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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2021

das Leben ist eine Insel

Sommer der Träumer
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Ein leichter Sommerroman, der zum Träumen einlädt. Die Jugendliche Erica flieht nach dem Tod ihrer Mutter aus dem tristen London und möchte sich gemeinsam mit Freunden auf der Insel Hydra eine Auszeit ...

Ein leichter Sommerroman, der zum Träumen einlädt. Die Jugendliche Erica flieht nach dem Tod ihrer Mutter aus dem tristen London und möchte sich gemeinsam mit Freunden auf der Insel Hydra eine Auszeit nehmen und anschließend ihren Lebensmittelpunkt aufbauen. Die Jugendlichen kommen mit vielen Ideen, mit Euphorie auf die Insel und erhoffen sich allesamt ihre Muse zu finden und berühmt und glücklich zu werden. Dass dies auch auf einer abgeschiedenen, idyllischen Insel nicht so einfach der Fall ist, zeigt die ältere Generation, die teilweise zwar einen kurzfristigen Erfolg hatte oder teilweise noch immer darauf hofft und auch mit den gewöhnlichen Alltagsproblemen zu kämpfen haben. Das Buch liest sich locker und leicht dahin und passt gut für träumerische Sommertage, wer tiefgründigere Erkenntnisse sucht, der wird nicht ganz zufriedengestellt.

Veröffentlicht am 04.11.2021

die Überraschung kommt zum Schluss

SCHWEIG!
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Die beiden ungleichen Schwestern Esther und Sue feiern kein Weihnachten wie damals, obwohl es in dem Häuschen mitten im Wald in der verschneiten Winterlandschaft durchaus idyllisch hätte sein können. Einen ...

Die beiden ungleichen Schwestern Esther und Sue feiern kein Weihnachten wie damals, obwohl es in dem Häuschen mitten im Wald in der verschneiten Winterlandschaft durchaus idyllisch hätte sein können. Einen Tag vor Weihnachten sind die Gemüter aufgeheizt, die Ansichten so unterschiedlich, dass die beiden Schwestern auf keinen gemeinsamen Nenner mehr kommen und nach einer Flasche Wein kommt alles auf den Tisch. Für mich als Leserin war es sehr spannend, von der Autorin gelenkt zu werden – teilweise sympathisiert man mit der einen Schwester mehr, dann wiederum kann man die andere völlig verstehen. Spannend ist auch das Spiel mit der Wahrheit, dass man sich nie genau sicher sein kann, was als nächstes kommt und welche Sichtweise die Realistischere ist – so ist das eben bei unterschiedlichen Wahrnehmungen. Der Schluss kam allerdings völlig anders als erwartet, es gibt Tote und Verletzte, aber mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, nur dass ich überrascht wurde, und das liebe ich an kurzweiligen Thrillern.

Veröffentlicht am 04.11.2021

mit der Verantwortung wachsen

Die letzten Romantiker
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Das Buch beschreibt die enge Verbindung, die man in einer Familie empfindet, sehr gut – mit all ihren Vorteilen und Nachteilen. Interessant finde ich auch den Epochenwechsel innerhalb des Buches. Zu Beginn ...

Das Buch beschreibt die enge Verbindung, die man in einer Familie empfindet, sehr gut – mit all ihren Vorteilen und Nachteilen. Interessant finde ich auch den Epochenwechsel innerhalb des Buches. Zu Beginn sind die Kinder noch relativ jung und nach dem plötzlichen Tod des Vaters und der Depression der Mutter völlig sich selbst überlassen und versuchen, so gut es ihnen möglich ist, aufeinander zu schauen und füreinander da zu sein. Diese schwierige Zeit hat ein besonderes Band zwischen den Geschwistern geknüpft, das auch lange, nachdem alle das „Nest“ verlassen haben und inzwischen neue Partner, Freunde gefunden und Familien gegründet haben, noch immer hält. Tragödien schweißen die Kernfamilie wieder enger zusammen, das wird auch in diesem Roman noch einmal deutlich. Egal, wie lange man sich in der Zwischenzeit nicht gesehen hat oder wie weit man auseinander wohnt oder welchen Blödsinn man angestellt hat, wenn es hart auf hart kommt, ist die Familie wieder wie selbstverständlich füreinander da. Die einzige Schwierigkeit besteht darin, loszulassen, wenn jemand keine Hilfe bekommen möchte, auch wenn man am liebsten alles für den anderen tun möchte und das Leben der anderen regeln möchte. Manche Situationen sind nur sehr schwer auszuhalten und manchmal gibt man mehr als man zurückbekommt.

Veröffentlicht am 22.10.2021

nachdenkliche Stimmung

Auszeit
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Der Roman hat eine eigene Grundstimmung, die mir sehr gut gefallen hat – auf der einen Seite traurig, melancholisch und dann sind auch wieder Lichtblicke und schöne Momente vorhanden. Die Autorin beschreibt ...

Der Roman hat eine eigene Grundstimmung, die mir sehr gut gefallen hat – auf der einen Seite traurig, melancholisch und dann sind auch wieder Lichtblicke und schöne Momente vorhanden. Die Autorin beschreibt sehr intensiv: Die Bilder in der Natur sind klar und frisch, als ob man sich selbst in diesem Ferienhaus mitten im Nirgendwo befinden würde, aber auch die menschlichen Gefühle und Gedanken sind ungeschönt und realtitätsnah beschrieben. Mich hat das Buch sehr berührt und ich hätte sehr gerne noch weiter gelesen und erfahren, wie es Henriette weiterhin im Leben ergeht. Sie hat ja zumindest erstmals nach ihrer Abtreibungserfahrung eine gedankliche Verarbeitung in Gang gesetzt und begonnen an sich zu arbeiten, Trauer zuzulassen und auch wieder mit den Menschen in ihrem Umfeld in Kontakt zu treten, auch wenn ihr dies noch nicht so recht gelingen will.

Veröffentlicht am 29.09.2021

bewegter Thriller - Ende nicht stimmig

Bonuskind
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Meine Meinung zum Buch:
Vorweg, das Cover gefällt mir sehr gut, da es Interpretationsspielraum lässt und zudem optisch ein Hingucker ist. Dafür finde ich den Titel auch noch nach dem Lesen des Buches nicht ...

Meine Meinung zum Buch:
Vorweg, das Cover gefällt mir sehr gut, da es Interpretationsspielraum lässt und zudem optisch ein Hingucker ist. Dafür finde ich den Titel auch noch nach dem Lesen des Buches nicht stimmig und nur an den Haaren herbeigezogen passend, „Bonuskind“ weckt bei mir komplett andere Signale.
Lies hat mir als Charakter sehr gut gefallen, auch wenn sie für eine 15jährige schon sehr erwachsene Züge aufweist, aber das ist gut möglich, wenn man als Kind früh auf sich alleine gestellt hat. Eine sympathische Stütze ist ihre liebenswerte Oma, dafür finde ich ihren kleinen Bruder etwas farblos und charakterlos dargestellt – aber jede/r kann eben nicht als „Hauptcharakter“ agieren.
Als besondere Aufwertung finde ich die Auszüge aus den Tagebucheinträgen der Mutter. Ich finde, dass man so einen sehr guten Eindruck über ihre Gefühlswelt und ihr Unglück bekommen kann, auch wenn sie im Buch aktiv nur eine sehr begrenzte Zeit mitgewirkt hat.
Das Buch hat mir bis auf den Schluss sehr gut gefallen, den Schluss habe ich übertrieben und nicht stimmig im Gegensatz zum restlichen Buch empfunden – vor allem die Aktion von Lies, ohne näher darauf eingehen zu wollen und zu spoilern.

Mein Fazit:
Ein sehr spannender, aufwühlender und bewegter Thriller – leider mit einem für mich nicht stimmigen Schluss.