Profilbild von coffee2go

coffee2go

Lesejury Star
offline

coffee2go ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit coffee2go über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.10.2020

emotional, brutal, vulgär

Die verstummte Frau
0

Meine Meinung zum Buch:
Auch dieser Thriller von Karin Slaughter macht seinem Namen alle Ehre. Die Autorin spielt mit den unterschiedlichen Charakteren, spielt mit ihren Gefühlen, spielt mit der sprachlichen ...

Meine Meinung zum Buch:
Auch dieser Thriller von Karin Slaughter macht seinem Namen alle Ehre. Die Autorin spielt mit den unterschiedlichen Charakteren, spielt mit ihren Gefühlen, spielt mit der sprachlichen Ausdrucksweise – mal brutal, dann vulgär und dann wieder ganz fachlich korrekt. Für mich ist der Thriller umso spannender, da ich schon die Hauptcharaktere aus den vorigen Büchern kenne und mich freue, wie sich diese entwickelt bzw. verändert haben und gewisse Situationen kann man dann schon ziemlich gut und schnell einschätzen bzw. weiß, wann es eskalieren wird. Gut gelungen finde ich, dass Sara und Will auf der einen Seite zusammenarbeiten müssen, auf der anderen Seite läuft es in der Beziehung nicht immer rund und es entstehen Konflikte. Dies macht den Hintergrund noch realer und authentischer. Die Mordfälle sind in diesem Teil extrem brutal und die Geschichten dazu tragisch und als Kontrast dazu sind die Gefängnisszenen abschreckend und vulgär. Obwohl der Thriller nicht gerade kurz ist, war auf keiner Seite Langeweile zu spüren.

Veröffentlicht am 12.10.2020

höre auf deine innere Stimme

Das Buch eines Sommers
0

Meine Meinung zum Buch:
Nicolas Leben gerät durch den Tod seines Onkels, zu dem er sich sehr verbunden gefühlt hat und der ihn immer in all seinen Vorhaben bestärkt hat, aus dem gewohnten Rhythmus. Beruflich ...

Meine Meinung zum Buch:
Nicolas Leben gerät durch den Tod seines Onkels, zu dem er sich sehr verbunden gefühlt hat und der ihn immer in all seinen Vorhaben bestärkt hat, aus dem gewohnten Rhythmus. Beruflich ist Nicolas sehr eingespannt und hat wenig Zeit für seine Familie, sodass auch die „Zwangspause“ samt Beerdigungsfeierlichkeiten für ihn erst einmal ungewohnt sind, doch schon bald entschließt er sich mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn die Sommermonate im Haus seines verstorbenen Onkels zu verbringen. Dort beginnt für ihn der wahre Wandel. Nicolas probiert neue Dinge aus, er versucht wieder zu Schreiben, was ihm mal mehr und mal weniger gut gelingt und er verbringt viel mehr Zeit mit seiner Familie und hat trotzdem viel mehr Zeit für sein Herzensprojekt das Schreiben.
Mir hat diese ungewohnte Entschleunigung und das Aufzeigen von neuen bzw. Wiedererwecken von alten Interessen und das Zutrauen, etwas Neues zu probieren, sehr gut gefallen. Auch die Zweifel, die Nicolas hegt und sich dann darüber hinwegsetzt. Was mir allerdings zu schnell gegangen ist, ist der komplette Lebenswandel. Hier fragt man sich: Ist es wirklich so einfach sein gesamtes Leben komplett zu verändern? Falls es so einfach sein sollte, warum hat man es nicht schon viel früher probiert? Dieser drastische Schnitt ist aus meiner Sicht zu glatt vonstatten gegangen. Hier hätte ich mir noch mehr Tiefgang, eventuell Rückschläge, Hindernisse oder dergleichen gewünscht, damit es näher an der Realität bleibt. Auch die Verbundenheit zu seinem Onkel hätte noch intensiver dargestellt werden können. Interessant finde ich aber, dass sich, wenn sich ein Familienmitglied verändert, automatisch das gesamte Familiengefüge und die weiteren Personen mitverändern. Dies war hier sehr deutlich zu sehen.


Mein Fazit:
Ist es wirklich notwendig, erst der zu werden, der man ist oder steckt das Potenzial ohnehin schon in uns und wir müssen es nur an die Oberfläche bringen? – die spannende zentrale Frage des Buches.

Veröffentlicht am 12.10.2020

spannende Aufrollung

Auf kalter Spur
0

Meine Meinung zum Buch:
Tracy ist nach der Geburt ihrer kleinen Tochter wieder an den Ort ihrer Kindheit zurückgekehrt und versucht nun den Spagat zwischen Berufsalltag und Kinderbetreuung hinzubekommen. ...

Meine Meinung zum Buch:
Tracy ist nach der Geburt ihrer kleinen Tochter wieder an den Ort ihrer Kindheit zurückgekehrt und versucht nun den Spagat zwischen Berufsalltag und Kinderbetreuung hinzubekommen. Ihr Ehemann ist nicht begeistert, dass sie so schnell wieder arbeiten möchte, noch dazu in einem gefährlichen Beruf und er hat nicht ganz unrecht, wie man im Nachhinein betrachtet zugeben muss. Schnell gerät Tracy samt ihrer Familie in den Fokus einer gefährlichen Person, die sich von Tracy und dem Ermittlungsteam in die Enge getrieben fühlt. Interessant finde ich an diesem Thriller, dass die Geschehnisse aus der Vergangenheit einen ziemlich großen Part einnehmen und dass nach so langer Zeit endlich wieder neue Ermittlungen durchgeführt werden. Ich wundere mich immer wieder, wie Menschen nach 20 Jahren noch wissen, was sie an besagtem Tag in der Vergangenheit gemacht haben, glaube nicht, dass ich das noch wüsste, außer dieser Tag hätte für mich eine besondere Bedeutung. Der Thriller zeigt, dass auch eine Aufrollung eines alten Falles, angeregt durch neue Ereignisse, richtig spannend sein kann.

Veröffentlicht am 11.10.2020

ein nahezu perfekter Mord

Wer auf dich wartet
0

Meine Meinung zum Buch:
Aidan beobachtet seine Geliebte via Skype und hört mit als diese in einem Nebenraum ermordet wird. Wie soll er nun reagieren und wer könnte der Mörder gewesen sein? Aidans Ängste ...

Meine Meinung zum Buch:
Aidan beobachtet seine Geliebte via Skype und hört mit als diese in einem Nebenraum ermordet wird. Wie soll er nun reagieren und wer könnte der Mörder gewesen sein? Aidans Ängste kann man auf der einen Seite hautnah nachempfinden. Geht er zur Polizei, steht er selbst im Fokus und muss erklären, warum er seine „Ex-)Geliebte stalkt. Die Ermittlungen ziehen sich in die Länge, es ist schwierig etwas aus Zoes Freundeskreis herauszubekommen. Zoe war allseits beliebt und hatte scheinbar keine Feinde. Spannend ist Verwirrspiel mit den LeserInnen, man wird von einem Verdächtigen zum nächsten geschickt und dann waren es die Verdächtigen doch wiederum nicht, sondern diese hatten andere Geheimnisse oder Dinge, die sie verbergen wollten. Mit der Zeit wird der Kreis allerdings immer enger und ich meine Vermutung hat sich am Ende bestätigt, aber ich muss zugeben, es war wirklich sehr geschickt eingefädelt und ein nahezu perfekter Mord, allerdings eben nur „nahezu“.

Mein Fazit:
Ein Krimi, bei dem die Spannung konstant hochgehalten ist, sehr gerne noch viele weitere von der Autorin!

Veröffentlicht am 11.10.2020

eine tiefgreifende Geschichte

Unter uns das Meer
0

Meine Meinung zum Buch:
Im Roman werden die Erlebnisse der vierköpfigen Familie, die mit einer Segelyacht am offenen Meer unterwegs ist, hauptsächlich aus zwei Perspektiven erzählt (Juliet und Michael), ...

Meine Meinung zum Buch:
Im Roman werden die Erlebnisse der vierköpfigen Familie, die mit einer Segelyacht am offenen Meer unterwegs ist, hauptsächlich aus zwei Perspektiven erzählt (Juliet und Michael), im letzten Drittel erfahren wir dann auch noch Eindrücke der Tochter. Was ich sehr gut nachvollziehen kann, ist, dass man auf engem Raum sich selbst und auch seine Mitbewohner viel besser kennenlernt und dass es auch viel schneller zu Konflikten kommen kann. Man hat praktisch keine Rückzugsmöglichkeiten und auch kaum Kontakt zu anderen Menschen. Dafür entwickelt man seinen eigenen Rhythmus, macht viele schöne Erfahrungen und muss sich schwierigen Situationen stellen und entwickelt sich dadurch auch enorm weiter. Mutig finde ich, dass Juliet Michael zuliebe zu dieser abenteuerlichen Reise zugestimmt hat, noch dazu mit zwei kleinen Kindern und auch aufgrund ihrer psychischen Probleme und Depressionen. So stürmisch wie das Meer teilweise war, so brodelnd war auch die Stimmung auf dem Schiff und man hat als LeserIn schon gespürt, dass sich bald eine entscheidende Situation anbahnt. Das Ende des Buches sowie die Aufarbeitung der psychischen Probleme, habe ich nicht ganz so gelungen und spannend gefunden wie die Tage auf dem offenen Meer sowie die Schilderungen über die Landausflüge oder raren Kontakte zu anderen Seglerfamilien.