sich in privaten, beziehungsrelevanten Angelegenheiten einiges. Der Cold Case rund um das Kurgelände ist spannend aufgebaut und natürlich muss Cora hier mitwirken, nachdem sie in der Nachbarschaft wohnt, da würde sie gar nicht anders können. Spannend finde ich auch die Erzählungen der älteren und teilweise schon sehr alten Leute, wie sie die damalige Zeit in Bezug auf Krankheiten, Impfungen und medizinischen Studien in Erinnerung haben und davon berichten. Kombiniert mit dem aktuellen Interesse am Lost Place finde ich, ist daraus ein sehr gelungener und durchwegs spannender Fall geworden. Über eine Fortsetzung würde ich mich freuen!

Veröffentlicht am 02.09.2024

polarisierendes Streitthema am Puls der Zeit

Der 1. Patient
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Der Justiz-Krimi mit dem Staranwalt Rocco Eberhardt und seinem Team trifft ein sehr aktuelles und spannendes Thema am Puls der Zeit. Die Chefärztin Dr. Sasha Müller führt mithilfe von KI eine Routineoperation ...

Der Justiz-Krimi mit dem Staranwalt Rocco Eberhardt und seinem Team trifft ein sehr aktuelles und spannendes Thema am Puls der Zeit. Die Chefärztin Dr. Sasha Müller führt mithilfe von KI eine Routineoperation durch, bei der ihr Patient stirbt. Wer trägt Schuld daran? Die Chefärztin mit ihrem Team, die KI oder in diesem Fall die Herstellerfirma oder war der Patient bei schlechter Gesundheit? Es ist verständlich, dass dieses Thema die Gemüter erhitzt und die Öffentlichkeit polarisiert. Somit ist es auch nicht erstaunlich, dass sich auch die Medien auf den Gerichtsprozess stürzen, denn dieser stellt sich als mehr als spannend heraus. Rocco selbst kann seine Mandantin zu Beginn auch nicht wirklich einschätzen und hat das Gefühl, dass sie ihm etwas verschweigt, was es für ihn erschwert, sie bestmöglich zu vertreten.
Nachdem ich auch die Vorgänger-Krimis gelesen habe, war ich sehr schnell mitten im Thema, denn die Hauptcharaktere waren mir schon vertraut. Spannend finde ich das Thema der Künstlichen Intelligenz in diesem Zusammenhang und ich kann mir vorstellen, dass die Schuldfrage nicht so einfach zu beantworten ist. Momentan gibt es auch noch relativ wenige Expertinnen und Sachverständige in diesem Bereich, mit diesem Thema musste sich auch Rocco auseinandersetzen, als er auf der Suche nach glaubwürdigen Gutachterinnen für den Prozess war. Sicher ein Thema, das in Zukunft noch häufiger und aktiver auftauchen wird.

Veröffentlicht am 30.08.2024

interessanter Schreibstil und wirre Gedankengänge

Du kennst sie
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Der Thriller hat mich zuerst aufgrund des Covers angesprochen, das stilvoll und auffällig gestaltet ist, in natura hat das Barglas noch zusätzlich Rillen. An den Schreibstil musste ich mich zuerst gewöhnen, ...

Der Thriller hat mich zuerst aufgrund des Covers angesprochen, das stilvoll und auffällig gestaltet ist, in natura hat das Barglas noch zusätzlich Rillen. An den Schreibstil musste ich mich zuerst gewöhnen, er ist beschreiben, teilweise aus Sicht von Sophie, der Barkeeperin und teilweise aus Sicht von Nora, der Polizeibeamten. An manchen Stellen finde ich es gut, dass gewisse Gedanken und Aussagen verschleiert dargestellt werden, aber an manchen Stellen war es mir zu ausufernd und zu langatmig, wenn die Gedanken ausgeschweift und abgedriftet sind. Die Beschäftigung mit Maden, Larven und Insekten war mir zu häufig und intensiv, dies war beispielsweise ein Thema, das für meinen Geschmack kürzer gehalten werden könnte. Die beiden Hauptcharaktere sind interessant und werden als Frauen dargestellt, die sich in einer Männerwelt behaupten müssen und auch schon häufig die Erfahrung gemacht haben, nicht ernst genommen zu werden. Bei Nora ist es aufgrund ihrer Hautfarbe und ihres Geschlechts, zudem sie mit Männern zusammenarbeitet, die auch auf den ihr angebotenen beruflichen Aufstiegsposten linsen und es ihr nicht gönnen und Sophie wird häufig als Barkeeperin von betrunkenen Männern nicht ernst genommen. Ein Nein von ihr wird oft überhört oder absichtlich nicht beachtet und mit den Jahren hat sie genug davon und hat sich ihren eigenen Racheplan ausgedacht. Nora ist ihr immer knapp auf den Fersen. Wem gelingt es besser, seiner Berufung nachzugehen? Nora um die Mörderin zu entlarven oder Sophie um die Welt vor Männern mit schlechtem Benehmen zu befreien? Das Rätsel wird am Ende des Buches aufgeklärt.

Veröffentlicht am 29.08.2024

geniale Idee

Der Totenarzt (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 13)
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Schon der 13. Fall mit Hunter und Garcia als Sonderermittler der Spezialeinheit und trotzdem ist dieser Fall noch spannender angelegt als die vorangegangenen. Es steckt enorm viel an Vorbereitungszeit ...

Schon der 13. Fall mit Hunter und Garcia als Sonderermittler der Spezialeinheit und trotzdem ist dieser Fall noch spannender angelegt als die vorangegangenen. Es steckt enorm viel an Vorbereitungszeit und Wissen dahinter, der Täter muss viel Zeit und Know how investieren. Die Auswahl der Opfer bis hin zur passenden Quälerei und Tötungsmethode sind genial und so gut gelungen, dass es fast immer als Unfall oder Selbstmord durchgeht, also kann man fast nicht dahinterkommen. Mir hat gut gefallen, dass sich der Täter viele Gedanken über seine auserwählten Opfer gemacht hat, diese genau studiert hat und ihnen mit gleicher Münze heimzahlt, was sie verbrochen haben, als Ausgleich der Gerechtigkeit. Für Hunter und Garcia mit ihrem unterstützenden Rechercheteam keine leichte Aufgabe dahinter zu kommen, wer als Täter*in in Frage kommt und an welchem Ort oder an welchen Orten die Taten begangen werden. Vor allem, da die Leichen erst spät gefunden werden, sind sie in keinem guten Zustand, sodass auch die Rechtsmedizin vor Rätseln gestellt wird. Am Ende werden allerdings alle Rätsel vollständig aufgeklärt.

Veröffentlicht am 20.08.2024

viel finnische Kultur, weniger Brutalität

Weißglut
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Der Kriminalroman beginnt erzählen und unaufgeregt, indem drei Handlungsstränge mit unterschiedlichen Personen langsam eingeführt werden. Die erste Zeit hatte ich absolut keinen Zusammenhang der Situationen ...

Der Kriminalroman beginnt erzählen und unaufgeregt, indem drei Handlungsstränge mit unterschiedlichen Personen langsam eingeführt werden. Die erste Zeit hatte ich absolut keinen Zusammenhang der Situationen gesehen, das ergibt sich erst mit der Zeit. Sarah berichtet lebhaft und sehr lustig, auch wenn es Szenen sind, die sie verhindern möchte oder ihr unangenehm sind, sie hat eine satirische Erzählweise. Sie nimmt sich und ihre Sprachkenntnisse selbst nicht so ernst und wirkt an manchen Stellen schon naiv, aber nicht unsympathisch. Ilvi bringt durch ihre unkonventionelle Art zusätzlich Schwung in die Geschichte. Ihren Charakter mag ich selbst besonders gerne. Onni hingegen wirkt fast schon depressiv, kommt mit seiner Doktorarbeit nicht weiter und braucht neue Ideen und neue Energie. Die Charaktere sind überzeichnet beschrieben, mit vielen charakterlichen Schwächen, aber auch mit liebenswürdigen Eigenschaften.
Am Ende werden die losen Fäden zusammengefügt und die Geschichte wird vollständig aufgeklärt. Wer sich einen blutrünstigen oder brutalen Krimi erwartet, wird enttäuscht sein, es ist vielmehr ein humoristischer Krimi mit vielen landschaftlichen Beschreibungen und der Nähe zu Finnland.