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Veröffentlicht am 06.10.2023

Hallt noch lange nach...

Als wir an Wunder glaubten
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Deutschland Ende der 40er Jahre. Der Krieg ist endlich vorbei, aber die Wunden sind geblieben. Viele Männer sind gefallen, kriegsversehrt oder werden noch immer vermisst. So auch der Mann von Edith Abels ...

Deutschland Ende der 40er Jahre. Der Krieg ist endlich vorbei, aber die Wunden sind geblieben. Viele Männer sind gefallen, kriegsversehrt oder werden noch immer vermisst. So auch der Mann von Edith Abels und ihrer Tochter Betty (11 Jahre). Das Leben im kargen Unnenmoor, in der Heide ist hart und anstrengend und sie kommen gerade so über die Runden. Die helfende Männerhand fehlt und da Otto noch als vermisst gilt, gibt es auch keine Hinterbliebenenrente. Da auch der Mann ihrer Nachbarin Anni und deren geistig zurückgebliebenen Sohn Willi vermisst wird und auch sie nur das Nötigste haben, helfen sie sich gegenseitig und stehen einander bei. Willi ist für Betty wie ein Bruder und das er anders ist, stört sie nicht. Im Moor ist das Leben einfach, der Fortschritt ist noch nicht bis dort vorgedrungen und so ist auch Aberglaube weitverbreitet und Wanderprediger die vom Weltuntergang verkünden, finden offene Ohren. Als Betty eines nachts verschwindet und Willi am Morgen darauf grün und blau geschlagen ist, ist man sich im Dorf sicher, dass Hexen am Werk sind! Letztlich taucht Joseph, Annis Mann, dem beide Beine amputiert wurden wieder auf, denn er hatte Jahre lang das Gedächtnis verloren. Als er nur Augen für Edith hat, ist Anni überzeugt, dass die rothaarige Edith ihn verhext hat und macht sie und ihre Tochter für alles verantwortlich, was im Moor schief läuft. Die Stimmung wird immer angespannter...

Das Leben in der Abgeschiedenheit hat schon immer seine Spuren in den Charakteren der Einheimischen hinterlassen. Erkenntnis und Wissenschaft haben dort oft noch nie Einzug gefunden. Doch Edith ist anders, nachdem sie überzeugt ist, dass ihr Otto nicht wiederkehren wird, bandelt sie mit dem studierten Theo, einem Zeitungsfritzen an! Der weiß was in der Welt und in der Gegend los ist, auch wenn ihre Nachbarn nur allzu gerne die Augen vor der Realität verschließen.

Ich habe schon einige Bücher über die Nachkriegszeit gelesen, aber dieses ist aufgrund des tief verwurzelten Aberglaubens in der Abgeschiedenheit ganz anders. Sehr duster und bedrückend, weniger wegen der Armut, als wegen der Ignoranz, die nicht sehen will, was nicht erwünscht ist. Diese Dorfgemeinschaft, auf der Suche nach einem Sündenbock, für alles was ihnen nicht in den Kram passt! Nicht alle machen mit, aber die wenigsten trauen sich einzuschreiten, sondern blicken stumm weg. Auch wenn dieser Roman in einer ganz anderen Zeit spielt und im Moor und nicht am Meer, musste ich immer wieder an Theodor Storms Schimmelreiter denken, in welchem Aberglaube und Fortschrittsliebe einander gegenüberstehen.

Katja Danowski gelingt es ganz wunderbar und eindringlich diese ganz besondere Stimmung und Atmosphäre im Moor heraus zu beschwören. Mit ihrer prägnanten Stimme beschwört sie das unwegsame Moor ebenso vor meinem inneren Auge hervor, wie auch die Sympathie für Betty und ihre Mutter Edith. Sie lässt einen beim Hören spüren, wie sich die Stimmung im Dorf gegen sie wendet, auch wenn sie nichts Böses getan haben. Es ist unheilvoll und unheimlich zugleich. Es ist jetzt kein Roman für gute Laune und Entspannung, aber irgendwie faszinierend in seiner Andersartigkeit. Eine Erzählung die auch noch lange nachhallt.....

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Veröffentlicht am 06.10.2023

Weihnachtliche Köstlichekeiten und köstliche Geschenke

Christmas at the Palace
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Nachdem ich den ersten Rezeptband „Royal Teatime“ von Carolyn Robb, der langjährigen Köchin der britischen Royals so unwiderstehlich lecker und wirklich auch nachbackbar fand, wollte ich natürlich auch ...

Nachdem ich den ersten Rezeptband „Royal Teatime“ von Carolyn Robb, der langjährigen Köchin der britischen Royals so unwiderstehlich lecker und wirklich auch nachbackbar fand, wollte ich natürlich auch unbedingt ihre Weihnachtsgeheimnisse kennenlernen.

Neben den wirklich einfallsreichen Rezepten gibt es auch immer informatives zu den jeweiligen Locations nach denen die Rezepte thematisch sortiert sind, mit jeweils einem stimmungsvollen Foto, meistens in winterlicher Atmosphäre. Für Fans der Royals ein echtes Schmankerl, aber auch für alle übrigen schön anzusehen und vielleicht dennoch interessant.

Wie auch im Vorgänger werden die Rezepte nach den königlichen Residenzen geordnet, inklusive stimmungsvoller Winterbilder von diesen:
Einleitung
Sandringham House (Frühstück und Brunch)
Schloss Windsor (Leckeres für Kinder)
Edinburgh Castle (festliche Drinks)
Hampton Court Palace (Essbare Geschenke)
Osborne House (Nachmittagstee)
St. James's Palace (Häppchen und herzhafte Snacks)
Blenheim Palace (reichlich Früchte und Nüsse)
Caernarfon Castle (eingemachtes kandiertes und Co.)
Register
Danksagung

Da wir gerade in Deutschland über 30 Grad haben, habe ich die warmen weihnachtlichen Getränke und ähnliches beiseite gelassen und mich auf das konzentriert, was gerade zu meiner heimischen Ernte passt. Das waren der Brombeer-Wodka, das Tomaten-Paprika-Relish und weihnachtliches Birnen-Gewürz-Chutney.

Alles drei sind Rezepte, die eigentlich eine Weile stehen und ziehen müssen, bei dem Tomaten-Paprika-Relish haben wir aus Neugierde aber 1 Glas schon nach 14 Tagen geöffnet, der Rest darf weiter ziehen... aber es hilft ja nicht Euch nur zu verraten, ob die Rezepte gut gelingen, wenigstens bei einem wollte ich Euch auch verraten, ob es gut ankommt... Wie ihr am Foto erkennen könnt, kommt es definitiv gut an und ich musste aufpassen, das angebrochene Glas noch schnell genug zu fotografieren, ehe es leer ist!

Schade finde ich, dass es nicht zu jedem Rezept ein Foto gibt. Die vorhandenen Fotos sind sehr schön und absolut ansprechend, aber auch vom Tomaten-Paprika-Relish und dem weihnachtlichen Birnen-Gewürz-Chutney hätte ich gerne ein Bild gesehen. Da diese fehlen, habe ich welche gemacht. Meine Kinder mögen kein Chutney und haben sich über den „Gestank der das Haus verpestet“ beschwert, aber es sollen ja auch Weihnachtsgeschenke werden. Das Reduzieren der Flüssigkeit, bis das Chutney sämig wird hat etwas gedauert, dieses Rezept ist also etwas aufwendiger, aber nicht kompliziert. Nun muss es noch bis Weihnachten durch ziehen, für den optimalen Geschmack.

Die Zutaten sind erlesen, aber nicht so ungewöhnlich, dass ich erst mal darüber nachgrübeln müsste, wo es das denn gibt und ob ich nicht doch meine Metro-Karte erneuern sollte.... Das ist ein Problem, dass ich letztens bei einem Rezeptbuch tatsächlich hatte. Dieses Buch ermöglicht es allen königlich zu schlemmen. Die Rezepte sind gut verständlich und ohne Probleme auch nach zu kochen oder backen. Manchmal ist die Dekoration aufwendiger, oder eben das „Gesamtkunstwerk“ wie bei dem niedlichen Lebkuchen-Weihnachtsdorf, für dass Schablonen abgedruckt sind. Auch wenn mir die Geduld dafür fehlt, trifft das ja nicht auf alle zu.... Es sind also 50 Rezepte mit unterschiedlichem Aufwand und somit nicht nur für jeden Geschmack, sondern auch für jedes Geschick.

Mir persönlich haben die Tea-Time Rezepte etwas besser gefallen, was z.T. auch daran liegt, dass ich eher eine Puristin bin und mir die aufwendig verzierten Leckereien dann bisweilen zu aufwendig sind. Einige Rezepte sind allerdings auch mit wenig Zeitaufwand nachzumachen.

Das nächste Weihnachtsfest kann kommen und kann dank dieser Rezepte royalen Glanz auf die Teller und Gabentische zaubern!

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Veröffentlicht am 28.09.2023

Sehr witzig! Und kat(h)astrophal!

Kathas Katastrophen
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Katha (rina) und Lisi (der volle Name ist streng geheim, so nennt sie nur ihre superstrenge, pingelige Mutter!) sind beide 12 Jahre alt und seit Ewigkeiten beste Freundinnen. Sie vertrauen einander blind ...

Katha (rina) und Lisi (der volle Name ist streng geheim, so nennt sie nur ihre superstrenge, pingelige Mutter!) sind beide 12 Jahre alt und seit Ewigkeiten beste Freundinnen. Sie vertrauen einander blind und das ist auch gut so, denn in ihrer Klasse übertreffen sich gerade alle beim Flexen. Kein Wunder, dass Lisi sich dazu hinreißen lässt zu prahlen, dass sie sich ein Tatoo stechen lässt. Hm, dass das erst ab 18 Jahren ohne die Zustimmung der Eltern geht, hatte ja auch keiner ahnen können. Lisi ist der typische Fall von: je strenger die Eltern, desto größer der Drang zu rebellieren in der Jugend und bei ihr geht es gerade voll los. Katha kann da nur den Kopf schütteln, bei all den Büchern und deren Themen, die Lisi gerade aus der Bücherei anschleppt. Die helfen aber auch nicht bei dem Tatoo-Problem, oder den strikten Medienkonsumzeiten für Lisi, gegen das ungenießbare Gulasch ihrer Mutter, das irgendwie gemeinsam mit jeder Menge Plastik im Abflußrohr von Lisis Familie eine Katastrophe anrichtet, oder gegen den Menge Leuchtpickel mitten auf Katha's Stirn und der merkwürdigen Angewohntheit ihrer Eltern sie mittels Reimen auf der Duschwand erziehen zu wollen. Hilfe, geht es etwa noch peinlicher?!

Ehrlich, ich habe mich köstlich amüsiert und war heilfroh, nicht mehr 12 Jahre alt zu sein und die Pubertät vor mir zu haben. Und ganz ehrlich: Katha und Lisi bleibt nichts erspart, kaum einen Fettnapf lassen sie oder/und ihre Klassenkameraden aus. Selbst der Versuch die Welt zu retten (besser bekannt als das Umweltprojekt ihrer Klasse) endet in unendlichen Peinlichkeiten, vorerst, bis zu Kathas und Lisis unerwarteten, dafür aber umso größeren Triumph! Lisi und Katha, oder besser ihre Eltern, allen voran ihre Mütter sprechen auf ihre absolut konträren Arten sämtliche Pubertätsprobleme und auch gerne untaugliche Abhilfe mittels ekeliger Hausmittel an! Hier fühlen sich 10-12 Jährige voll verstanden und erkennen sich wieder. Katha und Lisi quatschen ganz offen, über alles was ihnen auf dem Herzen liegt, auch wenn sie eigentlich keine Ahnung davon haben,

Hier erzählen Johanna Klement und Julia Nachtmann völlig ungeniert und unzensiert von den Tücken der beginnenden Pubertät und dazu gehören ganz sicher die Eltern, egal ob streng oder möchte-gern-tolerant-und-lässig! Eltern sind per se peinlich und Klassenkameraden oft eine Strafe oder Bedrohung, je nach Situation, dagegen hilft nur beste Freundschaft! Man hört Julia Nachtmann an, wieviel Spaß ihr diese gesammelten Katastrophen und Peinlichkeiten machen. Lebendig und voll in Fahrt versetzt sie sich in diese jungen Freundinnen und ihr wirklich anstrengendes Leben hinein. Sie klingt jung und voller Elan, aber bisweilen auch am Rande der Verzweiflung. Ihrer angenehmen Stimme höre ich immer wieder gerne zu!

Johanna Klement weiß übrigens wovon sie Katha und Lisi erzählen lässt, nein, klar kam sie selbst auch mal in die Pubertät, aber das ist es nicht. Als Medizinerin forschte sie 12 Jahre lang an Hirnen und Hormonen und beides steht in der Pubertät absolut Kopf! Kein Wunder also das Lisi so wunderlich wird und völlig klar, dass Johanna Klement weiß, was bei ihr abgeht und wie sie es so nebenbei erklärt oder in oberpeinliche Mama-Reime zum Duschen verpackt! Auf jeden Fall ist es viel lustiger und abwechslungsreicher dieses oberpeinlich-lustige Hörbuch zu hören, als mit seinen Eltern oder Lehrern über die Veränderungen mit Einsetzen der Pubertät zu reden. Sicherlich werden ihr aber einige Eltern dankbar sein, wenn ihretwegen ihre miefenden/müffelnden Pubertiere häufiger duschen oder lüften...

Ein großer Spaß darüber wie peinlich Pubertät eigentlich für alle ist und auch zum Kichern komisch!

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Veröffentlicht am 28.09.2023

Mediterrane Alltagsküche mit Pfiff!

5 Zutaten mediterran
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Die erfolgreiche „5 Zutaten“Rezept-Reihe von Jamie Oliver geht weiter! Dieses Mal führt er uns auf eine kulinarische Reise ans Mittelmeer. Mit nur 5 ausgewählten Zutaten schafft er einfache Köstlichkeiten, ...

Die erfolgreiche „5 Zutaten“Rezept-Reihe von Jamie Oliver geht weiter! Dieses Mal führt er uns auf eine kulinarische Reise ans Mittelmeer. Mit nur 5 ausgewählten Zutaten schafft er einfache Köstlichkeiten, für jeden Tag. Allerdings bedarf es in der 5 Zutaten-Küche auch einer Speisekammer, die immer folgende 5 Zutaten bevorraten sollte: Olivenöl, natives Olivenöl extra, Rotweinessig, Meersalz und schwarzer Pfeffer. Es soll aber auch Menschen wie mich geben, die mögen keine Oliven und kein Olivenöl und haben daher immer Rapsöl und kaltgepresstes Rapsöl für Dressings im Haus (und Olivenöl, für die Olivenesser ;))

Das Buch gliedert sich wie folgt:
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Suppen & Sandwiches
Pasta
Gemüse
Bebackenes und Gefülltes
Seafood
Fisch
Hähnchen & Ente
Fleisch
Süsse Sachen
Praktische Küchentipps
Ernährung
Register

Man muss kein Anfänger sein, um Kapitel wie „Praktische Küchentipps“ oder „Ernährung“ zu schätzen, denn selbst wenn nicht alles neu ist, tut Aufrischung oft gut! So ist es eigentlich ganz gut daran erinnert zu werden, dass eine ausgewogene Ernährung Gold wert ist und Fast Food eben gerade das Gegenteil davon ist. Mit einigen wenigen Zutaten, die sich oft auch gut bevorraten lassen, wie z. B. Mediterranes TK-Gemüse, kann man schnell und einfach ein gesundes und leckeres Essen zaubern, das sogar Geld spart. Vegetarier sehen so auf einem Blick, welche Kapitel für sie eher nicht in Betracht kommen.

Sehr gut gefällt mir, dass es unter dem Foto vom fertigen Gericht auch immer 5 kleine Fotosvon den benötigten Zutaten gibt. Das sieht appetitlich und übersichtlich aus, auch wenn noch weitere Zutaten wie eine Prise Salz oder Wasser hinzukommen. Außerdem werden über den Mengenangaben der Zutaten die Anzahl der Personen, die Vorbereitungszeit in Minuten und die Garzeit in Minuten fettgedruckt angegeben, was ich sehr praktisch zur täglichen Planung finde.
Unter jedem Rezept stehen dann auch noch die Nährwerte der Mahlzeit, wobei extra gesättigte Fettsäuren und Balaststoffe angegeben werden. Vegetarische Rezepte sind im Rezeptregister mit einem kleinen V gekennzeichnet. Eine Übersicht über laktose, glutenfreie und vegane Rezepte auf Englisch sind auf Jamie Olivers Homepage zu finden. Das ist zwar eigentlich sehr schön, man sollte nur bedenken, dass England ein anderes Maßsystem hat und es mit guten Englischkenntnissen nicht getan ist. Aber rund ums Mittelmeer wird nicht nur viel und gerne Gemüse und Käse gegessen, sondern eben auch Hackfleisch, Meeresfrüchte, Fisch und Co. Dennoch würde ich grob schätzen, dass rund 50 % der Rezepte vegetarisch sind. Das alphabetische Register ist sehr umfangreich, da es nicht nur die einzelnen Rezepte, sondern auch Zutaten enthält.

Neben dem rasanten Ratatouille Risotto mit mediterranem TK-Gemüse (Risotto geht immer!) haben wir auch den Pizza-Pie mit Pesto probiert. Da der Boden mit Backpulver statt Hefe angesetzt wird, geht es auch noch sehr spontan. Der Teig ist sehr gut ausrollbar, was ich sehr angenehm finde, da es wirklich eine Tätigkeit ist, die ich ganz und gar nicht leiden kann. Allerdings haben wir rotes Pesto statt grünem genommen, weil es gerade angebrochen war und Blumenkohl statt Artischockenherzen aus dem Glas, weil sie hier einfach beliebter sind (später habe ich erfahren, dass die Preise für Artischocken im Glas explodiert sind.). Meine große Tochter mag Pizza nicht sonderlich, aber beide Kinder meinten, dass die Pizza-Pie ins wiederkehrende Repertoire aufgenommen werden dürfe. Die Große fragte, warum mein Boden so viel besser schmecke als in der Pizzaria (da bin ich aber gewachsen!). Die türkisch inspirierte Pasta kam bei den Kindern nicht so gut an, sie fanden, es sei zu viel Hackfleisch, das fanden die Eltern nicht. Die Kindern sind an den Wochenende wohl keine Fleischgerichte mehr gewöhnt.... vielleicht waren ihnen aber auch Minze in Joghurtsauce und Hackfleisch zu ungewohnt.

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Veröffentlicht am 28.09.2023

Für mich zu viel des Guten

Tasty over the top
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Tasty – Das Original! Das Kochbuch zum amerikanischen Erfolgsblog „einfach tasty“. Dieses mal mit 75 übertrieben guten Rezepten – bunter und besser denn je!

Ich habe ein Tasty Kochbuch und schätze es ...

Tasty – Das Original! Das Kochbuch zum amerikanischen Erfolgsblog „einfach tasty“. Dieses mal mit 75 übertrieben guten Rezepten – bunter und besser denn je!

Ich habe ein Tasty Kochbuch und schätze es sehr für seine Alltagstauglichkeit. Es ist einfach und lecker, man muß kein Meisterkoch sein und die meisten Rezepte sind absolut familientauglich.

Diese Rezepte sind vor allem bunt! Es geht sehr um die Optik was bisweilen für meinen Geschmack sehr aufwendig ist und es gibt zahlreiche coole Drinks mit echten Oh-Ha! Hingucker-Effekt! Nur trinke ich nicht und habe daher für diese Rezepte keine Verwendung – so cool sie auch aussehen mögen.

Normalerweise blättere ich Kochbücher durch und stecke in jedes Rezept, dass mich interessiert ein Lesezeichen und probiere dann los. Hier gab es nicht ein Rezept bei dem ich sofort loslegen konnte, weil ich die Zutaten parat hatte. Einige, die mich interessierten wurden dann bisweilen beim Durchlesen der Zutaten aussortiert (Was bitteschön ist Sprühkäse? Ist das ernsthaft ein Lebensmittel, oder tut es nur so?) oder ich habe sie einfachn nicht bekommen, weil es einfach wirklich gängie Zutaten in Amerika sind. Ich bin tatsächlich daran gescheitert 400g Käsecracker zu kaufen (ich kaufe halt aus Faulheit nicht in riesigen Supermärkten ein, da muss ich wegen der großen Auswahl zu lange suchen). In meiner Kindheit gab es das, aber ich habe nur Packungen mit 75 g gefunden und dann wäre das Rezept echt teuer geworden....

Was ich hinbekommen habe war fürs Frühstück „Dolche con leche – French Toast“. Tatsächlich habe ich den Karamellaufstrich aus Frankreich, allerdings ist Dolche con leche nicht Französisch.... Eier und Brioche sind auch hier kein Problem zu finden, allerdings fehlt zu diesem Rezept ein Foto. Ich habe also keine Ahnung, wie es eigentlich hätte aussehen sollen. Eigentlich ist es für mich für ein gutes Kochbuch ein Muss, dass es zu jedem Rezept mind. 1 Foto gibt. Da man Resultat allerdings nicht spektakulär aussieht, sondern eher kalorienmäßig over the top ist, schätze ich, dass die Rezepte, die nicht so fotogen sind, ohne Bilder auskommen müssen. Das Rezept war einfach, aber ehrlich gesagt, fand ich den Zeitaufwand für das Resultat unangemessen. Mir persönlich schmeckt Brioche mit Karamellcreme besser, als mit Karamellcreme gefüllt und in Ei-Zimt-Milch getränkt und angebraten... es war einfach too much.

Die aufwendigeren Rezepte werden wie in der Vergangenheit Schritt für Schritt erklärt und bebildert, da ist das Gelingen garantiert, dennoch konnte mich keines der Rezepte wirklich anregen es nachzumachen. Die Food-Fotografie finde ich sehr retro, es erinnert mich an die Rezeptbücher der 70er Jahre. So finde ich auch die Auswahl, mir fehlen einige leichte Rezepte, es gibt keine Kennzeichnung für vegetarische/vegane Rezepte, keine gluten- oder lactosefreie Rezepte oder Hinweise auf Allergene wie Nüsse. Für mich ist das mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Auch fehlen Angaben wie die Zubereitungszeit und Gar/Backzeit, damit man schon im Voraus abschätzen kann, ob man heute Zeit dafür hat, oder nicht.

Gegliedert ist es wie folgt:
Kurz vorweg
Turbostart in den Tag
Crazy Lunch
Es ist angerichtet!
Süße Träume
Na dann Cheers!
Dies und das
Danksagung
Register

Hilfreich mögen die Basics vorweg sein, die Tipps für die Grundausstattung des Küchenvorrats enthält, so wie auch die unverzichtbaren Utensilien, die in der Küche nicht fehlen sollten. Wobei essbares Speiseglanzspray bei mir nie über die Türschwelle käme, zum Kochen und Backen kann man auch Treibgas nun wirklich verzichten.

Sorry, ich hätte besser auf den Titel achten sollen, für mich ist es einfach zu viel des guten, zu amerikanisch und für mein Empfinden auch nicht mehr zeitgemäß. Ich kann es leider nicht empfehlen.

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