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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2025

Silvester

Silvester
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Es ist Silvester, und Ebba möchte ihren Freund und dessen Eltern zu einem gemeinsamen Abend mit ihren eigenen Eltern einladen. Ein Kennenlernen in entspannter Feierlaune. So zumindest der Plan. Doch was ...

Es ist Silvester, und Ebba möchte ihren Freund und dessen Eltern zu einem gemeinsamen Abend mit ihren eigenen Eltern einladen. Ein Kennenlernen in entspannter Feierlaune. So zumindest der Plan. Doch was niemand ahnen konnte: die Eltern der beiden kennen sich bereits aus der Vergangenheit, und diese Begegnung endete damals alles andere als harmonisch. Für ihre Kinder reißen sich alle zunächst zusammen und spielen heile Welt. Doch die Fassade bröckelt schnell. Die Stimmung kippt, der Alkohol fließt, die Nerven liegen blank. Bis schließlich ein lang gehütetes Geheimnis ans Licht kommt.

Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen, sodass ich es in wenigen Tagen durchgelesen habe. Besonders am Anfang war ich gespannt, wie sich die Geschichte entwickeln würde. Leider verlor die Handlung in der Mitte etwas an Schwung, und ich hatte das Gefühl, die Richtung der Geschichte vorhersehen zu können. Das Ende war dann tatsächlich wenig überraschend und wirkte auf mich etwas überzogen. Das hätte man eventuell auch etwas anders lösen können.

Trotzdem hat mich der Schreibstil überzeugt, und das Setting rund um Silvester hat eine besondere Atmosphäre geschaffen, die mir sehr gefallen hat. Ich bin neugierig auf weitere Bücher von Martin Österdahl und werde definitiv noch mehr von ihm lesen.

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Veröffentlicht am 05.01.2025

atmosphärisch

Du hättest gehen sollen
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Ein Ehepaar fährt mit seiner Tochter in ein abgelegenes Ferienhaus auf einem Hügel, zu dem nur eine einzige Straße führt. Während der Vater an einem neuen Drehbuch arbeitet, beginnt er auch aufzuschreiben, ...

Ein Ehepaar fährt mit seiner Tochter in ein abgelegenes Ferienhaus auf einem Hügel, zu dem nur eine einzige Straße führt. Während der Vater an einem neuen Drehbuch arbeitet, beginnt er auch aufzuschreiben, was er in diesem seltsamen Haus erlebt. Denn eines wird schnell klar: hier stimmt etwas ganz und gar nicht.

„Du hättest gehen sollen“ von Daniel Kehlmann war mein erstes Buch des Autors, und ich bin hin- und hergerissen, wie ich es bewerten soll. Die Atmosphäre war zweifellos eindringlich. Das Buch vermittelt durchgehend ein beklemmendes, ungutes Gefühl. Allerdings blieb für mich das Ende unbefriedigend, was mich etwas enttäuscht zurückgelassen hat.

Trotzdem muss ich sagen, dass die dichte Stimmung und der spannende Schreibstil das Buch lesenswert machen, auch wenn es für mich nicht ganz überzeugen konnte. Eine interessante, wenn auch nicht ganz runde Lektüre.

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Veröffentlicht am 01.01.2025

Außergewöhnlich

Aufzeichnungen eines Serienmörders
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Bei diesem schmalen pinkroten Buch bekommt man genau das, was der Titel verspricht: die Aufzeichnungen eines Serienmörders. In sehr kurzen Abschnitten schildert der 70-jährige Byongsu Kim die Dinge, die ...

Bei diesem schmalen pinkroten Buch bekommt man genau das, was der Titel verspricht: die Aufzeichnungen eines Serienmörders. In sehr kurzen Abschnitten schildert der 70-jährige Byongsu Kim die Dinge, die er vermutlich schon kurz nach dem Schreiben wieder vergessen wird – denn er hat Alzheimer. Gleichzeitig plagt ihn die Angst um seine Tochter, die er in Gefahr sieht. Ein Mann treibt sein Unwesen in der Stadt, und Byongsu Kim erkennt in ihm Züge von sich selbst. Vor 25 Jahren beging er schließlich selbst seinen letzten Mord.

Die Geschichte ist außergewöhnlich, und trotzdem hat sie mir sehr gut gefallen. Sie wird noch lange in meinem Kopf nachhallen. Obwohl Byongsu Kim schreckliche Dinge getan hat, hatte ich aufgrund seiner Krankheit oft Mitleid mit ihm.

Ein schönes und zugleich trauriges Detail: Im Verlauf des Buches werden die Seitenzahlen immer blasser – genauso wie die Erinnerungen eines Demenzkranken.

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Veröffentlicht am 29.12.2024

Von der Idylle zum Alptraum

One Perfect Couple
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Das Cover von „One Perfect Couple“ ist so wunderschön, dass man kaum vermuten würde, dass es sich um einen Thriller handelt. Und genau das liebe ich daran. Der Strand, die Palmen, der Sonnenschirm: alles ...

Das Cover von „One Perfect Couple“ ist so wunderschön, dass man kaum vermuten würde, dass es sich um einen Thriller handelt. Und genau das liebe ich daran. Der Strand, die Palmen, der Sonnenschirm: alles wirkt wie der perfekte Ort, um die Seele baumeln zu lassen. Doch wer Ruth Ware kennt, weiß, dass hinter dieser Idylle oft ein Albtraum lauert.

Im Mittelpunkt stehen Lyla und Nico, die seit etwa zwei Jahren ein Paar sind. Als Nico von der Reality-Show „One Perfect Couple“ erfährt, ist er sofort begeistert und möchte unbedingt mitmachen. Lyla ist anfangs wenig begeistert, lässt sich aber schließlich überreden; nicht zuletzt, weil Nicos Traum, als Schauspieler groß herauszukommen, daran hängt, und sie selbst gerade beruflich als Virologin in einer schwierigen Phase steckt. Schon das Bewerbungsgespräch verläuft merkwürdig, doch die beiden werden schließlich als eines von fünf Paaren ausgewählt. Kurz darauf reisen sie auf die traumhafte Insel Ever After, die mitten im Indischen Ozean liegt.
Doch das Paradies wird schnell zum Albtraum. Ein Sturm zieht auf, und die Teilnehmer kämpfen nicht nur mit umstürzenden Palmen, sondern auch mit den Machenschaften und Intrigen ihrer Mitstreiter. Wem kann man hier überhaupt noch trauen?

Dieses Buch war mein erstes von Ruth Ware, und es hat mich komplett begeistert. Die Kombination aus einer Reality-Show (ich liebe Trash-TV!), einer abgelegenen Insel und den spannenden Dynamiken zwischen den Kandidaten war einfach perfekt. Besonders gefallen hat mir, wie gut die Figuren beschrieben sind. Sie sind zwar klischeehaft, aber genau das hat hervorragend zur Geschichte gepasst und mich oft an typische Reality-TV-Stars erinnert. Fans von Shows wie „Das Sommerhaus der Stars“, „Dschungelcamp“ oder „Love Island“ werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen.

Die Spannung war von Anfang bis Ende greifbar, und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen; es hat mich sogar dazu gebracht, eine Nachtschicht einzulegen, um das Ende zu erfahren. Für mich ist „One Perfect Couple“ ein brillanter Thriller und ein Grund, so schnell wie möglich weitere Bücher von Ruth Ware zu lesen.

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Veröffentlicht am 15.12.2024

Wunderschön

Widder Willi will aber!
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Schon das Cover von „Widder Willi will aber!“ ist ein Highlight – einfach zuckersüß und liebevoll gestaltet. Darauf zu sehen ist natürlich der kleine Willi, dem man bereits ansieht - mit seinen verschränkten ...

Schon das Cover von „Widder Willi will aber!“ ist ein Highlight – einfach zuckersüß und liebevoll gestaltet. Darauf zu sehen ist natürlich der kleine Willi, dem man bereits ansieht - mit seinen verschränkten Armen und dem zornigen Blick - dass etwas nicht stimmt. Im Hintergrund kann man einen niedlichen Steinbock entdecken, der später in der Geschichte eine wichtige Rolle spielt.

Die Illustrationen im Buch sind wirklich zauberhaft. Manche Bilder erstrecken sich über eine ganze Seite, andere sind kleiner gehalten, aber immer liebevoll gestaltet. Die Texte dazu sind kurz und prägnant, aus der Perspektive eines Erzählers geschrieben. Besonders schön finde ich, dass die Geschichte nicht nur erzählt wird, sondern Willi auch in Comic-Sprechblasen selbst zu Wort kommt – das bringt viel Leben ins Buch und ist perfekt für kleine Zuhörer*innen.

Von der ersten Seite an wird deutlich, dass Willi ein kleiner Dickkopf ist, der seinen Willen immer durchsetzen möchte – ganz wie in der Trotzphase, die Eltern nur allzu gut kennen. Doch dann trifft er auf Steinbock Hörnchen, der ebenfalls gerne seinen Kopf durchsetzt, mit dem er dann aber gemeinsam versucht über ihre Schatten zu springen.

Dieses Buch ist nicht nur wunderschön illustriert, sondern auch bestens geeignet, um mit Kindern spielerisch über Trotz sprechen. Es macht Spaß, die Geschichte vorzulesen, und bietet zugleich wertvolle Denkanstöße für kleine Dickköpfe – oder Widder 😊

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