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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2023

Interessanter Plot und tolle Aufmachung!

Missing in Paris - Wo ist Nina?
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Lotte ist 15 und ein aufstrebendes Softballtalent! Ihre 18 jährige Schwester Nina mit den unterschiedlichen Augenfarben und der atemberaubenden Schönheit, hat es nach Paris verschlagen, um Model zu werden. ...

Lotte ist 15 und ein aufstrebendes Softballtalent! Ihre 18 jährige Schwester Nina mit den unterschiedlichen Augenfarben und der atemberaubenden Schönheit, hat es nach Paris verschlagen, um Model zu werden. Lotte und ihr Vater vermissen sie sehr, aber Nina fühlt sich im väterlichen Haushalt erdrückt, nachdem die Mutter sie unerwartet vor Jahren verließ, um mit dem neuen Lover zurück in ihre Heimat Australien zu gehen. Das andere Ende der Welt und auch Nina, scheint unendlich weit weg zu sein! Jede Woche soll sie eine Postkarte mit einem Lebenszeichen schicken, damit Lotte weiß, dass es ihr gut geht. Kommt sie nicht, oder mehr als eine, wollte Lotte sich auf den Weg nach Paris machen. Nun ist es passiert, schon die 2. Karte innerhalb einer Woche und mit was für einem gruseligen PS: Grüß Mama von mir. Lotte ist sich sicher, dass ihr etwas passiert ist und will sofort dorthin, um sie zu suchen. Sie fühlt die Gefahr für ihre geliebte Schwester nahezu körperlich! Doch ihr Vater hat den Verlust der Mutter noch nicht verkraftet, dabei ist er Therapeut. Er bringt Lotte dennoch nach Paris, unter der Voraussetzung, dass sie ihm nicht von ihrer Suche nach der Schwester verrät, dafür hat er eine Unterkunft bei seiner alten Studienfreundin Joséphine und deren Sohn Jean-Paul, einer Künstlerin im 4. Arr. besorgt.

Es scheint erst mal sehr seltsam, dass Nina den Kontakt so radikal abgebrochen hat und selbst für ihre geliebte Schwester nicht erreichbar sein will, weil sie zu Beginn der Modelkarriere zu überängstlich war. Aber als Model lebt man gefährlich. All diese komischen Typen, die ihre Fantasien und Begierden auf einen übertragen! Paris ist eine berauschende Stadt und Jean-Paul scheint echt ein netter Kerl zu sein, auch wenn Lotte seiner Mutter auf Anhieb misstraut. Ob sie etwas zu verbergen hat? Irgendwie scheinen die Leute in Paris oft sehr merkwürdig zu sein. Sie lernt einen Maori-Nachbarn kennen, dessen Bruder das 2. Gesicht hat und in den Katakomben seine Ruhe sucht. Ausgerechnet an dem gefährlichsten Ort der Stadt! Josephines Kunstschüler der junge Bildhauer Abe, ebenfalls ein halb-Niederländer, ist sympathisch aber gesichtsblind... jeder scheint hier sein Päckchen zu tragen zu haben, selbst der Streuner Vatan, ein verrenteter Polizeispürhund. Außerdem scheint jeder Lotte vor den Gefahren alleine als Mädchen in der Stadt zu warnen. Langsam wird es unheimlich und sie fühlt sich verfolgt. Bildet sie sich das alles nur ein? Soll sie sich Jean-Paul anvertrauen? Durch die Ich-Perspektive lässt uns Lotte ganz tief in ihren Kopf und ihre Seele blicken, dahin wo Angst, Furcht, Hoffnung, Verzweiflung und Liebe miteinander ringen. Sie gewährt uns nicht nur Einblick in die Modelwelt, sondern lässt uns auch an ihrer Verunsicherung und ihren Selbstzweifeln teilhaben, nimmt uns mit auf ihre ebenso atemlose wie gefährliche Suche, denn ihr Vater will von all dem ja nichts wissen...

Ich war mir nicht so sicher, ob ich diesen sturen Kontaktabbruch, diese Unerreichbarkeit von Nina so wirklich plausibel und nachvollziehbar fand. An vielen Stellen hatte ich das Gefühl, dass einige Details der Spannung wegen konstruiert wurden. Spannend ist diese verzweifelte Suche auf jeden Fall und noch dazu voll Pariser Flair. Wobei ich sagen muss, dass ich echt ein Hasenfuss bin und dennoch in keinerlei derart gefährliche Situation in meinen Monaten in Paris geriet, obwohl ich abends im Dunkeln über den Friedhof lief, um den Weg abzukürzen... allerdings nicht der Père Lachaise, dieser Kultfriedhof, der hier ebenfalls eine Rolle spielt. Jung und spritzig und mit einer Prise Romantik habe ich mich spannend unterhalten gefühlt und bin durch die Seiten geflogen!

Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Lesejury für mein Leserundenexemplar!

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  • Spannung
Veröffentlicht am 02.07.2023

Starker Auftakt der neuen Staffel!

Der Druide von Mistle End – Teil 1: Angriff der Dämonen
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Nachdem im Finale der ersten Staffel Cedriks Druidenkräfte erwacht sind und er gemeinsam mit seinen Freunden und sogar einem Drachen die magische Gemeinschaft in den Highlands gerettet hat, scheint Friede ...

Nachdem im Finale der ersten Staffel Cedriks Druidenkräfte erwacht sind und er gemeinsam mit seinen Freunden und sogar einem Drachen die magische Gemeinschaft in den Highlands gerettet hat, scheint Friede eingekehrt zu sein und Cedrik, Junghexer Elliot und seine Schwester die Gestaltwandlerin Emily machen einen Ausflug nach Edinburgh. Hier spüren sie jedoch, wie sich böse Mächte zusammenrotten. Magische Wesen werden in silberne Figuren verwandelt und Cedrik beginnt zu ahnen, dass seine Einhornfigur eigentlich ein lebendes Wesen war, als die altägyptische Hohepriesterin Aissa vor seinen Augen ebenfalls in eine Statue verwandelt wird. Deswegen fühlt er sich also stets von einem wilden Einhorn bedroht, will es seine Gefährtin befreien? Doch wie kann man diesen Zauber rückgängig machen und Aissa und das Einhorn retten? Hat das etwas damit zu tun, dass die dunklen Schattendruiden und andere Verbündete des Distelordens sämtliche Blumenelfen fangen und für ihre dunklen Zwecken missbrauchen wollen? Die magische Welt ist erneut bedroht und Cedrik ist fest davon überzeugt, dass sie es nur gemeinsam mit seinem Druidenfreund Crutch schaffen können, dem Bösen Einhalt zu gebieten. Geht es dem Dämonenfürsten wirklich um die Auslöschung der harmlosen Magischen von Mistle End, oder verfolgt er ein ganz anderes Ziel?

Keine Zeit sich auf den Lorbeern des Erfolgs auszuruhen! Das hatten Cedrik, Elliot und Emily eigentlich auch gar nicht vor, sie wollten in Edinburgh nur einen Auftrag für den Elfenbibliothekar ausführen, müssen dabei aber feststellen, dass sie inzwischen in der magischen Welt berühmt sind. Während Cedrik langsam die Schattenseiten des Ruhms dämmern, braucht sich schon das nächste Unheil zusammen und das natürlich klang- und geräuschgewaltig. Mit wirbelnden Streichern und brausenden Stürmen werden die Zuhörer bereits relativ früh in die erste brenzlige Situation eingeführt und fortan scheint es Schlag auf Schlag zu gehen! Cedrik, der erst vor kurzem von der Nymphennatur seiner Mutter erfuhr, als er mit seinem Vater nach Mistle End zog, ist bisweilen noch recht unbedarft und weiß seine Kräfte nicht so recht zu kontrollieren, auch sind ihm viele magische Wesen noch fremd. Gut das Emily und Elliot schon seit Jahren den entsprechenden Unterricht hatten und nicht nur Cedrik, sondern damit auch uns über die Besonderheiten, Stärken und Tücken so einiger deren aufklären, die in diesem Abenteuer ihren Weg kreuzen. Diese Kreaturen haben es echt in sich und die Wahl ihrer jeweiligen Sprecher ist ausgesprochen gelungen. Der hochkarätig besetzte Cast, angeführt von Jona Mues als Erzähler klingt ebenso frisch, wie magisch. Sehr gut gefällt mir, dass Jona Mues junge Stimme gut zu den Helden passt und nicht nach einem alten Märchenonkel klingt. Auch wenn es sich hier um uralte Magie handelt, ist das Abenteuer jung, aufregend und absolut temporeich. Es lohnt sich auf jeden Fall es mehrmals zu hören, ehe der nächste Teil erscheint. Ja, am Ende dieses Auftaktbandes haben sie einen Etappensieg errungen und einiges dazu gelernt, aber ausgestanden ist die Misere mit dem Distelorden und den Dämonen noch nicht. Dafür haben sie wieder neue Verbündete hinzugewonnen, die sie anfangs völlig unterschätzt haben.

Benedict Mirow ist nicht nur der Autor der Romanvorlage, er schreibt auch persönlich das Drehbuch zu diesen opulenten Hörspielen. Daher erscheint die Vertonung immer einiges nach den Romanen, sind dafür aber absolut verständlich und nicht bis zur Unkenntlichkeit zusammengekürzt! Ach ja, seine Familie ist auch im Cast sehr aktiv!

Dieses Hörspiel ab 10 Jahren wird mir hier immer förmlich aus den Händen gerissen, von den Söhnen unserer Freunde!

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Veröffentlicht am 27.06.2023

Was, wenn es die Nachfahren der Märchen noch gäbe?

Finsterwelt 1. Das verbotene Buch
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Nach den Ferien geht es für Leonie wieder zurück aufs Märcheninternat Schloss Rosenfeld, dem einstigen Heim von Dornröschen. Seit ihrem 12 Geburtstag, als sie sich auf ihrer Party bei Wahrheit-oder-Pflicht ...

Nach den Ferien geht es für Leonie wieder zurück aufs Märcheninternat Schloss Rosenfeld, dem einstigen Heim von Dornröschen. Seit ihrem 12 Geburtstag, als sie sich auf ihrer Party bei Wahrheit-oder-Pflicht in einen Frosch verwandelte, ist ihr ihr Märchenerbe und ihre Abstammung vom Froschkönig bekannt. Sie schämt sich fürchterlich dafür, dass sie sich in Momenten der Erregung unkontrolliert in einen Frosch verwandelt und die Rückverwandlung noch nicht im Griff hat. Ausgerechnet jetzt, zum Schuljahresbeginn passiert es ihr wieder und so begegnet sie ihrem neuen, geheimnisvollen und gutaussehenden Mitschüler Tristan aus Schottland, gleich in Froschgestalt. Klar mag sie ihn nun nicht, genau wie ihre beste Freundin Marle, die als Nachfahrin von Rotkäppchen Wölfe fürchtet und überzeugt ist, dass Tristan von einem Märchenwolf abstammt.Als Leonie und Tristan als Strafarbeit die geheime Kammer von Dornröschen abstauben müssen, verstößt Leonie gegen die Regeln und findet ein verborgenes, verbotenes Buch, das sie öffnet. Es stammt von einem verstoßenen Ferdinand Grimm und seine Märchenversionen klingen ganz anders, viel düsterer! Nun lässt es sich nicht mehr schließen und schon bald muss sie spüren, wie mächtig das Buch ist, denn die Geschichten in ihm werden wahr. Als erstes verschwindet Marle und außer ihr und Tristan erinnert sich niemand mehr an sie. Wie kann sie Marle zurückbringen und weiteres Unheil verhindern?

Die Märchen der Gebrüder Grimm kennt jeder, auch wenn sie hier gar nicht so nett wegkommen, immerhin haben sie ihren Bruder Ferdinand verstoßen! Seine Märchen waren aber auch wirklich zu düster und gruselig und der Gedanke, dass sie wahr werden würden, ein wahrer Albtraum! Marle hat nun nicht nur ihre beste Freundin Marle verloren, an die sich niemand mehr erinnert, sie muss nun auch zwangsweise mit Tristan zusammenarbeiten, obwohl sie ihm nicht traut. Was ist sein Geheimnis? Was verschweigt er? Welchem Märchenclan gehört er an und warum bekommt er Privatstunden? Aber cool ist er irgendwie schon, kein Wunder, dass Blanche und Rosa voll auf ihn abfahren und Leonies bester Freund Hans sehr eifersüchtig reagiert! Hier wird ein spannendes Internatsabenteuer rund um die Nachfahren von Märchenclans absolut im Sinne der Leserschaft erzählt. Die Dialoge sind sehr natürlich und authentisch und ihre Sorgen und Nöte, abgesehen von der Magie, ist absolut Zielgruppen gerecht. Diese ständige Peinlichkeit und das sich Schämen, für Dinge, für die man nichts kann und schon gar nicht, sie zu verändern, wie seine Herkunft! Erstes romantisches Interesse für andere, oder eben auch nicht. Dieser ständige Vergleich innerhalb der Peergroup und diese Selbstzweifel, gegen die am besten Freundschaft hilft gefällt mir sehr gut. Das Beste ist die Nachricht: sei einfach Du selbst, Du bist gut, wie du bist! Dabei lernen wir dann noch den zwiespältigen Ferdinand Grimm kennen, der nicht einfach gut oder böse ist. Denn eigentlich ist im wahren Leben nie etwas nur gut oder nur schlecht, das ist nur in Märchen so und eigentlich auch nicht dort. Das wollte Ferdinand eigentlich nur erzählen, bis bei ihm, etwas schief ging, warum und was, hat er aber wohl nie erfahren...

Auch wenn die Geschichte in sich abgeschlossen ist und Leonie und Tristan hinter so einige Geheimnisse von Ferdinand Grimm und sein verbotenes Buch kommen, bleibt immer noch genug Gefahr und Geheimnis für eine Fortsetzung über die ich mich sehr freuen würde. Denn einige der Gestalten, die Leonie frei gesetzt hat, sind noch immer frei und bedrohen nicht nur die Bewohner von Schloss Rosenfels. Die Vignetten von Nathalie Kranich geben schon mal gute Eindrücke von dem Schloss und seinen Bewohnern. Über zusätzliche Illustrationen von ihr hätte ich mich sehr gefreut.

Für Märchen- und Fantasyfans unbedingt zu empfehlen. Ab 10 Jahren.

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Veröffentlicht am 27.06.2023

Emotionale Kehrtwende

Elternabend
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Der Kleinkriminelle Sascha Nebel, soll eigentlich für die Tschetschenenmafia eine Luxuskarosse stehlen, doch er hat seine eigenen Pläne. Diese werden aber von einer verdammt gutaussehenden „Irren“ gestoppt, ...

Der Kleinkriminelle Sascha Nebel, soll eigentlich für die Tschetschenenmafia eine Luxuskarosse stehlen, doch er hat seine eigenen Pläne. Diese werden aber von einer verdammt gutaussehenden „Irren“ gestoppt, die wie wahnsinnig mit einem Baseballschläger auf den Q7 eindrischt, den er stehlen soll. Dabei ist sie nicht gerade unauffällig, so dass schon bald die Polizeisirenen deutlich näher kommen und ihnen nichts anderes bleibt als zu fliehen. Auf der Flucht steigen sie in einen nahegelegenen Reisebus, zu einer Wannseeinsel – zu dumm nur, dass die Passagiere die versammelte Elternschaft eines verlängerten Elternabends ist, der als Wochenendevent in der dortigen Jugendherberge stattfinden soll. Also geben sich die zwei Flüchtigen als Hectors Eltern aus, da die Eheleute Schmolke bisher die einzigen sind, die noch nie bei einer Schulveranstaltung waren und nun als einzige fehlen. Doch da fangen die Probleme erst an und das nicht nur, weil Hector's Auffälligkeiten, der eigentliche Grund für dieses erlebnispädagogische Wochenende ist.

Triggerwarnung: Themen wie Mobbing, Suizid und Wohlstandverwahrlosung sind Gegenstand der Handlung!

Schule kennt jeder, Elternabende auch und da wir die Episoden von Jan Weiler als Erziehungsverpflichteter bei Elternabenden und Schulevents immer so lustig fanden, sprach uns der Titel gleich an. Auch wenn Sebastian Fitzek ja als Meister der Gänsehaut gilt, waren wir als Fitzek Neulinge auf alles gefasst.
Es fing erst mal etwas verwirrend, aber auf humorvolle Art an, da man sich fragt, was der Typ da in dem SUV macht und die irre Schönheit erst recht? Mit dem Einstieg in den Reisebus vor den erwartungsvollen Blicken der übrigen Fünftklässlereltern, wird es gleich herrlich komisch. Wer hat da kein Déjà-Vu als Elternteil von Schulkindern, oder eben als Lehrperson? Es ist sehr treffend und unterhaltsam geschrieben, auch wenn so einiges im Unklaren bleibt (immerhin ist der Autor ja eigentlich ein Spannungsexperte und kein Pädagoge) und nicht nur das unfreiwillige „Elternpaar“ sich fragt, was denn hier abgeht! Langsam müssen sich Sascha und „Wilma-Christin“ (Wilma nach Wilma Feuerstein, wegen der Baseballkeule und Christin ist der Vorname der echten Mutter Schmolke) in diese Gruppe Unbekannter mit völlig fremden Kindern hereintasten. Während Wilma-Christin dies ganz gut zu gelingen scheint, lässt Sascha keinen Fettnapf aus! Langsam steuert die Erzählung auf einen ernsten Kern zu den Themenbereichen Mobbing, Wohlstandverwahrlosung und Suizid (Triggerwarnung) zu. Gerade dieser Schwenk gelingt nicht wirklich zu 100%, da es dabei zwischendurch etwas vom Humor in den Klamauk abgleitet und diese „too-much“ von allem uns das Gefühl gab, dass es sich in der Mitte etwas zog. Dabei geht leider etwas die Botschaft unter, dass man nicht zu vorschnell urteilen sollte und gerade bei Kindern genauer hinschauen muss. Zum Glück gelingt dem Autor es dann doch noch die Kurve zu kriegen und steuert auf ernstere Gefilde mit passender Stimmung und den richtigen Ton zu. Ganz zum Schluss, als der Elternabend wider Erwarten heil überstanden wurde, wird es nochmal humorvoll, aber wieder absolut passend, so dass die Geschichte hoffnungsvoll, amüsant ausklingt.

Simon Jäger macht seine Sache mal wieder hervorragend! Die bekannte Synchronstimme von Matt Damon und Josh Hartnett ist auch seit 10 Jahren der Klang von allen Sebastian Fitzek Hörbüchern. Er schafft es scheinbar mühelos den Bogen zwischen Humor und Tragik zu spannen, denn wie das Leben selbst, pendeln auch die Ereignisse dieser Nacht zwischen den Extremen hin und her. Seine angenehme Stimme garantiert ein emotionales Hörerlebnis.

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Veröffentlicht am 18.06.2023

Amüsant, aber nicht der beste Teil der Reihe

Das ist ja wohl die Krönung! Die Online-Omi besucht die Royals
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Natürlich ist die vierfache Köpeniker Eisenbahnerwitwe Renate Bergmann (82) eine echte Kennerin des englischen Königshauses. Umso aufgeregter ist sie natürlich, dass jetzt nach über 70 Jahren in London ...

Natürlich ist die vierfache Köpeniker Eisenbahnerwitwe Renate Bergmann (82) eine echte Kennerin des englischen Königshauses. Umso aufgeregter ist sie natürlich, dass jetzt nach über 70 Jahren in London die Krönung von Elisabeth II ältestem Sohn Charles III und seiner Frau Camilla ansteht. Doch London ist weit, denkt sie, bis ihre esoterische Tochter Kirsten sie zu einem Kurztrip nach London einlädt. Was werden Gudrun und Ilse und der gesamte Altenclub staunen, wenn sie ihnen alles brühwarm erzählen kann, was sie so alles erlebt und gesehen hat.

Es ist natürlich schwierig, über eine Krönung zu schreiben, die sich noch gar nicht ereignet hat. Das Protokoll und der Ablauf stehen fest, aber einige last Minute Erscheinungen und die großen Aufreger dieses Jahrhundertereignisses müssen natürlich unerwähnt bleiben. Dafür kann Renate allerdings von den Highlights der Beerdigung, der Aufregungen und das Reisedrama kurz vor Elisabeth II Tod und deren Kronjubiläum und Geburtstag berichten, da sie Gertrud und Ilse als treue Fans natürlich nichts davon im Fernsehen verpasst haben. So haben wir also so einiges über die Royals gelernt und auch mit Renate Bergmann die Enttäuschung geteilt, dass die Kameras nie in die Reisebusse steigen, mit denen die geladenen Gäste durch die verstopfte City eskortiert werden. Nun werden wir nie erfahren, ob König Willem-Alexander der Niederlande eine Brotstulle im Bus auspackt oder Königin Laetizia die hochhackigen Schuhe abstreift... Aber auch wenn die Krönung bereits erfolgt wäre, wären die Online-Omi und ihre Tochter Kirsten natürlich niemals unter den geladen Gästen gewesen. Daher bleibt da so einiges etwas blass. Viel lebendiger sind ihre Schilderungen des günstigen Hotels, das die Enkel-Nichte von Renates verstorbenen Otto ihnen besorgt hat, die Entrüstung über die wahre Natur von Fish 'n Chips, oder Kirstens Yoga im Flugzeugsessel. Ach Gott, da sind ja auch noch Renates Erinnerungen an den Besuch von William und seiner patenten Käthe in Berlin oder der Besuch des amerikanischen Präsidenten, bei denen sie auf unnachahmliche Weise natürlich stets in der ersten Reihe stand und ihre immer willkommenen Präsente verteilte. Ja, in diesem Special hat der Autor eine ganze Menge der Titel der vorherigen Renate Highlights eingebaut, wie z.B. wenn Renate die Problematik der Organisation der Reise schildert. So ereignete sich die Krönung immerhin in der Wachstumsperiode und frei nach dem Motto „Wer erbt muss auch gießen“ muss Renate Vertretungen beim Gießen der Gräber ihrer vier verstorbenen Gatten organisieren, deren Gräber quer über Berlin verteilt sind.... auch andere der vergangenen Titel wurden eingebaut.

Auch wenn diese Folge etwas blass wirkt, ist Carmen-Maja Antoni als Sprecherin mit ihrer schnoddrigen Berliner-Schnauze wieder unnachahmlich. Wenn sie uns erklärt, was man mit Tupperdosen so alles tolles anstellen kann und das einzigartige Mitbringsel für Ilses Kurt beschreibt, das sie darin präsentiert, kann man nur lachen. Auch wenn viele Personen aus dem Bergmannschen Universum dieses mal nur ganz am Rande vorkommen, Brigitte Habicht, Gunters Gattin und Kassiererin in der Kaufhalle ist eine von ihnen.

Auch dieser Ausflug mit der Online-Omi ist absolut familientauglich, aber leider nicht so kurzweilig wie die meisten anderen. Es hat sich bisweilen etwas gezogen, aber wir sind zuversichtlich, dass „Nicht das noch einer sitzen bleibt“ der planmäßig Ende Juli erscheint und nicht so kurzfristig geschrieben wurde, wieder Köpenicks volles Potenzial ausschöpfen wird, wenn es um das Thema Schule geht. 3,5 von 5 Sternen.

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