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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.11.2025

Fast schon ein Nachschlagewerk!

Lautlos
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Frank Schätzing, geschätzter Autor des 'Schwarms', hat sich wieder an einer absurden Geschichte vergriffen. Aber, was ich bei Schätzing so schätze, es hat einen verdammt realistischen Hintergrund und ist ...

Frank Schätzing, geschätzter Autor des 'Schwarms', hat sich wieder an einer absurden Geschichte vergriffen. Aber, was ich bei Schätzing so schätze, es hat einen verdammt realistischen Hintergrund und ist gewürzt mit politisch einschlägigen Hinweisen.

Ich las ein Buch von 2006, vierte Auflage: Und trotz dass das Buch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat - bleibt das Thema relevanter denn je.

Besonders hervorgehoben wurde, dass die USA eine Geschichte von Präsidentenmorde hat und Anschläge auf politische Gegner üblich sind (jaja, die Waffennarren).

Also worum geht es in diesem doch recht spannend beschriebenen Roman? Um einen möglichen Präsidentenmord. Es war zu Clintons Zeiten (und wie wir wissen hat der smarte Frauenheld Bill Clinton alle möglichen Attentate überlebt, selbst die von solchen zynischen Typen wie Ken Starr). Doch dieses Mal ist die Angelegenheit heikler und spielt zudem in Deutschland, genauer in Köln. Hinter dem tatsächlich mal stattgefunden Gipfeltreffen mächtiger Leute in Köln (ausgerechnet Köln - wer kam bloß auf diese Idee? Wie kann in dieser Stadt Sicherheitsdenken postuliert werden?) versteckt sich eine unglaublich rasante, aber ebenso wirre Geschichte, die uns aber auf politische 'tracks' führt und tatsächlich ein Szenario entwirft, das nicht unrealistisch wäre, wenn man - wie im Buch - mit viel Geld um sich werfen könnte.

Es erinnert an JFK, von dessen Ermordung wir ja alle wissen, dass dieser charmante junge Präsident eine neue Richtung in der US amerikanischen Politik beschritten hat, die Gegner, gar Feinde, aufs Feld gerufen hat. Und beim Lesen ist man mehr oder weniger doch immer wieder daran erinnert, tja, könnten denn da die gleichen 'players' wie damals im Roman... oder umgekehrt ... könnten...
Der Roman lässt die Fantasie aufblühen. Auf jeden Fall intelligente Unterhaltung und weil so proppevoll mit wissenschaftlichen Erklärungen fast wie ein Nachschlagewerkt. Ich habe es nicht bei dem einmaligen Lesen belassen, vor allem las ich immer wieder die wissenschaftlichen Erklärungen durch. Und diese finde ich sehr bereichernd, mein Wissen und meine Kenntnisse.

Ein Lesegenuss!

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Veröffentlicht am 25.11.2025

...und wieder grauselt es einem im Schwarzwald

Hochmoorleichen
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Im Hochmoor von Hinterzarten (bekannt für das Skispringen und weltläufig anerkannten Skiläufern), einem touristisch gern besuchten Ort im Hochschwarzwald, finden sich drei Leichen an. Kauzige Schwarzwälder ...

Im Hochmoor von Hinterzarten (bekannt für das Skispringen und weltläufig anerkannten Skiläufern), einem touristisch gern besuchten Ort im Hochschwarzwald, finden sich drei Leichen an. Kauzige Schwarzwälder kreuzen den Weg und lassen Dunkles erahnen.

Ein Regionalkrimi, modisch geworden und jeder, der ein paar Worte gerade aus schreiben kann, will sich also an seiner Region verlustieren:

Dieses Mal geistert ein journalistischer Ermittler durch ein Hochmoor (bei Hinterzarten). Ist es seit Agathe Christie so oder noch früher, dass Krimiautoren möglichst kauzige, verkarzte, versoffene oder schlichtweg unmögliche Ermittler aufs Papier bringen?
Hier also spielt ein gewisser Alfred die Hauptrolle, ein Figur, der man besser nicht begegnet, nicht in der Nacht oder auch nicht am Tage. Ein ewiger Student in Freiburg, einer, der nichts auf die Beine kriegt, weder sein Studium noch einen Brotjob noch die Gründng einer Beziehung. Der mehr oder weniger im kriminellen Milieu steckt und sich durchs Leben schnorrt, sich dort mal 20 Euro leiht, da mal Antiquitäten klaut und wenn er Geld hat, dass dann stande pede versäuft.

Bei diesen Sauftouren hat er das Glück, dass er dann auf Fälle stößt. Haarsträubend erzählt der Autor, wie dann Alfred sich etwas zurecht schustert. Und Fälle löst.

Wenn echte Kripoleute so vorgehen würden, dann wäre die Region Freiburg nicht eine, in der in der Tat schlimme Verbrechen gelöst werden.
Doch das Lokalkolorit hält wohl eine Reihe mit Ermittler Alfred am Leben. Vermutlich gibt es wohl an die 3000 Lesende, die sich an so einem Buch gütlich tun,.und so den Verlag nötigen einen nächsten Band herauszugeben.

Ich denke ich bleibe bei dem einen. Trotz ein paar witzigen Gags ist der Schreibstil doch etwas plump. und der Autor hängt sich an den üblichen Stammtischgags über Frauen auf (flach wie ein Waschbrett, kurvig trotz ihres Alters...).

Kann man lesen - muss man aber nicht! Ich versuche es mal mit einem der Sachbücher des Autors zum Schwarzwald, vielleicht bringt mir das mehr.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Nombeko

Die Analphabetin, die rechnen konnte
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Eine junge Südafrikanerin: Auf dem Weg durch dieses Buch erleben wir Nombeko als Mädchen, als junge Frau, als Flüchtling, als Verliebte.

Es ist ein ungemein komisches Buch, was mich oft laut auflachen ...

Eine junge Südafrikanerin: Auf dem Weg durch dieses Buch erleben wir Nombeko als Mädchen, als junge Frau, als Flüchtling, als Verliebte.

Es ist ein ungemein komisches Buch, was mich oft laut auflachen ließ, aber mit einem sehr ernsten Hintergrund.

Diese Atombombe.
Diese junge Frau.
Dieses Land unter Apartheid.
Dieses andere Land in Europa - Schweden.

Der Roman vom Autor "Der Hundertjährige, der durch ein Fenster stieg und verschwand" führt wieder durch tragischkomische Situationen. Mit eigentümlichen Personen, manche, die man schütteln möchte, andere - wie die Hauptpersonen -, die man einfach nur in Armen nehmen möchte.

Ein Roman, der fesselt und gute Lesemomente verspricht, mit Anspruch und einem sehr guten Schuß Humor.
So soll Literatur sein!



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Veröffentlicht am 01.11.2025

Die Wehrmacht rückt auf St. Petersburg vor

Stadt der Diebe
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Dieser Roman hat mich - um vielleicht mit einem abgedroschenen Begriff um mich zu schmeißen -, aber es stimmt: Er hat mich schlichtweg umgehauen!

"Der große vaterländische Krieg", die deutsche Wehrmacht ...

Dieser Roman hat mich - um vielleicht mit einem abgedroschenen Begriff um mich zu schmeißen -, aber es stimmt: Er hat mich schlichtweg umgehauen!

"Der große vaterländische Krieg", die deutsche Wehrmacht dringt in den russischen Raum ein, erobert große Teile und belagert Sankt Petersburg für zwei Jahre.
Die Menschen leiden Hunger, viele sind geflüchtet, weiter ins Land hinein, andere wurden rekrutiert um das Heimatland zu verteidigen

Und dann passiert folgendes: Einem jungen Mann, gerade mal 17 Jahre alt, fällt ein Wehrmachtsoffizier aus dem Himmel zu Füßen. Er und seine Freunde, die Wache auf ihrem Wohnkomplex halten, plündern die Leiche. Sie hoffen auf Nahrung oder anderem Verwertbares. Eine Polizeistreife jagt die jungen Menschen, eine Frau fällt hin und Lew hilft ihr. Dabei wird er von der Streife verhaftet und erwartet, dass er erschossen wird. In einem berüchtigtes Gefängnis gesteckt meint er, dass seine letzte Nacht anbricht. Doch ein anderer junger Mann wird zu ihm in die Zelle gesteckt. Dieser hat sich unerlaubt von seiner Truppe entfernt und wird als Deserteur betrachtet, darauf steht ebenfalls die Todesstrafe.

Doch am nächsten Morgen kommen die beiden vor ein hohes Tier, der die Hochzeit seiner Tochter ausrichtet. Und er verschont ihr Leben, wenn sie ihm binnen weniger Tage ein Dutzend Eier bringen für die Hochzeitstorte.

Darauf basierend durchkämmen die beiden jungen Männer Petersburg und schließlich auch die Region außerhalb, bis hinter die Grenze an der die Deutschen stehen.

Auf der Suche nach den Eier erleben die beiden Unglaubliches und Unmenschliches. Es ist eine Abfolge von Erlebnissen, die einerseits die Brutalität einer solchen Belagerung und Aushungerung zeigt, andererseits auch wie sich Menschen gegenseitig helfen.

Großartig geschrieben von einem Könner (von dem ich erst im Nachhinein erfuhr wer er ist - der Drehbuchautor von Game of Thrones und Star Wars). Diese Abfolge von dramatischen Ereignissen im Laufe der Suche nach den Eiern kann sich nur jemand ausdenken, der etwas von Dramatik versteht. Und in der Tat, der Roman liest sich wie ein Drehbuch.
Unglaublich dicht und bestückt mit Bildern, gut recherchiert und mit einer interessanten Rahmengeschichte.

Eines der Bücher, die auf jeden Fall in meinem Bücherschrank verbleiben für wiederholtes Lesen!

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Kirchzarten im schönen Dreisamtal

Im Sommer der Mörder
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Der zweite Fall für Louise Boni (mit einem Elsässer Vater und einer deutschen Mutter) und mein erster Krimi, geschrieben von Oliver Bottini:

Im Dreisamtal liegt die kleine Stadt Kirchzarten, und wie auf ...

Der zweite Fall für Louise Boni (mit einem Elsässer Vater und einer deutschen Mutter) und mein erster Krimi, geschrieben von Oliver Bottini:

Im Dreisamtal liegt die kleine Stadt Kirchzarten, und wie auf der Rückseite des Buches betitelt, der friedlichste Ort der Welt. Doch dann bricht auf einer Wiese ein verheerendes Feuer aus, eine Scheune brennt ab. Die Feuerwehr rückt aus, aber ist ja nur eine Scheune. Die kann man ja auch kontrolliert abbrennen lassen. Ein Feuerwehrmann, bereits lässig geworden (was bestimmt nicht zutrifft, ich kenne keinen Feuerwehrmenschen, der oder die nachlässig werden) schlendert mehr oder weniger zu den Glutnestern hin. Doch auf einmal macht es 'bumm', hohe Stichflammen und ein ziemlich verbrannter Feuerwehrmann.

So beginnt der Roman. Denn unter der harmlosen Scheune befand sich ein Waffendepot.
Immer geheimnisvoller wird beschrieben, dass es doch gar nicht sein könnte. Doch weil ein toter Feuerwehrmann involviert ist und diese seltsame hohe Stichflamme, ein komischer Geruch, und ein seltsamer Bauer, auf dessen Eigentum die Scheune stand, muss nun auch die Kripo den Fall untersuchen.

Stück für Stück schafft sich Louise Boni, die für ihre einzelgängerischen Aktionen bekannt und nicht gerade beliebt ist, durch diesen Fall.
Ein paar Leute arbeiten ihr zu und jede Menge Zufälle bereiten den Boden für eine haarsträubende kriminalistische Entwicklung.

Und das im friedlichsten Ort der Welt, in Kirchzarten.

Für einen lokalen Menschen stellt sich zu erst einmal die Frage, kennt der Autor die Gegend? Er scheint zumindest schon mal Urlaub im Dreisamtal gemacht zu haben. Viele Begriffe von Örtlichkeiten stimmen, andere sind frei erfunden oder wurden vom Autor gefällig hingebogen.

Das Buch liest sich gut, und ja, solche Sachen können durchaus passieren. Um den Plot nicht zu verraten, wird nicht mehr von der Geschichte erzählt.
Doch was uns Einheimische beschäftigt hat - wie sprechen wir Kirchzarten aus? Es stimmt, wir betonen Kirch... zarten. Und vergleichen mit Hinterzarten, da liegt die Betonung auf ... zarten. Also muss der Autor doch längere Zeit sich bei uns aufgehalten haben...

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