Cover-Bild Juli, August, September
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17,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 17.09.2024
  • ISBN: 9783446281899
Olga Grjasnowa

Juli, August, September

Roman
Auf der Suche nach Wahrheit: Die Geschichte einer modernen jüdischen Familie. „Olga Grjasnowa erweist sich als kluge Chronistin moderner Verirrung.“ Publishers Weekly

Lous zweiter Ehemann ist eine Trophäe – das muss selbst ihre Mutter anerkennen. Sergej ist Pianist und er ist jüdisch, genau wie Lou. Trotzdem ist ihre Tochter Rosa noch nie in einer Synagoge gewesen – eine ganz normale jüdische Familie in Berlin. Aber sind sie noch eine Familie, und was ist das überhaupt? Um das herauszufinden, folgt Lou der Einladung zum 90. Geburtstag ihrer Tante. In einem abgehalfterten Resort auf Gran Canaria trifft der ganze ex-sowjetische Clan aus Israel zusammen, verbunden nur noch durch wechselseitige Missgunst. Gegen die kleinen Bösartigkeiten und die vage Leere in sich trinkt Lou systematisch an und weiß plötzlich, dass die Antwort auf all ihre Fragen in der glühenden Hitze Tel Avivs zu finden ist.
Ein Roman, so aktuell, zynisch und unterhaltsam, wie nur Olga Grjasnowa ihn schreiben kann, über eine Frau, deren Identität sich aus lauter Splittern zusammensetzt, die scheinbar alle nicht zusammenpassen. Bis sie es auf unerwartete Weise doch tun.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2025

Herkunft, jüdische Identität und Familie

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Die Ich-Erzählerin Lou in Olga Grjasnowas Roman „Juli, August, September“ lebt mit ihrem zweiten Ehemann Sergej, einem erfolgreichen Pianisten, und ihrer gemeinsamen fünfjährigen Tochter Lou in Berlin. ...

Die Ich-Erzählerin Lou in Olga Grjasnowas Roman „Juli, August, September“ lebt mit ihrem zweiten Ehemann Sergej, einem erfolgreichen Pianisten, und ihrer gemeinsamen fünfjährigen Tochter Lou in Berlin. Lous Mutter lebt ebenfalls in Deutschland, der Rest der großen Familie ist nach Israel ausgewandert und führt dort ein privilegiertes Leben, während Lous Mutter in Deutschland gerade so mit einer mickrigen Rente zurechtkommt.

"Ich schaute mir den Körper meiner Mutter an - er war ganz anders als die Körper der anderen Frauen hier, müder, unförmiger. Mit einer riesigen Narbe auf dem Bauch und einer auf dem rechten Oberarm. Es war ein Körper, der von einem anderen Leben erzählte. Einem Leben, das durch Arbeit und Krankheit gekennzeichnet war, einem Leben ohne Filler, kosmetische Behandlung und Kompromisse. Ich fühle mich schuldig, dass mein Leben so bequem war."

Sergej ist viel unterwegs und Lou zweifelt immer öfter an ihrer Beziehung.
Beide sind russisch-stämmige Juden, aber im Alltag spielt ihr Glaube eigentlich keine Rolle.

"Die meisten meiner Verwandten achteten penibel auf eine jüdische Partnerwahl. Für mich war es das jüdische Paradoxon: Es war verboten, zu missionieren, es gab keine Pilgerstätten, und nicht einmal die Konvertiten wurden mit offenen Armen empfangen - aber die Nachkommen mussten jüdisch sein, wobei keiner genau wusste, was das eigentlich hieß, und so stützen wir uns alle auf die halachischen Regeln. Wir alle hatten den Eintrag "Jude" in unserer Geburtsurkunde oder in unseren Pässen gehabt, aber es gab kaum Traditionen, die übrig geblieben wären. Unser Judentum war eine kulturelle Performance, und selbst die war nicht besonders gut. Allerdings waren wir die einzigen die sich dafür rechtfertigen mussten."

Lou überlegt, ob sie ihrer Tochter mehr von ihrer jüdischen Identität näher bringen soll; ihr Mann Sergej tut dies mit einem Witz ab: „Juden haben keine Wurzeln, Juden haben Beine.“

Doch Lou kann nicht aufhören, über ihre Herkunft und ihre Identität nachzudenken.

"Es war das erste Mal, dass ich hörte, wie Rosa sich mit einer Herkunft identifizierte, und dass es die deutsche wahr, versetzte mir einen Stich. Aber was hatte ich erwartet? Immerhin war ich diejenige gewesen, die zusammengezuckt war, als Rosa vor zwei Monaten im Schwimmbad einem unbekannten Mädchen erzählt hatte, sie sei jüdisch. Als Kind sollte ich nie sagen, dass ich jüdisch bin. Es war eine Vorsichtsmaßnahme, die sich aus der Erfahrung meiner Eltern ergab. Ich wollte etwas Besseres für meine Tochter, doch während sie wie selbstverständlich mit Wildfremden darüber sprach, krampfte sich in mir alles zusammen. Wir hatten ihr nicht einmal beigebracht, wie man sich selbst schützt."

Während Sergej mal wieder auf Konzertreise geht, fliegt Lou gemeinsam mit Rosa und ihrer Mutter nach Gran Canaria, wo der 90. Geburtstag ihrer Tante Maya gefeiert wird. Dort trifft der komplette ex-sowjetische Clan aus Israel zusammen, was für Lou alles andere als einfach ist.

"Meine Familie kam mir vor wie ein schlecht übersetztes Buch: Zu meinen Verwandten hatte ich keine Rechte Bindung und wusste nur grob darüber bescheid, wer sie waren, was sie taten oder worüber sie sprachen. Sie hingegen schienen alles über mich zu wissen."

Während des Aufenthalts auf Gran Canaria flammen auch alte Konflikte zwischen Lous Mutter und deren Tante Maya wieder auf. Denn Mayas Anekdoten aus der Kindheit und Jugend in der Sowjetunion weichen stark von den Erzählungen der verstorbenen Großmutter Rosa (nach der auch Lous Tochter Rosa benannt wurde) ab.

„Maya war die letzte Zeugin, und sie veränderte die Geschichte vom Überleben nach ihren Bedürfnissen. …Sie manipulierte die Erinnerung und war doch zugleich die Einzige, die sich überhaupt noch erinnern konnte.“

Um Antworten auf ihre Fragen zu finden, schickt Lou Rosa mit ihrer Mutter nach Deutschland zurück und reist selbst ihrer Großtante Maya nach Israel hinterher ...

Eigentlich hat mit der Roman über Herkunft und (jüdische) Identätit sehr gut gefallen; ich mag Olga Grjasnowas Schreibstil sehr. Nur mit dem Ende bin ich leider nicht glücklich ... Nicht falsch verstehen, ich mag „offene Enden“ aller Art grundsätzlich schon – aber bei diesem Roman lässt es mich ein wenig ratlos zurück. Das Buch endet einfach - aber ich weiß nicht so recht, was die Autorin damit sagen will. Schade, ansonsten war es wirklich gut; nur der Schluss ist leider unbefriedigend.

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Wie geht es weiter?

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Titel und Cover sind auffällig und haben mich zuallererst angesprochen. Der Roman wird aus der Perspektive von Lou als Ich-Erzählerin erzählt und somit erlebt man als Leserin genau ihre Höhen und Tiefen ...

Titel und Cover sind auffällig und haben mich zuallererst angesprochen. Der Roman wird aus der Perspektive von Lou als Ich-Erzählerin erzählt und somit erlebt man als Leserin genau ihre Höhen und Tiefen in vollem Umfang mit. Zu Beginn ist die Stimmung angespannt, Lou und ihr Mann leben nebeneinanderher, wenn sie sich mal treffen, denken über eine Trennung nach. Da kommt die Reise zur Geburtstagsfeier mit der gesamten Verwandtschaft von Lou gerade zum richtigen Zeitpunkt. Die Erzählungen auf der Feier regen bei Lou an, dass sie mehr über ihre Wurzeln und die Vergangenheit ihrer Vorfahren wissen möchte und daher verlängert, viele Fragen stellt, die nicht gerne beantwortet werden und Nachforschungen betreibt. Für meinen Geschmack hat der Roman inhaltlich sehr viele Themen angesprochen und viel gewollt, allerdings aufgrund der Kürze nicht alle Thematiken ausreichend klären können. Ich hätte mir gewünscht, dass es inhaltlich noch mehr Zeit mit den Verwandten für Lou gegeben hätte, auch mit anderen Familienmitgliedern, da hier einige interessante Charaktere kurz vorgekommen sind, dann aber wieder verschwunden sind. Auch über ihre jüdischen Wurzeln hätte ich gerne mehr erfahren, vor allem, da noch ältere Verwandte mit bis zu 90 Jahren am Leben sind und darüber berichten könnten. Mehr Informationen hätte ich mir auch gewünscht, was Lous Ehemann Sergej in der Zwischenzeit gemacht hat? Warum war er nie erreichbar oder hat sich mal gemeldet? Ein Happy End nehme ich den beiden nicht ab, daher wäre ein Ausblick in die Zukunft auch schön gewesen. Das Kapitel September kommt leider nicht vor, oder unter einer anderen Überschrift, schade, gerade den Titel habe ich knackig und ansprechend gefunden und hätte so gut gepasst. Die wichtigen und spannenden Themen beginnen eigentlich erst, mit dem Ende des Buches und die kann man sich dann als Leserin selbst weiterdenken. Ich habe das Gefühl, erst in der Mitte des Buches zu sein und nicht am Ende.

Veröffentlicht am 17.11.2024

Kein Buch für zwischendurch

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Rosa hängt sehr an ihrem Vater. Das muss ihre Mutter Lou zugeben. Ob sie aber eine glückliche Ehe führt? Nein, das weiß sie nicht wirklich. Ihr Mann, ein berühmter Pianist, ist ständig unterwegs. Zu Konzerten. ...

Rosa hängt sehr an ihrem Vater. Das muss ihre Mutter Lou zugeben. Ob sie aber eine glückliche Ehe führt? Nein, das weiß sie nicht wirklich. Ihr Mann, ein berühmter Pianist, ist ständig unterwegs. Zu Konzerten. Lässt seine Familie zurück. Als ihre Mutter sie zum 90. Geburtstag der Schwester einlädt, sagt sie zu. Sie fliegt mit Mutter und Tochter nach Gran Canaria, der Ehemann reist in die Schweiz. „Juli August September“ ist eine Mischung aus Familiengeschichte und Erfahrungsberichten über Vertreibung und Schoah.

Es war das zweite Buch, das ich von Olga Grjasnowa las. Die Autorin kam in einer russisch-jüdischen Familie zur Welt. Sie weiß also, wovon sie schreibt. Diese klare Sicht auf jüdisches Leben in Deutschland und gleichzeitig ein Blick nach Israel, das macht den Reiz dieses Buches aus. Die hier geschilderte Geschichte ist kompliziert. Sowohl die Familie von Lou als auch die Angehörigen des Ehemanns sind traumatisiert. Und trotzdem leben sie in einem Land, das ihre Angehörigen ermordete. Und das ohne Skrupel und mit unfassbarer Präzision.

Nein, so richtig anfreunden konnte ich mich mit diesem Buch nicht. Mir fehlte schlicht der rote Faden. Es bleiben Fragen offen und die Aktionen der Hauptperson konnte ich nicht so richtig nachvollziehen.

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Veröffentlicht am 24.10.2024

Olga Grjasnowa - ihr neuer Roman!

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Eine literarische Neuheit und ein gewagtes Unterfangen über die Grenzen hinweg: Ein Resümee am Anfang (vor allem zu dem Begriff 'Unterfangen') – die einen sagen, zu klischeehaft, die anderen zu überladen, ...

Eine literarische Neuheit und ein gewagtes Unterfangen über die Grenzen hinweg: Ein Resümee am Anfang (vor allem zu dem Begriff 'Unterfangen') – die einen sagen, zu klischeehaft, die anderen zu überladen, die dritten 'schadet dem Judentum'. So ehrlich zu sein?
Die Grenzen – Deutschland, Kanaren, Israel. Russland und UdSSR...

Allein schon der Titel – Juli, August, September – und die eigenwillige Aufteilung, Juli in Deutschland, August auf den Kanaren, September in Israel, deutet an, dass dies kein gewöhnlicher Roman ist. Denn es geht der Autorin auch, oder vor allem, um die Verarbeitung der eigenen familiären Geschichte, obgleich natürlich der Roman Fiktion ist. Verwischung der Grenzen? Beziehen schreibende Menschen nicht oft ihre eigene Geschichte mit ein? Wertfrei sind auch sie nicht, die Schreibenden.

Die Autorin Olga Grjasnowa stammt aus Baku, Aserbaidschan, doch bereits bei ihrem Namen weiß die gewiefte Leserschaft, da scheint eine kürzliche oder vor langem vollzogene Migrationsgeschichte (ohne Namensänderung, das muss durchaus erwähnt werden, denn bei nicht wenigen Namen wurde bei der Ankunft in ein neues Land oder Region angepasst der traditionelle Namen geändert...) dabei zu sein. Doch um es gleich zu sagen – Grjasnowa ist kein jüdischer Name, jüdische Familien nahmen in der Sowjetunion Namen an, um der Diskriminierung zu entgehen (kommt mir das nicht sehr bekannt vor...? Denn nicht nur dort passierte das...). Kontingentflüchtling aufgrund des jüdisch – russischen Hintergrundes (ist denn bekannt, dass auch in der UdSSR Progrome gegen jüdische Teile der Bevölkerung stattfanden?)

Das Buch: Inhalt - eine 'fiktive' Familiengeschichte, oder Frauengeschichte, oder Generationengeschichte? Oder sogar eine Liebesgeschichte?
Die Hauptfigur ist Ludmilla (Lou), Galeristin in ihren Dreißigern, Mutter von Rosa, Gattin des erfolgreichen Pianisten Sergej. Eine Ehe die so ganz in Ordnung ist, aber auch nicht mehr... (keine Liebesgeschichte mehr?)
Ihrer aller Jüdischsein ist eher nur auf dem Papier vorhanden.
Doch dann kommt die kleine Rosa, nach einem Besuch bei einer Freundin, mit Fragen zum Buch über Anne Frank an. Denn Rosa glaubt, dass es ein gewisser Hitler geschrieben hat. Nun setzt bei Lou eine schmerzhafte Auseinandersetzung mit der jüdischen Identität ein. Der Glaube, die jüdische Kultur (was mehr oder weniger doch bereits ständig ihr Leben und das der Familie bestimmte), zumindest in der Erinnerung an die kürzliche Vergangenheit der Familie, sich jedoch kaum in den Begebenheiten und dem tagtäglichen Leben wiederfindet – die Kleinfamilie in Berlin sind sozusagen assimilierte Juden. Als Lou ihren Mann auf ihre jüdische Identität ansprich, sagt dieser: „ Juden haben keine Wurzeln, Juden haben Beine.“
Das ist der Juli.
Dann kommt die Einladung zum Geburtstag der 90jährigen Großtante - die Großfamilie tritt in Erscheinung. Sehr jüdisch und noch traditionell osteuropäisch, wobei ihr Leben in Israel daran nichts änderte (wer Israel kennt, weiß das aus dem Alltag, dass die aus unterschiedlichen Regionen stammenden jüdischen Menschen ihre jeweiligen Traditionen beibehalten haben).
Der August eben – der Besuch auf den Kanaren. Die Großtante und die ex-sowjetische Familie aus Israel kommen in Gran Canaria in diesem 'all-inclusive' Hotel zusammen. Im Hotel wird Lou mit dem Holocaust und den Auswirkungen auf ihre Familie konfrontiert.

Die Dreigliedrigkeit des Romans führt ein in die Gedankenwelt der Ich-Erzählerin Lou: In Juli steht die Kleinfamilie im Mittelpunkt, vor allem auch die Beziehung der Ehepartner zueinander und ihr Judentum. Den August dominiert das Familientreffen (mit den Feinheiten und Auseinandersetzungen auf Cran Canaria)
Lous wird erschüttert durch die Rückgriffe auf die Vergangenheit von Großmutter und der gefeierten Großtante, was Lou dann im September zum letzten Teil ihrer Identitätssuche führt – nach Israel.

Das Buch hat die perfekte Kürze! Zugegeben, dass habe ich bei jemanden Anderem gelesen, aber es hat mir gefallen...perfekte Kürze. 224 Seiten sind perfekt zum Einlesen in das Thema 'jüdische Familie', perfekt zum Mitnehmen, perfekt zum sich Stimulieren lassen z.B. mehr zur jüdischen Kultur in Osteuropa zu lesen... Ich merke zunehmend, dass kürzere Bücher (also um die 200 Seiten) viel mehr Literatur versprechen als die 'langen Schmöker'. Wie heißt das Sprichwort – 'In der Kürze liegt die Würze', scheint darauf abgestimmt zu sein...

Ein nachdenkliches Buch und bestimmt keine leichte Kost, daher ist die Kürze des Romans genau richtig. Die perfekte Kürze!

Olga Grjasnowa ist eine anerkannte Größe in der deutschsprachigen Literaturwelt. (Interessant daran ist, dass sie erst mit elf Jahren Deutsch lernte).
Bücher von ihr: 'Der Russe ist einer, der Birken liebt', ein großartiges Buch, mittlerweile auch verfilmt; 'Die juristische Unschärfe einer Ehe' (ebenfalls bei Hanser wie das vorliegende Buch), neben weiteren vielfältigen Veröffentlichungen.
Preisgekrönt – Klaus -Michael Kühne – Preis, Anna Seghers - Preis (zudem weitere Auszeichnungen)
Stipendiatin u.a. der Robert-Bosch Stiftung (Grenzgänger Stipendium)... die Liste ihrer internationalen Auszeichnungen und Stipendien ist umfangreich.
Jugend im Kaukasus, längere Aufenthalte in Polen, Israel und Russland, hat sie heute eine Professur am Institut für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien und lebt dort, zuvor lebte sie in Berlin, New York etc., und ist mit einem syrischstämmigen Schauspieler verheiratet.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Leider nicht meins

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Ich hatte mir bei der Ankündigung von Olga Grjasnowas "Juli, August, September" eine sehr viel abgefahrenere Geschichte erwartet, als das Buch sie mir dann geliefert hat. Um was ging es eigentlich in dem ...

Ich hatte mir bei der Ankündigung von Olga Grjasnowas "Juli, August, September" eine sehr viel abgefahrenere Geschichte erwartet, als das Buch sie mir dann geliefert hat. Um was ging es eigentlich in dem Buch? Es lässt sich zusammenfassen mit: eine mit ihrem Leben und ihrer Ehe unzufriedene Frau fährt mit der Tochter zu einem Familientreffen auf Gran Canaria. Und dann? Dann dümpelt die Geschichte in meinen Augen einfach vor sich hin. Die unterschiedlichen Familienerinnerungen der alten Damen klangen auch vielversprechender als dass sie sich dann tatsächlich lasen. Das ist vermutlich alles sehr realististisch, denn im echten Leben würde so eine Geschichte vermutlich auch eher langweilig und ohne Auflösung ablaufen, aber dramaturgisch hätte ich mir etwas anderes gewünscht.
Leider war das Buch für mich weder abgefahren, noch stellte sich sommerlich-leichte Stimmung ein, noch wuchsen mir die Protagonistinnen ans Herz, noch konnte ich eine tiefere Aussage hinter dem Text erkennen.
Ich konnte nicht viel mit "Juli, August, September" anfangen, aber gut, dass es anderen Leser
innen offenbar anders ging.