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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2019

Hilfeschrei

All das zu verlieren
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Meine Meinung zum Buch:
Das Buch lässt sich in einem Rutsch lesen und verschlingen, aber gleichzeitig wirft es viele Fragen auf und hinterlässt am Schluss ein gewisses Stück Unsicherheit und offene Fragen ...

Meine Meinung zum Buch:
Das Buch lässt sich in einem Rutsch lesen und verschlingen, aber gleichzeitig wirft es viele Fragen auf und hinterlässt am Schluss ein gewisses Stück Unsicherheit und offene Fragen nach der Zukunft. Mich hat es berührt, auf der einen Seite habe ich versucht Adele kennenzulernen, hinter ihre Fassade zu blicken und Verständnis für ihre Situation und ihr Handeln aufzubringen und auf der anderen Seite war ich auch schockiert von ihrem Umfeld, ihrer Familie und wie mit Adele umgegangen wird.
Ich finde es sehr interessant, wie die Autorin Adele als Charakter beschreibt: Zuerst ist Adele noch völlig fremd, dann hat man kurz das Gefühl, dass man Adele zumindest teilweise verstehen und nachvollziehen kann, warum sie so handelt und am Ende ist Adele dann doch wieder fremd und nicht greifbar. Für mich spiegelt dies auch sehr gut die unterschiedlichen Sichtweisen von Adeles Leben wider. Für Außenstehende hat sie ein perfektes, glückliches Leben mit ihrem Ehemann und Sohn, aber in ihrem Inneren sieht es eben anders aus und was für den einen ein glückliches Leben ausmacht ist für den anderen nicht ausreichend oder erfüllend.
Die Geschichte hat mich am Ende mit vielen Fragen zurückgelassen und ich war auch traurig, warum Adele für sich keinen anderen Ausweg gefunden hat, sodass sie achtsamer mit sich selbst umgehen kann. Aber es ist sicherlich auch ein brisantes Thema, das man nicht gerne mit jedem bespricht.

Veröffentlicht am 22.05.2019

wirft Fragen auf

Alexandra
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Alexandra ist eine außergewöhnliche Frau, das meine ich jetzt weder positiv noch negativ, sondern im Sinne von „nicht der Norm entsprechend“. Die Erfahrungen der Autorin mit der Kunstszene sind klar erkennbar ...

Alexandra ist eine außergewöhnliche Frau, das meine ich jetzt weder positiv noch negativ, sondern im Sinne von „nicht der Norm entsprechend“. Die Erfahrungen der Autorin mit der Kunstszene sind klar erkennbar und ich habe sie als Bereicherung für die Hintergrundgeschichte empfunden. Den Schreibstil finde ich teilweise sehr angenehm, nicht gerade mitreißend, aber tragend, allerdings waren mir etwa in der Mitte des Buches zu viele Wiederholungen, sodass die Spannung abgesunken ist und erst im letzten Drittel dann wieder in Schwung gekommen ist. Das Leben von Alexandra, so wie es im Buch geschildert wird, kann ich mir schon vorstellen, allerdings nicht in dem begrenzten Rahmen, sodass der Familie gar nichts auffällt und ihre Abwesenheitszeiten von der Familie waren auch relativ kurz, also nicht ganz realistisch. Trotzdem hat mir die Idee dahinter und der Ansatz gut gefallen, obwohl die Geschichte noch besser ausgearbeitet hätte sein können, vor allem im Mittelteil – in Bezug auf die Familie und Freunde und ihre Wahrnehmungen in Bezug auf Alexandra. Gut gelungen finde ich, dass das Buch auf alle Fälle polarisiert und Fragen aufwirft, die auch am Ende des Buches nur zum Teil beantwortet bleiben und ein gewisser Teil obliegt der eigenen Vorstellung.

Veröffentlicht am 22.05.2019

spannende Unterhaltung, großer Showdown

Als Grace verschwand
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Grace wurde vor 18 Jahren als Baby während eines Spazierganges im Park entführt und nun meldet sich ein Mädchen bei Simone, das behauptet, ihre Tochter zu sein. Simone ist hin- und hergerissen, denn auf ...

Grace wurde vor 18 Jahren als Baby während eines Spazierganges im Park entführt und nun meldet sich ein Mädchen bei Simone, das behauptet, ihre Tochter zu sein. Simone ist hin- und hergerissen, denn auf der einen Seite hat sie sich schon so oft in Hoffnungen gestürzt und wurde dann wieder enttäuscht, aber auf der anderen Seite sagt ihr diesmal ihr Bauchgefühl, dass Grace ihre Tochter sein könnte. Mir gefällt am Schreibstil der Autorin sehr gut, dass man das hin und her auch als LeserIn sehr gut nachvollziehen kann und durch die sich verändernden Voraussetzungen auch mitgerissen wird. Ständig stellt man sich Fragen wie: Was würde ich jetzt in der Situation von Simone machen? Warum erzählt sie ihrem Mann nichts davon, obwohl die Beziehung so harmonisch wirkt? Könnte es Grace sein? Möchte jemand Simone schaden? – Gerade diese Gedankenanstöße waren für mich mit ein Punkt, warum ich das Buch ziemlich durchgehend spannend gefunden habe, obwohl doch einige Stellen dabei waren, an denen ich die Geschichte etwas an den Haaren herbeigezogen gefunden habe und ich schon Sorgen hatte, dass sie zu sehr ins Unrealistische abrutscht. Am Ende kam dann noch der große Showdown, den ich mir aber schon fast erwartet habe. An einigen Stellen hätte für mich etwas weniger Show, dafür etwas mehr Tiefe sein können, aber im Großen und Ganzen hat mich das Buch sehr gut unterhalten. Vor allem die Sichtweise von Simones Schwiegermutter hätte noch etwas ausführlicher sein können und noch mehr Emotionen hätte ich gut gefunden.

Veröffentlicht am 07.05.2019

trauriger Anlass, aber ehrliche Worte

Fünf Tage in Paris
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Der Roman beginnt tröpfelnd, plätschernd, vergleichbar mit dem Wetter in Paris als die Familie eintrifft und das Familientreffen startet, doch schon bald werden die Unwetter in Paris und auch die Emotionen ...

Der Roman beginnt tröpfelnd, plätschernd, vergleichbar mit dem Wetter in Paris als die Familie eintrifft und das Familientreffen startet, doch schon bald werden die Unwetter in Paris und auch die Emotionen innerhalb der Familie immer stärker und zeigen erste Auswirkungen. Eigentlich hätte es einen schönen Anlass für das Zusammenkommen gegeben, Paul feiert seinen Geburtstag und gemeinsam mit seiner Frau auch den gemeinsamen Hochzeitstag mit den Kindern in Paris, doch als Paul plötzlich einen schweren Schlaganfall erleidet, verändert sich die Situation von einem Moment auf den anderen. Die Geschwister Linden und Tilia lernen sich gegenseitig besser und vor allem von anderen Seiten kennen. Tilia, die ansonsten immer vorlaut und im Vordergrund ist, hat plötzlich Hemmungen und Angst das Krankenhaus zu besuchen und Linden kümmert sich um alles, nachdem auch noch Lauren erkrankt. Das schlechte Wetter und die Überschwemmungen erfordern es, dass die Familie im Hotel zusammenbleibt und sich über lange unausgesprochene Themen auseinandersetzt. Nach und nach reisen immer mehr Verwandte an, wie Tilias Tochter und ihr alkoholabhängiger Ehemann sowie Lindens Lebensgefährte. Mir hat die Dynamik zwischen den Charakteren, die sich ständig verändert, sehr gut gefallen und auch, dass die Familie nach und nach immer ehrlicher im Umgang miteinander war und alle versucht haben, den anderen nicht für sein Verhalten zu verurteilen. Schade, dass es nicht schon viel früher zu diesem Zusammentreffen gekommen ist und dass dafür ein trauriger Anlass als Anstoß notwendig war. Auch die Hintergrundgeschichten und Erzählungen aus der Vergangenheit sind spannend und ergänzen den Roman perfekt! Nach dem Beenden wirkt das Buch noch lange nach.

Veröffentlicht am 07.05.2019

harmonische Sommerlektüre

Bell und Harry
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Meine Meinung zum Buch:
Schon das Cover verspricht, dass es sich um einen ruhigen, bedachten und harmonischen Roman handeln wird. Der Autorin ist es gelungen, dass in ihrem Roman zwei völlig unterschiedliche ...

Meine Meinung zum Buch:
Schon das Cover verspricht, dass es sich um einen ruhigen, bedachten und harmonischen Roman handeln wird. Der Autorin ist es gelungen, dass in ihrem Roman zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinandertreffen: die Familie Bateman aus New York, die auf dem Land nach Ruhe und Erholung sucht und auf die Familie Teesdale, ihre Vermieter, trifft – die am Land ihren Lebensunterhalt bestreiten und ihrer Arbeit nachgehen. Zu Beginn kommt es zu leichten Spannungen zwischen den Erwachsenen, aber schon bald werden sie mit den Sichtweisen der jeweils anderen Familie vertraut und nähern sich immer weiter an. Man hat auch das Gefühl, dass sich die beiden Familien mit der Zeit immer ähnlicher werden und im Grunde genommen gar nicht so verschieden sind, wie sie es anfangs vermutet hatten. Die Sommerurlaube in Yorkshire werden immer länger und vor allem zwischen den beiden jüngsten Kindern der Familien Bell und Harry entwickelt sich eine innige Freundschaft, die über die Jahre stärker wird, sodass der Umgang zwischen den beiden Jungen ganz selbstverständlich wirkt.
Sehr gut gelungen finde ich, dass Roman aus verschiedenen Sichtweisen erzählt wird – vor allem Bell und Harry sind sehr präsent, aber auch bei Harrys Mutter sind mit der Zeit starke Veränderungen spürbar. Einzig Harrys Vater konnte ich nicht so gut einordnen bzw. ist mir nur aufgrund der Situation beim Fischen im Regen in Erinnerung geblieben.

Mein Fazit:
Der Roman ist eine sehr harmonische Sommerlektüre, in der Freundschaft und die gesellschaftliche Annäherung von Stadt- und Landmenschen im Vordergrund stehen.