Profilbild von coffee2go

coffee2go

Lesejury Star
offline

coffee2go ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit coffee2go über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.10.2023

Was geschah davor?

Die Einladung
0

Der Roman spiegelt die Gefühlsschwankungen von Alex sehr gut, sodass sie auch für mich als Leserin spürbar sind. Teilweise hat Alex klare Momente und Träume oder Vorstellungen über ihre Zukunft, auf der ...

Der Roman spiegelt die Gefühlsschwankungen von Alex sehr gut, sodass sie auch für mich als Leserin spürbar sind. Teilweise hat Alex klare Momente und Träume oder Vorstellungen über ihre Zukunft, auf der anderen Seite lässt sie sich treiben, benebelt sich mit Alkohol, Tabletten und Drogen und lebt in den Tag hinein. Diese Zerrissenheit ist auch inhaltlich spürbar, teilweise gibt es eine Struktur und einen klaren Handlungsverlauf, dann ist die Geschichte wiederum sprunghaft und verwirrend, sodass man auch als Leserin in dieser Spirale mitgerissen wird. Als Charakter ist Alex einerseits in der Opferrolle, sie wird ausgenutzt, hat keine wirklichen Freundinnen, hat Schulden und muss sich mit ihrer Situation und reichen Männern arrangieren. Andererseits benutzt sie selbst die Menschen in ihrem Umfeld und behandelt diejenigen schlecht, die es gut mit ihr meinen, lässt sie fallen und spielt ein gleich mieses Spiel, wie es mit ihr gespielt wird. Mit der Zeit hat man das Gefühl, dass Alex dem Abgrund immer näher kommt und es ist spürbar, dass sich ein Unheil anbahnt. Ihre verzweifelte Fixierung auf die Party am Labour Day, bei der sie Simon wieder für sich erobern möchte, ist durchgehend greifbar und zieht sich als roter Faden durch den Roman. Die zumeist aussichtslose, düstere Grundstimmung hat mir sehr gut gefallen, finde ich sehr gut gelungen und überzeugend. Ansonsten findet man Alex zwar bemitleidenswert, aber nicht wirklich sympathisch. Schade finde ich auch, dass man nur über ihre aktuelle Situation erfährt, nicht was in ihrem Leben vorgefallen ist, wie sie zu ihren Schulden gekommen ist und zu ihrem Leben auf der Straße. Dies wären für mich interessante Aspekte gewesen, die den Charakter von Alex authentischer und vielleicht nachvollziehbarer gemacht hätten.
Das Ende ist offen gehalten und lässt Platz für Spekulationen und eigene Gedankenansätze, was ich persönlich nicht so gerne mag. Man bleibt als Leser*in am Schluss etwas ratlos zurück.

Veröffentlicht am 30.09.2023

amishe Bräuche - immer wieder gerne

Saat der Sünde
1

Der 14. Fall mit Kate Burkholder ist wieder sehr spannend und Kate ist in gewisser Weise wieder selbst involviert, was es umso realitätsnaher macht. Das Buch kann unabhängig von den vorigen Teilen gelesen ...

Der 14. Fall mit Kate Burkholder ist wieder sehr spannend und Kate ist in gewisser Weise wieder selbst involviert, was es umso realitätsnaher macht. Das Buch kann unabhängig von den vorigen Teilen gelesen werden, der Fall ist in sich abgeschlossen, allerdings ist der Lesespaß größer, wenn man schon ein gewisses Vorwissen hat. Einen Großteil der Geschichte machen die persönlichen Geschichten von Kate aus und auch das Leben der Amish damals und heute. Ich finde es spannend, dass auch nach so vielen Teilen immer wieder neue Informationen für mich dabei sind, die geschickt eingewoben werden. Besonders das harte Familienleben ohne Strom und technischer Geräte wird hier wieder deutlich sichtbar und trotzdem strahlen die Einheimischen eine zufriedene und hilfsbereite Stimmung aus. Kates Freund Tomasseti kommt in diesem Teil leider kaum vor, ich würde mich freuen, wenn er im nächsten Band wieder stärker eingebunden wird und einen aktiveren Part bekommen würde, da ich den persönlichen Austausch zwischen den Beiden immer sehr bereichernd fand. Der aktuelle Ermittlungsfall spricht schon fast ein Tabuthema an, da ein amisher Bischoff von mehreren Personen verdächtigt wird, außergewöhnlich brutal und grob gehandelt zu haben. Als der Bischoff nach Jahren tot aufgefunden wird, wird Jonas beschuldigt, ihn ermordet zu haben. So einfach will sich Kate nicht damit auffinden, vor allem, da sie Jonas noch aus ihrer Jugendzeit komplett anders in Erinnerung hat. Sie ermittelt auf eigene Faust und ohne offizielle Erlaubnis und gerät selbst ins Visier von Personen, die offensichtlich etwas gegen ihre Fragen haben. Kate wird bedroht und erleidet mehrere mysteriöse Autounfälle, wobei ich es hier schon etwas zu übertrieben finde, hier wäre etwas weniger glaubwürdiger und effektiver gewesen. Ansonsten hat mich dieser Band sehr gut unterhalten und ich freue mich schon auf eine Fortsetzung!

Veröffentlicht am 27.09.2023

Serientäter oder Nachahmungstäter

Fürchte das Böse
0

Der Thriller beginnt ruhig und steigert sich dann aber rasch auf ein hohes Spannungslevel, das bis zum Schluss hoch bleibt. Interessant finde ich vor allem die Entwicklung von Holly, da auch Rückblicke ...

Der Thriller beginnt ruhig und steigert sich dann aber rasch auf ein hohes Spannungslevel, das bis zum Schluss hoch bleibt. Interessant finde ich vor allem die Entwicklung von Holly, da auch Rückblicke in ihre Kindheit gegeben werden und wie sie mit ihrem Schicksal bis heute umgeht bzw. dies zu verarbeiten versucht. Hilfreiche Gespräche und Denkanstöße erfährt sie mit ihrem Therapeuten. Die Beziehung zu ihrem Kollegen Bishop hat sich auch weiterentwickelt von Kolleg*innen, freundschaftliche Beziehung bis zur Liebesbeziehung. Diese Entwicklung ist im Verlauf der Reihe schön zu sehen.
Der Ermittlungsfall ist umso spannender, da er einerseits Fälle aus der Vergangenheit neu aufrollt und zudem noch Holly persönlich stark involviert ist, da der Serientäter damals ihre Eltern tötete und sie ihm als Kind persönlich begegnet ist. Nun stellt sich die Frage, ob der Serientäter tot ist und ein Nachahmer seine Methoden übernommen hat oder ob er seinen Tod vorgetäuscht hat? Dies aufzuklären, stellt eine große Herausforderung für alle Beteiligten dar und das hin und her der Ansätze war für mich sehr spannend und nachvollziehbar geschildert. Ich freue mich jetzt schon auf eine Fortsetzung!

Veröffentlicht am 24.09.2023

gemütliche Ermittlungen mit Anlaufschwierigkeiten

Nebelblau
0

Der Schreibstil ist abwechslungsreich und kurzweilig, da zahlreiche Perspektivenwechsel und auch Zeitsprünge vorkommen und zudem die Kapitel relativ kurz gehalten sind. Der Einstieg fiel mir allerdings ...

Der Schreibstil ist abwechslungsreich und kurzweilig, da zahlreiche Perspektivenwechsel und auch Zeitsprünge vorkommen und zudem die Kapitel relativ kurz gehalten sind. Der Einstieg fiel mir allerdings nicht ganz so leicht. Die historische Aufarbeitung des Falles und die Bergung der Leiche zieht sich sehr in die Länge, als Leser*in steht man ohne Vorwissen etwas planlos daneben. Erst als sich erste Ermittlungserfolge zeigen, wurde das Buch für mich auch spannend und nachvollziehbar.
Eira mag ich als Polizistin und auch als Charakter sehr gerne. Sie ist einfach menschlich, geht hilfsbereit und verständnisvoll mit ihren Mitmenschen um. Ihre Schwangerschaft und die Gedanken, wer der Vater ihres Kindes sein könnte, stehen in diesem Teil stark im Vordergrund und beeinflussen ihr Privatleben wie auch ihr Arbeitsleben in großem Ausmaß, aber das ist auch in der Realität so. Ich kann ihre Ängste und auch ihren Ärger darüber, dass sie beruflich nicht mehr in gefährlichen Situationen arbeiten darf, nachvollziehen, obwohl es natürlich schon Sinn macht.
Die Ermittlungen verlaufen eher ruhig und die Erkenntnisse ergeben sich nach und nach und fügen sich am Ende zu einem runden Gesamtbild zusammen. Spannend finde ich, dass Eira viel über das Leben ihrer Mutter erfährt, die ihr jetzt, da sie an Demenz erkrankt ist, nicht mehr Auskunft geben kann oder will.

Veröffentlicht am 19.09.2023

schöner runder Abschluss

Totes Moor
0

Der Krimi schafft eine gemütliche Atmosphäre durch die genauen Schilderungen der örtlichen Gegebenheiten und die Informationen über das Moor. Für Janosch Janssen, der wieder in seine ursprüngliche Heimatgemeinde ...

Der Krimi schafft eine gemütliche Atmosphäre durch die genauen Schilderungen der örtlichen Gegebenheiten und die Informationen über das Moor. Für Janosch Janssen, der wieder in seine ursprüngliche Heimatgemeinde zurückgekehrt ist, um sich um seine ältere Mutter und das Haus zu kümmern, geht es im ersten Ermittlungsfall gleich an die Substanz. Er ist persönlich betroffen, da die im Moor aufgetauchte Tote eine ehemalige Freundin von ihm war und damals sein Vater als Hauptverdächtigter eingestuft wurde. Nun wird der Fall wieder aufgerollt und man bemerkt sehr schnell, dass viele Fehler gemacht wurden, falsche Anschuldigungen stattgefunden haben und vieles übersehen wurde. Mit der Zeit kommen immer mehr Bruchstücke und Geheimnisse ans Tageslicht, was nicht so einfach ist, da die Dorfgemeinschaft einheitlich schweigt und Dinge verbirgt. Interessant ist die Sichtweise von Janosch damals als Abi-Absolvent und jetzt, fast zehn Jahre später als Ermittler. Die Ermittlungen verlaufen zwar etwas zäh, aber es werden nach und nach Erfolge gebucht und der Schluss ist fast zu schön um wahr zu sein, indem sich alle Verstrickungen auflösen und alle Puzzleteile an ihrem Platz sind. Es bleiben keine offenen Fragen, alles wird aufgeklärt und rund zum Abschluss gebracht.