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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2023

Verwirrspiel um die/den Täter*in

Ostseenebel
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Pia ermittelt in ihrem neuen Kriminalfall wieder an der Ostsee und hat es mit einer Reihe von Informationen und Zusammenhängen zu tun, von denen sie noch nicht weiß, inwieweit sie für den Fall relevant ...

Pia ermittelt in ihrem neuen Kriminalfall wieder an der Ostsee und hat es mit einer Reihe von Informationen und Zusammenhängen zu tun, von denen sie noch nicht weiß, inwieweit sie für den Fall relevant sind oder nicht. Mit der Zeit wird klarer, wie der Tod des Bürgermeisters, der Juristin und noch weitere Ungereimtheiten zusammenhängen. Als Leserin gefällt mir dieses Verwirrspiel, wenn nicht schon von Beginn an klar ist, wer als Täterin in Frage kommt und mehrere Optionen offen bleiben. Der Schluss hat mich dann doch etwas überrascht, aber es kam nicht unerwartet ohne Zusammenhang.
Den Titel finde ich nicht ganz passend, der Nebel spielte eigentlich nur am Schluss und auch hier nur am Rande eine Rolle.

Veröffentlicht am 30.05.2023

Love-Scammer

Nordwestschuld
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Der aktuelle Fall dieser Reihe stellt Pia bei ihren Ermittlungen vor einer neuen Herausforderung, denn mit dem Thema „Love-Scammer“ hat auch sie sich im überschaubaren Örtchen St. Peter-Ording noch nicht ...

Der aktuelle Fall dieser Reihe stellt Pia bei ihren Ermittlungen vor einer neuen Herausforderung, denn mit dem Thema „Love-Scammer“ hat auch sie sich im überschaubaren Örtchen St. Peter-Ording noch nicht auseinandersetzten müssen. Ich finde die Wahl des Themas super, auch sehr gut recherchiert und für die Leser*innen erklärend aufbereitet. Besonders spannend finde ich, dass die verwendeten Nachrichten, die von Love-Scammern verschickt wurden, keine erfundenen Nachrichten sind, sondern tatsächlich aktuelle Texte. Erschreckend, wie viele Menschen, vor allem verzweifelte Frauen, auf diese billige Strategie hineinfallen. Hier finde ich, dass noch sehr viel Aufklärungsarbeit nötig ist und der Ansatz der selbsternannten Selbsthilfegruppe finde ich super, wenn auch nicht ungefährlich. Erschreckend, wie viel Geld hier schon ergaunert wurde und die meisten Menschen melden diese Vorfälle nicht einmal, aus Angst nicht ernst genommen zu werden und natürlich im Nachhinein auch aus Scham, dass sie sich so ausnützen haben lassen. Der Fall wird sehr spannend aufgebaut und aufgeklärt und liegt sehr nahe an der Wahrheit, das hat mir besonders gut gefallen.

Veröffentlicht am 30.05.2023

interessante Gruppendynamik

Stranded - Die Insel
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Was zuerst nach einem Survival-Abenteuer klingt, acht Personen für eine Realityshow auf einer Insel, die selbst für ihr Überleben sorgen müssen, wird schon sehr bald zum Albtraum für die Beteiligten. Den ...

Was zuerst nach einem Survival-Abenteuer klingt, acht Personen für eine Realityshow auf einer Insel, die selbst für ihr Überleben sorgen müssen, wird schon sehr bald zum Albtraum für die Beteiligten. Den Zeitraum von etwa einem Jahr finde ich sehr lange für eine Realityshow und auch, dass es gar keinen Kontakt zu Kameraleuten oder einer Crew gibt, ist nicht sehr realistisch dargestellt. Spannend finde ich die Beschreibung der Nahrungssuche und wie sich die Gruppe zu Beginn organisieren musste, vor allem, wer sich als Teamleader hervortut und wer sich eher unterordnet. Die Gruppendynamik war recht schnell hergestellt und Maddy bald ausgegrenzt und auf sich alleine gestellt. Danach folgten einige Wiederholungen, klar, die Tage ähneln sich auch auf begrenztem Raum und mit den eingeschränkten Möglichkeiten, aber kurzfristig ist die Spannung etwas abgeflacht, aber zum Schluss wurde es nochmals heftig, rasant und die Ereignisse haben sich geradezu überschlagen. Das Ende finde ich persönlich etwas ungewöhnlich, möchte aber nicht mehr dazu verraten.

Veröffentlicht am 22.05.2023

trotz Unruhen und Veränderungen zu ruhig

Weite Sicht
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Der Roman beschreibt in einfühlsamer, ruhiger Weise, obwohl eigentlich sehr viel im Umschwung ist und viele Veränderungen passieren. Für mich könnte der Schreibstil vor allem in der ersten Hälfte lebhafter ...

Der Roman beschreibt in einfühlsamer, ruhiger Weise, obwohl eigentlich sehr viel im Umschwung ist und viele Veränderungen passieren. Für mich könnte der Schreibstil vor allem in der ersten Hälfte lebhafter sein.
Friedrich stirbt an Herzversagen und dies löst in seinem Umfeld großes Umdenken, Ärger und den Mut zur Veränderung aus. Seine Frau Charlotte ist im ersten Moment traurig, aber auch erleichtert, denn nun kann sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen und mit knapp über 70 möchte sie ihre verbleibenden Jahre nach ihren Vorstellungen gestalten und sich nicht mehr nach anderen richten. Die Kinder sind schon erwachsen und bei der Testamentseröffnung stellt sich heraus, dass auch das Eheleben nicht so glücklich war, wie es den Anschein hatte. Der Wunsch nach Veränderung erfasst auch ihre etwas jüngere Schwester, die Stiefschwester notgedrungen durch den Verlust ihrer Wohnung und zudem macht sich Charlotte auf die Suche nach einer seit langer Zeit vermissten Freundin Bente, die schwer an Krebs erkrankt ist, knüpft an ihrer Freundschaft aus Jugendjahren an und intensiviert und belebt die Beziehung wieder. Alle Frauen, die so um die 70 Jahre alt sind, stellen sich die Frage, wie lange werden sie noch so leben können, wie sie es jetzt tun und beschließen das Leben im Hier und Jetzt in vollen Zügen zu genießen. Obwohl sehr viel Unruhe und Umschwung entsteht, ist die Herangehensweise des Autors doch sehr ruhig und beschreibend. Hier hätte ich mir noch mehr Ausdrucksstärke und Energie gewünscht. Gerade wenn es um die Biografie von starken Frauen in höherem Alter geht, gibt es noch relativ wenig Literatur und dies gehört besonders gewürdigt.

Veröffentlicht am 22.05.2023

Was wäre wenn....?

Manchmal fliegen
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Der Roman ist sehr emotional und ehrlich geschrieben, man merkt, dass die Autorin selbst Mutter ist und Erfahrungen einbringen kann. Das Thema Mutterschaft wird teilweise von der Gesellschaft noch nicht ...

Der Roman ist sehr emotional und ehrlich geschrieben, man merkt, dass die Autorin selbst Mutter ist und Erfahrungen einbringen kann. Das Thema Mutterschaft wird teilweise von der Gesellschaft noch nicht kritisch betrachtet und negative Gefühle oder andere Lebensvorstellungen werden nur schwer toleriert, obwohl sie viel häufiger vorkommen, als darüber gesprochen wird. Anna liebt ihre Kinder über alles und schätzt auch die Beteiligung und Mithilfe ihres Ehemannes in der Kinderbetreuung, aber trotzdem hat sie das Gefühl, nicht genug zu machen und nicht perfekt zu sein. Sie vergleicht sich mit anderen Eltern, bei denen es scheinbar leichter fällt. Beruflich muss sie seit der Geburt ihrer Kinder sehr stark zurückstecken, ihr Mann als Hauptverdiener geht weiterhin normal seinem Beruf nach wie zuvor. Als sie die Chance auf eine Weiterbildung bekommt, die in ihrer ehemaligen Studienstadt stattfindet, ergreift sie diese und gerät ins Träumen und Grübeln. Wie wäre ihr Leben verlaufen, wenn sie sich gegen Kinder entschieden hätte? Wie wäre ihr Leben jetzt, wenn sie bei ihrem vorigen Freund geblieben wäre, der schon damals keine Kinder wollte? Oder wäre ihr Wunsch nach Kindern doch irgendwann unabwendbar geworden? Kann sie später, wenn ihre Kinder größer sind, noch einmal so leben wie zuvor und will sie das dann überhaupt noch? Sie stellt sich viele Fragen und bleibt sich selbst eine Entscheidung schuldig, aber der erste Anreiz zum Überdenken ihres Lebensstils ist gesetzt.